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Transparenz bei Ernährungsempfehlungen an die Verbraucher (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5498)

dip / drucksache 13.07.2026 · WP 21 · 21/7133 · Beschlussempfehlung und Bericht · Original ↗

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Transparenz bei Ernährungsempfehlungen an die Verbraucher (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5498) Deutscher Bundestag Drucksache 21/7133 21. Wahlperiode 13.07.2026 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (10. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Peter Felser, Stephan Protschka, Bernd Schattner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/5498 – Transparenz bei Ernährungsempfehlungen an die Verbraucher A. Problem Die antragstellende Fraktion kritisiert die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), da gesundheitsbezogene Faktoren zugunsten von Nachhaltigkeit und Umweltfaktoren geringer gewichtet würden. Die Empfehlungen führten zu einem reduzierten Anteil von Eiweiß und Fett und einem gesteigerten Anteil an Kohlenhydraten im Lebensmittelverzehr, was insbesondere für den gesundheitlich vorbelasteten Teil der Bevölkerung fragwürdig sei. Zwar seien die Empfehlungen für die Verbraucher nicht bindend, jedoch stützten die Bundesregierung und die Bundeszentrale für Ernährung (BZfE) ihre Ernährungsempfehlungen auf die Angaben der DGE. So könnten für Teile der Gemeinschaftsverpflegung, z. B. in Kitas, Schulen und Betriebskantinen DGE- Qualitätsstandards verbindlich eingeführt werden. Daher sollten die Empfehlungen der BZfE überarbeitet werden. B. Lösung Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD. C. Alternativen Wurden nicht erörtert. D. Kosten Wurden nicht erörtert. Beschlussempfehlung Der Bundestag wolle beschließen, den Antrag auf Drucksache 21/5498 abzulehnen. Berlin, den 8. Juli 2026 Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Hermann Färber Vorsitzender Caroline Bosbach Berichterstatterin Peter Felser Berichterstatter Svenja Stadler Berichterstatterin Dr. Zoe Mayer Berichterstatterin Ina Latendorf Berichterstatterin Bericht der Abgeordneten Caroline Bosbach, Peter Felser, Svenja Stadler, Dr. Zoe Mayer und Ina Latendorf I. Überweisung Der Deutsche Bundestag hat in seiner 74. Sitzung am 23. April 2026 den Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/5498 erstmals beraten und an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur federführenden Beratung sowie zur Mitberatung an den Ausschuss für Gesundheit überwiesen. II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage Aus Sicht der antragstellenden Fraktion setzen die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) mit Nachhaltigkeit und Umwelt die falschen Schwerpunkte, was sich zulasten insbesondere der gesundheitlich vorbelasteten Bevölkerungsteile auswirken könnte. Der Deutsche Bundestag solle sich stattdessen an dem Leitbild eines mündigen Verbrauchers orientieren, der keine staatlichen Ernährungsempfehlungen benötige, die Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte bevorzugten, sondern es solle die individuelle Gesundheit der Verbraucher im Vordergrund stehen. Der Deutsche Bundestag solle die Bundesregierung bei Ernährungsempfehlungen zu mehr Transparenz hinsichtlich der Kritik einschlägiger Fachgesellschaften und -verbände auffordern und auch deren ernährungswissenschaftliche Beiträge als Basis für die Ernährungsempfehlungen der BZfE anwenden, sodass diese das individuelle Wohlbefinden der Verbraucher statt Nachhaltigkeits- und Umweltfragen priorisierten. Zudem solle die Bundesregierung einen Austausch zwischen den Fachgesellschaften fördern, um grundsätzliche Kritikpunkte in künftigen Empfehlungen berücksichtigen zu können. III. Stellungnahme des mitberatenden Ausschusses Der Ausschuss für Gesundheit hat in seiner 28. Sitzung am 8. Juli 2026 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD empfohlen. IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss 1. Abschließende Beratung Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/5498 in seiner 52. Sitzung am 8. Juli 2026 abschließend beraten. Die Fraktion der AfD erklärte, die Ernährung sei neben Sport und Bewegung der wichtigste Hebel, um Zivilisationskrankheiten wie Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern. Die seit März 2024 veröffentlichten lebensmittelbezogenen Empfehlungen der DGE seien jedoch zu wenig gesundheitsorientiert, was zu deutlich reduzierten Anteilen von Eiweiß und Fett sowie zu erhöhten Anteilen an Kohlenhydraten führe. Dabei seien zu viele Kohlenhydrate schlecht für die Gesundheit, während gesunde Fette wie Omega 3 förderlich seien. Nationale Ernährungsempfehlungen sollten in erster Linie die Gesunderhaltung durch Ernährung in den Vordergrund stellen und nicht den Klima- oder Umweltschutz. Die Bundesregierung solle die Kritik einschlägiger Fachverbände für Ernährung an den Empfehlungen der DGE transparent machen, deren Ausarbeitung in die Empfehlungen des BZfE einbeziehen und die methodischen Grundlagen der DGE einer wissenschaftlichen Prüfung unterziehen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisierte, die Antragstellerin fordere eine wissenschaftliche Überprüfung der DGE, während sie selbst nicht korrekt auf die im Antrag angeführten Quellen verweise und die Links zum Teil nicht aufrufbar seien. In der Vergangenheit habe die AfD-Fraktion suggeriert, der damalige Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Cem Özdemir habe sich in die Standards der DGE eingemischt und Vorgaben gemacht. Nun wolle sie selbst sich in die Arbeitsweise der DGE einmischen. Es sei fragwürdig, worauf die AfD-Fraktion ihre Forderung nach mehr Fleisch- und weniger Kohlenhydratkonsum stütze. Man solle die DGE als unabhängige wissenschaftliche Institution weiterhin unabhängig und wissenschaftlich arbeiten lassen und sich politisch heraushalten. Die Fraktion der SPD führte aus, von mangelnder Transparenz zur wissenschaftlichen Methodik der DGE könne keine Rede sein. Die Empfehlungen der DGE basierten auf den Verzehrgewohnheiten der Bevölkerung und seien ausdrücklich an gesunde Menschen gerichtet. Sie dienten auch der Prävention. Die von der DGE berücksichtigten Nachhaltigkeitsaspekte seien sachgerecht und folgten laufenden wissenschaftlichen Evidenzen. Eine Überarbeitung der Ernährungspyramide der DGE sei nicht erforderlich. Die Menschen könnten damit gut einschätzen, was sie essen sollten, um gesund zu bleiben. Die Fraktion Die Linke erklärte, die Antragstellerin behaupte, die DGE gefährde mit ihren Empfehlungen die Nährstoffversorgung der Menschen. Dabei zeigten zahlreiche Studien, dass auch eine pflanzenbetontere Ernährung den essenziellen Nährstoffbedarf decken könne. Auch den Vorwurf mangelnder Transparenz könne sie nicht nachvollziehen. Die Erarbeitung der Kriterien der DGE sei in Fachkreisen und mehrfach auch öffentlich diskutiert worden. Man müsse sich diesem fachlichen Austausch auch stellen wollen und dürfe ihn nicht ignorieren, um dann aus der Ignoranz heraus zu argumentieren. Die Fraktion der CDU/CSU betonte, sie befürworte so wenig staatliche Ernährungslenkung wie möglich. Die Antragstellerin wolle nicht weniger Bevormundung, sondern fordere, eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten und mehr Fetten zu empfehlen. Es sei jedoch nicht die Aufgabe eines Ausschusses des Deutschen Bundestages, in einem wissenschaftlichen Dissens ein Machtwort zu sprechen. Die CDU/CSU-Fraktion lehne es ab, den Menschen einen Speiseplan zu verordnen. 2. Abstimmungsergebnis Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dem Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/5498 abzulehnen. Berlin, den 8. Juli 2026 Caroline Bosbach Berichterstatterin Peter Felser Berichterstatter Svenja Stadler Berichterstatterin Dr. Zoe Mayer Berichterstatterin Ina Latendorf Berichterstatterin Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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