Sicherheitsbedrohung durch Geoengineering prüfen
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Sicherheitsbedrohung durch Geoengineering prüfen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2552
21. Wahlperiode 04.11.2025
Antrag
der Abgeordneten Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufman, Adam Balten,
Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder,
Sergej Minich, Robin Jünger, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller, Alexander Arpaschi, Carolin Bachmann, Carsten
Becker, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, Erhard Brucker, Thomas Dietz,
Tobias Ebenberger, Udo Theodor Hemmelgarn, Nicole Hess, Karsten Hilse,
Steffen Janich, Rocco Kever, Kurt Kleinschmidt, Heinrich Koch, Achim
Köhler, Jörn König, Reinhard Mixl, Edgar Naujok, Bernd Schattner, Lars
Schieske, Manfred Schiller, Jan Wenzel Schmidt, Georg Schroeter, Bernd
Schuhmann, Martina Uhr, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD
Sicherheitsbedrohung durch Geoengineering prüfen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Im Rahmen einer Methode des Geoengineering werden Sulfate, d. h. für den Menschen
giftige Stoffe, in die Stratosphäre eingebracht, begründet wird dies mit der
sogenannten Klimarettung. Dass Geoengineering auch aufgrund eines deutlich anderen
Anlasses gebraucht wird bzw. gebraucht werden kann, zeigte das Projekt „Blue Sky“ in
China, indem die Wolken an dem Tag des Kommunistischen Parteitags in Peking im
Jahre 2021 künstlich durch Geoengineering Tage zuvor erschaffen wurden und diese
dann zum Abregnen gebracht worden sind, damit an dem besagten Tag der Himmel
wolkenlos und strahlend blau sei.1 Ähnliche Methoden gab es bereits bei der
Olympiade in China im Jahre 2008.2 Aber nicht nur im entfernten China werden solche
Methoden bereits angewandt, sondern auch in Großbritannien werden von der Advanced
Research and Invention Agency (ARIA) solche Projekte gezielt finanziert.3 Dabei gab
es im 18. Bundestag einen eigenständigen diesbezüglichen Bericht der
Technikfolgenabschätzung des Bundestages (TAB-Bericht), welcher verschiedene
Argumentationsmuster innerhalb des Berichts vorstellte und Chancen und Risken abwägte. Auf die
berühmte Argumentation, nämlich, dass die Methode des Geoengineering als die letzte
wirksame Waffe gegen den angeblich menschengemachten Klimawandel zu verstehen
ist, und dass es nahezu egal wäre, welche Folgen und Konsequenzen diese Methoden
1 Vgl. www.diepresse.com/18209045/geoengineering-wer-darf-die-erde-kuenstlich-kuehlen, Stand:
05.06.2025)
2 Vgl. www.meine-news.de/miltenberg/c-politik/geo-engineering-wie-weit-ist-die-technologie_a155522,
Stand: 5.06.2025
3 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, (Stand: 2.06.2025)
im Einzelnen hätten, da sich angeblich die Gefahren des Klimawandels für den
Menschen als eindeutig riskanter entpuppen würden, antwortete der TAB-Bericht
folgendermaßen:
„Darüber hinaus ist eine genaue Spezifikation auch deshalb notwendig, um anhand
von Klimamodellierungen oder empirischen Methoden überhaupt belegen zu können,
dass eine RM-Intervention (bzw. deren Folgen) gegenüber den Gegebenheiten einer
Klimakatastrophe tatsächlich das kleinere Übel darstellt. Zum anderen stellt sich
angesichts der Schwierigkeiten, nichtlineare Klimaeffekte wie das Überschreiten eines
Kipppunktes zu modellieren bzw. überhaupt vorhersagen zu können, zumindest aus
der heutigen Perspektive die prinzipielle Frage, ob eine bevorstehende
Klimakatastrophe rechtzeitig antizipiert werden könnte, um sie durch eine RM-Intervention noch
verhindern zu können.“4
Dennoch werden diese Praktiken, Mittel und Methoden wie oben beschrieben
eingesetzt. Es verwundert die Antragsteller durchaus, dass man in einem TAB-Bericht vor
etwas über zehn Jahren sich noch fragte, ob denn der Schaden dieser Methoden
überhaupt abschätzbar sei und nun sich das politische Klima diesbezüglich stark änderte.
Die „Tagesschau“ berichtete neulich gleich in zwei Artikel über das besagte
Geoengineering. Zwar hieße es noch in einem Artikel: „Die damit verbundenen Risiken sind
sehr hoch.“5 In einen anderen Artikel wird jedoch die Physikerin Wieners
folgenderweise zitiert:
„Und sogar die Physikerin Wieners, die selbst an der SAI-Technologie forscht, ist
skeptisch. ‚Ich würde diese Forschung auch nicht machen, wenn wir nicht schon ein
Riesenproblem hätten‘, sagt sie. Es sei bizarr, dass wir überhaupt an diesem Punkt
gelandet sind, ‚wo wir so eine Schweinerei ernstlich überlegen.‘“6
Es scheint so, als hätte sich das Interesse an dem Einsatz dieser Methoden stark
vergrößert, da nun von Seiten mancher Akteure die Argumentation des „ernstlich
überlegen“ bis zu einer Argumentation des „Es gibt ja keine Wahl“ mittlerweile laut zu
vernehmen sind. Dadurch entsteht eine neue politische Situation, die politisch neu
einzuschätzen ist und dem Bundestag die nächstmöglichen konkreten Schritte
vorzuschlagen sind. Dies sind die Ziele und Aufgaben dieses Antrags.
Es sind zwei Oberbegriffe von Methoden zu unterscheiden.7 Einmal das sogenannte
Greenhouse Gas Removal (GGR) oder im Sinne der Limitierung auf CO2 – als Carbon
Dioxide Removal (CDR) und zum anderen das sogenannte SRM (Solar Radiation
Management). Dabei ist zu erwähnen, dass in Großbritannien die eindeutig gefährlichere
Variante, nämlich SRM, nicht nur erforscht, sondern schon mit dieser Methode bereits
experimentiert wird.8 Obwohl es mehrere Warnungen vor unvorhersehbaren Folgen
wie z. B. in Harvard gegeben hat und ein diesbezügliches Projekt der University of
Harvard abgebrochen worden ist9, ist die University of Cambridge für solches
Experimentieren offen10, zumindest der Direktor des Centre for Climate Repair bezeichnete
das SRM-Experimentieren als „ein[en] bedeutende[n] Meilenstein“. Auch der Vize-
4 Vgl. Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss)
gemäß § 56a der Geschäftsordnung Technikfolgenabschätzung (TA) Climate Engineering – Drucksache
18/2121, S. 158
5 Vgl. www.tagesschau.de/wetter/wetterthema/geoengineering-100.html, Stand: 29.08.2025
6 www.tagesschau.de/wissen/klima/sonne-verdunkeln-100.html
7 Vgl. www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/internationale-klimapolitik/geoengineering#--2,
Stand: 06.06.2025.
8 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html (Stand: 2.06.2025)
9 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html (Stand: 2.06.2025)
10 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html (Stand: 2.06.2025)
rektor der gesamten University of Cambridge, Hugh Hunt, positioniert sich für ein
Inkaufnehmen solcher Risiken, da die „[…] Risiken des Nichtstuns […] [weit] größer
sind.“11
Es zeigt sich, dass beide Methoden, sowohl das besagte CDR als auch das noch
eindeutig gefährlichere SRM, gefährliche Eingriffe in die Biodiversität sind, da die
Konsequenten bei Weitem noch nicht final erforscht sind.
Die AfD-Bundestagsfraktion warnt vor solchen Eingriffen und Experimenten, welche
für die Menschheit große Risiken sowie unabsehbare Folgen und Konsequenzen
bedeuten. Neben der sogenannten Ozeandüngung gibt es die Methode der „Manipulation
mariner Schichtung“, wodurch für Meeresorganismen hierbei ein stark erhöhtes Risiko
besteht und somit in der Folge auch für uns Menschen eine höchst gefährliche
Entwicklung z. B. aufgrund der Fischerei et cetera.
Die zweite Art des Geoengineering wird als SRM bezeichnet und stellt noch eine viel
größere Gefahr als das schon bisher erwähnte CDR dar.
Das Umweltbundesamt schreibt bzw. definiert das Ziel und die Umsetzung des SRM
folgenderweise:
„Ziel solcher Ansätze ist es, die auf die Erde eintreffende Sonneneinstrahlung zu
verringern und damit die globale Durchschnittstemperatur zu reduzieren. Dazu gehören
Vorschläge wie die Installation von Spiegeln im Weltraum oder die Erhöhung der
Rückstrahlung des Sonnenlichts (Albedo) durch die Aufhellung von Siedlungen (z. B.
Weißen von Dächern). Der am häufigsten diskutierte Ansatz in der Literatur ist die
Ausbringung von Gasen mit Schwebeteilchen (Aerosolen) in der Stratosphäre, um das
Sonnenlicht zu streuen und damit eine geringere Sonneneinstrahlung an der
Erdoberfläche zu bewirken.“12
Oder anders formuliert: Solares Geoengineering selbst ist sehr unterschiedlich bzw.
besteht aus unterschiedlichen Submethoden, einer dieser Methoden ist das Injizieren
einer großen Menge an Schwefelpartikeln in die besagte Stratosphäre, um dadurch eine
Art Barriere gegen das Sonnenlicht zu erzeugen (diese nennt man die „stratosphärische
Aerosol-Injektion“13).14 Eine andere Methode ist das Injizieren von Salzwasser in
Meereswolken (dies wird „marine Wolkenaufhellung“ genannt).
Die Methoden des SRM werden auch heute aktuell von vielen Gremien scharf
kritisiert, typische weitere SRM-Methoden sind z. B. die „Marine Wolkenbildung“, die
schon besagte „Stratosphärenbeeinflussung“, „Installation im erdnahen Weltraum“
und die „Installation im erdfernen Weltraum“.15
Seltsamerweise antwortete die Bundesregierung der 19. Wahlperiode des Deutschen
Bundestages auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion (Erstunterzeichner
Nicole Höchst), dass diese wortwörtlich „keine gesetzliche Regulierung weiterer
Verfahren zur Beeinflussung des Wetters oder des Klimas [plant].“16
Des Weiteren bestätigte auch die Bundesregierung der 21. Wahlperiode diesen Kurs
innerhalb einer Schriftlichen Frage der Abgeordneten Nicole Höchst:
„Die Bundesregierung plant nicht, Entwicklungs- und Forschungsarbeiten zu SRM zu
unterstützen.“17
11 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, Stand: 06.06.2025.
12 Vgl. www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltrecht/
umweltvoelkerrecht/geoengineering-governance#was-ist-geoengineering, Stand: 06.05.2025
13 Vgl. www.boell.de/de/2025/01/17/solares-geoengineering-verbieten, Stand: 30.05.2025
14 Vgl. www.boell.de/de/2025/01/17/solares-geoengineering-verbieten, Stand: 30.05.2025
15 Vgl. www.bundeswehr.de/resource/blob/140534/0e09f412cb61da2bef8e5279772c31e3/geo-data.pdf, S. 18,
Stand: 07.05.2025.
16 Drucksache 19/20183 – S. 4.
17 Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 124 auf Bundestagsdrucksache 21/396
Jedoch ist dies nicht das Ende der Antwort auf die Schriftliche Frage der Abgeordneten
Nicole Höchst. Die aktuelle Bundesregierung fährt folgenderweise fort:
„Gleichwohl analysiert und bewertet sie im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip die
Risiken und Implikationen von SRM. Es konnten folgende, aus dem Bundeshaushalt oder
durch deutsche Einrichtungen mit öffentlicher Förderung finanzierte,
Forschungsvorhaben im Zeitraum 2017 bis 2025 identifiziert werden, die SRM als Thema haben:
• „Geoengineering: Mögliche Synergien und Konflikte mit den Sustainable
Development Goals“ (Projektzeitraum: 2022 bis 2024; Copernicus Institute of Sustainable
Development und Universität Utrecht).
• „Action4Cooling”: ESA-finanziertes Projekt der DLR, National Observatory of
Athens (NOA ReACT) und der Universität Leipzig.
• Im Schwerpunktprogramm (SPP) 1689 der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) zu „Climate Engineering“ befassten sich in der Zeit von 2016 bis 2019 neun
Vorhaben unter anderem mit den Risiken und Nebenwirkungen von SRM […]“18
Des Weiteren gibt es ein Projekt namens GENIE und Co-Create, innerhalb des
generellen EU-Förderprojektes Horizon, welches durch den Europäischen Forschungsrat
(ERC) gefördert wird. Interessant ist, dass sich die Bundesregierung auf folgende
Nachfrage (Schriftliche Frage 146 der Abgeordneten Nicole Höchst auf
Bundestagsdrucksache 21/469), wie folgt, äußerte:
Frage: „Wie positioniert sich die Bundesregierung zur Anwendung von SRM-
Methoden des Geoengineering zur Klimarettung, vor dem Hintergrund, dass die Heinrich-
Böll-Stiftung sich eindeutig gegen diese Methodik des Geoengineering positionierte
und von ‚irreparablen Schäden‘ sprach (vgl. www.boell.de/de/2020/12/08/
geoengineering-ist-der-falsche-weg, Stand: 30. Mai 2025), und ist die Bundesregierung mit der
Förderung von Projekten wie GENIE innerhalb des Horizon Projektes der
Europäischen Union dennoch einverstanden?“ Die Antwort: „Wie die Bundesregierung in
ihrer Klimaaußenpolitik-Strategie festgehalten hat, kommt aufgrund der bestehenden
Unsicherheiten, Implikationen und Risiken Solar Radiation Management (SRM)
derzeit als klimapolitische Option nicht in Betracht. Bei GENIE handelt es sich um ein
Projekt, das durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert wird. Der ERC
agiert unabhängig.“
Auf eine weitere Nachfrage der Abgeordneten Nicole Höchst (Schriftliche Frage 66
auf Bundestagsdrucksache 21/512), wie denn die Bundesregierung die diesbezügliche
Sicherheitslage bewerten bzw. einschätzen würde, schließlich würden die
Konsequenzen von SRM-Experimenten auch Deutschland treffen, antwortete die
Bundesregierung unter anderem folgenderweise:
„Die Bundesregierung bewertet nicht einzelne Forschungsvorhaben Dritter.“19
Eine Art der strengen Regulierung ist jedoch nicht nur nach Ansicht der Antragsteller
notwendig, schließlich sind die Konsequenzen dieser Eingriffe auf das Weltklima
kaum zu antizipieren, eine ordentliche Technikfolgenabschätzung ist somit nicht
gegeben und kann auch nicht in naher Zukunft gegeben sein.
Die besagte Ansicht, nämlich, dass diese Eingriffe sowohl eine Gefahr für Mensch als
auch für das Klima darstellen, wird mittlerweile streckenweise international geteilt.
Sowohl bei UN-Gipfeln als auch bei Wissenschaftsgipfeln ist man sich der Risiken
bewusst.20 Eine diesbezügliche Änderung und Umsetzung eines möglichen Regulativs
oder sogar Verbots bleiben jedoch aus. Es muss daher ein generelles Regulativ dieser
Eingriffe geben. Außerdem muss herausgefunden werden, inwieweit diese besagten
18 Siehe auch: Bundesdrucksache 21/396, S. 81.
19 Vgl. Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 66 auf Bundestagsdrucksache 21/512.
20 Vgl. www.boell.de/de/2024/10/31/un-wissenschaftsgipfel-laender-fordern-den-verzicht-auf-solares-
geoengineering (Stand: 6.05.2025).
Eingriffe sich auf die Gesundheit von Menschen final auswirken. Es wäre im Wohle
aller empfehlenswert für die Bundesregierung sich dafür einzusetzen, dass der
Bundestag eine eigene Enquete-Kommission diesbezüglich beschließt, in welcher die
Auswirkungen von diesen Eingriffen auf die Gesundheit der Bevölkerung untersucht
werden. Des Weiteren ist auch die Missbrauchsgefahr von militärischer Natur
hinzuzunehmen. Das Planungsamt der Bundeswehr veröffentlichte einen diesbezüglichen
Bericht,21 in diesem werden die besagten Risiken deutlich aufgeführt. Es ist den
Antragstellern bekannt, dass sich im Durchschnitt Technologien nur schwer zu regulieren
oder sogar verbieten lassen, da Schranken für Technologien selten global gelten, da es
hier nur schwer eine ernsthafte Regulierung durch Sanktionen geben kann. Es handelt
sich jedoch um die nationale Sicherheitslage. Die Gefahr sollte somit ernst genommen
werden und die untenstehende Forderung umgesetzt werden.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. eine Prüfung der Sicherheitslage bezüglich der möglichen Auswirkung des
Geoengineering (sowohl CDR als auch SRM-Methoden) im Rahmen der
Sicherheitsforschung durchzuführen;
2. sich völkerrechtlich bei den zuständigen Gremien aufgrund der Risiken für eine
generelle und rechtliche Prüfung von Geoengineering einzusetzen;
3. sich dafür einzusetzen, eine Enquete-Kommission zu gründen, welche die
besagten Risiken noch einmal aufarbeitet;
4. sich der Missbrauchsgefahr des militärischen Nutzens von Geoengineering
bewusst zu werden und sich dadurch sowohl in nationalen als auch in internationalen
Gremien, wie z. B. dem Sicherheitsrat, für ein Regulativ von diesem aus besagter
Missbrauchsgefahr einzusetzen und zu den gut abgewogenen Darstellungen, wie
im obigen benannten TAB-Bericht des 18. Bundestags, also zu dem Status quo
ante zurückzukehren;
5. sich dafür einzusetzen, Infomaterial von den Risiken von Geoengineering zu
erstellen.
Berlin, den 4. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Im Juni 1991 brach der Vulkan Pinatubo aus. Dutzende Menschen starben. Dies war jedoch bei Weitem nicht die
einzige Folge des Ausbruches. Millionen von Tonnen Schwefel gelangten in die Stratosphäre und es wurde
tatsächlich kühler. Viele Theoretiker des SRM sahen sich hiermit bestätigt, nämlich, dass eine Injektion eines
massiven Anteils von Schwefelpartikeln in die Stratosphäre eine Abkühlung der Erde bedeuten würde.22 Gleichzeitig
fand man jedoch heraus, dass die Sterberate in der benannten Gegend im Laufe der Zeit enorm gestiegen ist.23
Ob es hierbei um reine Kausalitäten und teils um Korrelationen handelt, ist selbstverständlich schwer zu
beurteilen, dass sich dabei aber gleichzeitig auch das Ozonloch massiv vergrößerte, ist auf jeden Fall ein Signal, dass
21 Vgl. www.bundeswehr.de/resource/blob/140534/0e09f412cb61da2bef8e5279772c31e3/geo-data.pdf
(Stand: 5.06.2025)
22 Vgl. www.mpg.de/16569676/geoengineering (Stand: 10.06.2025)
23 Vgl. www.fr.de/wissen/pinatubo-vulkan-philippinen-hinweise-vulkanausbruch-luzon-91149138.html, Stand: 2.07.2025
sowohl Mensch als auch Umwelt durch diese Methode zumindest stark gefährdet sind.
Die Bundesregierung lässt es zumindest offen, diese Projekte in der Zukunft einzuplanen SRM-Methoden des
Geoengineering einzusetzen oder zu erproben oder Gelder für solche Projekte im Haushalt einzuplanen, nach der
Interpretation der Fragesteller. Schließlich könnte die Bundesregierung ein generelles Regulativ von
Geoengineering fordern, zumindest, so lange nicht ausgeschlossen ist, dass die Konsequenzen auf die Biodiversität, das
Klima und auch auf uns Menschen nicht in irgendeiner Art und Weise negativ sind. Aber auch wenn es solche
Verbote regional geben sollte, ist das Problem bei Weitem noch nicht gelöst, schließlich werden sich die
Auswirkungen und Konsequenzen des SRM-Geoengineering z. B. von Großbritannien auch auf uns auswirken. Somit
muss es eine völkerrechtliche Verständigung geben, welche in weiser Voraussicht beide Methoden des
Geoengineering und somit jegliches Geoengineering einer generellen und rechtlichen Prüfung unterzieht, denn so
schützt man die Bevölkerung vor Risiken, welche noch nicht einmal absehbar sind. Außerdem besteht die oben
dargestellte Missbrauchsgefahr, dass das Geoengineering auch für andere, vielleicht sogar kommerzielle Gründe
„missbraucht“ wird, auch gegen diese Missbrauchsgefahr dieser Technologie wäre die Bundesrepublik
Deutschland abgesichert.
Außerdem wäre somit auf der einen Seite die generelle Offenheit gegenüber Technologien in Deutschland
gewahrt, gleichzeitig wäre auf der anderen Seite ein Regulativ für sehr gefährliche Technologie geschaffen, welches
als Vorbildfunktion auf andere Länder wirken könnte. Auf UN-Ebene ist nämlich bisher eine Regulation von
Geoengineering gescheitert:
Die „United Nations Convention on Biological Diversity“ (CBD) hat bereits im Jahr 2008 eine sehr kritische
Stellungnahme zum Geoengineering verfasst24 Die Antragsteller fordern die Bundesregierung auf, konstruktiv
die Stellungnahme der United Nations Convention on Biological Diversity zu beachten und uns alle vor weiteren
Gefahren zu schützen und zu bewahren.
24 Vgl. www.ciel.org/govern-geoengineering/ (Stand: 06.06.2025)
Vgl. www.cbd.int/climate/geoengineering (Stand: 06.06.2025)
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