Risiken der Wettermanipulationen ernst nehmen - Einflüsse auf Mensch und Umwelt prüfen
Text
Risiken der Wettermanipulationen ernst nehmen - Einflüsse auf Mensch und Umwelt prüfen
[Antrag
der Abgeordneten Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann, Adam Balten,
Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Meyer, Stefan Schröder,
Sergej Minich, Robin Jünger, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Risiken der Wettermanipulationen ernst nehmen – Einflüsse auf Mensch und
Umwelt prüfen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Wettermodifikationen und Wettermanipulationen sind aktueller denn je. Der
Fachbegriff für solche Wettermanipulationen wird in der Forschung als „Geoengineering“
bezeichnet. Von verschiedenen Akteuren, vor allem aber vom Center for International
Environmental Law (CIEL)1, wurde darauf hingewiesen, dass ein israelisches
Unternehmen namens „Stardust“2 bereits 2026 diesbezügliche, risikoreiche und
flächendeckende Experimente höchstwahrscheinlich durchführen wird.
Dies macht die gesamte Thematik zu einem politischen Debattenpunkt über
Geoengineering, der nicht auf sich warten lassen kann, schließlich kann es beim Einsatz von
Geoengineering zu weltweiten Folgen kommen. Des Weiteren können andere Länder
oder Unternehmen diesen Vorgang als Ansporn verstehen, selbst
Wettermodifikationen durchzuführen.
Was aber genau ist unter dem Begriff Geoengineering zu verstehen?
Im Rahmen einer Methode des Geoengineering werden Sulfate in die Stratosphäre
eingebracht, begründet wird dies mit der sogenannten Klimarettung. Dass
Geoengineering auch aufgrund eines deutlich anderen Anlasses gebraucht wird bzw. gebraucht
werden kann, zeigte das Projekt „Blue Sky“ in China, indem die Wolken an dem Tag
des Kommunistischen Parteitags in Peking im Jahre 2021 künstlich durch
Geoengineering Tage zuvor erschaffen wurden und diese dann zum Abregnen gebracht worden
sind, damit an dem besagten Tag der Himmel wolkenlos und strahlend blau sei.3
Ähnliche Methoden gab es bereits bei der Olympiade in China im Jahre 2008.4 Aber nicht
nur im entfernten China werden solche Methoden bereits angewandt, sondern auch in
Großbritannien werden von der Advanced Research and Invention Agency (ARIA)
1 Vgl. www.ciel.org/news/us-israeli-start-up-announces-reckless-solar-geoengineering-experiments-
fromapril-2026/, Stand: 23.01.2026
2 Vgl. https://t3n.de/news/geoengineering-der-sonne-gegen-den-klimawandel-1721489/, Stand: 23.01.2026
3 Vgl. www.diepresse.com/18209045/geoengineering-wer-darf-die-erde-kuenstlich-kuehlen, Stand:
05.06.2025)
4 Vgl. www.meine-news.de/miltenberg/c-politik/geo-engineering-wie-weit-ist-die-technologie_a155522,
Stand: 05.06.2025
Deutscher Bundestag Drucksache 21/3832
21. Wahlperiode 27.01.2026
solche Projekte gezielt finanziert.5 Dabei gab es im 18. Deutschen Bundestag einen
eigenständigen diesbezüglichen Bericht der Technikfolgenabschätzung des Deutschen
Bundestages (TAB-Bericht), welcher verschiedene Argumentationsmuster innerhalb
des Berichts vorstellte und Chancen und Risiken abwägte. Auf die berühmte
Argumentation, nämlich, dass die Methode des Geoengineering als die letzte wirksame
Waffe gegen den angeblich menschengemachten Klimawandel zu verstehen ist, und
dass es nahezu egal wäre, welche Folgen und Konsequenzen diese Methoden im
Einzelnen hätten, da sich angeblich die Gefahren des Klimawandels für den Menschen als
eindeutig riskanter entpuppen würden, antwortete der TAB-Bericht folgendermaßen:
„Darüber hinaus ist eine genaue Spezifikation auch deshalb notwendig, um anhand
von Klimamodellierungen oder empirischen Methoden überhaupt belegen zu können,
dass eine Radiation-Management (RM)-Intervention (bzw. deren Folgen) gegenüber
den Gegebenheiten einer Klimakatastrophe tatsächlich das kleinere Übel darstellt.
Zum anderen stellt sich angesichts der Schwierigkeiten, nichtlineare Klimaeffekte wie
das Überschreiten eines Kipppunktes zu modellieren bzw. überhaupt vorhersagen zu
können, zumindest aus der heutigen Perspektive die prinzipielle Frage, ob eine
bevorstehende Klimakatastrophe rechtzeitig antizipiert werden könnte, um sie durch eine
RM-Intervention noch verhindern zu können.“6
Dennoch werden diese Praktiken, Mittel und Methoden wie oben beschrieben
eingesetzt. Es verwundert die Antragsteller durchaus, dass man in einem TAB-Bericht vor
etwas über zehn Jahren sich noch fragte, ob denn der Schaden dieser Methoden
überhaupt abschätzbar sei und nun sich das politische Klima diesbezüglich stark änderte.
Die „Tagesschau“ berichtete neulich gleich in zwei Artikeln über das besagte
Geoengineering. Zwar hieße es noch in einem Artikel: „Die damit verbundenen Risiken sind
sehr hoch.“7 In einen anderen Artikel wird jedoch die Physikerin Wieners
folgenderweise zitiert:
„Und sogar die Physikerin Wieners, die selbst an der SAI-Technologie [Stratospheric
Aerosol Injection-Technologie] forscht, ist skeptisch. „Ich würde diese Forschung
auch nicht machen, wenn wir nicht schon ein Riesenproblem hätten“, sagt sie. Es sei
bizarr, dass wir überhaupt an diesem Punkt gelandet sind, „wo wir so eine Schweinerei
ernstlich überlegen.“8
Es scheint so, als hätte sich das Interesse an dem Einsatz dieser Methoden stark
vergrößert, da nun von Seiten mancher Akteure die Argumentation des „ernstlich
überlegen“ bis zu einer Argumentation des „Es gibt ja keine Wahl“ mittlerweile laut zu
vernehmen sind. Dadurch entsteht eine neue politische Situation, die politisch neu
einzuschätzen ist und dem Bundestag die nächstmöglichen konkreten Schritte
vorzuschlagen sind. Dies sind die Ziele und Aufgaben dieses Antrags.
Es sind zwei Oberbegriffe von Methoden zu unterscheiden.9 Einmal das sogenannte
Greenhouse Gas Removal (GGR) oder im Sinne der Limitierung auf CO2 – als Carbon
Dioxide Removal (CDR) – und zum anderen das sogenannte SRM (Solar Radiation
Management). Dabei ist zu erwähnen, dass in Großbritannien die eindeutig
gefährlichere Variante, nämlich SRM, nicht nur erforscht, sondern schon mit dieser Methode
5 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, (Stand, 02.06.2025)
6 Vgl. Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss)
gemäß § 56a der Geschäftsordnung Technikfolgenabschätzung (TA) Climate Engineering – Drucksache
18/2121, S. 158
7 Vgl. www.tagesschau.de/wetter/wetterthema/geoengineering-100.html, Stand: 29.08.2025
8 www.tagesschau.de/wissen/klima/sonne-verdunkeln-100.html, Stand: 29.08.2025
9 Vgl. www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/internationale-klimapolitik/geoengineering#--2,
Stand: 06.06.2025.
bereits experimentiert wird.10 Obwohl es mehrere Warnungen vor unvorhersehbaren
Folgen wie z. B. in Harvard gegeben hat und ein diesbezügliches Projekt der
University of Harvard abgebrochen worden ist11, ist die University of Cambridge für solches
Experimentieren offen12, zumindest der Direktor des Centre for Climate Repair
bezeichnete das SRM-Experimentieren als „ein[en] bedeutende[n] Meilenstein“. Auch
der Vizerektor der gesamten University of Cambridge, Hugh Hunt, positioniert sich
für ein Inkaufnehmen solcher Risiken, da die „[…] Risiken des Nichtstuns […] [weit]
größer sind.“13
Es zeigt sich, dass beide Methoden, sowohl das besagte CDR als auch das noch
eindeutig gefährlichere SRM, gefährliche Eingriffe in die Biodiversität sind, da die
Konsequenten bei Weitem noch nicht final erforscht sind.
Die AfD-Bundestagsfraktion warnt vor solchen Eingriffen und Experimenten, welche
für die Menschheit große Risiken sowie unabsehbare Folgen und Konsequenzen
bedeuten. Neben der sogenannten Ozeandüngung gibt es die Methode der „Manipulation
mariner Schichtung“, wodurch für Meeresorganismen hierbei ein stark erhöhtes Risiko
besteht und somit in der Folge auch für Menschen eine höchst gefährliche Entwicklung
z. B. aufgrund der Fischerei et cetera.
Die zweite Art des Geoengineering wird als SRM bezeichnet und stellt noch eine viel
größere Gefahr als das schon bisher erwähnte CDR dar.
Das Umweltbundesamt schreibt bzw. definiert das Ziel und die Umsetzung des SRM
folgenderweise:
„Ziel solcher Ansätze ist es, die auf die Erde eintreffende Sonneneinstrahlung zu
verringern und damit die globale Durchschnittstemperatur zu reduzieren. Dazu gehören
Vorschläge wie die Installation von Spiegeln im Weltraum oder die Erhöhung der
Rückstrahlung des Sonnenlichts (Albedo) durch die Aufhellung von Siedlungen (z. B.
Weißen von Dächern). Der am häufigsten diskutierte Ansatz in der Literatur ist die
Ausbringung von Gasen mit Schwebeteilchen (Aerosolen) in der Stratosphäre, um das
Sonnenlicht zu streuen und damit eine geringere Sonneneinstrahlung an der
Erdoberfläche zu bewirken.“14.
Oder anders formuliert: Solares Geoengineering selbst ist sehr unterschiedlich bzw.
besteht aus unterschiedlichen Submethoden, einer dieser Methoden ist das Injizieren
einer großen Menge an Schwefelpartikeln in die besagte Stratosphäre, um dadurch eine
Art Barriere gegen das Sonnenlicht zu erzeugen (diese nennt man die „stratosphärische
Aerosol-Injektion“15).16 Eine andere Methode ist das Injizieren von Salzwasser in
Meereswolken (dies wird „marine Wolkenaufhellung“ genannt).
Die Methoden des SRM werden auch heute aktuell von vielen Gremien scharf
kritisiert, typische weitere SRM-Methoden sind z. B. die „Marine Wolkenbildung“, die
schon besagte „Stratosphärenbeeinflussung“, „Installation im erdnahen Weltraum“
und die „Installation im erdfernen Weltraum“.17
10 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, (Stand:02.06.2025)
11 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, (Stand: 02.06.2025)
12 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, (Stand: 02.06.2025)
13 Vgl. www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/geo-engineering-wie-kuenstliche-wolken-sonnen-
strahlen-reflektieren-sollen-110439244.html, Stand: 06.06.2025.
14 Vgl. www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltrecht/
umweltvoelkerrecht/geoengineering-governance#was-ist-geoengineering, Stand: 06.05.2025
15 Vgl. www.boell.de/de/2025/01/17/solares-geoengineering-verbieten, Stand: 30.05.2025
16 Vgl. www.boell.de/de/2025/01/17/solares-geoengineering-verbieten, Stand: 30.05.2025
17 Vgl. www.bundeswehr.de/resource/blob/140534/0e09f412cb61da2bef8e5279772c31e3/geo-data.pdf, S. 18,
Stand: 07.05.2025
Seltsamerweise antwortete die Bundesregierung der 19. Wahlperiode des Deutschen
Bundestages auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache
19/20183, dass diese wortwörtlich „keine gesetzliche Regulierung weiterer Verfahren
zur Beeinflussung des Wetters oder des Klimas [plant].“18
Des Weiteren bestätigte auch die Bundesregierung der 21. Wahlperiode diesen Kurs
innerhalb einer Antwort auf die Schriftliche Frage 124 der Abgeordneten Nicole
Höchst auf Bundestagsdrucksache 21/396:
„Die Bundesregierung plant nicht, Entwicklungs- und Forschungsarbeiten zu SRM zu
unterstützen.“19
Jedoch ist dies nicht das Ende der Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 124 der Abgeordneten Nicole Höchst auf Bundestagsdrucksache 21/396. Die
aktuelle Bundesregierung fährt folgenderweise fort:
„Gleichwohl analysiert und bewertet sie im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip die
Risiken und Implikationen von SRM. Es konnten folgende, aus dem Bundeshaushalt oder
durch deutsche Einrichtungen mit öffentlicher Förderung finanzierte,
Forschungsvorhaben im Zeitraum 2017 bis 2025 identifiziert werden, die SRM als Thema haben:
• „Geoengineering: Mögliche Synergien und Konflikte mit den Sustainable
Development Goals“ (Projektzeitraum: 2022 bis 2024; Copernicus Institute of
Sustainable Development und Universität Utrecht).
• „Action4Cooling”: ESA-finanziertes Projekt der DLR, National Observatory of
Athens (NOA ReACT) und der Universität Leipzig.
• Im Schwerpunktprogramm (SPP) 1689 der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) zu „Climate Engineering“ befassten sich in der Zeit von 2016 bis 2019
neun Vorhaben unter anderem mit den Risiken und Nebenwirkungen von SRM
[…]“20
Des Weiteren gibt es gleich zwei Projekte, nämlich GENIE und Co-Create, innerhalb
des generellen EU-Förderprojektes Horizon, welches durch den Europäischen
Forschungsrat (ERC) gefördert wird. Interessant ist, dass sich die Bundesregierung in
ihrer Antwort auf die Schriftliche Frage 146 der Abgeordneten Nicole Höchst auf
Bundestagsdrucksache 21/469, wie folgt, äußerte:
Frage: „Wie positioniert sich die Bundesregierung zur Anwendung von SRM-
Methoden des Geoengineering zur Klimarettung, vor dem Hintergrund, dass die Heinrich-
Böll-Stiftung sich eindeutig gegen diese Methodik des Geoengineering positionierte
und von „irreparablen Schäden“ sprach (vgl.www.boell.de/de/2020/12/08/
geoengineering-ist-der-falsche-weg, Stand: 30. Mai 2025), und ist die Bundesregierung mit der
Förderung von Projekten wie GENIE innerhalb des Horizon Projektes der
Europäischen Union dennoch einverstanden?“
Die Antwort: „Wie die Bundesregierung in ihrer Klimaaußenpolitik-Strategie
festgehalten hat, kommt aufgrund der bestehenden Unsicherheiten, Implikationen und
Risiken Solar Radiation Management (SRM) derzeit als klimapolitische Option nicht in
Betracht. Bei GENIE handelt es sich um ein Projekt, das durch den Europäischen
Forschungsrat (ERC) gefördert wird. Der ERC agiert unabhängig.“
Auf eine weitere Schriftliche Frage der Abgeordneten Nicole Höchst (Antwort der
Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 66 der Abgeordneten Nicole Höchst auf
Bundestagsdrucksache 21/512), wie denn die Bundesregierung die diesbezügliche
Sicherheitslage bewerten bzw. einschätzen würde, schließlich würden die Konsequenzen
18 Drucksache 19/20183 – S. 4.
19 Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 124 der Abgeordneten Nicole Höchst auf
Bundestagsdrucksache 21/396
20 Siehe auch: Bundestagsdrucksache 21/396, S. 81.
von SRM-Experimenten auch Deutschland treffen, antwortete die Bundesregierung
unter anderem folgenderweise:
„Die Bundesregierung bewertet nicht einzelne Forschungsvorhaben dritter.“21
Eine Art der strengen Regulierung ist jedoch nicht nur nach Ansicht der Antragsteller
notwendig, schließlich sind die Konsequenzen dieser Eingriffe auf das Weltklima
kaum zu antizipieren, eine ordentliche Technikfolgenabschätzung ist somit nicht
gegeben und kann auch nicht in naher Zukunft gegeben sein.
Die besagte Ansicht, nämlich, dass diese Eingriffe sowohl eine Gefahr für Mensch als
auch für das Klima darstellen, wird mittlerweile streckenweise international geteilt.
Sowohl bei UN-Gipfeln als auch bei Wissenschaftsgipfeln ist man sich der Risiken
bewusst.22 Eine diesbezügliche Änderung und Umsetzung eines möglichen Regulativs
oder sogar Verbots bleiben jedoch aus. Es muss daher ein generelles Regulativ dieser
Eingriffe geben. Außerdem muss herausgefunden werden, inwieweit diese besagten
Eingriffe sich auf die Gesundheit von Menschen final auswirken. Es wäre im Wohle
aller empfehlenswert für die Bundesregierung sich dafür einzusetzen, dass der
Bundestag eine eigene Enquete-Kommission diesbezüglich beschließt, in welcher die
Auswirkungen von diesen Eingriffen auf die Gesundheit der Bevölkerung untersucht
werden. Des Weiteren ist auch die Missbrauchsgefahr von militärischer Natur
hinzuzunehmen. Das Planungsamt der Bundeswehr veröffentlichte einen diesbezüglichen
Bericht,23 in diesem werden die besagten Risiken deutlich aufgeführt. Es ist den
Antragstellern bekannt, dass sich im Durchschnitt Technologien nur schwer zu regulieren
oder sogar verbieten lassen, da Schranken für Technologien selten global gelten, da es
hier nur schwer eine ernsthafte Regulierung durch Sanktionen geben kann. Es handelt
sich jedoch um die nationale Sicherheitslage. Die Gefahr sollte somit ernst genommen
werden und die untenstehende Forderung umgesetzt werden.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. eine Prüfung der Sicherheitslage bezüglich der möglichen Auswirkung des
Geoengineering (sowohl CDR als auch SRM-Methoden) im Rahmen der
Sicherheitsforschung durchzuführen;
2. deutlich zu machen, dass es nach heutigem Stand keinen Nutzen abseits von
politischer Propaganda und militärischen Anwendungen gibt und Regelungen
vorzulegen, die den Einsatz von großflächigem Geoengineering mit Ausnahme
überwachter Forschungsvorhaben in Deutschland untersagen;
3. sich völkerrechtlich bei den zuständigen Gremien aufgrund der Risiken für eine
generelle und rechtliche Prüfung von Geoengineering einzusetzen;
4. sich dafür einzusetzen, eine Enquete-Kommission zu gründen, welche die
besagten Risiken noch einmal aufarbeitet;
5. sich der Missbrauchsgefahr des militärischen Nutzens von Geoengineering
bewusst zu werden und sich dadurch sowohl in nationalen als auch in
internationalen Gremien, wie z. B., dem Sicherheitsrat, für ein Regulativ von diesem aus
besagter Missbrauchsgefahr einzusetzen und zu den gut abgewogenen
Darstellungen, wie im obigen benannten TAB-Bericht des 18. Deutschen Bundestages, also
zu dem Status quo ante zurückzukehren;
21 Vgl. Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 66 der Abgeordneten Nicole Höchst auf
Bundestagsdrucksache 21/512
22 Vgl. www.boell.de/de/2024/10/31/un-wissenschaftsgipfel-laender-fordern-den-verzicht-auf-solares-
geoengineering, (Stand: 06.05.2025)
23 Vgl. www.bundeswehr.de/resource/blob/140534/0e09f412cb61da2bef8e5279772c31e3/geo-data.pdf,
(Stand: 05.06.2025)
6. sich dafür einzusetzen, Infomaterial über die Risiken von Geoengineering zu
erstellen.
Berlin, den 27. Januar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Im Juni 1991 brach der Vulkan Pinatubo aus. Dutzende Menschen starben. Dies war jedoch bei Weitem nicht die
einzige Folge des Ausbruches. Millionen von Tonnen Schwefel gelangten in die Stratosphäre und es wurde
tatsächlich kühler. Viele Theoretiker des SRM sahen sich hiermit bestätigt, nämlich, dass eine Injektion eines
massiven Anteils von Schwefelpartikeln in die Stratosphäre eine Abkühlung der Erde bedeuten würde.24 Gleichzeitig
fand man jedoch heraus, dass die Sterberate in der benannten Gegend im Laufe der Zeit enorm gestiegen ist.25
Ob es hierbei um reine Kausalitäten und teils um Korrelationen handelt, ist selbstverständlich schwer zu
beurteilen, dass sich dabei aber gleichzeitig auch das Ozonloch massiv vergrößerte, ist auf jeden Fall ein Signal, dass
sowohl Mensch als auch Umwelt durch diese Methode zumindest stark gefährdet sind.
Die Bundesregierung lässt es zumindest offen, diese Projekte in der Zukunft einzuplanen SRM-Methoden des
Geoengineering einzusetzen oder zu erproben oder Gelder für solche Projekte im Haushalt einzuplanen, nach der
Interpretation der Fragesteller. Schließlich könnte die Bundesregierung ein generelles Regulativ von
Geoengineering fordern, zumindest, so lange nicht ausgeschlossen ist, dass die Konsequenzen auf die Biodiversität, das
Klima und auch auf uns Menschen nicht in irgendeiner Art und Weise negativ sind. Aber auch wenn es solche
Verbote regional geben sollte, ist das Problem bei Weitem noch nicht gelöst, schließlich werden sich die
Auswirkungen und Konsequenzen des SRM-Geoengineering z. B. von Großbritannien auch auf uns auswirken. Somit
muss es eine völkerrechtliche Verständigung geben, welche in weiser Voraussicht beide Methoden des
Geoengineering und somit jegliches Geoengineering einer generellen und rechtlichen Prüfung unterzieht, denn so
schützt man die Bevölkerung vor Risiken, welche noch nicht einmal absehbar sind. Außerdem besteht die oben
dargestellte Missbrauchsgefahr, dass das Geoengineering auch für andere, vielleicht sogar kommerzielle Gründe
„missbraucht“ wird, auch gegen diese Missbrauchsgefahr dieser Technologie wäre die Bundesrepublik
Deutschland abgesichert.
Außerdem wäre somit auf der einen Seite die generelle Offenheit gegenüber Technologien in Deutschland
gewahrt, gleichzeitig wäre auf der anderen Seite ein Regulativ für sehr gefährliche Technologie geschaffen, welches
als Vorbildfunktion auf andere Länder wirken könnte. Auf UN-Ebene ist nämlich bisher eine Regulation von
Geoengineering gescheitert.
Die „United Nations Convention on Biological Diversity“ (CBD) hat bereits im Jahr 2008 eine sehr kritische
Stellungnahme zum Geoengineering verfasst,26 welche 2010 in der Entscheidung X/33 vom 29. Oktober 2010
noch einmal ausgeweitet wurde und ein „De Facto-Moratorium“27 für Geoengineering bedeutet. Die
Antragsteller fordern die Bundesregierung auf, konstruktiv die Stellungnahme der United Nations Convention on Biological
Diversity zu beachten und uns alle vor weiteren Gefahren zu schützen und zu bewahren.
24 Vgl. www.mpg.de/16569676/geoengineering, (Stand: 10.06.2025)
25 Vgl. www.fr.de/wissen/pinatubo-vulkan-philippinen-hinweise-vulkanausbruch-luzon-91149138.html, Stand: 02.07.2025
26 Vgl. www.ciel.org/govern-geoengineering/, (Stand: 06.06.2025)
Vgl. www.cbd.int/climate/geoengineering, (Stand: 06.06.2025)
27 www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2378/dokumente/factsheet_cbd_moratorium_12_02_2019.pdf, (Stand: 06.06.2025)
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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