Flächenverbrauch und Verlust von Agrarflächen in Deutschland
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Flächenverbrauch und Verlust von Agrarflächen in Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/844
21. Wahlperiode 10.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Danny Meiners, Christian
Reck, Bernd Schattner, Julian Schmidt, Bernd Schuhmann, Dr. Michael Blos,
Olaf Hilmer, Steffen Janich, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan
Schröder, Carolin Bachmann und der Fraktion der AfD
Flächenverbrauch und Verlust von Agrarflächen in Deutschland
Derzeit werden in Deutschland täglich rund 52 Hektar als Siedlungs- und
Verkehrsflächen neu ausgewiesen (www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/flaech
ennutzung-und-bodenmarkt/bodenmarkt-deutschland-landwirtschaft.html).
Boden ist eine knappe und nicht erneuerbare Ressource sowie die
Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft. Damit ist er essenziell für die
Ernährungssicherung. Aus diesem Grund sind eine nachhaltige Sicherung der
Produktionsfunktionen und eine möglichst hohe Rohstoffeffizienz notwendig (www.bme
l.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/bodenschutz/bodenschutz_nod
e.html).
Obwohl in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie festgelegt wurde, dass der
Flächenverbrauch, nachdem die Zielmarke 2020 nicht erreicht wurde, bis
spätestens 2030 weniger als 30 Hektar (ha) pro Tag betragen soll und gemäß
Klimaschutzplan bis 2050 sogar ein Nettoflächenverbrauch von null erzielt werden
soll, nehmen die Agrarflächen in Deutschland aktuell weiterhin ab (www.agrar
heute.com/politik/flaechenverbrauch-muesste-fast-um-haelfte-reduziert-57
8080).
Der hohe Flächenverbrauch ist obendrein auch ein drängendes
Umweltproblem. So gehen durch die Flächenversiegelung oder die Barrierewirkung von
Verkehrswegen, Infrastruktureinrichtungen und neuen Wohngebieten in erster
Linie Lebensräume für Pflanzen und Tiere verloren oder werden zerschnitten
(www.lb-naturschutz-nrw.de/fachthemen/bauleitplanung/wichtige-themen-
fuerdie-bauleitplanung/flaechenverbrauch-und-doppelte-innenentwicklung/folgen-d
es-flaechenverbrauchs.html#:~:text=Der%20Fl%C3%A4chenverbrauch%20hat
%20weitreichende%20negative,Verkehrswegen%2F%20Infrastruktureinrichtu
ngen%20und%20neuen%20Wohngebieten).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Flächenversiegelung und der Flächenverbrauch in Deutschland in den vergangenen
20 Jahren entwickelt, und wie hat sich im gleichen Zeitraum die
Bevölkerungszahl verändert?
2. Wie viele Hektar Agrarflächen sind nach Kenntnis der Bundesregierung in
den vergangenen 50 Jahren in Deutschland durch Verbauung oder
Ähnliches verloren gegangen?
3. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Wohnfläche pro Person in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren
entwickelt?
4. Sind der Bundesregierung repräsentative Umfragen bekannt, die die
Einstellung der Bevölkerung hinsichtlich der Verbauung der Landschaft und
des Flächenverbrauchs thematisieren, und wenn ja, welche?
5. Wie viele Hektar sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit mit
Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Deutschland belegt, wie hat sich dies
in den vergangenen zehn Jahren entwickelt, und wie viele Hektar davon
waren land- beziehungsweise forstwirtschaftlich nutzbare Flächen (bitte
auch je Jahr aufschlüsseln)?
6. Wie viele Hektar sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit mit
Windkraftanlagen in Deutschland belegt, wie hat sich dies in den
vergangenen zehn Jahren entwickelt, und wie viele Hektar davon waren
landbeziehungsweise forstwirtschaftlich nutzbare Flächen (bitte auch je Jahr
aufschlüsseln)?
7. Wie entwickeln bzw. entwickelten sich nach Kenntnis der
Bundesregierung die in den Fragen 5 und 6 erfragten land- bzw. forstwirtschaftlichen
Erträge quantitativ je Hektar und qualitativ auf Flächen, welche mit
Photovoltaik- und Windenergieanlagen versehen sind?
8. Welche Auswirkungen auf die Artenvielfalt und Biodiversität sind der
Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Flächenverbrauch bekannt,
und welche Maßnahmen werden daraus abgeleitet?
9. Mit welchen konkreten Maßnahmen setzt sich das Bundesministerium für
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) dafür ein,
landwirtschaftliche Flächenverluste so weit wie möglich zu reduzieren und
langfristig gänzlich zu vermeiden, und wie bewertet die Bundesregierung
deren bisherige Wirksamkeit (www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/fla
echennutzung-und-bodenmarkt/flaechennutzung-und-bodenmarkt_nod
e.html)?
10. Teilt die Bundesregierung die Ziele der Nationalen Strategie zur
Biologischen Vielfalt 2030, den täglichen Anstieg der Siedlungs- und
Verkehrsfläche („Flächenneuinanspruchnahme“) auf unter 30 Hektar pro Tag zu
reduzieren sowie bis 2050 eine Flächenkreislaufwirtschaft
(Flächenneuinanspruchnahme Netto-Null) anzustreben (dserver.bundestag.de/btd/20/143/2
014325.pdf, S. 26)?
a) Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen und welchen
Zwischenzielen?
b) Wenn nein, warum nicht?
11. Hat die Bundesregierung inzwischen alle Instrumente auf den Prüfstand
gestellt, um im Dialog mit Ländern und Kommunen zu deutlichen
Fortschritten bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs durch Siedlung und
Verkehr zu kommen, Antwort zu Frage 15 auf Bundestagsdrucksache
20/591)?
a) Wenn ja, mit welchem Ergebnis und sind Maßnahmen diesbezüglich
geplant?
b) Wenn nein, warum nicht?
12. Gehört die Reduzierung des Flächenverbrauchs für Siedlung und Verkehr
auch zu den zentralen umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung in
der 21. Legislaturperiode (Antwort zu Frage 12 auf Bundestagsdrucksache
20/591)?
a) Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen sind diesbezüglich geplant?
b) Wenn nein, warum nicht?
13. Welche Anreize (rechtlicher, finanzieller oder steuerlicher Art) bestehen
nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell für Länder und Kommunen,
um den Flächenverbrauch zu reduzieren, und sind diesbezüglich neue
Maßnahmen oder Gesetzesänderungen geplant?
14. Hat die Bundesregierung Kenntnis von Untersuchungen zu möglicher
Kontamination von land- und forstwirtschaftlichen Flächen durch Abrieb
der Rotorblätter mit Epoxidharzen, per- und polyfluorierte
Alkylsubstanzen (PFAS) oder Mikroplastik, und wie schätzt sie die Gefahren
möglicher Flächenverluste für die Nutzung von Land- und Forstwirtschaft ein?
Berlin, den 9. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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