Bericht der Bundesregierung über Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten und die Mittelverwendung durch die Länder im Jahr 2024
Text
Bericht der Bundesregierung über Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten und die Mittelverwendung durch die Länder im Jahr 2024
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/330
21. Wahlperiode 02.06.2025
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Bericht der Bundesregierung über Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung von
Ländern und Kommunen im Bereich der Flüchtlings- und Integrationskosten und
die Mittelverwendung durch die Länder im Jahr 2024
Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung im November 2015 gebeten, jeweils nach Ende eines
Haushaltsjahres zum 31. Mai über Maßnahmen des Bundes zur Unterstützung von Ländern und Kommunen im Bereich
der Flüchtlings- und Integrationskosten sowie über die Mittelverwendung durch die Länder zu berichten. Der
Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Bundesregierung darüber hinaus im November 2016
gebeten, im Rahmen dieser Berichterstattung ab dem Jahr 2018 auch auf die Entlastung der Kommunen in Höhe
von 5 Mrd. Euro jährlich und auf die Verantwortung der Länder für eine aufgabenangemessene finanzielle
Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten einzugehen.
Der Bund hat im Kontext Flucht und Migration im Jahr 2024 Ausgaben von insgesamt rund 28 Mrd. Euro
getragen. Hiervon entfielen circa 8,1 Mrd. Euro auf die Bekämpfung der Fluchtursachen.
Den größten Bestandteil stellten Zahlungen des Bundes von insgesamt rund 19,8 Mrd. Euro dar, mit denen die
Länder und Kommunen im Jahr 2024 unmittelbar oder mittelbar in diesem Kontext unterstützt wurden. Hierzu
zählten beispielweise rund 1,3 Mrd. Euro, mit denen der Bund die Länder und Kommunen im Bereich der
Aufnahme, Unterbringung und Registrierung im Asylverfahren unterstützt hat und Integrationsleistungen in Höhe
von rund 3,3 Mrd. Euro.
Zum 1. Juni 2022 wurden die Geflüchteten aus der Ukraine in den Geltungsbereich des SGB II und des SGB XII
und damit in die überwiegende Finanzverantwortung des Bundes übernommen. Dies war im Jahr 2024 für den
Bund mit Ausgaben in Höhe von über 6 Mrd. Euro verbunden. Dadurch hat der Bund die Länder und Kommunen
in erheblichem Umfang von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz entlastet.
Für Leistungen an Personen im Kontext Flucht und Migration, die nicht aus der Ukraine kommen, hat der Bund
im Jahr 2024 im SGB II und SGB XII etwa 7 Mrd. Euro aufgewendet.
Hauptgegenstand des folgenden Berichts (vgl. Antwort zu Ziffer 1 a) ist die Verwendung der Vorauszahlung für
die Pauschalen pro Asylerstantrag in Höhe von insgesamt 1,75 Mrd. Euro an Umsatzsteuermitteln. Seit dem Jahr
2024 unterstützt der Bund die Länder mit einer Pauschale in Höhe
7.500 Euro pro Asylerstantrag. Diese löst die bisherigen Pauschalen, einschließlich der Entlastungspauschale des
Bundes für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, ab. Die Vorauszahlung ist Gegenstand der Berichterstattung
der Länder ab Seite 6. Eine Spitzabrechnung auf der Grundlage der tatsächlichen Asylerstantragszahlen ist
vorgesehen.
Die Verwendung der Umsatzsteuermittel unterliegt keiner Zweckbindung. Die Umsatzsteuermittel sind vielmehr
Landesmittel und werden den Ländern durch eine Änderung der vertikalen Umsatzsteuerverteilung zulasten des
Bundes zur Finanzierung ihrer staatlichen Aufgaben zugewiesen. Über die Verwendung entscheiden die Länder
Zugeleitet mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 30. Mai 2025 gemäß Beschluss vom 5.
November 2015 auf Bundestagsdrucksache 18/6588 in Verbindung mit Beschluss vom 24. November 2016 auf
Bundestagsdrucksache 18/10397.
selbständig und unabhängig. Um der Berichtsanforderung des Deutschen Bundestages hinsichtlich der
Mittelverwendung durch die Länder nachzukommen, wurden diese gebeten, die vom Bundestag gewünschten
Informationen für das Haushaltsjahr 2024 bereit zu stellen. Da hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht, erfolgten die
Rückmeldungen auf freiwilliger Basis und in unterschiedlichem Umfang. Einige Länder stellen die im
Zusammenhang mit der Fluchtmigration zusätzlich erhaltenen Umsatzsteuermittel den insgesamt vom jeweiligen Land
für diesen Zweck an die Kommunen geleisteten Zahlungen gegenüber und weisen insofern eine „rechnerische
Mittelweiterleitungsquote“ an die Kommunen von über 100 Prozent aus. Während Berlin und Hamburg die
Fragen zur Weiterleitung an die Kommunen unter Verweis auf den Charakter eines Stadtstaates nicht beantworten,
stellt Bremen die Weiterleitung an die dortigen Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven dar.
Einige Länder weisen im Rahmen der Berichterstattung auf die aus ihrer Sicht unzureichende Beteiligung des
Bundes an den flüchtlings- und integrationsbezogenen Ausgaben der Länder hin. Zudem weisen einige Länder
Bundesbeteiligungsquoten von unter 20 Prozent aus. Diese sind aus Sicht des Bundes nicht nachvollziehbar.
Hierzu ist zunächst festzustellen, dass die Finanzstatistik die flüchtlings- und integrationsbezogenen Ausgaben
nicht separat ausweist. Die Abgrenzung erfolgt daher durch das jeweilige Land und ist damit uneinheitlich und
nicht vergleichbar.
Neben unterschiedlichen Abgrenzungen und Definitionen der Flüchtlingskosten ist die von einigen Ländern
vorgenommene Unterzeichnung der Bundesbeteiligungsquoten auch darauf zurückzuführen, dass diese zum Teil
lediglich auf das Verhältnis von flüchtlingsbedingten Ausgaben und im Zusammenhang mit Fluchtmigration
zusätzlich erhaltenen Umsatzsteuermitteln abstellen. Zu berücksichtigen sind jedoch weitere Maßnahmen des
Bundes jenseits der Umsatzsteuerverteilung, z. B. die Leistungen des Bundes für Geflüchtete nach SGB II und
SGB XII und die unmittelbar aus dem Bundeshaushalt finanzierten Integrationsleistungen.
Überblick über die bisherigen Bundesleistungen im Kontext Flucht und Migration
– in Mrd. Euro –
Jahr 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Bundesleistungen 20 21 23 23 23 22 28 29,8 28
Gliederung
Der Aufbau des Berichts und die dabei verwendete Nummerierung orientieren sich an den seinerzeitigen
Entschließungen des Deutschen Bundestages.
Der Bericht soll darlegen,
1.
a) wie sich der Bund in Umsetzung des von Bund und Ländern am 24. September 2015 beschlossenen
Konzepts an den gesamtstaatlichen Kosten beteiligt hat, die durch die Aufnahme von Asylbewerbern
und Flüchtlingen entstehen,
b) wie die Länder die Mittel eingesetzt haben.
Dabei soll dargestellt werden, wie die Länder die vom Bund erhaltenen Mittel an die Kommunen weitergegeben
haben in den Fällen, in denen die Kommunen Kostenträger sind.
(Bundestagsdrucksache 18/6588, Ziffer II., Nummer 1)
2. Ferner soll auch auf folgende Aspekte eingegangen werden:
a) Seitens der Länder ist sicherzustellen, dass die ab dem Jahr 2018 eintretende Entlastung von 5
Milliarden Euro pro Jahr in vollem Umfang als Entlastung bei den Kommunen ankommt, unabhängig vom
Transferweg – also neben 4 Milliarden Euro über den Umsatzsteueranteil der Gemeinden und über die
Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft auch die 1 Milliarde Euro über den Umsatzsteueranteil
der Länder.
b) Die Länder sollen ihrer Verantwortung für eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der
Kommunen auch im Bereich der Integrationskosten gerecht werden.
(Bundestagsdrucksache 18/10397, Seite 9, Ziffer 1)
Der Bericht enthält zunächst Ausführungen zu Ziffer 1 a) in Form einer Übersicht über die finanziellen Leistungen
des Bundes im Jahr 2024 sowie einer tabellarischen Darstellung der Bundesleistungen in den Jahren 2016 bis
2023 sowie für das Jahr 2024 eine Zusammenfassung ausgewählter Informationen der Länder zu den Ziffern 1 b)
und 2. Anschließend werden die von den Ländern erhaltenen Auskünfte länderweise im Detail wiedergegeben.
1. a) Beteiligung des Bundes an den gesamtstaatlichen Kosten, die durch die Aufnahme
von Asylbewerbern und Flüchtlingen entstehen
Für das zu berichtende Haushaltsjahr 2024 summieren sich die unmittelbaren kassenwirksamen, vor allem über
eine Erhöhung des Umsatzsteueranteils der Länder, gewährten Entlastungen von Ländern und Kommunen durch
den Bund auf insgesamt rund 1,85 Mrd. Euro. Hinzu kommen erhebliche Entlastungen durch Leistungen des
Bundes für Geflüchtete im SGB II und SGB XII und vom Bund finanzierte Integrationsleistungen.
Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Vorschusszahlung für das Jahr 2024 1.750 Mio. Euro
unentgeltliche Überlassung von Grundstücken zur Unterbringung von Asylbegehrenden und Flüchtlingen und
Erstattung der den Bedarfsträgern entstandenen angemessenen und notwendigen Herrichtungskosten durch die
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
104 Mio. Euro
Gesamt 1.854 Mio. Euro
1. b) Mittelverwendung durch die Länder
Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete;
Vorschusszahlung in Höhe von 1.750 Mio. Euro im Jahr 2024
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Land Mittel Bund * Weiterleitung
an Kommunen
Baden-Württemberg 235,6 1 teilweise
Bayern 276,7 vollständig
Berlin 77,0 Stadtstaat
Brandenburg 53,5 vollständig
Bremen 14,7 vollständig
Hamburg 38,9 Stadtstaat
Hessen 131,5 vollständig
Mecklenburg-Vorpommern 33,0 vollständig
Niedersachsen 167,9 vollständig
Nordrhein-Westfalen 377,7 2 vollständig
Rheinland-Pfalz 86,5 teilweise
Saarland 21,2 teilweise
Sachsen 84,8 vollständig
Sachsen-Anhalt 44,8 vollständig
Schleswig-Holstein 62,0 3 vollständig
Thüringen 44,2 4 vollständig
Gesamt 1.750
* Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (Zensus 2022). Abweichungen in der Summe durch Runden der Zahlen möglich.
1 Länderangabe Baden-Württemberg: auf Basis der vorläufigen Abrechnung 231,8 Mio. Euro.
2 Länderangabe Nordrhein-Westfalen: Ist 2024: 376,3 Mio. Euro.
3 Der regionalisierte Anteil für Schleswig-Holstein beträgt 60,3 Mio. Euro (Nettowirkung nach Finanzkraftausgleich und
Bundesergänzungszuweisungen).
4 Vorläufige Abrechnung der Umsatzsteuerverteilung und des Finanzausgleichs unter den Ländern für die Zeit vom Januar bis 31. Dezember
2024.
2. a) Entlastung der Kommunen in Höhe von jährlich 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an
der Umsatzsteuer im Zuge des 5 Mrd. Euro-Pakets – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Land Weiterleitung
an Kommunen
Baden-Württemberg vollständig
Bayern vollständig
Berlin Stadtstaat
Brandenburg teilweise (22 Prozent)
Bremen vollständig
Hamburg Stadtstaat
Hessen vollständig 1
Mecklenburg-Vorpommern vollständig 2
Land Weiterleitung
an Kommunen
Niedersachsen vollständig
Nordrhein-Westfalen vollständig
Rheinland-Pfalz teilweise (22,68 Prozent)
Saarland vollständig
Sachsen vollständig
Sachsen-Anhalt vollständig
Schleswig-Holstein vollständig 3
Thüringen vollständig
1 Über das Programm HESSENKASSE (Übernahme kommunaler Kassenkredite bzw. Investitionsförderung bei nicht mit Kassenkrediten
belasteten Kommunen).
2 Unter anderem über Zuführungen für die kommunale Entschuldung.
3 Über Infrastrukturprogramm für die Kommunen.
2. b) Verantwortung der Länder für eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der
Kommunen auch im Bereich der Integrationskosten
Die Länder gehen in ihren Antworten unterschiedlich auf diesen Sachverhalt ein. Einige Länder bestätigen
ausdrücklich, dass sie ihrer Verantwortung für eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen
auch im Bereich der Integrationskosten gerecht werden. Andere Länder nennen Maßnahmen, mit denen sie die
Kommunen in diesem Bereich unterstützt haben, siehe länderspezifische Anlagen.
Baden-Württemberg
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung: 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
231,8
231,8
In den
Anmerkungen
erläutert.
Das Land hat den Kommunen von den Mitteln
aus der Vorauszahlung auf die
Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch
Geflüchtete 229 Mio. Euro pauschal zur
Verfügung gestellt. Die Verteilung auf die
Kommunen ist nach von den kommunalen
Landesverbänden mitgeteilten Schlüsseln
erfolgt.
Gesamtbeträge: Baden-Württemberg erstattet den Stadt- und
Landkreisen gemäß § 15 FlüAG die Ausgaben
im Rahmen der vorläufigen Unterbringung.
Hierfür hat das Land 2024 insgesamt rund
850 Mio. Euro aufgewandt. Die Bundesmittel
wurden zur teilweisen Deckung dieser
Erstattungsleistungen an die Kommunen
verwendet.
1 Auf Basis der vorläufigen Abrechnung 2024.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig
Die Landesregierung hat den im Zuge der Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 erhöhten
Anteil des Landes an der Umsatzsteuer auch im Jahr 2024 den Kommunen im Rahmen des allgemeinen
Steuerverbunds vollständig weitergereicht.
Bundesmittel im Zusammenhang mit der Erhöhung des Umsatzsteueranteils zur Entlastung der Länder
und Kommunen bei den Kosten für Asylbewerber und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Die Beteiligung des Bundes an den Ausgaben der Länder für Asylsuchende von der Registrierung bis zur
Erteilung des Bescheides sowie die pauschale Zahlung für abgelehnte Geflüchtete betrifft Zeiträume, die
typischerweise in der Erstaufnahme (vgl. § 6 des Flüchtlingsaufnahmegesetzes des Landes Baden-Württemberg (FlüAG))
bzw. in der sogenannten „vorläufigen Unterbringung“ (§ 7 ff. FlüAG) verbracht werden. Für die Erstaufnahme
ist nach dem FlüAG in Baden-Württemberg das Land Aufgaben- und Ausgabenträger. Die vorläufige
Unterbringung erfolgt in den Stadt- und Landkreisen; das Land erstattet gemäß § 15 FlüAG die den Kreisen entstehenden
Ausgaben. Die Bundesbeteiligung umfasst mithin Zeiträume, die vollständig in die Ausgabenträgerschaft des
Landes fallen.
Das Land hat den Kommunen dennoch annähernd die gesamten Mittel aus der Vorschusszahlung auf die
Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, pauschal zur Verfügung gestellt (229 Mio. Euro). Die
Verteilung auf die Kommunen ist nach von den kommunalen Landesverbänden mitgeteilten Schlüsseln erfolgt.
Für die Erstattung an die Stadt- und Landkreise von Aufwendungen für die Aufnahme, Unterbringung und
Betreuung von Flüchtlingen im Rahmen der vorläufigen Unterbringung hat das Land im Haushaltsjahr 2024 rund
850 Mio. Euro aufgewendet.
Die Fallkosten für die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten, minderjährigen Ausländerinnen und
Ausländern nach Maßgabe des § 89d SGB VIII werden vom Land den Landkreisen, den Stadtkreisen und den zu
örtlichen Trägern der Jugendhilfe bestimmten kreisangehörigen Gemeinden in voller Höhe erstattet. Diese
betrugen im Jahr 2024 rund 181 Mio. Euro.
Des Weiteren trägt das Land allein oder zum großen Teil die Kosten der sozialen Begleitung und der
Sprachförderung sowie weiterer Maßnahmen im schulischen und vorschulischen Bereich.
Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 in Höhe von 5 Mrd. Euro
Die Landesregierung hat den im Zuge der Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 erhöhten Anteil
des Landes an der Umsatzsteuer auch im Jahr 2024 den Kommunen im Rahmen des allgemeinen Steuerverbunds
vollständig weitergereicht und wird dies auch zukünftig veranlassen.
Die Bundesbeteiligung für die Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) fließt dem Land bei Kapitel 0703 Titel
231 01 „Zuweisungen des Bundes für die Kosten der Unterkunft und Heizung gem. § 46 Abs. 5 - 11 SGB II“ zu.
Die Ausgaben fließen bei Kapitel 0703 Titel 633 02 „Erstattungen an Gemeinden und Gemeindeverbände aus den
Zuweisungen des Bundes für die Kosten der Unterkunft und Heizung gem. § 46 Abs. 5 - 11 SGB II“ ab. Das Land
reicht diese Mittel 1:1 an die Kommunen weiter.
Bayern
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
276,7
Die jährliche Pauschale des Bundes
in Höhe von 7.500 Euro wird nur für
Asylerstantragstellerin bzw.
Asylerstantragsteller gewährt. Die
Bundesmittel werden
zweckentsprechend in vollem
Umfang zur teilweisen Finanzierung
der Ausgaben im "Zuwanderungs-
und Integrationsfonds" verwendet. In
diesem Fonds sind sämtliche
Ausgaben des Freistaates Bayern für
die Bereiche Asyl und Integration
zusammengefasst. Darin enthalten
sind auch erhebliche Zahlungen an
die Kommunen. Insbesondere
erstattet der Freistaat Bayern den
Kommunen sämtliche Kosten nach
dem AsylbLG. Der Freistaat Bayern
ist also Kostenträger für alle
Leistungen nach dem AsylbLG.
Durch eine praxisnahe und flexible
Fehlbelegerregelung wird zudem
insbesondere auch für die
Geflüchteten aus der Ukraine eine
Nutzung von
Asylbewerberunterkünften
ermöglicht, für die der Freistaat
Bayern Kostenträger ist.
Des Weiteren erstattet der Freistaat
Bayern beispielsweise auch den
Bezirken die Kosten für die
Unterbringung, Versorgung und
Betreuung ausländischer
unbegleiteter Minderjähriger und
beteiligt sich an den Kosten der
Unterbringung, Versorgung und
Betreuung junger ausländischer
Volljähriger in Form von Pauschalen.
276,7
In den
Anmerkungen
erläutert.
Die Ausgaben des Landes im Bereich Asyl und
Integration, einschließlich der Leistungen an die
Kommunen, sind im „Zuwanderungs- und
Integrationsfonds“ (siehe Vorbemerkung zu
Kapitel 03 13) dargestellt. Die Leistungen des
Landes
an die Kommunen für Unterbringung und
Integration übersteigen die Entlastungsmittel des
Bundes erheblich.
Gesamtbeträge:
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig Siehe textliche Erläuterung unter „Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 in Höhe von
5 Mrd. Euro“
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Der Freistaat Bayern fördert eine Vielzahl von Integrationsmaßnahmen zur Unterstützung der Kommunen und
kommt somit seinen Verpflichtungen gegenüber den Kommunen auch im Bereich Integration umfassend nach.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Leistungen des Freistaates Bayern an die Kommunen für Unterbringung und
Integration die Entlastungsmittel des Bundes erheblich übersteigen.
Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 in Höhe von 5 Mrd. Euro
Der Freistaat Bayern leitet den auf Bayern entfallenden Anteil an der Erhöhung des Umsatzsteuer- Länderanteils
in Höhe von 155 Mio. Euro an seine Kommunen weiter. Die Mittel werden über eine Erhöhung der
Schlüsselzuweisungen im kommunalen Finanzausgleich an die Kommunen verteilt.
Der Umsatzsteueranteil der Gemeinden fließt den Kommunen vollständig zu. Die Bundesbeteiligung an den
Kosten der Unterkunft wird in voller Höhe vom Freistaat Bayern an die Kommunen weitergeleitet.
Berlin
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung: 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen Anmerkungen
77,0
Ausgaben nach dem AsylbLG
(vorläufig )
Gesamtbeträge: 617,8
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
Stadtstaat
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Weitergabe an Kommunen
Stadtstaat
Da sich die Bundesunterstützung auf die Asylerstanträge konzentriert, wird zu den Ausgaben nach dem AsylbLG
berichtet. Darüber hinaus hat das Land weitere hohe Ausgaben im Bereich Flucht getragen. Insbesondere im
Bereich der Unterbringung entstehen Kosten, die über die Transferausgaben nicht abgebildet werden.
Das Land Berlin als Stadtstaat kennt eine Weiterleitung von Einnahmen an die Kommunen in der dargestellten
Art nicht. Einnahmen fließen im Rahmen des Gesamtdeckungsprinzips dem Haushalt zu, die Bezirke werden
mittels eines eigenen Verfahrens budgetiert. Dies betrifft auch die Einnahmen aus dem sogenannte 5-Mrd.-Paket.
Die genannte Budgetierung stellt auch eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Berliner Bezirke
im Bereich der Integration sicher.
Brandenburg
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung: 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
53,5
Landesaufnahmegesetz 323,0 323,0
Zentrale Ausländerbehörde ZABH 94,0
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge 39,5 39,5
Kinder und Jugendliche im
schulischen Bereich
54,7
Kinder und Jugendliche im
außerschulischen Bereich
57,9 57,9
Integration und Weiteres 31,2 5,6
Gesamtbeträge: 600,3 426,0
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
teilweise Von der einen Mrd. Euro, die über den Länderanteil an der Umsatzsteuer im Zusammenhang mit dem Gesetz
zur Beteiligung des Bundes an den Integrationskosten der Länder und Kommunen verteilt wird, flossen im
Land Brandenburg im Jahr 2024 22,43 Prozent des Anteils den Kommunen über die Verbundquote des
Brandenburgischen Finanzausgleichsgesetzes zu und stehen somit zusätzlich für Eingliederungsmaßnahmen
der Kommunen zur Verfügung.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
In Brandenburg gilt das strikte Konnexitätsprinzip, das den Kommunen für übertragene Aufgaben eine entsprechende Kostenerstattung garantiert.
Von den 600,3 Mio. Euro der Ausgaben für Flüchtlingsaufnahme, -unterbringung und Integration im Jahr 2024 sind direkt 426,0 Mio. Euro an
die Kommunen geflossen. Das Land ist seiner Verantwortung für eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich
der asylbedingten Kosten gerecht geworden.
Bremen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen Anmerkungen
14,7
Entlastung der kommunalen
Gesamthaushalte von den
flüchtlingsbedingten Aufwendungen
14,7 14,7 pauschale, vollständige Weiterleitung
Gesamtbeträge: 14,7 14,7
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig
In Bezug auf die 5 Mrd. Euro-Entlastung des Bundes für Kommunen wurde die entsprechende Weiterleitung
des bremischen Anteils an die beiden Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven in den Haushalten dauerhaft
abgesichert.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Die aufgabenangemessene Ausstattung der Kommunen im Allgemeinen und darunter auch im Bereich der Integrationskosten erfolgt über die
Regelungen im Finanzzuweisungsgesetz in Bremen. Die Zuweisungen des Landes dienen nach § 1 Absatz 1 des Finanzzuweisungsgesetzes der
Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs der Gemeinden zur Erfüllung ihrer Aufgaben.
Das Land Bremen hat im Jahr 2024 die im Rahmen der Anfrage in Rede stehende allgemeine Pauschalentlastung
für Mehrbelastungen durch Geflüchtete (1,75 Mrd. Euro bundesweit) hinsichtlich der auf das Land Bremen
entfallenen Anteile vollständig an die Kommunen zur Entlastung der kommunalen Gesamthaushalte von den
flüchtlingsbedingten Aufwendungen weitergeleitet – entsprechend des Verteilungsschlüssels nach dem
Landesaufnahmegesetz im Verhältnis 80:20 für die Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven.
Bremen ist weiterhin in hohem Maße in finanzieller Hinsicht von der Flüchtlingsmigration belastet. So war es
u. a. seitens des Landes Bremen im Berichtsjahr 2024 erforderlich, eine außergewöhnliche Notsituation auch im
Kontext der Folgen des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Aufwendungen für Geflüchtete zu erklären.
Das Land Bremen hat die notlagenbedingten Ausgaben der Kommunen, darunter auch solche im Bereich der
Integrationskosten wie z. B. Beschulung und Betreuung von ukrainischen geflüchteten Kindern und Jugendlichen,
aus landesseitigen Notlagenfinanzierungen erstattet bzw. erbracht. Diese wurden im Rahmen der Aufstellung der
Haushalte 2025 in den regulären Haushalt überführt und verstetigt. Die allgemeine Finanzausstattung der
Kommunen richtet sich nach dem bremischen Finanzzuweisungsgesetz.
Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 in Höhe von 5 Mrd. Euro
In Bezug auf die 5 Mrd. Euro-Entlastung des Bundes für Kommunen wurde die entsprechende Weiterleitung des
bremischen Anteils an die beiden Stadtgemeinden in den Haushalten abgesichert.
Hamburg
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
38,9
Mehrkosten für die
öffentlichrechtliche Folgeunterbringung von
Ukraine- und sonstigen Flüchtlingen
252
Mehrkosten für die Unterbringung und
Versorgung von Flüchtlingen in
Erstaufnahmen
77
entfällt
Beträge sind Mehraufwendungen, die
anteilig durch die Bundesmittel gedeckt
worden sind.
Mehrkosten nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz
50
Mehrkosten laufend SGB II-KdU für
Ukraine- und sonstige Flüchtlinge
(netto, nach Abzug
Bundeserstattungen)
90
Mehrkosten für unbegleitete
minderjährige Ausländer (umA)
insbesondere bei den ambulanten und
stationären Hilfen zur Erziehung
45
Mehrkosten für die Unterbringung und
Betreuung von umA
23
Mehrkosten für Flüchtlinge im Bereich
Arbeitsmarktpolitik
3
Mehrkosten zur Förderung der
Integration von Flüchtlingen (Beratung
Unterstützung)
3
Mehrkosten für die basismedizinische
Versorgung von Ukraine-Flüchtlingen
3
Mehrkosten für Hilfen zur Pflege nach
Kapitel 7 SGB XII für Ukraine-
Flüchtlinge
5
Gesamtbeträge: 550
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
In der Freien und Hansestadt Hamburg sind staatliche und gemeindliche Tätigkeiten nicht getrennt (Artikel 4 der Hamburger Verfassung).
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
In der Freien und Hansestadt Hamburg sind staatliche und gemeindliche Tätigkeiten nicht getrennt (Artikel 4 der Hamburger Verfassung).
Die Freie und Hansestadt Hamburg weist darauf hin, dass eine Berichtspflicht der Länder d. E. nicht mehr besteht
und die bisherigen Berichte schon eindeutig belegt haben, dass die den Ländern entstehenden diesbezüglichen
Kosten um ein Vielfaches über dem Volumen der vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel liegen.
Die Angaben in der anliegenden Tabelle bilden die in Hamburg entstandenen Flüchtlingskosten nicht vollständig
ab, da vielfach auch Regelangebote von geflüchteten Personen in Anspruch genommen werden, so dass eine
Abgrenzung nicht in jedem Fall leistbar ist.
Abweichend zu den Vorjahresberichten sind 2024 die Flüchtlingskosten im Bereich Beschulung nicht
ausgewiesen. Auf Grund des verspäteten Abfrageeingangs in unserem Fachbereich fehlte die erforderliche Zeit zur
Erhebung dieser Daten. Die Aufwendungen für Kosten der Unterkunft nach dem SGB II sind als Nettokosten in die
Berechnung eingegangen. Die ermittelten Angaben stehen unter dem Vorbehalt des noch nicht vorliegenden
Abschlusses des Haushaltsjahres 2024.
Für das Jahr 2024 sind in Hamburg entsprechend der in der Anlage vorgesehenen Differenzierung
flüchtlingsbedingte Kosten (mit Ukraine-Flüchtlingen) von rund 550 Mio. Euro entstanden. Die entsprechende
einwohnerbezogene Beteiligung des Bundes an den ermittelten flüchtlingsbedingten Kosten Hamburgs beträgt rechnerisch
rund 7,1 Prozent.
Da die Bundesmittel nur einen Teil des Aufwandes decken und pauschal über die Umsatzsteuerverteilung
bereitgestellt worden sind, ist insgesamt ein unmittelbarer Bezug der entstandenen Kosten zu den Bundeserstattungen
nicht differenziert herstellbar. Die in der Anlage als Anteil Hamburgs dargestellten Bundesmittel sind im Ergebnis
auch im Jahr 2024 in vollem Umfang entsprechend ihrem Verwendungszweck eingesetzt worden.
Die ermittelten Beträge stellen überwiegend auf entstandene Mehrkosten und nicht auf die flüchtlingsbedingten
Gesamtkosten ab, so dass die oben genannten rechnerisch ermittelten Beteiligungsanteile rechnerisch zu hoch
ausgewiesen werden und tatsächlich darunter liegen. Die Darstellung der Mittelverwendung orientiert sich
inhaltlich an den benannten Kategorien.
In der Freien und Hansestadt Hamburg sind staatliche und gemeindliche Tätigkeiten nicht getrennt (Artikel 4 der
Hamburger Verfassung). Insofern entfallen die gewünschten Angaben zur finanziellen Entlastung der Kommunen
in der Berichterstattung.
Es ist erneut darauf hinzuweisen, dass Hamburg in den vergangenen acht Jahren bei den flüchtlingsbezogenen
Kosten insgesamt Aufwendungen in einem sehr viel erheblicheren Ausmaß hatte als nach der ursprünglichen
Vereinbarung zur gemeinsamen Wahrnehmung der gesamtstaatlichen Verantwortung für die Bewältigung der
Flüchtlingskrise vorgesehen war.
Hessen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag 2 an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
131,5
Entlastung bei den Ausgaben für die
Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen
Kapitel 08 01, Produkt 6
205,2 11,5 Allgemeine Erstattungen
Entlastung bei den Ausgaben für das
Landesaufnahmegesetz Kapitel 08 05,
Produkt 4
521,5 494,2 Pauschalen sowie Krankenkostenerstattung
nach dem Landesaufnahmegesetz
Entlastung bei den Ausgaben für
unbegleitete, minderjährige Ausländer
Kapitel 08 05, Produkt 13
204,7 204,7 Erstattungen nach dem SGB VIII
Gesamtbeträge: 931,4 710,4
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
2 Der für Hessen ermittelte Anteil an den Bundesmitteln wurde berechnet nach dem hessischen Nettoanteil, der sich nach
Durchführung des Finanzausgleichs ergibt.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig Siehe textliche Erläuterung unter „Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 in Höhe von
5 Mrd. Euro“
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Weitergabe an Kommunen
1. Integrationspauschale 3.000 Euro pro Person einmalig im Rahmen der Erstattungen nach dem Hessischen Integrations- und Teilhabegesetz
(IntTG) (wird über das LAG abgerechnet; Gesamtsumme LAG: rund 521,5 Mio. Euro, davon an Kommunen rund 494,2 Mio. Euro);
2. Ausgaben für sonstige Flüchtlings- und Integrationszwecke (Gesamtsumme rund 270,6 Mio. Euro „Asyl im weiteren Sinne“), von denen
teilweise auch die Kommunen profitieren;
3. weitere freiwillige Leistungen zur Betreuung und Integration (Gesamtsumme rund 6,8 Mio. Euro, davon an Kommunen rund
0,06 Mio. Euro).
Die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen sowie die erforderlichen Integrationsmaßnahmen stellen auch
weiterhin die öffentlichen Haushalte in Hessen vor enorme finanzielle Herausforderungen. Im Jahr 2024 hat das
Land Mittel von insgesamt rund 1.208,7 Mio. Euro für 2024 für den Asylbereich zur Verfügung gestellt. Dieser
Betrag zeigt, dass die vom Bund bereitgestellten Mittel zwar einen spürbaren Beitrag zur Finanzierung dieser
gesamtgesellschaftlichen Aufgabe leisten, der überwiegende Teil aber vom Land selbst erbracht werden muss.
Die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel für das Jahr 2024 in Höhe von rund 131,5 Mio. Euro wurden
vollständig zur Finanzierung der Flüchtlings- und Integrationsleistungen in Hessen eingesetzt. Die Ausgaben des
Landes für den Asyl- und Flüchtlingsbereich im Landeshaushalt beliefen sich insgesamt auf rund 1.208,7 Mio.
Euro (davon rund 938,2 Mio. Euro für die Aufnahme und Unterbringung sowie rund 270,6 Mio. Euro für sonstige
Flüchtlings- und Integrationszwecke (jeweils Istwerte)). Davon flossen insgesamt rund 710,5 Mio. Euro an die
Kommunen.
Das Land Hessen hat damit auch im Jahr 2024 wieder einen Großteil der Finanzierung der Asyl- und
Flüchtlingsausgaben erbracht. Zudem zahlt es erheblich mehr Mittel an die Kommunen als es vom Bund erhält.
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung: 1.750 Mio. Euro)
Das Land Hessen hat im Jahr 2024 für die Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen
(„Asylbereich im engeren Sinn“: Erstaufnahmeeinrichtungen, Landesaufnahmegesetz, unbegleitete
minderjährige Ausländer, Flüchtlingsbetreuung und Integration) rund 938,2 Mio. Euro (Vorjahr: rund 752 Mio. Euro)
verausgabt.
Für die Hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen wurden Ausgaben in Höhe von rund 205,2 Mio. Euro (Vorjahr:
rund 232 Mio. Euro) und für die Ausführung des Landesaufnahmegesetzes, das die Zuweisung von Flüchtlingen
auf die Kommunen sowie den damit verbundenen pauschalen Kostenausgleich zwischen Land und Bund regelt,
rund 521,5 Mio. Euro (Vorjahr: rund 387 Mio. Euro) getätigt. Hinzu kommen Landesausgaben für unbegleitete
minderjährige Ausländer in Höhe von rund 204,7 Mio. Euro (Vorjahr: rund 126 Mio. Euro).
Aus den Mitteln des Landesaufnahmegesetzes wurden im Jahr 2024 rund 494,2 Mio. Euro (Vorjahr: rund
356 Mio. Euro) an die hessischen Kommunen ausgezahlt. Zudem erhielt die kommunale Ebene als Erstattung für
die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern insgesamt rund 204,7 Mio. Euro (Vorjahr: rund
126 Mio. Euro).
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Aus dem Landeshaushalt 2024 wurden neben den unter 1. aufgeführten Mitteln für die Aufnahme und
Unterbringung weitere rund 270,6 Mio. Euro für sonstige Flüchtlings- und Integrationszwecke – über zahlreiche Produkte
und Einzelpläne verteilt – zur Verfügung gestellt, die insbesondere für Maßnahmen im Bildungs- und
Arbeitsmarktbereich sowie in der Sprachförderung eingesetzt wurden („Asylbereich im weiteren Sinne“).
Schließlich wurde im Rahmen der Erstattungen nach dem Hessischen Integrations- und Teilhabegesetz (IntTG)
eine einmalige Integrationspauschale in Höhe von 3.000 Euro pro Person an die Kommunen gezahlt. Die Zahlung
der Integrationspauschale war bis 2023 im LAG geregelt, seit 2024 im Hessischen Integrations- und
Teilhabegesetz (IntTG). Im Zuge des Abrechnungsprozesses erfolgt keine Trennung von den Pauschalen nach dem LAG
(Gesamtausgabe LAG: rund 521,5 Mio. Euro, davon an Kommunen rund 494,2 Mio. Euro („Asylbereich im
engeren Sinn“).
Informationen zur Verwendung der 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer im Zuge
des 5 Mrd.-Euro-Pakets
Die im „Gesetz zur Beteiligung des Bundes an den Kosten der Integration und zur weiteren Entlastung von
Ländern und Kommunen“ beschlossene Erhöhung der Beteiligung des Bundes an den KdU im SGB II und die
Erhöhung des Umsatzsteueranteils der Gemeinden ab 2018 fließen entsprechend der gültigen Regelungen unmittelbar
und in voller Höhe in die Kommunen. Die vom Bund über den Umsatzsteueranteil der Länder bereitgestellte eine
Milliarde Euro kommt – im Einvernehmen mit den Kommunalen Spitzenverbänden – den hessischen Kommunen
über das Programm HESSENKASSE zugute. Das Land hat mit diesem Programm im Jahr 2018 rund 4,9 Mrd.
Euro an kommunalen Kassenkrediten bei den Kommunen abgelöst. Die Bundesmittel dienen der erforderlichen
Refinanzierung des Entschuldungsprogramms, die bis zum Jahr 2048 läuft.
Mecklenburg-Vorpommern
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen Anmerkungen
33,0
Erstattungen
Flüchtlingsaufnahmegesetz,
Kosten unbegleitete Flüchtlinge,
Integrationsmaßnahmen
33,0 33,0 Die Mittel werden vollständig
weitergegeben. Die tatsächlichen Ausgaben
übersteigen die Bundesmittel bei Weitem.
Gesamtbeträge: 33,0 33,0
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständige Weitergabe
Die Mittel werden über den kommunalen Finanzausgleich vollständig an die kommunale Ebene weitergegeben
(Schlüsselzuweisungen sowie zusätzliche Zuweisungen für die kommunale Entschuldung, vergleiche § 10
Absatz 2 des Finanzausgleichsgesetzes Mecklenburg- Vorpommern).
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Das Land Mecklenburg-Vorpommern sorgt unter anderem durch hohe Finanzausgleichsleistungen und die Vollkostenerstattungen im
Flüchtlingsaufnahmegesetz dafür, dass die Kommunen über eine sehr gute und aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung auch im Bereich der
Integration verfügen. Zudem werden gezielt Mittel für die Integration zur Verfügung gestellt, insbesondere über den Integrationsfonds
Mecklenburg-Vorpommern und über finanzkraftunabhängige, flüchtlingsbezogene Zuweisungen im Finanzausgleichsgesetz Mecklenburg-Vorpommern.
Allein im Bereich der Erstattungen und Zuweisungen an die Kommunen für flüchtlings- und integrationsbezogene Zwecke wurden im Jahr 2024
rund 363 Mio. Euro über den Landeshaushalt zur Verfügung gestellt.
Niedersachsen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an Kommunen Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
167,9
167,9 100 Prozent
(beinhaltet auch
mittelbare
Weiterleitung)
In den Erläuterungen beschrieben.
Gesamtbeträge: 1.027,6 (Ist-Ausgaben
Niedersachsen)
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
100 Prozent Auszahlung an Landkreise und kreisfreie Städte
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Aus haushaltssystematischen Gründen lassen sich nicht für alle Maßnahmen und Erstattungen die
entsprechenden Ist-Zahlen für 2024 auswerten. Das liegt darin begründet, dass oftmals vorhandene Haushaltsansätze
um flüchtlingsbedingte (Mehr-)Ausgabebedarfe verstärkt wurden. Im Haushaltsvollzug lässt sich in diesen
Fällen ohne besonderen Rechercheaufwand nicht nachvollziehen, ob eine Ausgabe aus flüchtlingsbedingten
oder anderen Gründen geleistet wird.
Darüber hinaus folgende ergänzende Erläuterungen:
Niedersachsen hatte im Jahr 2024 flüchtlingsbedingte Ausgaben im Umfang von rund 970,28 Mio. Euro für
die vier großen Ausgabeblöcke:
⎯ Kostenabgeltungspauschale nach dem Niedersächsischen Aufnahmegesetz,
⎯ Kostenausgleich nach dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum SGB II für flüchtlingsbedingte
Mehraufwendungen,
⎯ Erstattung aufgewendeter Kosten der Kinder- und Jugendhilfe (unbegleitete minderjährige
Asylbewerber) sowie
⎯ Landesaufnahmebehörde Niedersachsen
⎯ veranschlagt.
Die Ist-Ausgaben betrugen allein für diese vier Ausgabenblöcke im Jahr 2024 rund 1.027,61 Mio. Euro
(Stand: vorläufiger Abschluss). Daraus lässt sich schlussfolgern, dass – auch bei Einbeziehung der vom
Bund zur Verfügung gestellten Pauschale für flüchtlingsbezogene Zwecke – die flüchtlingsbedingten
Ausgaben des Landes auch im Ist überwiegend aus originären Landesmitteln finanziert wurden.
Nordrhein-Westfalen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
376,3
376,3 376,3 In den Erläuterungen beschrieben.
Gesamtbeträge: 376,3
1 Ist 2024.
Die vom Bund für Mehrbelastungen durch Geflüchtete zur Verfügung gestellten Mittel wurden in einer
Gesamtschau in Höhe von 376,3 Mio. Euro an die Kommunen weitergegeben.
Darüber hinaus ist den nordrhein-westfälischen Kommunen ein wesentlicher Teil der im Haushaltsjahr 2024 für
die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung der Asylbewerber und Flüchtlinge verausgabten Mittel nach
Maßgabe des Gesetzes über die Zuweisung und Aufnahme ausländischer Flüchtlinge (Flüchtlingsaufnahmegesetz -
FlüAG) zur Verfügung gestellt worden. Die Zuweisungen an die Kommunen als sogenannte FlüAG-Pauschalen
beliefen sich im Haushaltsjahr 2024 auf rund 569 Mio. Euro. Weitere 15,5 Mio. Euro wurden durch das
Kreisunterstützungsgesetz an die Kreise zugewiesen.
Zudem beteiligt sich das Land Nordrhein-Westfalen gemäß dem Gesetz über Ausgleichszahlungen für geduldete
Personen maßgeblich an den Kosten der Kommunen für geduldete Personen. Im Jahr 2024 lag diese Beteiligung
bei 100 Mio. Euro.
Des Weiteren erhielten die Kommunen im Jahr 2024 rund 15,3 Mrd. Euro auf Grundlage des
Gemeindefinanzierungsgesetzes 2024. Diese Zuweisungen konnten von den Kommunen auch dafür verwendet werden, die
flüchtlingsbedingten Ausgaben vor Ort besser zu bewältigen.
Im laufenden Jahr erfolgt eine Erhöhung der Zuweisungen durch das Land Nordrhein-Westfalen auf Basis des
Gemeindefinanzierungsgesetzes 2025 um rund 443 Mio. Euro.
Die ab dem Jahr 2023 vom Bund gezahlte allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete
hat unter anderem die bisher gezahlte Pauschale für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge abgelöst.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2024 für die Unterbringung und Versorgung von unbegleiteten
minderjährigen Flüchtlingen Zahlungen in Höhe von rund 347 Mio. Euro an die Kommunen geleistet. Dazu ist
anzumerken, dass die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge – auch durch den Flüchtlingsstrom aus der
Ukraine – im Jahr 2022 erheblich angestiegen ist. Aufgrund des den Kommunen zur Verfügung stehenden
Abrechnungszeitraums von vier Jahren ist mit einem hohen Mehrbedarf in den kommenden Jahren zu rechnen. Dafür
spricht insbesondere, dass die Ausgaben in diesem Bereich im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund
147 Mio. Euro gestiegen sind.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig Die Landesregierung leitet den im Zuge der Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 erhöhten Anteil
des Landes an der Umsatzsteuer mit dem Gemeindefinanzierungsgesetz vollständig an die Kommunen weiter.
Verantwortung der Länder zu einer aufgabenangemessenen finanziellen Ausstattung der Kommunen
auch im Bereich der Integrationskosten
Von den im Jahr 2024 insgesamt beim Land Nordrhein-Westfalen angefallenen flüchtlingsbedingten Ausgaben
in Höhe von rund 2.967 Mio. Euro sind rund 1.283 Mio. Euro für Zuweisungen an die Kommunen verwendet
worden. Die Zuweisungen des Landes an die Kommunen haben im Jahr 2024 insgesamt rund das 3,4-fache der
Einnahmen aus der Beteiligung des Bundes betragen.
Die vom Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 für Integration eingeplanten Mittel wurden zu rund 75 Prozent
den Kommunen zur Verfügung gestellt. Hingegen hat der Bund den Ländern im Jahr 2024, wie auch schon im
Vorjahr 2023 keine Integrationspauschale mehr zur Verfügung gestellt, sodass dementsprechend auch keine
zusätzlichen Mittel an die Kommunen weitergeleitet werden konnten.
Das Land Nordrhein-Westfalen erstattet den Kommunen die Aufwendungen für die unbegleiteten minderjährigen
Flüchtlinge in voller Höhe. Die bisher vom Bund gezahlte Pauschale für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
entfiel ab dem Jahr 2023. Durch diesen Wegfall tragen die Länder die volle finanzielle Last für den benannten
Bereich. Im Jahr 2024 zahlte das Land Nordrhein-Westfalen rund 347 Mio. Euro für die Unterbringung und
Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge - auch
durch den Flüchtlingsstrom aus der Ukraine – seit dem Jahr 2022 erheblich angestiegen ist. Aufgrund des den
Kommunen zur Verfügung gestellten Abrechnungszeitraums von vier Jahren ist mit einem hohen Mehrbedarf in
den kommenden Jahren zu rechnen. Dafür spricht insbesondere, dass die Ausgaben in diesem Bereich im Jahr
2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 147 Mio. Euro gestiegen sind. Seit Jahren leisten die Länder im
Verhältnis zum Bund (bis 2022: 75 Mio. Euro an Nordrhein-Westfalen) deutlich höhere finanzielle Aufwendungen
für diesen Bereich.
Darüber hinaus erhielten die Kommunen im Jahr 2024 rund 15,3 Mrd. Euro auf Grundlage des
Gemeindefinanzierungsgesetzes 2024. Diese Zuweisungen konnten von den Kommunen auch dafür verwendet werden, um die
flüchtlingsbedingten Ausgaben vor Ort besser zu bewältigen.
Im laufenden Jahr erhöht das Land Nordrhein-Westfalen die Zuweisungen auf Basis des
Gemeindefinanzierungsgesetzes 2025 um 443 Mio. Euro.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Die Landesregierung leitet den im Zuge der Bundesentlastung für Kommunen ab dem Jahr 2018 erhöhten Anteil
des Landes an der Umsatzsteuer mit dem Gemeindefinanzierungsgesetz vollständig an die Kommunen weiter.
Rheinland-Pfalz
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
86,5
Erstattungen an Kommunen nach
§ 3e des Landesaufnahmegesetzes,
Jugendhilfe für Leistungsberechtigte
ohne gewöhnlichen Aufenthalt und
für Deutsche im Ausland
86,5 84,5
Im Jahr 2024 hat das Land Sonderzahlungen
nach dem Landesaufnahmegesetz in Höhe von
267,2 Mio. Euro an die Kommunen geleistet.
Hiervon sind 67,2 Mio. Euro direkt auf die
Bundeszahlungen zurückzuführen. Die
Betragsdifferenz zur Bundeszahlung ergibt sich aus der
entfallenen UMA-Erstattung. Das Land trägt
aber auch nach Entfall der Pauschale für
unbegleitete, minderjährige Geflüchtete in Höhe von
350 Mio. Euro die Kosten für die Inobhutnahme
minderjähriger Flüchtlinge.
Daneben bestehen die regulären Erstattungen
nach dem Landesaufnahmegesetz. Zudem trägt
das Land die vollständigen Ausgaben für den
Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtungen für
Asylbegehrenden.
Die Gesamtausgaben des Landes für die
Fluchtaufnahme sowie die regulären Erstattungswege
und die Sonderzahlung an die Kommunen lagen
im Jahr 2024 insgesamt weit über dem Betrag
von 86,5 Mio. Euro.
Gesamtbeträge:
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
teilweise Hinsichtlich der für ab dem Jahr 2018 geltenden 5 Mrd. Euro finanziellen Entlastung der Kommunen durch den
Bund im Zusammenhang mit dem Bundesteilhabegesetz und der Eingliederungshilfe gilt folgende Regelung in
Rheinland-Pfalz: Der Anteil des Landes an dem Teilbetrag der 1 Mrd. Euro, die über den Länderanteil an der
Umsatzsteuer verteilt wird, beträgt rund 48 Mio. Euro. Mit der Umstellung beim kommunalen Finanzausgleich
(KFA) vom Steuerverbundsystem zum bedarfsorientierten KFA ab dem 1. Januar 2023 erfolgt künftig die
Weiterleitung der Mittel über den rechnerischen Verbundsatz. Diese Mittel gingen auch im Jahr 2024 mit dem
rechnerischen Verbundsatz in Höhe von 22,68 Prozent – also mit rund 10,9 Mio. Euro – in den kommunalen
Finanzausgleich ein. Diese Vorgehensweise wurde gewählt, da die Entlastung in Höhe von 5 Mrd. Euro von Anfang an
und auch im Rahmen des Koalitionsvertrages stets im Zusammenhang mit der Belastung aus der
Eingliederungshilfe zugesagt wurde. Diese Sozialausgaben werden in Rheinland-Pfalz zur Hälfte vom Land getragen, dem mit
rund 37,1 Mio. Euro aber nur ein weit geringerer Anteil an den Entlastungsmitteln zukommt.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Das Land Rheinland-Pfalz unterstützte die Kommunen im Jahr 2024 durch Erstattungen gemäß Landesaufnahmegesetz, zum einen mit einer
Monatspauschale bis zur Erteilung eines Erstbescheids im Rahmen des Asylverfahrens und zum anderen durch eine 35 Mio. Euro-Pauschale für
etwaige flüchtlingsbezogene Kosten, die nach Erteilung des Erstbescheids anfallen. Auf die oben genannten weiteren Entlastungen der
Kommunen wird an dieser Stelle verwiesen. Weitere Haushaltsstellen für Erstattungen gegenüber Kommunen finden sich im Haushaltsplan des
Integrationsministeriums.
Das Land hatte auch im Jahr 2024 insgesamt wesentlich höhere Gesamtausgaben für den Flüchtlings- und
Integrationsbereich als Bundesmittel zur Verfügung standen. Neben dem Betrieb der Erstaufnahmeeinrichtungen und
den Erstattungen nach dem Landesaufnahmegesetz übernimmt das Land auch weiterhin die vollständige
Kostenerstattung bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, auch nach Wegfall der Pauschale des Bundes ab
2023. Weiterhin entstehen dem Land dauerhaft erhebliche Ausgaben im Zusammenhang mit der Integration
anerkannter Flüchtlinge. Dies sind insbesondere Ausgaben im Bildungsbereich, bei der Finanzierungsbeteiligung
des Landes im Bereich der Kindertagesbetreuung, Qualifizierungsprojekte zur beruflichen Integration der
Flüchtlinge sowie Ausgaben für den Bereich der inneren Sicherheit.
Saarland
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an Kommunen Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
21,2
Verteilung unmittelbar über den
Kommunalen Finanzausgleichs (KFA)
(Verbundquote 20,573 Prozent)
4,4 4,4 Ein Teilbetrag von rund 3,0 Mio. Euro ist
als Bestandteil des originär für 2024
veranschlagten KFA ausgezahlt worden. Der
verbleibende Betrag in Höhe von 1,4 Mio.
Euro wurde als vorweggenommener Teil der
Spitzabrechnung 2026 für das Jahr 2024
ausgezahlt.
Beschluss zur Weiterleitung über den
KFA-Anteil hinaus
11,3 11,3 Gemäß Beschluss des saarländischen
Landtages vom Dezember 2024 ausgezahlt.
Kostenerstattungen an Gemeinden
nach § 3 des
Landesaufnahmegesetzes (LAG) im Jahr 2024
5,5 5,5 Die Erstattung erfolgt spitzabgerechnet auf
Antrag und betrug in 2024 16,3 Mio. Euro.
Die verbleibenden Bundesmittel reichen nur
zur Kompensation eines Drittels der hierfür
angefallenen Kostenerstattungen.
Aktuell liegen für die Jahre 2022 bis 2024
noch nicht abschließend bearbeitete und
bewilligte Anträge über eine Gesamtsumme
von 57,8 Mio. Euro vor, weitere Anträge
(erwartet 6 bis 10 Mio. Euro) für 2023 und
2024 stehen noch aus. Auf diese Anträge
wurden Abschlagszahlungen von 13 Mio.
Euro geleistet Somit stehen für den
Zeitraum bis 2024 noch Zahlungen von
> 50 Mio. Euro aus.
Die stark steigende Höhe dieser
Kostenerstattungen basiert auf der Dauer der
Antragsbearbeitung durch das BAMF, da
die Ansprüche der Kommunen für den
Verweilzeitraum im AsylBewLG entstehen.
Diese Verfahrensdauer beim BAMF hat sich
zwischenzeitlich im SL von anfänglich 2 bis
3 Monaten (2021) über 7,3 Monate im Jahr
2024 auf derzeit (März 2025) 9,2 Monate
erhöht. Insbesondere die Verweildauer von
Syrern im AsylbLG ist derzeit nicht
absehbar. Aufgrund der aktuellen
Aussetzung der Bescheidung von syrischen
Asylanträgen ist davon auszugehen, dass
sich die Kosten weiter erhöhen werden.
Die Bundesbeteiligung reicht perspektivisch
voraussichtlich nicht mehr aus, auch nur
diese Einzelposition – bedingt durch die
Bearbeitungsdauer des BAMF – zu decken.
Kosten Asylbewerber und Geflüchtete
ohne Gruppe der Ukraineflüchtlinge
0 0 Nachrichtlich:
Die Kosten für Asylbewerber und
Flüchtlinge betragen – ohne
Berücksichtigung von nur mit großem
Aufwand abgrenzbaren Anteilen an
„Mischkostentiteln“ (z. B. Polizei,
Gerichtskosten, Personal) und ohne die o. a.
Kostenerstattung an Gemeinden nach § 3
LAG – für das Jahr 2024 insgesamt
85,2 Mio. Euro. Eine Aufteilung auf
Ukraineflüchtlinge und Andere ist dabei
nicht belastbar möglich. Die Gesamtkosten
sind trotz gestiegener Preise und
Personalkosten sowie gestiegener
Unterbringungszahl um 6 Mio. Euro
gegenüber 2023 gesunken, weil die Position
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an Kommunen Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
„Containerdorf“ nach dessen Auflösung
weggefallen ist. Diese Position umfasste im
Jahr 2023 rund 13 Mio. Euro.
Da die bislang ins Land geflossenen
Bundesmittel im Jahr 2024 nicht ausreichen,
die an die Kommunen weiterzuleitenden
Mittel zu kompensieren, erfolgt erstmals für
2024 effektiv keine Beteiligung des Bundes
an den flüchtlingsbedingten Kosten des
Landes.
Gesamtbeträge: 21,2 21,2
Nach eigener Berechnung beträgt der reine
Umsatzsteueranteil im System des FAG
20,94 Mio. Euro. Gemindert um die
negative Auswirkung bei den BEZ ergeben
sich 20,7 Mio. Euro anstelle der in der
nebenstehenden Spalte ausgewiesenen
21,2 Mio. Euro.
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig
Auf das Saarland entfallen 11,8 Mio. Euro.
Über den KFA sind den Kommunen 2,4 Mio. Euro zugeflossen, so dass dem Land 9,4 Mio. Euro verbleiben.
Das Saarland hat im Rahmen des Kommunalpakts vom 3. Juni 2015 mit den kommunalen Spitzenverbänden
kommunale Sanierungsbeiträge vereinbart, weil die Entlastung der Kommunen auch im Zusammenhang mit dem
Bundesteilhabegesetz zu sehen ist. Dessen erhebliche finanzielle Auswirkungen trägt aber – im Unterschied zu
den meisten anderen Ländern – im Saarland nicht die kommunale Ebene, sondern allein das Land. Seit 2023
erfolgt auf Grundlage dieser Vereinbarung sogar die Anrechnung eines negativen Sanierungsbeitrages von
4,9 Mio. Euro, d. h. die Kommunen erhalten diesen Betrag zusätzlich zum originären KFA-Anteil. Soweit das
Land die Entlastung vom Bund direkt über die Umsatzsteuer erhalten hat, wurde dies mit dem Sanierungsbeitrag
der Kommunen verrechnet.
Für das Jahr 2024 haben die Kommunen somit über den KFA 7,3 Mio. Euro erhalten. Die verbleibenden 4,5 Mio.
Euro fließen in die o.a. Erstattungen nach § 3 LAG an die Kommunen mit ein, reichen aber zusammen mit den
bereits weitergeleiteten 5,5 Mio. Euro nicht aus, um die angefallenen 16,3 Mio. Euro zu decken.
Insofern wurden die Mittel zu 100 Prozent an die Kommunen weitergeleitet.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Das Land kommt seiner Verantwortung für eine aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen auch im Bereich der
Integrationskosten im Rahmen seiner eigenen finanziellen Möglichkeiten nach, obwohl die Integrationspauschale des Bundes zum 31. Dezember 2021
entfallen ist.
Dabei ist zu beachten, dass ein Großteil der Kosten der Integration, insbesondere jene der Schul- und Kinderbetreuung, der Sprachförderung
sowie der Integration in den Arbeitsmarkt vom Land getragen werden. Dies gilt insbesondere und umfassend für die Kosten der zentral
untergebrachten Flüchtlinge in der Landesaufnahmestelle. Diese Kosten sind in den oben angegebenen 85,1 Mio. Euro enthalten.
Sachsen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund Betrag 1 Ausgaben
Land 2024
davon
an Kommunen
2024 2
Anteil
Bundesmittel
an Ausgaben
des Landes 2
Weiterleitungsquote
Bundesmittel an Kommunen
Pro-Kopf-Pauschale
7.500 Euro je Asylerstantrag
(Abschlag 2024)
84,8
860,4 589,3 9,9 Prozent >100 Prozent
Entlastung UMA 0,0
Gesamt: 84,8
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
2 Quote in Bezug auf die Pro-Kopf-Pauschale (Abschlag 2024). Inklusive Bundesmittel aus Vorjahren, die erst im Jahr 2024
kassenwirksam verausgabt wurden, würde die Quote rund 17,6 Prozent betragen.
Beteiligung des Bundes an den Ausgaben der Länder für Asylsuchende und Geflüchtete
Mittel Bund
Anteil
Bundesmittel
an Ausgaben
des Landes
in Prozent
Verwendung für
Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen,
insbesondere zur Weitergabe an
Kommunen
84,8 10,7
Pro-Kopf-Pauschale
7.500 Euro je Asylerstantrag
(Abschlag 2024)
SächsFlüAG-Pauschale/Erstattung
an Kommunen für Aufnahme und
Unterbringung
402,7 402,7
Erstattung an Kommunen für
Betreuung und Unterbringung
101,0 101,0
Betrieb Erstaufnahmeeinrichtung
und sonstige Leistungen des Landes
im Zusammenhang mit der
Aufnahme, Unterbringung,
Betreuung und Integration der
Asylsuchenden – Sachausgaben
192,3 12,2
Betrieb Erstaufnahmeeinrichtung
und sonstige Leistungen des Landes
im Zusammenhang mit der
Aufnahme, Unterbringung,
Betreuung und Integration der
Asylsuchenden – Personalausgaben
52,2 0,0
Bauausgaben 21,7 0,0
Mieten, Pachten, Bewirtschaftung 17,2 0,0
Zuweisungen an Kommunen zum
Ausgleich besonderen Bedarfs
8,8 8,8
Gesamtbeträge: 795,8 524,6
nicht durch Bundesmittel gedeckt: 711,0 439,8
Beteiligung des Bundes an den Ausgaben der Länder für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Mittel Bund
Anteil
Bundesmittel
an Ausgaben
des Landes
in Prozent
Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen,
insbesondere
zur Weitergabe
an Kommunen
0,0 0,0
Erstattungen von Kosten für
unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge (UMA)
58,8 58,8
Zuweisungen für Verwaltungskosten
bei der Gewährung von Jugendhilfe
nach der Einreise
5,8 5,8
Zuschüsse für Investitionen an
Sonstige im Inland
(hier: UMA-investiv)
0,0 0,0
Gesamtbeträge: 64,6 64,6
nicht durch Bundesmittel gedeckt: 64,6 64,6
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Der Freistaat Sachsen leitet seinen Anteil an dem erhöhten Umsatzsteueraufkommen der Länder vollständig an die Kommunen weiter. Der
Nachweis erfolgt bei der Haushaltsstelle 15 03/633 08.
Die im Rahmen dieser Abfrage erfassten Einnahmen der Länder sind allgemeine Deckungsmittel, die keinerlei
Zweckbindung unterliegen. Ungeachtet dessen weisen sämtliche in der Tabelle ausgewiesenen Ausgaben einen
Flüchtlingsbezug auf.
In Einzelfällen können in der Ausgabeübersicht auch geringfügige Ausgaben enthalten sein, die nach Abschluss
des Verwaltungsverfahrens datieren. Hier erfolgt teilweise keine stichtags- bzw. statusbezogene Erfassung.
Allerdings erfasst der Freistaat Sachsen auch nicht alle seine flüchtlingsbezogenen Ausgaben als solche, was
insbesondere auf Sachausgaben in Mischtiteln und Personalkosten zutrifft.
Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Integration wird im Freistaat Sachsen nach wie vor Ebenen übergreifend
wahrgenommen. Soweit sich die Integrationskosten haushaltsmäßig abgrenzen lassen, sind in der vorliegenden
Meldung des Freistaates für das Jahr 2024 rund 64,2 Mio. Euro an Ausgaben für Integrationsleistungen,
Sprachkurse etc. enthalten, darunter rund 35,4 Mio. Euro als Zuweisungen an die Kommunen.
Sachsen-Anhalt
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung: 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
44,8
Zuweisungen an Gemeinden,
Gemeindeverbände und Landkreise für
die Aufnahme und Unterbringung von
Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen
aus der Ukraine nach dem
Aufnahmegesetz
149,1 149,1 Die Jahrespauschale beträgt 12.300 Euro
pro zugewiesene Person. Die hier
ausgewiesene Position stellt lediglich einen
Teilbetrag der Gesamtausgaben des
Landes für den Asyl- und Flüchtlingsbereich
dar.
Gesamtbeträge: 149,1 149,1
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig Im Rahmen des bedarfsorientierten Finanzausgleichs.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Das Land Sachsen-Anhalt wird seiner Verantwortung für eine angemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Flüchtlings-
und Integrationskosten gerecht. Neben dem bedarfsorientierten Finanzausgleich, in den auch die Bedarfe der Kommunen für die Flüchtlings- und
Integrationskosten mit einfließen, unterstützt das Land über verschiedene Förderprogramme die kommunale Integrationsarbeit.
Zur betragsmäßigen Darstellung der Verwendung der Bundesmittel wurde in der Tabelle lediglich ein Teilbetrag
der Gesamtausgaben des Landes ausgewiesen. Allein für die Erstattung der Kosten für die Flüchtlingsaufnahme
und -unterbringung nach dem Aufnahmegesetz leistete das Land Sachsen-Anhalt Ausgaben von insgesamt rund
149 Millionen Euro (siehe beigefügte Übersicht). Dieser Betrag übersteigt somit bereits die vom Bund im Jahr
2024 bereitgestellten Mittel von rund 45 Mio. Euro.
Hinzu kommen weitere Ausgaben des Landes für die Flüchtlingsaufnahme, -unterbringung und -integration.
Exemplarisch ist hier die Erstattung der Kosten für unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und
Jugendliche hervorzuheben, für die das Land den Kommunen Mittel in Höhe von rund 59 Millionen Euro zahlte.
Insgesamt betrachtet lagen die Gesamtausgaben des Landes Sachsen-Anhalt für den Asyl- und Flüchtlingsbereich auch
im Jahr 2024 deutlich über den vom Bund zur Verfügung gestellten Mitteln.
Schleswig-Holstein
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, 2.250 Mio. Euro im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag davon an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
62,0
Unter anderem Leistungen nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz
60,3 60,3 In den Erläuterungen beschrieben.
Gesamtbeträge: 60,3 60,3
Es sei darauf hingewiesen, dass der
regionalisierte Anteil für Schleswig-
Holstein 60,3 Mio. Euro beträgt
(Nettowirkung nach Finanzkraftausgleich
und Bundesergänzungszuweisungen) und
somit vollständig für die aufgeführten
Maßnahmen verwendet wird.
1 Verteilung nach Einwohnern zum 30. Juni 2024 (nach Zensus 2022).
Allein für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz hat Schleswig-Holstein im Jahr 2024 den
Kommunen rund 120,2 Mio. Euro erstattet. Der gewährte Entlastungsbetrag wurde damit vollständig an die Kommunen
weitergeleitet.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
Vollständig Die Mittel werden in ein Infrastrukturprogramm für die Kommunen überführt, wie in den Erläuterungen
beschrieben.
Der Teil der Bundesentlastung für die Kommunen in Höhe von 34,5 Mio. Euro, der ab 2018 über den
Landeshaushalt fließt, wird in Höhe von 29,5 Mio. Euro in ein Infrastrukturprogramm für die Kommunen überführt. Im
Rahmen dieses Programms werden jährlich 68 Mio. Euro an die Kommunen gezahlt. Die weiteren 5 Mio. Euro
werden für Maßnahmen des ÖPNV verwendet.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Von den im Jahr 2024 insgesamt rund 556,8 Mio. Euro angefallenen flüchtlingsbedingten Gesamtausgaben im
Landeshaushalt sind rund 216,4 Mio. Euro für Zuweisungen an die Kommunen verwendet worden. Das Land
Schleswig-Holstein erstattet den Kreisen und kreisfreien Städten 70 Prozent der aufgrund der Bestimmungen des
Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) erbrachten notwendigen Leistungen.
Gemäß Vereinbarung zwischen dem Land und den kommunalen Landesverbänden wurden die Kommunen 2024
mittels einer Aufnahmepauschale (AP) für Schutzsuchende in Höhe von einmalig 500 Euro je asylsuchende und
je kriegsvertriebene Person aus der Ukraine, die den Kreisen und kreisfreien Städten zugewiesen wird, unterstützt.
Gleiches gilt für nachgeborene Kinder dieser Personengruppen.
Ab 2024 stellt der Bund eine Pro-Kopf-Pauschale in Höhe von 7.500 Euro je Asylerstantrag zur Verfügung. Diese
Pauschale wird im Verhältnis von 90 (Kommunen) und 10 (Land) aufgeteilt. Die Kommunen erhalten damit
6.750 Euro pro Asylerstantrag. Das Land Schleswig-Holstein stockt zudem den Integrationsfestbetrag im
Finanzausgleichsgesetz um 2 Mio. Euro auf 13 Mio. Euro zugunsten der Kreise und kreisfreien Städte auf. Aus diesen
Mitteln wird ab 2025 die dauerhafte Finanzierung der vorhandenen Stellen zur Koordinierung der Integration und
Teilhabe (KIT-Stellen) in den Kommunen übernommen.
2024 änderten sich die Grundlagen der Finanzierung zunächst nicht. Den Kommunen wurden die im Jahr 2024
nicht abgerufenen Mittel aus den laufenden Förderprogrammen des Landes (beispielsweise zur Unterhaltung und
zum Betrieb von temporären Gemeinschaftsunterkünften) als Pauschalbetrag zur Verfügung gestellt.
Zusätzlich erhalten die Kommunen einmalig 10 Mio. Euro, um die Kosten im Bereich des
Asylbewerberleistungsgesetzes sowie Aufwendungen für die Unterbringung von Geflüchteten abzudecken.
Darüber hinaus wurde das Programm zur Erstattung von Herrichtungskosten in der bestehenden Form im Jahr
2024 fortgesetzt. Die Aufnahmepauschalen Asyl und Ukraine wurden im Jahr 2024 unverändert weitergezahlt,
ebenso die Finanzierung von Stellen zur Koordinierung von Integration und Teilhabe.
Schleswig-Holstein hat im Jahr 2024 flüchtlingsbedingte Ausgaben in Höhe von rund 556,8 Mio. Euro geleistet.
Die Beteiligung des Bundes an den Ausgaben des Landes betrug rund 94,8 Mio. Euro, was einer Quote von
circa 17 Prozent entspricht.
Von den vorgenannten Bundesmitteln entfallen:
1. 60,3 Mio. Euro auf die Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, von insgesamt
1.750 Mio. Euro des Bundes im Jahr 2024,
2. 34,5 Mio. Euro auf die Mittel aus der Weiterleitung der Bundesentlastung für Kommunen nach Artikel 1 des
Gesetzes zur Beteiligung des Bundes an den Kosten der Integration und zur weiteren Entlastung von Ländern
und Kommunen vom 1. Januar 2016.
Die vorgenannten Beträge berücksichtigen die tatsächliche Nettowirkung auf das Land Schleswig-Holstein nach
Finanzkraftausgleich und Bundesergänzungszuweisungen. Sie können insofern von den Zahlen abweichen, die
bei einer rein rechnerischen Verteilung nach Einwohnern maßgeblich wären. Im Rahmen der Berichterstattung
gegenüber dem Deutschen Bundestag bitte ich, die auf das Land entfallende Nettowirkung zu berücksichtigen.
Thüringen
(Alle Angaben in Mio. Euro)
Allgemeine Pauschalentlastung für Mehrbelastungen durch Geflüchtete, Pro-Kopf-Pauschale 7.500 Euro
(Vorschusszahlung 1.750 Mio. Euro) im Jahr 2024
Mittel Bund 1 Verwendung
für Maßnahme/Ausgabe Betrag davon an
Kommunen
Anmerkungen, insbesondere
zur Weitergabe an Kommunen
43,1
Erstattungen an Kommunen 171,60 171,60 betr. für Leistungen AsylbLG
Kosten für Unterbringung und Betreuung
Unbegleitete minderjährige
Flüchtlinge (UMA)
27,90 27,90 Kostenerstattung nach § 89d Absatz 1
SGB VIII, tatsächliche Fallkosten und
Verwaltungskostenpauschale
Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) 37,08
Leistungen an Flüchtlinge EAE 5,19
Unterhaltung der Grundstücke und
baulichen Anlagen der EAE des
Landes (Epl. 18)
0,09
Gesundheitsvorsorge 29,15 Entlastung der Kommunen durch direkte
Kostenerstattung an Krankenkassen mit der
elektronischen Gesundheitskarte für
Flüchtlinge in Thüringen
Gesundheitsvorsorge 1,83 Schutzimpfungen, Laborbedarf- und
Verbrauchsmittel, Untersuchungen nach § 36
Absatz 4 IfSG, Röntgenuntersuchungen
Integrationsförderung Kommunen
(unmittelbar)
7,26 7,26 Förderung der sozialen Beratung und
Betreuung anerkannter Flüchtlinge
Maßnahmen zur Integrationsförderung 5,04
Beauftragte für Integration, Migration
und Flüchtlinge
0,88
Umsetzung
Fachkräfteeinwanderungsgesetz
0,10
Finanzierung Rückkehr (Unterstützung
freiwillige Rückkehr und
Abschiebehafteinrichtung)
0,38
im Flüchtlingsbereich des TMMJV
angefallene Personalausgaben
0,35
Integration in den Arbeitsmarkt 5,72 ESF (Plus)-Integrationsrichtlinie,
Landesprogramm „Arbeit für Thüringen“
Gesamtbeträge: 292,57 206,76
1 Vorläufige Abrechnung der Umsatzsteuerverteilung und des Finanzausgleichs unter den Ländern für die Zeit vom 1. Januar 2024
bis 31. Dezember 2024.
Entlastung von 1 Mrd. Euro über den Länderanteil an der Umsatzsteuer – Weiterleitung von Ländern an
Kommunen
Weitergabe an Kommunen
vollständig
Die Kommunen in Thüringen profitieren über den Partnerschaftsgrundsatz nach § 3 des Thüringer
Finanzausgleichgesetzes (ThürFAG) automatisch von zusätzlichen Steuereinnahmen des Landes. Die Berücksichtigung der
zusätzlichen Bundesmittel erfolgt bei der Berechnung der Finanzausgleichsmasse nach § 3 ThürFAG jeweils für
die folgenden Jahre zunächst zu einem Drittel und komplett anwachsend bis zum dritten folgenden Jahr. Der
Partnerschaftsgrundsatz gewährleistet, dass die Kommunen auch künftig von den zusätzlichen Einnahmen des
Landes profitieren.
Insgesamt stieg die Finanzausgleichsmasse zugunsten der Thüringer Kommunen im Jahr 2023 auf insgesamt
2.590 Mio. Euro an und erhöhte sich damit um 154 Mio. Euro im Vergleich zu 2022. Gegenüber 2017, dem Jahr
vor Inkrafttreten der 5 Mrd. Euro-Entlastung der Kommunen, beträgt der Zuwachs 689 Mio. Euro. Eine
Weiterleitung des Thüringer Anteils an der 1 Mrd. Euro in Höhe von noch 24,5 Mio. Euro im Jahr 2023 ist damit
vollständig gegeben.
Aufgabenangemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen im Bereich der Integrationskosten
Das bedarfsorientierte Modell des kommunalen Finanzausgleichs in Thüringen berücksichtigt bei seiner
Berechnung den finanziellen Zuschussbedarf der Kommunen für die Integration der Flüchtlinge. Erhöhte Bedarfe
werden bei den regelmäßigen Überprüfungen in der Systematik des Kommunalen Finanzausgleichs erfasst und
berücksichtigt.
Außerhalb des Kommunalen Finanzausgleichs kommen weitere Leistungen hinzu. Konkret bezifferbare
Ausgaben für Integration sind im oberen Teil der Übersicht enthalten. Weitere Integrationsausgaben, insbesondere jene
der Schul- und Kinderbetreuung sowie der Sprachförderung, wurden darüber hinaus in Höhe von mind. 100 Mio.
Euro vom Land getragen.
Die Aufstellung beschränkt sich auf diejenigen Ausgaben, bei denen eine eindeutige flüchtlingsbezogene
Zuordnung möglich ist. Hinzu kommen weitere, nicht eindeutig abgrenzbare Ausgaben wie insbesondere Personal- und
Sachkosten des Landesverwaltungsamtes, über den kommunalen Finanzausgleich zu leistende
Kostenerstattungen an die Landkreise und kreisfreien Städte für das in den kommunalen Ausländerbehörden tätige Personal
(Mehrbelastungsausgleich) sowie Kosten der Polizei und der Justiz.
Im Ergebnis zeigt sich, dass Länder und Kommunen erhebliche Belastungen im Bereich der Flüchtlings- und
Integrationskosten aufweisen und sich der Bund daran nur zu einem kleinen Teil beteiligt. Das Land Thüringen
hat die im Rahmen der Umsatzsteuerverteilung erhaltenen Mittel rechnerisch nicht nur vollständig an die
Kommunen weitergeleitet, sondern ihnen auch darüber hin-aus erhebliche Mittel bereitgestellt.
Zudem sind die Länder weiterhin verpflichtet, umfangreiche Leistungen für die Geflüchteten aus der Ukraine zu
erbringen. Im Jahr 2024 summierten sich diese Beträge zur Unterstützung der Kommunen in Thüringen auf
insgesamt 63,5 Mio. Euro. Da für die Ukraine-Geflüchteten im Jahr 2024 keine Bundesmittel zur Verfügung gestellt
wurden, entfallen sie in der Abfrage. Insofern ergibt sich ein Bruch gegenüber der Vorjahresmeldung.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
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