Unbeantwortete Fragen bezüglich der Zuständigkeit und Verantwortung von Projekten des Geoengineering
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Unbeantwortete Fragen bezüglich der Zuständigkeit und Verantwortung von Projekten des Geoengineering
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2083
21. Wahlperiode 08.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann, Dr. Christoph
Birghan, Dr. Ingo Hahn, Adam Balten, Sven Wendorf, René Bochmann und
der Fraktion der AfD
Unbeantwortete Fragen bezüglich der Zuständigkeit und Verantwortung von
Projekten des Geoengineering
Die Fragesteller würden gern die Relation zwischen Bundesregierung und dem
EU-Forschungsrahmenprogramm, insbesondere dem Projekt Horizont Europa,
erfragen, um eine Klärung zu folgenden Fragen bzw. Punkten herbeizuführen,
welche unten stehend aufgelistet sind (vgl. www.horizont-europa.de/). Diese
betreffen sowohl die Förderstruktur als auch potenzielle Risiken und die
diesbezügliche Verantwortlichkeit.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Unterstützt das Forschungsrahmenprogramm gezielt Maßnahmen der
Wissenschaftskommunikation, denn laut Richtlinien des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind Kosten für
dialogorientierte Kommunikation und die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte an
die Öffentlichkeit förderfähig, und Zuwendungsempfänger werden
angehalten, entsprechende Konzepte vorzulegen, wenn ja, gilt dies auch für
Projekte unter Horizont Europa, und wie wird dies in der Praxis
umgesetzt?
2. Welche Rolle spielt die Bundesregierung bei der Bewilligung von
Fördermitteln im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms, und liegt es
nach Auffassung der Bundesregierung nahe, dass die Europäische
Kommission die Förderentscheidungen trifft, während nationale Stellen wie
das BMFTR (Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt) oder der DLR Projektträger beratend tätig sind, z. B. über nationale
Kontaktstellen?
3. Kann die Bundesregierung bestätigen und erläutern, wie sie diesbezüglich
(vgl. Frage 2) ggf. Einfluss nimmt, etwa durch strategische
Prioritätensetzung, und wenn ja, wer kommuniziert diese Prioritäten auf wessen Geheiß
in welche Gremien durch wen?
4. Besteht die Möglichkeit, trotz fehlenden Vetorechts, dass die
Bundesregierung Einschätzungen oder Stellungnahmen zu Projekten abgibt,
insbesondere wenn diese Reallabore in Deutschland betreffen?
5. Gibt es Mechanismen, durch die die Bundesregierung potenzielle Risiken
oder Chancen solcher Projekte bewertet (vgl. Frage 4)?
6. Wie beurteilt die Bundesregierung die Sicherheitslage in Deutschland im
Hinblick auf die Forschung zu Carbon Dioxide Removal (CDR) und Solar
Radiation Management (SRM) – schließlich bergen diese Technologien
potenziell weitreichende ökologische und gesellschaftliche Risiken?
7. Gibt es spezifische Sicherheitsvorkehrungen oder Regularien, die für
solche Projekte (vgl. Frage 6) in Deutschland gelten, insbesondere im
Rahmen von EU-geförderten Reallaboren?
8. Wer trägt nach Kenntnis der Bundesregierung die Haftung in den
betroffenen Ländern im hypothetischen Fall einer wissenschaftsinduzierten
Katastrophe in der Folge eines EU-Forschungsprojekts, und liegt die
Verantwortung bei der EU, den nationalen Behörden (z. B. Deutschland, wenn
betroffen) oder den durchführenden Institutionen?
9. Welche völkerrechtlichen Konsequenzen könnten nach Auffassung der
Bundesregierung sich aus weitreichenden Eingriffen in natürliche
Prozesse ergeben, etwa durch großskalige Geoengineering-Projekte (vgl.
Frage 8), und gibt es hierzu bereits rechtliche Rahmenbedingungen oder
Diskussionen auf EU- oder internationaler Ebene?
10. Ist geplant, EU-Forschungsprojekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse in
die Anwendung bringen, durch Reallabore in Deutschland zu
unterstützen?
Berlin, den 6. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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