Zivil-militärische Zusammenarbeit im Übungscluster Quadriga 2026 (Antwort zu Drs. 21/4035)
Text
Zivil-militärische Zusammenarbeit im Übungscluster Quadriga 2026 (Antwort zu Drs. 21/4035)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4309
21. Wahlperiode 23.02.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Julia-Christina Stange, Nicole Gohlke,
Dr. Michael Arndt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/4035 –
Zivil-militärische Zusammenarbeit im Übungscluster Quadriga 2026
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Wie bereits in den Jahren 2023, 2024 und 2025 ist auch in diesem Jahr
geplant, das Übungscluster Quadriga in den Monaten Februar und März
durchzuführen. Soldatinnen und Soldaten des Heeres, der Luftwaffe, der Marine,
des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs sollen
unter der Überschrift einer Landes- und Bündnisverteidigung und unter der
Führung des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr den möglichen
Krieg an einer sogenannten NATO-Ostflanke „nicht mehr als reine Übung,
sondern als einsatznahe Operation“ und „so nah wie möglich am Ernstfall“
einüben (www.bundeswehr.de/de/auftrag/uebungen/quadriga/quadriga-2026#s
ection-6057970; Stand: 20. Januar 2026).
Ein zentrales Element von Quadriga 2026 bildet die Übung Medic Quadriga,
die im März 2026 vom Unterstützungsbereich der Bundeswehr durchgeführt
wird. Zur Überprüfung sanitätsdienstlicher Fähigkeiten werden insbesondere
die rasche Verlegefähigkeit, das Funktionieren der medizinischen
Rettungskette sowie die Weiterbehandlung Verwundeter in Deutschland in enger
Zusammenarbeit mit zivilen Einrichtungen geprobt. Während die Luftwaffe den
medizinischen Lufttransport von Verwundeten aus Litauen nach Deutschland
erprobt, ist derweil nur wenig Konkretes darüber bekannt, welche zivilen
Gesundheitseinrichtungen im Rahmen von Medic Quadriga beteiligt sind und
welche Auswirkungen das auf die zivile Gesundheitsvorsorge haben wird.
Mit der vorliegenden Kleinen Anfrage wollen sich die Fragestellerinnen und
Fragesteller ein Bild machen über das Ausmaß der konkreten zivil-
militärischen Planungen im Bereich des Gesundheitswesens und die Auswirkungen
der Übung Medic Quadriga.
1. Wie viele zivile Gesundheitseinrichtungen nehmen nach Kenntnis der
Bundesregierung an der Übung Medic Quadriga teil?
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Verteidigung vom 23. Februar
2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Welche zivilen Gesundheitseinrichtungen sind an der Operation Medic
Quadriga nach Kenntnis der Bundesregierung beteiligt (bitte nach
Sektoren differenzieren und Standorte der beteiligten
Gesundheitseinrichtungen ausweisen)?
Die Fragen 1 und 2 werden zusammen beantwortet.
Derzeit ist die Teilnahme folgender ziviler Gesundheitseinrichtungen geplant:
• Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin
• BG-Unfallkrankenhaus, Berlin
• Charité Benjamin Franklin, Berlin
• Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem, Cottbus
• Gesundheits-Campus Klinikum, Frankfurt (Oder)
• Helios Klinikum, Bad Saarow
• Klinikum Dahme-Spreewald, Königs Wusterhausen und Lübben
• Klinikum Ernst von Bergmann, Potsdam
• Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel, Brandenburg.
3. Nach welchen Gesichtspunkten wurden die beteiligten
Gesundheitseinrichtungen ausgewählt, und bestand hier im Vorfeld ein offener
Bewerbungsprozess oder wurden die Einrichtungen zentral ausgewählt?
Es fand keine zentrale Auswahl oder ein Bewerbungsprozess im Sinne der
Fragestellung statt. Die beteiligten Gesundheitseinrichtungen haben sich
eigeninitiativ für die Teilnahme gemeldet.
4. Waren die zivilen Partner im Gesundheitswesen im Vorfeld in die
Übungsplanung eingebunden, und wenn ja, wie?
Die Partner im Sinne der Fragestellung wurden zu den
Übungsplanungskonferenzen eingeladen.
5. Welche Anforderungen an die Leistungserbringung der zivilen Partner
sind seitens des Übungsdesigns formuliert, und mit welchen
Kontingenten an Personal und Material sind die zivilen Gesundheitseinrichtungen
beteiligt?
6. Mit welchen personellen Ressourcen in den teilnehmenden
Gesundheitseinrichtungen vor Ort wurde geplant (bitte für jeden beteiligten Standort
einzeln ausweisen)?
Die Fragen 5 und 6 werden zusammen beantwortet.
Es wurden keine spezifischen Anforderungen an die Leistungserbringung der
zivilen Partner formuliert. Die Ausgestaltung ihrer Beteiligung hinsichtlich
Personal und Material obliegt den zivilen Partnern.
7. Wurden die Beschäftigten in den betroffenen Einrichtungen vorab über
die Teilnahme informiert, und wurden betriebliche
Interessenvertretungsorgane der Beschäftigten hierzu informiert oder angehört?
8. Ist die Teilnahme an der Übung für Beschäftigte auf freiwilliger Basis
vorgesehen, und besteht die Möglichkeit der Teilnahmeverweigerung für
die betroffenen Personen (wie genau ist das betreffende Vorgehen hierzu
geregelt)?
Die Fragen 7 und 8 werden zusammen beantwortet.
Die Information und Beteiligung im Sinne der Fragestellungen liegt im
Verantwortungsbereich der zivilen Partner. Der Bundesregierung liegen insoweit
keine Informationen vor.
9. Hat die öffentliche Hand für die Übung Medic Quadriga Finanzmittel
bereitgestellt, wenn ja, in welcher konkreten Höhe, und stammen diese
Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur oder aus der
Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigungs- und
sicherheitspolitische Ausgaben?
Alle Kosten der Übung MEDIC QUADRIGA werden aus dem laufenden
Übungstitel im Einzelplan 14 gedeckt. Zusätzliche finanzielle Mittel im Sinne
der Fragestellung werden nicht bereitgestellt.
10. Mit welchen Einschränkungen für die Zivilbevölkerung ist während der
Übung in Deutschland zu rechnen (bitte nach Standorten differenzieren)?
11. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die Übung in zivilen
Gesundheitseinrichtungen nicht zu einer Gefährdung der Zivilbevölkerung
führt?
Die Fragen 10 und 11 werden zusammen beantwortet.
Es ist weder mit Einschränkungen noch mit Gefahren im Sinne der
Fragestellungen zu rechnen.
12. Wann haben die Planungen der Übung Medic Quadriga 2026 begonnen,
welche Akteure waren daran beteiligt, und wie viele Treffen auf welcher
Ebene haben hierzu stattgefunden (bitte die Anzahl der Treffen und die
beteiligten Interessengruppen, Bundesministerien, Verbände und Länder
einzeln ausweisen)?
Die initialen Planungen haben Anfang 2025 begonnen. Gemäß dem
Planungsprozess für Übungen fanden drei Planungskonferenzen statt, bei denen folgende
Akteure anwesend waren:
• Ehem. Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr
• Unterstützungskommando der Bundeswehr
• Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr
• Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Berlin
• Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berlin
• Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg
• Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
• Johanniter Unfallhilfe e.V.
• Deutsches Rotes Kreuz
• Deutsche Luftrettung
• ADAC Luftrettung
• Berliner Berufsfeuerwehr
• Stadt Cottbus, Dezernat für Ordnung, Sicherheit, Sport, Gesundheit und
Bürgerservice.
13. Sind in diesem Jahr noch weitere zivil-militärische Übungen mit dem
Schwerpunkt der Gesundheitsversorgung in Planung, wenn ja, welche,
wann, und wo sollen sie stattfinden?
Nein.
14. Nehmen auch beteiligte zivile Akteure aus anderen Staaten beteiligter
Armeen an Übungen im Rahmen von Medic Quadriga teil (wenn ja,
welches Land, welche Standorte und wie viele Einrichtungen mit welchen
personellen und materiellen Kapazitäten)?
Nein.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- answered_by → Bundesministerium der Verteidigung
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Zivil-militärische Zusammenarbeit im Übungscluster Quadriga 2026 (Antwort)