Rede von Jürgen Hardt (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 3: Vereinbarte Debatte:.
Text
Rede von Jürgen Hardt (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Lieber Herr Botschafter! Der 7. Oktober 2023 war das
größte Massaker an jüdischen Menschen seit dem
Holocaust; mindestens 1 200 verloren ihr Leben. Ich habe in
den Monaten und Jahren seit diesem 7. Oktober 2023 mit
vielen Angehörigen von Überlebenden, mit aus der
Verschleppung durch die Hamas Befreiten, aber auch mit
Angehörigen von Verstorbenen gesprochen.
Die Verschleppten wurden bis zu 733 Tage –
„733:02:35“ ist der Titel der Ausstellung, die wir gleich
eröffnen werden – in grauenhaften Kerkern in Tunneln in
Gaza festgehalten. Sie wurden zum Zweck der
Propaganda gegen Israel genutzt, und sie wurden einer absolut
unwürdigen Behandlung ausgesetzt. Das hat tiefe Spuren
in ihrem Leben hinterlassen. Und jeder, der das hautnah
miterlebt, der mit diesen Menschen spricht und sich mit
ihrem Schicksal identifiziert, weiß, was das bedeutet. Das
ist ein schrecklicher Tag gewesen, und deswegen ist es
gut, dass wir heute diese Vereinbarte Debatte führen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD, des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN und der Linken)
Die Botschaft dieses Tages ist „Nie wieder!“: Nie
wieder ein 7. Oktober 2023, aber auch nie wieder sollen
Jüdinnen und Juden Angst haben müssen, ihr Leben nicht
in Frieden und Freiheit gestalten zu können, weder in
Israel noch irgendwo anders auf der Welt, auch nicht in
Berlin-Kreuzberg, in Köln oder in München.
(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und dem
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg.
Dr. Anna Rathert [AfD])
Und da bin ich schon entsetzt über das Video der
Kollegin Köktürk, das sie vor vier Tagen gepostet hat, wo sie
sich in einer, wie ich finde, für eine Abgeordnete völlig
unwürdigen, schnoddrigen Art und Weise verhält – es
geht immerhin um einen extrem komplizierten Konflikt,
der viele Hunderttausend Menschen das Leben oder die
Gesundheit gekostet hat –, wo sie das in den Dreck zieht,
was an israelischer Verteidigungsleistung erbracht wird,
und wo sie ganz konkret Begriffe verwendet, die für mich
nicht nur antiisraelisch, sondern auch klar antisemitisch
sind.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der AfD und des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN und des Abg. Markus Töns [SPD])
Sie nennt den Staat Israel einen „genozidalen
Apartheidsstaat“. Es gibt für mich in der Geschichte nur einen Staat,
der ein genozidaler Apartheidsstaat war, und das war das
Dritte Reich der Nazis hier in Deutschland
und in den besetzten Gebieten, in denen Juden verfolgt
und vernichtet wurden.
(Maximilian Kneller [AfD]: Wissen Sie, was
„Apartheid“ heißt?)
Wenn man einem Staat eine solche Eigenschaft zubilligt,
so ist das ja nichts anderes als die moralische
Rechtfertigung aller derjenigen, die sagen: Der Staat Israel muss
vernichtet werden. – Das ist nichts anderes als ein Aufruf,
genau diese Politik zu verfolgen. Und es ist
spiegelbildlich genau das, was Rechtsradikale in Israel sagen. Da
gibt es ja auch Politiker, die der Meinung sind, auf dem
dortigen Gebiet gebe es eben nur Platz für Israel und nicht
für die Palästinenser. Genauso sagen radikale
palästinensische Terroristen: Es gibt keinen Platz für Israel, für
Juden in diesem Land.
Damit betreibt Frau Köktürk genau das Geschäft der
Radikalen, der Extremisten auf beiden Seiten und verletzt
das Interesse Deutschlands und unseren
verfassungsmäßigen Auftrag, gemeinsam dem Frieden der Welt zu
dienen. Ich fordere die Linkenfraktion auf, sich von einer
solchen Abgeordneten mit Nachdruck zu distanzieren.
(Beifall bei der CDU/CSU und der AfD sowie
bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN – Dr. Norbert Röttgen [CDU/CSU]:
Absolut!)
Und jetzt sage ich noch, wo sie aus meiner Sicht
hingehört. Sie hat nämlich auch die Mainstream-Medien, die
nicht ihrer Meinung sind, erwähnt und das F-Wort
verwendet. Sie gehört offensichtlich in diese Reihen,
(Der Redner zeigt auf die AfD – Beifall der
Abg. Dr. Cornell-Anette Babendererde [CDU/
CSU])
wo man gegen sogenannte Mainstream-Medien
Propaganda macht, und nicht in die Reihen von
demokratischen Parteien. Und deswegen, finde ich, hat Die Linke
sich von dieser Person zu trennen.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg.
Markus Töns [SPD] – Jörg Zirwes [AfD]: Es
hätte eine gute Rede werden können!)
Relationen
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