Bundeseigene Wohnungen und Liegenschaften
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Bundeseigene Wohnungen und Liegenschaften
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1316
21. Wahlperiode 20.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Caren Lay, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg, Vinzenz
Glaser, Mareike Hermeier, Ina Latendorf, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha
Wagner und der Fraktion Die Linke
Bundeseigene Wohnungen und Liegenschaften
Angesichts steigender Mieten und Wohnungsnot kommt der Debatte um
öffentliche Wohnungsbestände und Liegenschaften neue Aktualität zu. Städte kaufen
Immobilien zurück, Länder und Kommen gründen neue
Wohnungsbaugesellschaften, und auch die neue Bundesregierung hat ihre Strategie in Bezug auf
öffentliche Bestände überarbeitet. In der Vergangenheit wurden jedoch nach
Ansicht der Fragestellerinnen und Fragesteller auf allen Ebenen Fehler
gemacht. Nicht nur Städte und Länder, auch der Bund privatisierte Wohnungen
im großen Maßstab.
Im Jahr 2024 wurden letztmals systematisch die Entwicklungen und Verkäufe
öffentlicher Wohnungsbestände der letzten Jahrzehnte in einer Kleinen Anfrage
ergefragt (vgl. Bundestagsdrucksache 20/12453). Nun soll das Erfragte
aktualisiert werden.
Weniger öffentliche und im Regelfall günstige Wohnungen haben
Auswirkungen auf das Mietenniveau in den Gemeinden. Mehr Wohnungen in privater
Hand sowie in den Händen börsennotierter Aktiengesellschaften bedeuten nach
Ansicht der Fragestellerinnen und Fragesteller steigende Mieten und eine
höhere Wohnkostenbelastung.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche bundeseigenen Liegenschaften wurden in den vergangenen zehn
Jahren und wie viele im laufenden Jahr 2025 verkauft (bitte nach Jahren,
Bundesländern sowie privaten und öffentlichen Käufern aufschlüsseln)?
a) Welche Liegenschaften aus dem Bestand der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) wurden in diesen Zeiträumen jeweils verbilligt an
Kommunen oder Dritte abgegeben, und welche meistbietend?
b) Wie viele Liegenschaften aus dem Bestand des
Bundeseisenbahnvermögens (BEV) wurden in diesen Zeiträumen jeweils verbilligt an
Kommunen oder Dritte abgegeben, und wie viele meistbietend?
c) Wie hoch waren die Erlöse der Verkäufe bundeseigener Liegenschaften
in den vergangenen zehn Jahren (bitte nach Jahren auflisten)?
2. Wie hoch waren die jährlichen Abführungen von Mieteinnahmen für
Wohnungen des Bundes an den Bundeshaushalt in den vergangenen zehn Jahren
(bitte nach Jahren auflisten), und wie hoch ist die aktuelle Höchstmiete für
BImA-Wohnungen?
3. Wie hat sich der Bestand bundeseigener Wohnungen in den letzten zehn
Jahren entwickelt, und wie viele Wohnungen besitzt der Bund heute (bitte
nach Institutionen und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
a) Wie viele Wohnungen hat der Bund in den letzten zehn Jahren gebaut?
b) Wie viele Wohnungen hat der Bund in den letzten zehn Jahren durch
Sanierung und Umbau neu vermietet?
c) Wie viele Wohnungen hat der Bund in den letzten zehn Jahren verkauft?
d) Wie viele Wohnungen hat der Bund in den letzten zehn Jahren
angekauft?
4. Welche strategischen Ziele und welche konkreten Pläne hat die
Bundesregierung bezüglich der bundeseigenen Wohnungen und Liegenschaften?
5. Nach welchen Kriterien entscheidet die BImA, ob ein Wohngebäude saniert
oder abgerissen und neu errichtet wird?
a) Welche Planungsunterlagen sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen
liegen insbesondere für den geplanten Abriss und Neubau der drei
Mehrfamilienhäuser in der August-Ganther-Straße in Freiburg im Breisgau
vor, einschließlich Angaben zu Grundrissen, Wohnkapazität, Flächen-
und Ressourcenverbrauch (z. B. CO2-Emissionen), Baukosten,
zukünftigen Kaltmieten pro Quadratmeter sowie Variantenvergleichen (z. B.
Sanierung, Aufstockung, Neubau) mit den zugrunde liegenden
Annahmen, Parametern und Bewertungszeiträumen, auf deren Basis die
Entscheidung für die Neubauvariante getroffen wurde?
b) Warum hält die BImA die Sanierung dieser Gebäude in der August-
Ganther-Straße für unwirtschaftlich, obwohl externe Gutachten
Sanierungskosten von ca. 9 Mio. bis 10 Mio. Euro gegenüber Neubaukosten
von 12 Mio. bis 14 Mio. Euro (ohne Tiefgarage) ausweisen, und warum
werden die der Entscheidungsfindung zugrunde liegenden
Berechnungen (z. B. Lebenszyklusanalysen zu Kosten, Ressourcenverbrauch und
CO2-Emissionen) trotz Forderungen von Mieterinnen und Mietern
sowie Trägern öffentlicher Belange nicht veröffentlicht (www.kontextwoc
henzeitung.de/wirtschaft/725/bund-will-teuer-und-klimaschaedlich-bau
en-10025.html)?
6. Wie viele Wohnungen des Bundes stehen leer (bitte nach Bundesbehörde
sowie nach Bundesländern aufschlüsseln; bitte jeweils auch den Grund des
Leerstands und die Leerstandsquote angeben)?
a) Wie viele leerstehende Wohnungen wurden in den letzten zehn Jahren
saniert und wieder vermietet?
b) Welche Wohnungen stehen aktuell länger als drei, sechs oder zwölf
Monate leer?
c) Wie viele Wohnungen des Bundes stehen im Hamburger Grotefendweg
und wie viele in Oldenburg-Alexandersfeld leer, wie ist jeweils der
aktuelle Stand der Sanierungen, und wann ist mit einer Vermietung der
leerstehenden Wohnungen zu rechnen?
7. Wie viele Büro- sowie Gewerbeeinheiten des Bundes stehen leer (bitte nach
Bundesbehörde sowie nach Bundesländern und Büro oder Gewerbeeinheit
aufschlüsseln; bitte jeweils auch den Grund des Leerstands und die
Leerstandsquote angeben)?
a) Welche der genannten Liegenschaften stehen aktuell länger als zwölf
Monate leer (bitte nach Büro- oder Gewerbeeinheit aufschlüsseln)?
b) Sind in den vergangenen zehn Jahren Umwandlungen von
bundeseigenen Büro- und Gewerbeeinheiten zu Wohnraum durchgeführt worden
(bitte nach Bundesland und Anzahl der neu geschaffenen Wohnungen
aufschlüsseln)?
8. Besteht der Plan, BImA und BEV in eine Behörde zusammenzuführen, und
wie ist diesbezüglich der Stand?
9. Wie hoch waren die Kosten der Sommerfeste der BImA 2024 und 2025?
Berlin, den 18. August 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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