Schriftliche Frage 63 von Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Situation beim Halbleiterhersteller Nexperia mit Blick auf die Produktionskapazitäten der deut…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 27. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
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Schriftliche Frage 63 von Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Situation beim Halbleiterhersteller Nexperia mit Blick auf die Produktionskapazitäten der deut…
Frage 63 (Julian Joswig, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Situation beim Halbleiterhersteller Nexperia mit Blick auf die Produktionskapazitäten der deutschen Automobilindustrie, und welche konkreten Maßnahmen prüft sie, um die europäische Versorgung kritischer Halbleiterkomponenten dauerhaft zu sichern?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 30. Oktober 2025:
Die Bundesregierung beobachtet die Situation um Nexperia genau und steht dazu im engen Austausch mit den niederländischen und weiteren europäischen Partnern sowie der chinesischen Regierung. Die chinesischen Exportrestriktionen für Nexperia-Produkte sind eine sehr kritische Einschränkung des freien Handels. Inwiefern es infolge dieser Exportrestriktionen auch in der Automobilindustrie zu Produktions- und damit Umsatzausfällen durch Unterbrechungen der Lieferketten kommen wird, ist noch nicht gesichert zu beurteilen. Allerdings sind kurzfristige Unterbrechungen in der Produktion wahrscheinlich. Insofern steht die Bundesregierung im kontinuierlichen Kontakt mit den betroffenen Industriebranchen, insbesondere der Automobilbranche, da diese auf Lieferung von sogenannten „Commodity-Chips“ angewiesen ist. Die Bundesregierung arbeitet mit den genannten Partnern an einer Lösung. Unter anderem mit Blick auf die zukünftige Sicherung der Versorgung mit Halbleiterkomponenten, hat die Bundesregierung am 15. Oktober 2025 eine Mikroelektronikstrategie beschlossen. Diese hat das Ziel, die Attraktivität Deutschlands als Mikroelektronik-Standort weiter zu steigern und dabei Forschung, Fachkräfte und Fertigung zusammenzudenken. Kernziele der Strategie sind dabei: • Ausbau bestehender wirtschaftlicher und technologischer Stärken insbesondere dort, wo europäische Fähigkeiten unverzichtbar in der globalen Halbleiterwertschöpfung sind. • Erschließen neuer Mikroelektronik-Technologien auf Basis von Forschung, die zum Ziel hat, die Pipeline der nächsten Chip- Generationen zu füllen sowie neue Mikroelektronik-Anwendungen wirtschaftlich zu erschließen. • Stärkung der Resilienz bestehender Lieferketten durch gezielte Maßnahmen auf Basis einer Sicherheits- und Risikoanalyse, jenseits eines bloßen Fokus auf Kapazitätsaufbau bzw. Marktanteile. Daneben müssen betroffene Branchen aus Sicht der Bundesregierung die Lieferkettenrisiken zukünftig auch für „Commodity“-Bauteile besser absichern (beispielsweise durch Lagerhaltung oder 2nd-Sourcing).
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