Sachstand zur Langzeitarbeitslosigkeit
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Sachstand zur Langzeitarbeitslosigkeit
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3131
21. Wahlperiode 04.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Feser, René Springer, Peter Bohnhof, Robert Teske, Lukas
Rehm, Carsten Becker und der Fraktion der AfD
Sachstand zur Langzeitarbeitslosigkeit
Laut Statista betrug der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen in
Deutschland im Jahr 2024 durchschnittlich rund 34,9 Prozent. Ferner waren im
Jahr 2024 durchschnittlich rund 2,79 Millionen Personen arbeitslos gemeldet
und davon durchschnittlich ca. 972 000 als Langzeitarbeitslose registriert (vgl.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/17425/umfrage/anteil-der-langzeita
rbeitslosen-in-deutschland/). „Als Langzeitarbeitslose werden Menschen
bezeichnet, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind. Die Bundesagentur für Arbeit
definiert dabei Arbeitslosigkeit wie folgt: ,Arbeitslos ist, wer keine
Beschäftigung hat (weniger als 15 Wochenstunden), Arbeit sucht, dem Arbeitsmarkt zur
Verfügung steht und bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der
Grundsicherung arbeitslos gemeldet ist‘“ (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/
666199/umfrage/anzahl-der-langzeitarbeitslosen-in-deutschland/).
Die Persistenz von Arbeitslosigkeit ist ein gravierendes sozialpolitisches
Problem und eine der größten Herausforderungen für den Arbeitsmarkt
hierzulande. Langzeitarbeitslosigkeit betrifft vor allem Ältere und Geringqualifizierte
(vgl. www.bertelsmann-stiftung.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilu
ng/pid/problem-trotz-guter-konjunktur-langzeitarbeitslosigkeit-belastet-
aeltereund-geringqualifizierte). Zudem belastet sie die Sozialsysteme finanziell,
schwächt den Arbeitsmarkt und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität und
Perspektiven der Betroffenen aus.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von langzeitarbeitslosen
Männern und Frauen in Deutschland in den letzten zehn Jahren entwickelt
(bitte die absoluten und relativen Zahlen jeweils getrennt nach Geschlecht
ausweisen)?
2. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von langzeitarbeitslosen
Ausländern in den letzten zehn Jahren in Deutschland entwickelt (bitte jeweils
die absoluten und relativen Zahlen sowie unterschieden nach Männern
und Frauen, EU-Ausländern, Drittstaatlern und Top-8-
Asylherkunftsländern ausweisen)?
3. Wie hoch sind aktuell die jährlichen Gesamtausgaben des Bundes und der
Länder für Langzeitarbeitslose mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit im
Vergleich zu deutschen Langzeitarbeitslosen (bitte die absoluten Zahlen
und prozentualen Anteile letzter Stand ausweisen)?
4. Wie verteilen sich die Langzeitarbeitslosen aktuell nach Altersgruppen
und Migrationshintergrund (bitte die absoluten und relativen Zahlen
letzter Stand ausweisen)?
5. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die seitens der zuständigen
Integrationsfachkraft ein Angebot zur Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen
Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B.
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der
beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen,
Förderung Selbstständigkeit usw., erhalten haben (bitte jeweils die absoluten
und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?
6. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die erfolgreich an einer
arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw. Reintegration, wie z. B.
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, Maßnahmen
der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung schaffende Maßnahmen,
Förderung Selbstständigkeit usw., teilgenommen haben (bitte jeweils die
absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?
7. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die nach erfolgreicher Teilnahme an einer
arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw.
Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen
Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung
schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., in eine
Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten (bitte
jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
8. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen mit
Migrationshintergrund in den letzten zehn Jahre entwickelt, die seitens der
zuständigen Integrationsfachkraft kein Angebot zur Teilnahme an einer
arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen Integration bzw.
Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen
Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, Beschäftigung
schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw., erhalten haben (bitte
jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen insgesamt jahresweise
aufschlüsseln)?
9. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen mit
Migrationshintergrund in den letzten zehn Jahre entwickelt, die trotz
Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme zur beruflichen
Integration bzw. Reintegration, wie z. B. Maßnahmen zur Aktivierung und
beruflichen Eingliederung, Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung,
Beschäftigung schaffende Maßnahmen, Förderung Selbstständigkeit usw.,
innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Maßnahme wiederholt
arbeitslos waren (bitte jeweils die absoluten und prozentualen Zahlen
insgesamt jahresweise aufschlüsseln)?
10. Wie hoch sind aktuell die Gesamtkosten von arbeitsmarktpolitischen
Maßnahmen für Langzeitarbeitslose
a) im Durchschnitt pro Maßnahme,
b) im Durchschnitt pro Maßnahmenteilnehmer
(bitte jeweils die absoluten Zahlen sowie die derzeitigen Gesamtausgaben
für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Langzeitarbeitslose
ausweisen)?
11. Wie hoch sind aktuell die Gesamtkosten arbeitsmarktpolitischer
Maßnahmen für Langzeitarbeitslose ohne bisherige Berufsausbildung
a) im Durchschnitt pro Maßnahme,
b) im Durchschnitt pro Maßnahmenteilnehmer
(bitte jeweils die absoluten Zahlen sowie die derzeitigen Gesamtausgaben
aller arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose ohne
bisherige Berufsausbildung ausweisen)?
12. Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen,
die speziell an einer Maßnahme der beruflichen Qualifizierung bzw.
Erstqualifizierung teilnehmen (bitte die absoluten und relativen Zahlen sowie
die durchschnittlichen Kosten pro Maßnahme sowie pro
Maßnahmenteilnehmer ausweisen)?
13. Wie hoch sind die jährlichen Gesamtkosten für staatliche Leistungen an
Langzeitarbeitslose einschließlich Wohnkosten, Krankenversicherung,
Integrationsmaßnahmen usw. (bitte die absoluten und relativen Zahlen
ausweisen)?
14. Wie viele Kinder leben aktuell in Haushalten von und mit
Langzeitarbeitslosen, und wie hoch ist deren Anteil an allen Kindern im Leistungsbereich
des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II; bitte die absoluten und
relativen Zahlen letzter Stand ausweisen sowie differenziert nach
Lebensalter der Kinder aufschlüsseln)?
15. Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen
hierzulande, die
a) über keinen Schulabschluss verfügen,
b) über keinen Berufsabschluss verfügen
(bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?
16. Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen,
die über einen akademischen Abschluss sowie nachweislich eine
berufliche Qualifikation auf dem Anforderungsniveau Spezialist und Experte
verfügen (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand
ausweisen)?
17. Wie hoch sind aktuell die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen,
die über eine Berufsqualifikation bzw. einen Berufsabschluss in einem
Mangelberuf gemäß Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit
verfügen (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand ausweisen)?
18. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil an Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die seitens der zuständigen
Integrationsfachkraft in eine Arbeitsstelle bzw. Beschäftigung in einen Mangelberuf
gemäß Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit vermittelt werden
konnten (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?
19. Wie haben sich die Vermittlungsquoten von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, und wie lange dauert im Durchschnitt die
Vermittlung eines Langzeitarbeitslosen (seitens der öffentlichen
Arbeitsverwaltung) in den ersten Arbeitsmarkt (bitte jeweils die absoluten und
relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
20. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
selbstständig oder freiberuflich tätig waren (bitte die absoluten und relativen
Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
21. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in der
öffentlichen Verwaltung bzw. dem Staatsdienst tätig waren (bitte die
absoluten und relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
22. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die in ein Beschäftigungsverhältnis in der
Bundesagentur für Arbeit bzw. in Jobcentern sowie im Bereich des
öffentlichen Dienstes vermittelt werden konnten (bitte die absoluten und
relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
23. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die in ein Beschäftigungsverhältnis bzw.
ein Dienstverhältnis im Bereich der Bundeswehr vermittelt werden
konnten (bitte die absoluten und relativen Zahlen jeweils für den Bereich
militärisches und ziviles Personal separat jahresweise aufschlüsseln)?
24. Wie viele Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote haben Langzeitarbeitslose
im Jahr 2024 seitens der Bundesagentur für Arbeit bzw. der Jobcenter im
Durchschnitt erhalten (bitte die Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote pro
Langzeitarbeitslosem sowie die Gesamtzahl aller ausgehändigten
Vermittlungs- bzw. Arbeitsangebote im Jahr 2024 ausweisen)?
25. Wie haben sich die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen in den
letzten zehn Jahren entwickelt, die über einen Grad der Behinderung 50
(GdB 50) verfügen (bitte die absoluten und relativen Zahlen jahresweise
sowie unterschieden nach körperlicher und psychischer Diagnose bzw.
Beeinträchtigung aufschlüsseln)?
26. In welchen Regionen bzw. Bundesländern ist Langzeitarbeitslosigkeit
besonders verbreitet (bitte die absoluten und relativen Zahlen letzter Stand
ausweisen)?
27. Wie hoch sind die Anzahl und der Anteil von Langzeitarbeitslosen, die
aktuell länger als zwei, fünf oder zehn Jahre ohne Beschäftigung sind
(bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen ausweisen)?
28. Wie haben sich die fiskalischen Folgekosten der Langzeitarbeitslosigkeit
(z. B. durch Sozialtransfers, Rentenausfälle etc.) in den letzten zehn
Jahren entwickelt (bitte jeweils die absoluten und relativen Zahlen
ausweisen)?
29. Wie haben sich die Kosten zur Gesundheitsversorgung von
Langzeitarbeitslosen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte die absoluten und
relativen Zahlen jahresweise aufschlüsseln)?
30. Wie werden sich die öffentlichen Ausgaben bzw. die finanziellen
Aufwendungen des Bundes zur Versorgung von Langzeitarbeitslosen innerhalb
der laufenden Legislaturperiode nach Einschätzung bzw. Kalkulation der
Bundesregierung entwickeln?
31. Wie oft waren in den letzten zehn Jahren Langzeitarbeitslose von
Sanktionen bzw. Leistungsminderungen betroffen, und wie groß ist deren Anteil
an allen von Sanktionen bzw. Leistungsminderungen betroffenen
Arbeitslosen (bitte jeweils die absoluten Fallzahlen sowie den prozentualen
Anteil jahresweise aufschlüsseln)?
32. In welchem Umfang und mittels welcher Maßnahmen und
Förderinstrumente können nach Einschätzung der Bundesregierung
Langzeitarbeitslose in aktuell offene Arbeitsstellen hierzulande vermittelt werden?
33. Plant die Bundesregierung Maßnahmen zur Steigerung der
Aktivierungsquoten von Langzeitarbeitslosen, wenn ja, welche sind das, und wenn
nein, warum nicht?
Berlin, den 3. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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