Erhalt von Ackerstatus landwirtschaftlicher Flächen
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Erhalt von Ackerstatus landwirtschaftlicher Flächen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2659
21. Wahlperiode 06.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Julian Schmidt, Stephan Protschka, Peter Felser, Danny
Meiners, Christian Reck, Bernd Schattner, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos,
Olaf Hilmer, Steffen Janich, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan
Schröder und der Fraktion der AfD
Erhalt von Ackerstatus landwirtschaftlicher Flächen
Ergänzend zur Weidewirtschaft wird in vielen landwirtschaftlichen
Familienbetrieben mit Nutztierhaltung zur Unterstützung Ackerfutterbau betrieben. Hierzu
werden auch mehrjährige Futtergräser und Leguminosen angebaut. Besteht
diese Pflanzengesellschaft auf dem Acker aber länger als fünf Jahre, verliert
dieser Acker seinen Ackerstatus und wird als Dauergrünland eingestuft.
Diese Statusänderung ist mit erheblichen Wertverlusten der Fläche verbunden.
Durch den diesbezüglichen Preisverfall sind die Landwirte gezwungen, die
mehrjährigen Ackerfutterflächen nach fünf Jahren umzubrechen, um den
Ackerstatus zu erhalten, obwohl sie hoch ertragreich sein können. Danach wird
wieder Ackerfutter auf den gleichen Flächen angebaut, welches mit hohem
Aufwand und z. T. ökologischen Nachteilen sowie hohem Energieverbrauch
verbunden ist (www.topagrar.com/betriebsleitung/news/acker-wird-zu-grunlan
d-wann-darf-ich-umbrechen-b-20009498.html).
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs müssen Landwirte, die
Grünlandwirtschaft auf als Ackerflächen gepachteten Flächen betreiben, nach spätestens
fünf Jahren den Zustand des Ackerlandes wieder herstellen, damit es nicht zu
Schadensersatzansprüchen kommt (https://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/re
chtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=78609).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wieviel ha Ackerfutterbau wurden in Deutschland zwischen 2020 und
2024 nach Kenntnis der Bunderegierung mit Grasmischungen bzw. einer
mehrjährigen Pflanzengesellschaft (Futtergräser und Leguminosen)
bestellt?
2. Wie verteilen sich diese Grünlandflächen mit Ackerstatus nach Wissen der
Bunderegierung in den jeweiligen Bundesländern (bitte in ha angeben)?
3. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse darüber vor, welche Kosten für
die Neuansaat von Ackerflächen mit mehrjährigen Ackerfutterpflanzen
nach den genannten fünf Jahren für einen Landwirt entstehen?
4. Welche ökologischen Nachteile entstehen nach Kenntnis der
Bundesregierung ggf. durch den erzwungenen Umbruch von Ackerflächen mit
mehrjährigen Futterpflanzen alle fünf Jahre?
5. Welche Nachteile bezüglich der Emission von CO2 entstehen nach Wissen
der Bundesregierung ggf. durch den erzwungenen Umbruch von
Ackerflächen mit mehrjährigen Futterpflanzen alle fünf Jahre?
6. Welche ökonomischen Nachteile entstehen nach Wissen der
Bundesregierung durch den erzwungenen Umbruch von Ackerflächen mit
mehrjährigen Futterpflanzen alle fünf Jahre?
7. Welche Maßnahmen sieht die Bundesregierung zur Verbesserung des
Ackerfutterbaus ggf. vor, um die ökologischen, ökonomischen und
klimapolitischen Nachteile dieses erzwungenen Grünlandumbruches alle fünf
Jahre zu verringern?
8. Welchen wirtschaftlichen, ökologischen oder klimapolitischen Nutzen
bzw. welche Vorteile kann die Bundesregierung bei dem erzwungenen
Grünlandumbruch auf Ackerflächen alle fünf Jahre ggf. erkennen?
9. Wird sich die Bundesregierung für eine Änderung der EU-Verordnung
zum Grünlandschutz einsetzen, um diese GLÖZ (guter
landwirtschaftlicher und ökologischer Zustand)-2- und GLÖZ-6-Regelungen
praxisrelevant anpassen zu können (www.topagrar.com/acker/news/deutschland-fu
r-unzureichenden-grunlandschutz-verurteilt-20008823.html)?
10. Wird sich die Bunderegierung im Rahmen der neuen GAP (Gemeinsame
Agrarpolitik)-Reformverhandlungen dafür einsetzen, dass Mitgliedstaaten
über die diesbezüglichen Vorschriften zum Erhalt des Dauergrünlandes
mit Stichtagsregelung im Rahmen der Konditionalität selbst bestimmen
dürfen (www.topagrar.com/management-und-politik/news/agrarokonom-l
akner-wir-setzen-den-erfolg-der-gap-aufs-spiel-a-20018585.html)?
11. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung ggf., die Anreize,
potenzielles Dauergrünland vor Ablauf der Fünfjahresfrist umzupflügen, zu
verringern?
12. Beabsichtigt die Bundesregierung, Landwirte zu unterstützen, die
aufgrund der bestehenden Regelung regelmäßig ihre Ackerfutter- bzw.
Ackerweideflächen umbrechen und neu einsäen müssen?
13. Welche Vorschläge zum Bürokratieabbau favorisiert die Bundesregierung
in den Trilogverhandlungen bei den Neuen Grünlandregeln (www.topagra
r.com/management-und-politik/news/neue-grunlandregeln-bremsen-die-e
u-lander-20019145.html)?
14. Unterstützt die Bundesregierung die Forderung der EU-Parlamentarier,
weniger Regeln in der GAP für alle Landwirte, die in NATURA-2000-
Gebieten wirtschaften, aufzulegen (www.topagrar.com/management-
undpolitik/news/neue-grunlandregeln-bremsen-die-eu-lander-2001914
5.html)?
15. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag der EU-Kommission
bezüglich neuer Grünlandregeln, die Umbruchfristen von fünf auf sieben
Jahre zu erhöhen (www.topagrar.com/management-und-politik/news/neu
e-grunlandregeln-bremsen-die-eu-lander-20019145.html)?
16. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag des EU-Parlaments,
eine Stichtagsregel, bei der alle Flächen, die zum 1. Januar 2023 den
Ackerstatus hatten, diesen unabhängig von der landwirtschaftlichen
Nutzung behalten, einzusetzen (www.topagrar.com/management-und-politik/
news/neue-grunlandregeln-bremsen-die-eu-lander-20019145.html)?
Berlin, den 5. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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