Ladeinfrastruktur und batteriebetriebene Lkw in Deutschland - aktueller Stand und Planung
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Ladeinfrastruktur und batteriebetriebene Lkw in Deutschland - aktueller Stand und Planung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/4003
21. Wahlperiode 05.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stefan Henze, Wolfgang Wiehle, René Bochmann, Alexis
Leonard Giersch, Lars Haise, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Carsten
Becker, Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer,
Volker Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Ladeinfrastruktur und batteriebetriebene Lkw in Deutschland – aktueller Stand
und Planung
In Deutschland gibt es gemäß der Antwort der Bundesregierung auf die
Schriftlichen Frage 74 des Abgeordneten Henze auf Bundestagsdrucksache 21/2876
1 521 schwere Nutzfahrzeuge, die über einen batterieelektrischen Antrieb
verfügen (N3-Klasse, über 12 t zulässiges Gesamtgewicht). Laut Tabelle FZ 13
(Bestand an Kraftfahrzeugen nach Umweltmerkmalen) des Kraftfahrt-
Bundesamtes (KBA) gab es am 1. Januar 2025 bei Lastkraftwagen mit Nutzlast
über 12 t 324 Elektro (Battery Electric Vehicle (BEV)), 14 Hybrid und 331
Sonstige. www.kba.de/DE/Statistik/Produktkatalog/produkte/Fahrzeuge/fz13_
b_uebersicht.html?nn=835828. Nach Datenstand vom 31. August 2025 sind bei
der Nationalen Leitstelle für Ladeinfrastruktur 133 Ladesäulen für
Nutzfahrzeuge mit 248 Ladepunkten und einer installierten Ladeleistung von 43 250
Kilowatt registriert (https://nationale-leitstelle.de/nutzfahrzeuge/lkwlismonitor
ing/). In seiner Antwort auf die Schriftliche Frage 90 des Abgeordneten Tarek
Al-Wazir auf Bundestagsdrucksache 21/982 erklärte der Parlamentarische
Staatssekretär Christian Hirte, dass die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur
im Rahmen der Planung des Lkw-Schnellladenetzes den Bedarf an
Ladeinfrastruktur für mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge entlang der
Bundesfernstraßen ermittelt hat. Auf dieser Grundlage wurden 351 geeignete Standorte
identifiziert, für die die Autobahn GmbH die entsprechenden Netzanschlüsse
beauftragt (siehe Standortliste auf der Seite der Leitstelle für Nutzfahrzeuge:
https://nationale-leitstelle.de/nutzfahrzeuge/).
Die Autobahn GmbH stellt auf ihrer Homepage das Forschungsprojekt ELISA
vor, dessen Daten im Juni 2025 vorliegen sollen (www.autobahn.de/planen-bau
en/projekt/e-highway ). Die Bundesregierung hat den Masterplan
Ladeinfrastruktur 2030 im Bundeskabinett beschlossen. In diesem Masterplan werden
41 Maßnahmen angekündigt, um die Ladeinfrastruktur zu verbessern. Auf der
Webseite der Bundesregierung werden unter anderem fünf maßgebliche
Handlungsfelder hervorgehoben. Eines dieser Handlungsfelder ist die Stärkung von
Nachfrage und Investitionen (www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/besch
luss-ausbau-ladenetz-2394492). Dabei führt der Masterplan aus, dass die
Bundesregierung „bereits unmittelbar nach Amtsübernahme Maßnahmen ergriffen
hat, um die Anzahl elektrischer Fahrzeuge zu steigern“ (www.bmv.de/SharedD
ocs/DE/Anlage/K/masterplan-ladeinfrastruktur-2030.pdf). Weiter wird in
Bezug auf E-Lkw ausgeführt, dass die Bundesregierung anstrebt „privates
Kapital mit Hilfe von zielgerichteten Investitionszuschüssen zu aktivieren und
damit mittel- und langfristige Folgeinvestitionen anzureizen“ (ebd.). Bis Ende
2024 lief dabei eine Richtlinie zur Förderung von schweren Nutzfahrzeugen
mit Elektroantrieb, über die laut Bericht 6 185 BEV gefördert wurden (www.b
mv.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/Klimaschutz-im-Verkehr/richtlinie-ksni.html
www.bmv.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/abschlussbericht-ksni-evaluatio
n.pdf ).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Aus welchen Fahrzeugen und Fahrzeugklassen setzt sich die Zahl der
1 521 schweren Nutzfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb über 12 t
zulässigem Gesamtgewicht, die in der Antwort der Bundesregierung auf
die Schriftliche Frage 90 auf Bundestagsdrucksache 21/982 genannt
wurde, zusammen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller, bitte nach Anzahl der
Lkw und anderen Fahrzeugtypen aufschlüsseln)?
2. Stellt die Bundesregierung Fördermittel zur Verfügung, um
dieselbetriebene Lkw zu fördern (wenn ja, bitte die Fördermittel nach Förderprojekt und
Höhe auflisten)?
3. In welcher Höhe nimmt der Bundeshaushalt auf Grundlage des
Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) Steuern von dieselbetriebenen Lkw mit
einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von 3,5 bis 11,99 Tonnen und ab
12 Tonnen ein (bitte die Einnahmen für die Jahre 2020 bis 2025
auflisten)?
4. Wer trägt die Kosten für Schäden an der Infrastruktur von
Bundesautobahnen, Bundesfernstraßen sowie Brückenbauwerken, die durch den
Betrieb von elektrischen Lkw entstehen?
5. Welche konkreten Haushaltsmittel (bitte nach Jahren bis 2030
aufschlüsseln) sind für die Umsetzung des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030
eingeplant?
6. Welche Maßnahmen, abseits des Ausbaus der Ladeinfrastruktur, hat die
Bundesregierung ggf. bereits ergriffen, um die Anzahl der E-Lkw mit
einer zGM von 3,5 bis 11,99 Tonnen und ab 12 Tonnen zu steigern, und
welche Maßnahmen plant die Bundesregierung ggf. noch?
7. Welche Strategien verfolgt die Bundesregierung ggf., um Anreize in der
deutschen Wirtschaft zu schaffen, die Anzahl der E‑Lkw mit einer zGM
von 3,5 bis 11,99 Tonnen und ab 12 Tonnen in Deutschland zu steigern?
8. Hat die Bundesregierung Zielmarken, wie viele E-Lkw mit einer zGM
von 3,5 bis 11,99 Tonnen und ab 12 Tonnen im Jahr 2045 im
Straßengüterverkehr unterwegs sein sollen, und wenn ja, wie lauten die Zielmarken?
9. Gibt es aktuell Förderprogramme für batteriebetriebene Lkw mit einer
zGM von 3,5 bis 11,99 Tonnen und ab 12 Tonnen der Bundesregierung
(wenn ja, bitte die Förderprogramme listen und die jeweils bereitgestellten
Mittel angeben)?
10. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell Förderprogramme der
Bundesländer für batteriebetriebene Lkw mit einer zGM von 3,5 bis
11,99 Tonnen und ab 12 Tonnen (wenn ja, bitte die Förderprogramme
listen und die jeweils bereitgestellten Mittel angeben)?
11. Welche Mittel werden in Deutschland nach Kenntnis der Bundesregierung
für den Bau von Ladeinfrastruktur bereitgestellt für Lkw und Pkw, und in
welcher Höhe (bitte ggf. die Förderprojekte und deren Höhe von 2020
beginnend sowie den geplanten Zuwachs bis 2030 auflisten)?
12. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung aus dem Forschungsprojekt
ELISA, E‑Highway in Schleswig-Holstein (FESH), E‑Highway Bayern,
E‑Highway Baden-Württemberg gewonnen, und wie unterscheiden sich
die Ergebnisse (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
13. In welcher Höhe hat der Gesetzgeber Haushaltsmittel für die Errichtung
und den Betrieb des Forschungsprojekts ELISA, E‑Highway in
Schleswig-Holstein (FESH), E‑Highway Bayern, E‑Highway Baden-
Württemberg bereitgestellt?
14. Gibt es darüber hinaus (vgl. Vorfragen) Forschungsprojekte wie
E‑Highway in Schleswig-Holstein (FESH), E‑Highway Bayern,
E‑Highway Baden-Württemberg (wenn ja, bitte nach Ort und Höhe der
Fördersumme und getrennt nach Förderung für die Errichtung sowie die
Förderung ab Betriebsbeginn auflisten)?
15. Was kostet der Rückbau der Forschungsprojekte ELISA, E‑Highway in
Schleswig-Holstein (FESH), E‑Highway Bayern, E‑Highway Baden-
Württemberg?
16. Was kostet die Verlegung von 1 Meter Stromkabel (Kosten für
Baumaßnahmen inklusive Kabel) an Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen,
um eine Ladesäule an nicht bewirtschafteten und bewirtschafteten
Rasthöfen installieren und mit Strom versorgen zu können?
17. Welche Zielmarke setzt die Bundesregierung an Ladeinfrastruktur für
E‑Lkw bis Ende 2026?
Berlin, den 22. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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