Entwicklungshilfe, wirtschaftliche Zusammenarbeit und ressortübergreifende Fördermaßnahmen der Bundesregierung in Namibia seit 2020
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Entwicklungshilfe, wirtschaftliche Zusammenarbeit und ressortübergreifende Fördermaßnahmen der Bundesregierung in Namibia seit 2020
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5852
21. Wahlperiode 08.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Alexander Wolf, Rocco Kever, Denis Pauli, Matthias
Rentzsch, Johann Martel, Arne Raue, Kay Gottschalk, Dr. Michael Espendiller
und der Fraktion der AfD
Entwicklungshilfe, wirtschaftliche Zusammenarbeit und ressortübergreifende
Fördermaßnahmen der Bundesregierung in Namibia seit 2020
Namibia ist ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungspolitik, verfügt
über ein stabiles demokratisches System und erhält umfangreiche finanzielle
Unterstützung von Deutschland, obwohl das Land von der Weltbank in die
Gruppe der „Länder mit höherem mittlerem Einkommen“ eingestuft wird. Bei
den Regierungsverhandlungen im Juni 2023 sagte das Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) insgesamt 51,5 Mio.
Euro für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Namibia zu.
Deutschland ist damit Namibias größter internationaler Geber; die Mittel fließen vor
allem in Berufsbildung, „nachhaltige“ Wirtschaftsentwicklung,
„Klimaanpassung“, Energie sowie „Schutz der Artenvielfalt“ (vgl. www.bmz.de/de/aktuelle
s/archiv-aktuelle-meldungen/de-unterstuetzt-namibia-bei-stadtplanung-
gruenerwasserstoff-155608#:~:text=Pressemitteilung%20vom%209,wurden%2051 Pro
zent2C5 Prozent20Millionen%20Euro%20zugesagt; www.bmz.de/en/countrie
s/namibia#:~:text=The%20special%20relationship%20between%20Namibia,to
%20fight%20poverty%20and%20inequality).
In den letzten Jahren hat die Bundesregierung Namibia im Rahmen der
Entwicklungszusammenarbeit verstärkt als „Zukunftspartner“ für Klimaschutz und
Energiewende dargestellt (vgl. www.fr.de/zukunft/storys/entwicklungspolitik/tr
otz-voelkermord-geschichte-deutschland-plant-mega-projekt-auf-nama-land-94
062324.html#:~:text=Seit%20Jahren%20pr%C3 ProzentA4sentiert%20die%20
deutsche,Namibia%20st%C3 ProzentB6 ProzentC3 Prozent9Ft%20es%20auf%
20breite). Insbesondere das geplante Großprojekt „Hyphen“ zur Produktion
von grünem Wasserstoff im Tsau/Khaeb-Nationalpark steht im Fokus. Ein
Konsortium unter deutscher Beteiligung (Enertrag) will dort bis 2030 einen
industriellen Produktionsstandort errichten (vgl. ebd.). Jährlich sollen bis zu
350 000 Tonnen Wasserstoff (umgewandelt in ca. 2 Millionen Tonnen
Ammoniak) hergestellt und nach Europa exportiert werden (vgl. ebd). Das Gebiet
befindet sich jedoch in einem der ökologisch sensibelsten Naturschutzareale des
südlichen Afrikas.
Daneben unterstützt Deutschland Namibia seit 2020 in vielen weiteren
Bereichen: Neben der Entwicklungszusammenarbeit über das BMZ und die
Durchführungsorganisation Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
(GIZ) GmbH (GIZ GmbH) – etwa in der Berufsbildung, der Stadtentwicklung
oder der Klimaanpassung – gibt es auch ressortübergreifende Initiativen. So
fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)
deutschnamibische Pilotprojekte und Studien im Energiesektor (vgl. Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Auslandsförderung der
Wasserstofftechnik durch die Bundesregierung – Projekte, Empfänger, Mittel und
Auswirkungen auf den Industriestandort Deutschland“ auf Bundestagsdrucksache
21/4166), berät beim Aufbau regulatorischer Kapazitäten und prüft
Möglichkeiten eines strategischen Bezugs namibischer Wasserstoffderivate. Deutsche
Durchführungsorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH sind in die Energie- und
Wasserstoffpartnerschaft mit Namibia eingebunden (vgl. www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldu
ngen-1038780#:~:text=Namibia%20produzierten%20gr%C3 ProzentBCnen%2
0Wasserstoffderivaten%20in,Wasserstoffpartnerschaften%20mit%20afrikanisc
hen%20L%C3 ProzentA4ndern%20erfolgt). Ferner engagiert sich Deutschland
in Namibia z. B. über das Auswärtige Amt im Kulturbereich (etwa über das
Goethe-Institut in der Hauptstadt Windhoek und das Freiwilligenprogramm
„kulturweit“) und über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des
Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMUKN) in Naturschutz- und in Nachhaltigkeitsprojekten (vgl. www.inte
rnational-climate-initiative.com/iki-medien/artikel/e-bikes-ebnen-den-weg-fue
r-nachhaltige-mobilitaet-in-namibia/#:~:text=E,zum%20Erhalt%20der%20Arte
nvielfalt).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Projekte in Namibia wurden seit dem 1. Januar 2020 mit
Bundesmitteln finanziert (bitte für jedes Projekt Jahr, Titel bzw. Name,
durchführende Organisation oder Empfänger, zuständiges Ressort sowie die
jeweilige Fördersumme und Gesamtsumme angeben)?
2. Wie stellen sich die Fördersummen im zeitlichen Verlauf dar (bitte die
jährlichen Fördersummen seit 2020 angeben)?
3. Welche Ziele wurden mit den jeweiligen Projekten konkret verfolgt, und
welche Evaluierungen sowie Erfolgsindikatoren wurden im Vorfeld
festgelegt, um den Zielerreichungsgrad zu messen (bitte nach Projekt
aufschlüsseln)?
4. Wurden für die aus den in der Antwort zu Frage 3 hervorgehenden Projekte
unabhängige Evaluierungen, Zwischenprüfungen und bzw. oder
Monitoring-Berichte seit 2020 durchgeführt, wenn ja, durch welche
Evaluierungsinstanzen, mit welchen Kernergebnissen, und wenn nein, warum
nicht?
5. Wie wirkt sich die Prioritätensetzung der 2025 gewählten namibischen
Staatspräsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah ggf. auf die bilaterale
Zusammenarbeit aus, die den namibischen Fokus von der Wasserstoffförderung
hin zu einer differenzierten Energiepolitik mit größerem Fokus auf Öl und
Gas verschoben hat (www.namibian.com.na/green-hydrogen-future-in-ques
tion-as-president-elect-seeks-clarity/)?
6. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung ggf. über die Art und den
Umfang des Engagements anderer Akteure in der namibischen
Wasserstoffwirtschaft?
7. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung ggf. über die
chinesischnamibische Entwicklungszusammenarbeit, in welchen Sektoren tritt diese
möglicherweise in Konkurrenz zur deutsch-namibischen Zusammenarbeit
auf, und in welchen Bereichen hat letztere Alleinstellungen?
8. Welche Vorteile für die deutsche Wirtschaft bringt nach Einschätzung der
Bundesregierung die deutsch-namibische Entwicklungszusammenarbeit seit
2020 (bitte nach Jahr, Sektor und Unternehmensart aufschlüsseln)?
Berlin, den 5. Mai 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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