Rede von Steffen Kotré (AfD) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 1: Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew –.
Text
Rede von Steffen Kotré (AfD) – Aktuelle Stunde: Reise von Bundeskanzler Merz nach Kiew
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen
und Herren! Herr Abraham, wir hetzen nicht, wir machen
Friedensdiplomatie.
(Zurufe von der SPD und dem BÜNDNIS 90/
DIE GRÜNEN: Oah!)
Wenn Sie das verwechseln: Mein Gott, dafür können wir
auch nichts.
(Knut Abraham [CDU/CSU]: Sie hetzen den
Steuerzahler auf die Opfer! – Derya Türk-
Nachbaur [SPD]: Sie machen Europa-
Ausverkauf!)
Herr Stegner, wir warten seit 20 Jahren darauf, dass Sie
ordentliche Politik machen und dass Sie Ihre Arbeit
ordentlich abliefern.
(Markus Frohnmaier [AfD], an die SPD
gewandt: Ja, wie lange noch?)
Hätten Sie das gemacht, dann gäbe es die AfD nicht. So
viel dazu.
Und Herr Stegner, der Westen ist aus gutem Grund
nicht mit Soldaten in die Kampfhandlungen eingetreten:
weil dieser Krieg eben nicht unser Krieg ist.
(Beifall bei der AfD – Zuruf der Abg. Derya
Türk-Nachbaur [SPD])
Die Ukraine und die westlichen Waffen können
Russland nicht besiegen. Russland will uns nicht angreifen,
kann das auch gar nicht; das sagt zum Beispiel der
Oberbefehlshaber der NATO hier in Europa. Was bedeutet das
jetzt? Das bedeutet, dass mit Waffenlieferungen und
entsprechender finanzieller Unterstützung nur das Sterben
verlängert wird.
Ob das jetzt die moralisierenden Gutmenschen hier bei
uns im Raume wahrhaben wollen oder nicht: Das
menschliche Gebot ist es, die Waffenlieferungen
einzustellen und alle an den Verhandlungstisch zu bringen.
Was ist denn moralisch daran, dass das Sterben
weitergeht? Für ein Stück Land?
(Derya Türk-Nachbaur [SPD]: Ja, wo sind
denn Ihre Verhandlungsergebnisse? Wo sind
die Erfolge?)
Und was sollen immer wieder diese Hinweise, dass die
Ukraine ihre Bündnisse frei wählen kann? Die gleichen
Leute, die die Ukraine in die NATO holen wollen, ziehen
zum Beispiel bei Kuba den Schwanz ein. Die USA
würden Kuba niemals in einem fremden Militärbündnis
dulden. Das verschweigen diese Moralapostel. Und damit
zeigen sie, dass sie das – durchaus subjektive –
Sicherheitsempfinden der USA anerkennen, aber das von
Russland eben nicht.
(Agnieszka Brugger [BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN]: Ach, deshalb war der Frohnmaier
da! Wegen Kuba!)
Und das kann man durchaus als Verlogenheit bezeichnen,
meine Damen und Herren.
Was liegt im deutschen Interesse? Den Krieg zu
beenden. Was macht der Kanzler? Er will ihn verlängern. Der
Kanzler vertritt keine deutschen Interessen, meine
Damen und Herren.
(Beifall bei der AfD – Deborah Düring
[BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wie genau
wollen Sie diesen Krieg beenden?)
Man darf doch erwarten, dass sich Merz an unserem
Nationalfeiertag auf Deutschland konzentriert und seine
Politik für Deutschland skizziert,
(Deborah Düring [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Er war doch bei den Feierlichkeiten!)
also die Wege zu bezahlbarer Energie, zu einer
funktionierenden Infrastruktur. Man erwartet Lösungen für eine
Wohlstands- und Wirtschaftspolitik, dafür, wie man die
Unternehmen im Land hält, statt sie aus dem Land zu
treiben, für Wohlstand, für sichere Grenzen, für solide
Staatsfinanzen und für eine Außenpolitik, die deutsche
Interessen und den Frieden in Europa wieder in den
Mittelpunkt stellt.
Können Sie sich einen französischen, einen polnischen
oder einen US-amerikanischen Präsidenten vorstellen,
der am Nationalfeiertag seines Landes ins Ausland fährt?
Ich nicht. Aber Merz macht genau das.
(Dr. Hendrik Hoppenstedt [CDU/CSU]: Der
Bundeskanzler war doch bei dem Festakt
dabei!)
Sich an unserem Nationalfeiertag der Ukraine
anzudienen, ist ein weiteres Symbol der politischen
Verantwortungslosigkeit unserer höchsten Repräsentanten.
Der Kanzler und die Bundesregierung setzen sich nicht
mehr für die Deutschen ein, die nicht mehr in den Urlaub
fahren können, die die Schulausflüge ihrer Kinder nicht
mehr bezahlen können. Sie setzen sich nicht mehr für
diejenigen ein, die unter den Einschränkungen der
ärztlichen Versorgung leiden, auch nicht für Rentner, die
Flaschen sammeln müssen.
(Dr. Ralf Stegner [SPD]: Das tun Sie doch auch
in der AfD!)
Das ist ein Lehrbuchbeispiel für den Verrat eigener
Interessen und für unpatriotisches Verhalten, meine Damen
und Herren.
(Beifall bei der AfD – Sara Nanni [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN]: Ausgerechnet Sie
reden so! Unfassbar!)
Was stört es Merz schon, dass deutsche Steuergelder an
die Ukraine gehen, die Ukraine, die den Terrorismus
gegen Nord Stream duldete, die ihn vielleicht sogar
ermöglichte oder verursacht hat? Auch daran kann man
erkennen, welchen Niedergang Deutschlands Politik gerade
erfährt.
(Dr. Ralf Stegner [SPD]: Die AfD sammelt
nicht nur Flaschen! Sie lässt sie auch noch
reden!)
Friedrich Merz, das ist leider die Antithese von
Deutschlands Kraft und Stärke, von Wohlstand und
Ansehen in der Welt, von Zusammenhalt und sozialem
Ausgleich. Und das wissen Sie, meine Damen und Herren
von der Union, denke ich mal, nur allzu gut. Aber Sie
finden keinen Nachfolger. Denn der Scherbenhaufen ist
so groß, dass ein potenzieller Nachfolger erst mal unter
ihm begraben sein würde.
Aber, meine Damen und Herren, gerade von der
Union, lassen Sie uns Friedrich Merz da, wo er ist.
Er ist einer unserer besten Wahlkämpfer.
Und wenn wir dann auch im Bund die 44 Prozent erreicht
haben, dann können Sie ihn gerne austauschen.
Vielen Dank.
(Beifall bei der AfD – Knut Abraham [CDU/
CSU]: Das ist sehr platt!)
Relationen
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