Zukunft des deutschen Weinbaus sichern - Rahmenbedingungen verbessern (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3044)
Text
Zukunft des deutschen Weinbaus sichern - Rahmenbedingungen verbessern (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/3044)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3717
21. Wahlperiode 20.01.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (10. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter
Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3044 –
Zukunft des deutschen Weinbaus sichern – Rahmenbedingungen verbessern
A. Problem
Der Weinbau ist aus Sicht der Antragsteller nicht nur das wirtschaftliche Rückgrat
vieler Regionen, sondern hat dort auch eine kulturelle und touristische Bedeutung.
Die Branche stehe durch sinkende Preise bei steigenden Betriebskosten sowie
durch Extremwetterereignisse wie Spätfröste unter Druck. Zudem sinke in
Deutschland die Nachfrage nach Wein. Zusätzlich verschärften preisgünstige
Importweine den Wettbewerb. Um die Zukunftsfähigkeit und den Fortbestand der
deutschen Weinbaubetriebe zu sichern, müsse ein Paket aus Fördermitteln
und -programmen, Bürokratieabbau und einer Stärkung der Rahmenbedingungen
auf den Weg gebracht werden.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Wurden nicht erörtert.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/3044 abzulehnen.
Berlin, den 14. Januar 2026
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Hermann Färber
Vorsitzender
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Bernd Schattner
Berichterstatter
Isabel Mackensen-Geis
Berichterstatterin
Harald Ebner
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Artur Auernhammer, Bernd Schattner, Isabel Mackensen-
Geis, Harald Ebner und Marcel Bauer
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 47. Sitzung am 4. Dezember 2025 den Antrag der Fraktion der AfD auf
Drucksache 21/3044 erstmals beraten und an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur
federführenden Beratung sowie zur Mitberatung an den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union
überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Mit dem vorliegenden Antrag soll festgestellt werden, dass der deutsche Weinbau aufgrund von klimatischen
Veränderungen, Wettbewerbsdruck und schlechten Rahmenbedingungen in einer einschneidenden Krise steckt.
Des Weiteren soll die Bundesregierung aufgefordert werden, Liquiditätshilfen für die Branche einzuplanen,
Investitionsförderung für Modernisierungen und nachhaltige Produktion im Weinbau zu schaffen und
Verbraucherkampagnen sowie Exportförderprogramme ins Leben zu rufen. Darüber hinaus soll sie Bürokratie für
Weinbaubetriebe abbauen, indem Antrags- und Nachweisverfahren im Rahmen der GAP vereinfacht, der Dokumentations-
und Genehmigungsaufwand verringert und Herkunfts- und Qualitätsregeln ohne Benachteiligung deutscher
Weine praxisnah gestaltet werden.
III. Stellungnahme des mitberatenden Ausschusses
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat in seiner 15. Sitzung am 14. Januar 2026
mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die
Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/3044 empfohlen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
1. Abschließende Beratung
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache
21/3044 in seiner 14. Sitzung am 14. Januar 2026 abschließend beraten.
Die Fraktion der CDU/CSU kritisierte, die Ansammlung populistischer Forderungen des vorliegenden Antrags
helfe den deutschen Weinbauern nicht. Die Branche stehe vor großen Herausforderungen und sei unter anderem
durch die hohen Zölle der Vereinigten Staaten belastet, was im Antrag nicht erwähnt werde. Darin sei ebenfalls
nicht zu finden, dass sich durch das EU-Mercosur-Abkommen neue Absatzmärkte erschlössen. Den betroffenen
Weinbauern könnten die Abgeordneten helfen, indem sie zum bewussten Genuss deutscher Weine aufriefen.
Die Fraktion der AfD stellte dar, dass nicht die deutsche Wirtschaft, sondern auch der deutsche Weinbau ruiniert
sei. Erzeuger müssten ihren Wein mittlerweile unter den Produktionskosten verkaufen. Viele Betriebe kämpften
mit existenziellen Risiken, während preisgünstige Importweine den Wettbewerbsdruck verschärften. Ohne
politisches Handeln sterbe nicht ein Wirtschaftszweig, sondern auch ein über Jahrhunderte gewachsenes regionales
kulturelles Gut. Die Stärkung der Branche sei kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche und gesellschaftliche
Notwendigkeit. Der Antrag fordere daher bessere Rahmenbedingungen für Weinbaubetriebe in Form von
Liquiditätshilfen, Investitionsförderung und Bürokratieabbau. Zudem müssten Exportprogramme und Strategien zur
Internationalisierung deutscher Weine ausgebaut werden, um die deutschen Winzer auf dem globalen Markt
konkurrenzfähig zu machen.
Die Fraktion der SPD bemerkte, dass der vorliegende Antrag die Herausforderungen für den deutschen Weinbau
nur in Teilen treffend beschreibe. Ein großes Problem sei nicht die behauptete ideologische Fehlleitung beim
Weinkonsum, sondern die Konkurrenz durch günstige ausländische Weine. Die Bundesregierung habe bereits
Maßnahmen zur Stützung der Branche in die Wege geleitet. Im Herbst 2025 sei mit den Weinbau-Verbänden eine
Informationskampagne vereinbart worden. Darüber hinaus könne die Agrar-Exportstrategie für zukünftige
Messeprogramme genutzt werden. Mit dem Geoschutz-Reformgesetz sei die Grundlage für eine Finanzierung von
Schutzgemeinschaften gelegt worden. Außerdem habe sich die Bundesregierung auf Ebene der EU bei den
Verhandlungen zum sogenannten Weinpaket für die Belange der deutschen Weinbaubetreibe eingesetzt.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bezeichnete den vorliegenden Antrag als Sammelsurium, dem nicht
zugestimmt werden könne. Es sei richtig, dass jüngere Menschen weniger Wein tränken, was aber nicht an einer
möglichen Beeinflussung liege, sondern eine individuelle Entscheidung sei. Problematischer sei, dass qualitativ
hochwertiger deutscher Wein preiswert verkauft werden müsse, um sich in Konkurrenz zu Weinen aus dem
Ausland behaupten zu können.
Die Fraktion Die Linke betonte, dass das eigentliche Problem, wie in anderen Landwirtschaftszweigen auch,
darin liege, dass Produkte nicht kostendeckend verkauft werden könnten. Die Öffnung für den globalen Markt
habe Konsequenzen. Abhilfe könne aus Sicht der Fraktion Die Linke geschaffen werden, wenn die Akteurinnen
und Akteure der Landwirtschaft nicht als reine Marktteilnehmende, sondern als Landschaftsgestaltende betrachtet
und deren Ökosystemleistung sowohl im nationalen als auch im Rahmen der EU honoriert würden. Forderungen
des Antrags muteten verwirrend an. Sie könnten als Planwirtschaft betrachtet werden, die die Fraktion der AfD
sonst regelmäßig vehement ablehne.
2. Abstimmungsergebnis
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beschloss mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dem
Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/3044 abzulehnen.
Berlin, den 14. Januar 2026
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Bernd Schattner
Berichterstatter
Isabel Mackensen-Geis
Berichterstatterin
Harald Ebner
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333]
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