Ressourcen- und Umweltbelastung durch Migration (Antwort zu Drs. 21/3220)
Text
Ressourcen- und Umweltbelastung durch Migration (Antwort zu Drs. 21/3220)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3476
21. Wahlperiode 30.12.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Ingo Hahn, Udo Theodor
Hemmelgarn, Thomas Korell, Martina Uhr und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3220 –
Ressourcen- und Umweltbelastung durch Migration
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Ressourcen- und
Umweltbelastung, insbesondere den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen, zu senken.
Gleichzeitig nimmt Deutschland seit Jahren in erheblichem Umfang
Migranten aus Staaten wie Afghanistan, Syrien und Irak auf, in denen die
durchschnittliche Ressourcen- und Umweltbelastung deutlich niedriger ist als in
Deutschland. Mit einer Übersiedlung nach Deutschland ist regelmäßig eine
Anpassung des Lebensstils an das hiesige Niveau verbunden, was zu einem
Anstieg der individuellen Ressourcen- und Umweltbelastung führt (vgl.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8489703/). Vor diesem Hintergrund
stellen sich den Fragestellern insbesondere Fragen dazu, inwieweit die
Bundesregierung diesen Umstand bei ihrer Migrationspolitik berücksichtigt,
welche Daten und Prognosen ihr hierzu vorliegen und welche Maßnahmen sie
trifft, um die durch Migration entstehenden zusätzlichen Belastungen
auszugleichen.
1. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse zur durchschnittlichen
Ressourcen- und Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch und CO2-
Emissionen) der Bevölkerung in Afghanistan, Syrien und Irak vor, wenn
ja, welche, und wie stellen sich diese Werte im Vergleich zur Bevölkerung
in Deutschland dar (bitte nach absoluten Werten und pro Kopf, Zeitreihe
seit 2015, getrennt nach Energieverbrauch, CO2-Emissionen und weiteren
Ressourcenkennziffern angeben)?
Der Bundesregierung liegen hierzu keine Erkenntnisse vor, die über öffentlich
zugängliche Informationen hinausgehen.
2. Berücksichtigt die Bundesregierung bei ihrer Migrationspolitik, dass
Migration aus Staaten mit vergleichsweise niedriger durchschnittlicher
Ressourcen- und Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch und
CO2-Emissionen) wie etwa Afghanistan, Syrien oder Irak nach
Deutschland zu einem Anstieg derselben führt, und wenn ja, inwieweit (bitte ange-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz,
Naturschutz und nukleare Sicherheit vom 29. Dezember 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
ben, ob und ggf. wie dieser Aspekt in die Entscheidungsgrundlagen der
Bundesregierung einfließt), und wenn nein, warum nicht?
Nein.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
3. Hat sich die Bundesregierung zu internationalen Studien, die einen
deutlichen Anstieg der Ressourcen- und Umweltbelastung (einschließlich
Energieverbrauch und CO2-Emissionen) nach Migration in wohlhabendere
Staaten feststellen (z. B. PLOS ONE, „International migration is
associated with an increase in global CO2 emissions“, https://pmc.ncbi.nlm.nih.go
v/articles/PMC8489703/) eine eigene Auffassung erarbeitet, und wenn ja,
wie lautet diese?
Die Arbeit der Bundesregierung fußt insbesondere in der Klimapolitik auf
fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die oben angeführte Studie ist
der Bundesregierung bekannt. Die Migrationspolitik wird im Kontext von
gesamtgesellschaftlichen Erwägungen und europäischen und internationalen
Bedingungen gestaltet.
4. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf. oder plant sie zu
ergreifen, um die durch Migration entstehende zusätzliche Ressourcen-
und Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch und CO2-
Emissionen) zu verhindern oder auszugleichen (bitte die jeweils geplanten
Maßnahmen, Zuständigkeiten und Zielwerte angeben)?
Die Bundesregierung plant keine derartigen Maßnahmen.
5. Welche Prognosen liegen der Bundesregierung ggf. für die Entwicklung
der Ressourcen- und Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch
und CO2-Emissionen) in Deutschland durch Migration in den kommenden
Jahren vor (bitte nach konkreten Nettozuwanderungsszenarien von z. B.
200 000, 400 000 und 600 000 Personen jährlich sowie für die
Zeithorizonte 2030, 2035 und 2040 differenzieren)?
Der Bundesregierung liegen diesbezüglich keine Prognosen vor.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
6. Plant die Bundesregierung eine systematische Erfassung der Ressourcen-
und Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch und CO2-
Emissionen) im Zusammenhang mit Migration, und wenn ja, in welcher Form
(bitte konkret zu den vorgesehenen Indikatoren, Datenquellen,
Zuständigkeiten und Erhebungsrhythmen ausführen), und wenn nein, warum nicht?
Nein.
Es wird auf die Antwort zu Frage 2 verwiesen.
7. Wie bewertet die Bundesregierung den Einfluss der durch Migration
bedingten Entwicklung der gesamtgesellschaftlichen Ressourcen- und
Umweltbelastung (einschließlich Energieverbrauch und CO2-Emissionen) in
Deutschland?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.
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ISSN 0722-8333]
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