polradar

Rede von Heinrich Koch (AfD) – Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der Mission der Vereinten Nationen in Südsudan (UNMISS)

dip / rede 15.10.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 102. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 16: Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der Mission der Vereinten Nationen in Südsudan (UNMISS).

Das Protokoll 21/102 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 20.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.

Im Graph öffnen

Text

Rede von Heinrich Koch (AfD) – Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der Mission der Vereinten Nationen in Südsudan (UNMISS) Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wieder das gleiche Ritual: Die Bundesregierung verlangt eine Mandatsverlängerung bis Oktober 2027 – durchwinken und automatisch weitermachen mit Wunschträumen. Es geht hier aber nicht um wohlfeile Worte, sondern um Menschen im Südsudan und um deutsche Soldaten, die Sie in einen lebensgefährlichen Einsatz schicken. Bei jeder Mandatierung muss die Kernfrage lauten: Stimmen Anspruch und harte Wirklichkeit tatsächlich noch überein? Die Regierung behauptet, UNMISS sei der zentrale Stabilitätsanker der Region, auch weil die Blauhelme in kritischen Lagen schnell und flexibel reagieren könnten. Der Regierungsantrag ist reine Realitätsverweigerung. Hier die harten Fakten des UN-Erfahrungsberichtes vom Juni 2025, welcher die deutsche Regierungspropaganda gnadenlos entlarvt: Die Schrecken sind unverändert geblieben. Rund 4 000 dokumentierte Gewaltereignisse mit über 9 000 Toten, das ist die brutale Realität Ihres angeblichen Stabilitätsankers. Und zu der angeblich schnellen Reaktion: Patrouillen müssen ein bis zwei Monate im Voraus geplant werden. Im Fall von akuten Übergriffen im Lande braucht eine Patrouille drei bis fünf Tage, ehe sie überhaupt vor Ort ist. Wer dies als schnelle Reaktion verkauft, der belügt das Parlament. Dazu kommen 450 Fälle von Behinderung der Bewegungsfreiheit, allein im zweiten Quartal dieses Jahres 84 Verstöße gegen das Statusabkommen, von staatlichen Stellen angeordnet und organisiert. Das heißt, die Machthaber, die wir stabilisieren sollen, blockieren uns systematisch. Und dann das Geschwätz vom Friedensprozess. Die Bundesregierung gibt selbst zu, dass im Südsudan der Staatspräsident die Opposition aus dem Bündnis drängt, ihre Rechte beschneidet bzw. sie verweigert. Für den Südsudan wird dies verurteilt. Der AfD in Deutschland – wie in einem Operettenstaat – ihre Rechte zu verweigern, ist aber ebenfalls nicht demokratisch. Die UN bringen es klar auf den Punkt: Der Schwebezustand nützt nur den Eliten, weit mehr als jede Wahl. Die Bilanz: Die Bundesregierung fantasiert von Stabilität – die UN belegen chronische Instabilität. Die Bundesregierung feiert den Einsatz von Patrouillen – die UN dokumentieren Schikane und buchstäblich Stillstand. Die Bundesregierung schwadroniert von Frieden – die UN entlarven die Eliten, die am Bürgerkrieg verdienen und nicht nur da. Meine Damen und Herren, die einzig logische Konsequenz müsste sein: ein klares Nein zur Mandatsverlängerung. Jedoch hat nachhaltige staatliche Sicherheitspolitik keinen Schalter, den man schnell und leichtfertig umlegen kann. Wir als AfD handeln aus staatspolitischer Verantwortung, aus Rücksicht auf unsere Soldaten, die man nicht einfach unvorbereitet abziehen kann – wie damals aus Afghanistan –, und auch aus Verlässlichkeit gegenüber den UN, die einen geordneten Ausstieg vorplanen müssen. Vor diesem Hintergrund stimmen wir dieser Mandatierung ein letztes Mal teils zu. Vielen Dank.

Relationen