Rede von Ina Lenke (FDP) – Drucksache 16/9415
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 10: Drucksache 16/9415 –.
Text
Rede von Ina Lenke (FDP) – Drucksache 16/9415
Frau Präsidentin! Liebe Frau Fischbach, wir machen
mit, aber anders. Die halbe Stunde, die wir hier über
diese Änderungen diskutieren, ist wirklich verschenkte
Zeit. Sie haben gesagt, dass die Geburtenzahl im letzten
Jahr gestiegen ist. Sie wissen doch, dass man die
Elternschaft planen kann. Dafür gibt es die Pille. Sie glauben
doch nicht wirklich, dass die Menschen nicht auf das
Jahr 2007 gewartet haben. Damit ist dieser Berg, die
höhere Geburtenrate, zu erklären. Dieser „Berg“ wird sich
aber wieder „normalisieren“, und dann haben wir wieder
die „weite Fläche“. Das war eine sehr subjektive
Betrachtung, Frau Fischbach. Angesichts der Tatsache,dass Sie neun Minuten Redezeit hatten, der vorliegende
Gesetzentwurf aber nur wenig Substanz hat, blieb ihnen
vermutlich nichts anderes übrig, als auch dies als
Begründung anzuführen.
Dieser Gesetzentwurf bedeutet keine
Weiterentwicklung des Gesetzes. Das Gesetz enthält Fehler, und Sie
verändern diese Fehler nur.
(Caren Marks [SPD]: Es ist eine
Weiterentwicklung!)
Die Ministerin hat ganz deutlich gesagt, dass vergessen
wurde, die Oma-und-Opa-Regelung, die Teil des alten
Gesetzes war, in das neue Gesetz aufzunehmen. Das ist
die Veränderung, und jetzt meinen Sie, dass das etwas
Superneues ist. Dazu kann ich nur sagen: Sie haben beim
ersten Gesetz Fehler gemacht, die Sie jetzt korrigieren
wollen. Was soll das?
Liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU/CSU
und der SPD, Sie haben die Chance verpasst, die
Macken, die das Elternzeitgesetz hat, auszubessern. Wir von
der FDP müssen nicht auf den Evaluationsbericht
warten. Sie müssen das anscheinend. Dabei müssten Sie
ebenso wie ich Briefe aus der Bevölkerung bekommen,
die die Macken dieses Gesetzes aufzeigen. Dazu möchte
ich einige Dinge sagen:
Sie wollen Flexibilisierung nur bei Härtefällen. Die
Härtefälle haben Sie folgendermaßen definiert: wenn ein
Ehepartner stirbt, wenn jemand behindert ist usw. Nur
dann soll eine Flexibilisierung möglich sein. Wissen Sie,
was wir wollen? Wir wollen die Entscheidung den Eltern
überlassen. Die Eltern sollen sich mit dem Arbeitgeber
einigen. Der eine könnte zum Beispiel drei Tage und der
andere zwei Tage arbeiten, oder der eine arbeitet drei
Wochen und der andere sieben Wochen. Über ein Budget
könnten wir das sehr gut entbürokratisieren. Warum gibt
es diese Möglichkeiten nicht? Warum feiern Sie es als
Supererfolg, dass sich diese Eltern innerhalb der
Elternzeit ein zweites Mal umorientieren können? Wo sind wir
eigentlich?