Rede von Knut Abraham (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 1: Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew –.
Text
Rede von Knut Abraham (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine Damen und
Herren! Mit Ihrer Demagogie, Herr Frohnmaier, richten
Sie immer wieder größtmöglichen Schaden an.
(Lachen bei der AfD – Derya Türk-Nachbaur
[SPD]: Das will er ja! Genau das will er!)
Denn Sie hetzen den fleißigen deutschen Steuerzahler auf
die Opfer eines Angriffskrieges in Europa.
(Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der
CDU/CSU und der Linken)
Sie hetzen den Steuerzahler auf die Opfer der russischen
Aggression in der Ukraine. Das ist böse; denn Sie
verschweigen den Kern der Sache.
Wo liegt denn der Grund für all die Kosten? Der Grund
liegt im Krieg Putins gegen die Ukraine und gegen
Europa.
(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und dem
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stephan
Brandner [AfD]: Der schon längst hätte
beendet werden müssen!)
Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und
Kollegen, es war eine große Geste des Bundeskanzlers,
gerade in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober nach Kyjiw
zu reisen. Dafür gebührt ihm unser aller Dank.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der SPD – Stephan Brandner [AfD]:
Vereinzelter Beifall!)
Denn die Geschichte unseres Landes, die Geschichte der
Wiedervereinigung lehrt uns eines: Deutschland muss
immer auf der Seite der Freiheit stehen und sich gegen
Aggression und Unterdrückung wenden.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
sowie bei Abgeordneten der SPD und der
CDU/CSU – Stephan Brandner [AfD]: Die
Ukraine ist eine korrupte Diktatur! Was hat
das mit Freiheit zu tun?)
Insofern hat der Bundeskanzler den besten Ort gewählt,
an dem er einen besonderen Akzent für die Werte unseres
Vaterlandes setzen kann: im Nachtzug in die brennende
Hauptstadt eines freien europäischen Volkes.
(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und dem
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Sara Nanni
[BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So sieht es
aus!)
Jeder hier kann sehen, dass Sie, sehr geehrte Kollegen
von der AfD, Herr Frohnmaier, bisher keine Worte dafür
gefunden haben, die russischen Raketen- und
Drohnenangriffe zu verurteilen,
die während des Besuches des deutschen Bundeskanzlers
auf Kyjiw niedergeprasselt sind.
Warum schweigen Sie? Warum sagen Sie dazu nichts?
(Stephan Brandner [AfD]: Er hatte doch nur
fünf Minuten!)
Sie stehen vielleicht auf der Seite Russlands
(Derya Türk-Nachbaur [SPD]: Wieso
„vielleicht“?)
– oder ziemlich sicher. Oder stehen Sie vielleicht auf der
Seite Deutschlands und der Demokratien in Europa?
Schauen Sie sich mal in Europa um, wo unsere Nachbarn
stehen! Die stehen an der Seite Deutschlands und dieser
Bundesregierung und nicht Ihrer kruden Thesen.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der SPD – Stephan Brandner [AfD]: Die
Zahlen sagen was anderes!)
Am 3. Oktober 1990 – der 3. Oktober ist wegen des
Tages der Deutschen Einheit so wichtig – hat das
wiedervereinigte Deutschland seinen Platz im freien Europa
gefunden, so wie es die Präambel unseres Grundgesetzes
sagt: „von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes
Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt
zu dienen“. Wahrscheinlich sagen Ihnen solche Worte gar
nichts.
Die Leitidee gilt für uns Deutsche und für alle Völker
Europas, natürlich auch für die Ukrainer. Oder sprechen
Sie, meine Damen und Herren von der AfD, der Ukraine
ihr Selbstbestimmungsrecht ab, so wie es Putin tut?
Bleiben wir beim 3. Oktober! Wir Deutsche waren
doch heilfroh, als die sowjetrussischen Truppen
gegangen sind, als wir die endlich loswerden konnten. Und Sie
wollen jetzt, dass sich ein anderes europäisches Volk, die
Ukraine, von den Russen besetzen lassen muss. Damit
dies nicht geschieht, hilft Deutschland dem ukrainischen
Volk.
Und, Herr Frohnmaier, wir verschenken das Geld
nicht, wie Sie in bösartiger Absicht in Ihren Medien
behaupten. Eine Ukraine, die sich erfolgreich verteidigt,
macht Deutschland, ja ganz Europa sicherer – und das
wissen Sie –; denn wo Putin ist, sind Gewalt und Terror.
Untersuchen Sie mal die Lage, und Sie werden
feststellen: Wo Putin ist, sind Gewalt und Terror. –
(Stephan Brandner [AfD]: Und wo Selenskyj
ist, ist Korruption!)
Die beste Einsparung für die deutschen Steuerzahler wäre
es, wenn Putin seinen Krieg sofort beenden würde.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie
bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN)
Es liegt in unserem nationalen Interesse, dass der
Aggressor für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen
wird und dieser für die von ihm angerichteten Schäden
dem Opfer Entschädigung zahlt. Es ist im deutschen
Interesse, dass viele Menschen, die als Flüchtlinge hier bei
uns aufgenommen wurden, nach einem Rückzug
Russlands nach Hause zurückkehren können.
Ihre Politik hingegen würde zu Millionen weiterer
Flüchtlinge führen. Aber das ist ja Ihr Geschäftsmodell.
(Sara Nanni [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Richtig!)
Die Wahrheit ist: Die größte Fluchtursache in Europa seit
2014 ist der Mann, den Sie unterstützen: Wladimir Putin.
(Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und dem
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg.
Pascal Meiser [Die Linke])
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Freiheit und
Sicherheit sind kostbar. Wie beziffert man den Wert der Freiheit,
den Wert der Sicherheit? Wenn diese einmal weg sind,
sind sie unbezahlbar.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie
bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN – Zuruf von der AfD: Das hat mich
nicht vom Hocker genauen! – Gegenruf des
Abg. Knut Abraham [CDU/CSU]: Das war
auch nicht meine Erwartung!)
Relationen
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