Rede von Markus Frohnmaier (AfD) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 1: Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew –.
Text
Rede von Markus Frohnmaier (AfD) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der
deutsche Bundeskanzler sollte nur ein einziges Land lieben,
und das ist Deutschland. Doch welches Bild hat
Bundeskanzler Merz von Deutschland? Darum geht es heute
auch.
Seinem eigenen Volk, dem deutschen Volk, erzählt der
Kanzler Merz – Zitat –:
„Mit Work-Life-Balance und Viertagewoche lässt
sich der Wohlstand unseres Landes […] nicht
erhalten. Und deswegen müssen wir mehr arbeiten.“
Zitat Ende. – Und noch letztes Jahr sagte Merz – Zitat –:
„Leistung wird wieder im Vordergrund stehen und
nicht […] Bequemlichkeit, Faulheit und alle
möglichen Ausreden.“
In der Welt des Bundeskanzlers sind alle Deutschen
faul und arbeiten zu wenig. Ein Volk, das seit Jahren
mehr unbezahlte als bezahlte Überstunden leistet, braucht
keine Belehrungen aus dem Kanzleramt.
Dieses Volk hat Respekt verdient.
Doch wie sehr Merz unser Volk respektiert, das zeigte
er am Abend des 3. Oktober. Noch am deutschen
Nationalfeiertag verließ Merz Deutschland und reiste in seine
wahre emotionale Heimat, die Ukraine.
(Beifall bei der AfD – Derya Türk-Nachbaur
[SPD]: Und wo ist Ihre emotionale Heimat? –
Tarek Al-Wazir [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Was soll das? Das darf doch nicht
wahr sein!)
Im Gepäck hatte er seine Milliarden: 1 Milliarde Euro
neue Militärhilfen und 350 Millionen Euro für die
ukrainische Energieinfrastruktur. Die Geschenke an Kiew aus
deutschem Steuergeld summieren sich mittlerweile auf
100 Milliarden Euro bilaterale Hilfen und zusätzlich auf
30 Milliarden Euro deutsche Hilfe über die EU.
Das ist Friedrich Merz, meine Damen und Herren. Den
Deutschen erzählt er, wie faul sie sind, während Kollege
Amthor im Kanzleramt Strandkörbe aufstellt und sich
Lars Klingbeil für 180 000 Euro die Haare frisieren lässt.
Das ist die CDU, das ist diese Bundesregierung.
(Beifall bei der AfD – Jürgen Coße [SPD]:
Aber Lars Klingbeil ist doch gar nicht in der
CDU! – Derya Türk-Nachbaur [SPD]: Einige
brauchen halt Frisuren, andere nicht!)
Doch die 130 Milliarden Euro Steuergeld, die dieses ach
so faule deutsche Volk im Schweiße seines Angesichts
erwirtschaftet hat, verschenkt Merz an sein wahres
Vaterland, die Ukraine.
Wenn es um die Bürger dieses Landes geht, kennt der
Kanzler der Ukraine seine Prioritäten. Da wird gnadenlos
der Rotstift angesetzt: Elterngeld: gekürzt;
Gesundheitswesen: Kahlschlag; Rente: höhere Beiträge. Stattdessen
800 Millionen Euro für die Erweiterung des
Kanzleramtes, das schon jetzt größer ist als das Weiße Haus,
(Jürgen Coße [SPD]: Das war noch Merkel,
nicht Merz!)
und natürlich für einen zweiten Hubschrauberlandeplatz
für den Herrn Merz. Aber wenn Selenskyj an der Tür
klopft, dann ist plötzlich Geld in einer Dimension da,
die sich ein normaler Bürger gar nicht ausmalen kann.
Von den 130 Milliarden Euro, die Sie in die Ukraine
gesteckt haben, hätten Sie so viel bezahlen können. Sie
hätten den gesamten Sanierungsstau an unseren Schulen,
den die KfW auf 69 Milliarden Euro beziffert, fast
doppelt beseitigen können. Sie hätten jedem der gut
1 800 Krankenhäuser in Deutschland gut 70 Millionen
Euro für neue Stationen und modernes Gerät überweisen
können. Sie hätten 6 500 Kilometer Autobahn – also ein
halbes Autobahnnetz – neu bauen können. Sie hätten
jedem der über 21 Millionen Rentner in Deutschland
6 000 Euro auszahlen können. Oder Sie hätten die
Stromsteuer – was Sie ja im Koalitionsvertrag versprochen
hatten – für alle senken können, und zwar für mehr als
20 Jahre.
Wer im eigenen Land keine Freunde mehr hat, sondern
seine Freunde im Ausland hat, die man vorher auch noch
mit deutschem Steuergeld bezahlt, der ist kein großer
Staatsmann, meine Damen und Herren, der ist ein
Verlierer.
(Beifall bei der AfD – Sara Nanni [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN]: Reden Sie von
Putin?)
Sie können noch so oft nach Kiew fahren, Sie können
noch so viele Milliarden versprechen: Am Ende müssen
Sie sich hier in Deutschland verantworten, und das hat in
Sachsen-Anhalt angefangen.
(Pascal Meiser [Die Linke]: Sie müssen sich in
Moskau verantworten, oder? Unfassbar!)
Sie müssen sich vor den Bürgern verantworten, die jeden
Morgen aufstehen und dieses Land finanzieren, vor den
Familien, bei denen Sie kürzen wollen, vor den
Arbeitern, denen Sie Faulheit vorwerfen, vor den Patienten, die
monatelang auf einen Arzttermin hier in Deutschland
warten.
Liebe Freunde der CDU,
(Ellen Demuth [CDU/CSU]: Wir sind nicht
Ihre Freunde!)
Ihre Aufgabe ist nicht die Ukraine, Ihre Aufgabe ist
Deutschland. Nehmen Sie diese Aufgabe endlich an!
Nehmen Sie diese Aufgabe endlich wahr! Das erwarten
die Bürger von Ihnen, und unsere Bürger in Deutschland
verdienen das.
(Beifall bei der AfD – Pascal Meiser [Die
Linke]: Fleißbienchen von Moskau, wenn Sie
das nächste Mal da sind!)
Relationen
- part_of → Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- spoke_in ← Markus Frohnmaier (Rede)