Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e. V. (VUT)
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Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e. V. (VUT)
Tätigkeit: Wirtschaftsverband oder Gewerbeverband/-verein
Wir geben den unabhängigen Musikunternehmer*innen Deutschlands eine Stimme. Wir setzen uns dafür ein, dass die kulturelle Vielfalt, zu der unabhängige Musikunternehmer*innen maßgeblich beitragen, stärker wahrgenommen wird und eine größere Wertschätzung erfährt. Unsere Mitglieder sind unabhängige Künstler*innen und Partner*innen der Künstler*innen. Sie fördern aufstrebende Talente und setzen auf langfristige Beziehungen mit ihnen. Als Verband verfolgen wir das Ziel, faire Wettbewerbsbedingungen und Marktzugang für unabhängige Musikunternehmer*innen zu schaffen, unabhängig von ihrer Größe. Kurz gefasst lautet unser Auftrag: Act United Stay Independent.
Der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e. V. (VUT) vertritt die Interessen der unabhängigen Unternehmer*innen der deutschen Musikwirtschaft. Zu seinen Mitgliedern zählen rund 1.200 Künstler*innen, die sich selbst vermarkten, Labels, Verlage, Vertriebe, Produzent*innen u.a. Insgesamt stehen unabhängige Musikunternehmer*innen für einen Marktanteil von 35 Prozent der genutzten Musikaufnahmen. Ihr Anteil an den jährlichen Neuveröffentlichungen liegt bei über 80 Prozent, damit leisten sie einen essenziellen Beitrag zur vielfältigen Kulturlandschaft in Deutschland. Kennzeichnend für VUT-Mitglieder ist neben ihrer Innovationsbereitschaft ein oft partnerschaftliches Verständnis in einer arbeitsteiligen Branche. VUT-Mitglieder sind oft in mehreren Gewerken zu Hause und betreiben beispielsweise neben ihrer eigenen Künstler*innenkarriere ein eigenes Label.
Der VUT engagiert sich auf regionaler, deutscher, europäischer und internationaler Ebene für die Interessen der unabhängigen Musikwirtschaft, deren Kern die Urheber*innen und Interpret*innen bilden. Dafür gehen die mit der Interessenvertretung betrauten Personen in den gezielten schriftlichen wie persönlichen Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen und relevanten Institutionen. Weiterhin erfolgt die Interessenvertretung über verbandsübergreifende Gremien wie das Forum Musikwirtschaft, k3d- Koalition Kultur. und Kreativwirtschaft Deutschland und Forum der Rechteinhaber.
Interessenbereiche: Sonstige Interessenbereiche; Kultur; Wettbewerbsrecht; Sonstiges im Bereich "Recht"; EU-Binnenmarkt; Kleine und mittlere Unternehmen; Sonstiges im Bereich "Soziale Sicherung"; Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben; Sonstiges im Bereich "Arbeit und Beschäftigung"; Urheberrecht; Sonstiges im Bereich "Bildung und Erziehung"; Internetpolitik; Rente/Alterssicherung; EU-Gesetzgebung; Sonstiges im Bereich "Wirtschaft"
Regelungsvorhaben:
- Änderung: Late Payment Act 2023/0323 (COD): Der Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr 2023/0323 (COD)1 (im Folgenden Late Payment Act) sieht unter anderem vor, dem durch starke Asymmetrien zwischen Vertragspartnern entstehenden Zahlungsverzug entgegenzuwirken. Dies begrüßen wir als Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) grundsätzlich. Jedoch braucht es für unabhängige Musikunternehmer*innen und weitere Sektoren der Kreativwirtschaft flexiblere Zahlungsfristen als der Verordnungsentwurf derzeit vorzieht, andernfalls werden Wertschöpfungsketten zu Lasten kleiner und mittlerer Musikunternehmen erheblich gestört.
- Änderung: AI Act - 2021/0106/COD: Der AI Act soll von der Europäischen Union beschlossen werden. Wichtig sind einheitliche und verbindliche Regelungen zu KI in Europa. Vorrangig ist dabei die Transparenz bei der Verwendung von Trainingsdaten.
- Änderung: Vereinfachungen und kürzere Berabeitungszeiten beim Steuerabzug nach $50a EStG: Mit der Umsetzung des AbzStEntModG einschließlich der Einführung digitaler Verfahren beschreitet
Deutschland beim Steuerabzug nach §50a EStG für ausländische Steuerpflichtige einen
Sonderweg innerhalb der Europäischen Union, der sich zu einem erheblichen
Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen entwickelt hat. Hier gilt es, die
deutschen Besonderheiten in den bürokratischen Formalitäten auf ihre Sinnhaftigkeit zu
überprüfen und eine stärkere Vereinheitlichung innerhalb der Europäischen Union
anzustreben. Eine dauerhafte Erleichterung für die Unternehmen sowie die
durchführende Behörde kann durch eine deutlich abgesenkte Zahl der zustellenden
Anträge sowie einen deutlich geringeren Bearbeitungsaufwand bzw. Bearbeitungszeiten
der Anträge erreicht werden.
- Stabilisierung Abgabesatz Künstlersozialkasse: Die Künstlersozialkasse ist eine sozialpolitische Errungenschaft, die auf eine nachhaltig
tragfähige Basis gestellt werden muss. Dazu zählt die Stabilisierung des Abgabesatzes
auf 5%, um eine weitere Verunsicherung bei den Abgabepflichtigen zu vermeiden, sowie
die Wiederanhebung des Bundeszuschusses auf 25%.
- Kulturpass verstetigen: Das Projekt des Kulturpasses ist ein wichtiges Instrument, um junge Menschen nach den Corona-Erfahrungen wieder für Kultur zu begeistern und die regionale Kreativwirtschaft zu stärken. Es muss daher verstetigt werden und auch künftig jungen Menschen zur Verfügung stehen.
- Stärkung musikalischer Bildung: Angesichts anhaltender Debatten um den Abbau musikalischer Bildung fordert das Forum Musikwirtschaft politische Maßnahmen zur Stärkung des Stellenwerts der musikalischen Bildung als Grundpfeiler einer gut funktionierenden Musikwirtschaft.
- Änderung: Ermäßigung der Mehrwertsteuer auf alle Kulturprodukte: Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft und sollte durch steuerliche
Erleichterungen gefördert werden. Die derzeitige Einschränkung auf bestimmte
Kulturgüter führt zu Wettbewerbsverzerrungen und benachteiligt besonders die
Musikwirtschaft. Eine flächendeckende Ermäßigung der Mehrwertsteuer auf alle
Kulturprodukte, darunter auch Schallplatten und CDs, würde die kulturelle Vielfalt
stärken und die wirtschaftliche Stabilität der Kulturbranchen sichern.
- Änderung: Stärkung des Urheberrechts: Nur mit durchsetzbaren Urheber- sowie Leistungsschutz- und gewerblichen Schutzrechten
können kreative Inhalte, Dienstleitungen und Produkte monetarisiert und gegen Ausnutzung durch Dritte geschützt sowie neue Geschäftsmodelle etabliert werden. Rechteinhaber*innen müssen in der Lage sein, ihre Rechte mit angemessenem Ressourceneinsatz wirksam durchsetzen zu können. Die gesetzlichen Grundlagen dafür dürfen auch bei Entwicklung neuer technischer Möglichkeiten nicht ausgehöhlt werden, wenn weiterhin eine große kulturelle Vielfalt auf privatwirtschaftlicher Basis erhalten bleiben soll. Deutschland sollte innerhalb der europäischen Union für eine stärkere Harmonisierung der rechtlichen Grundlagen eintreten.
- Aktivrente auch für Selbstständige Musikunternehmer*innen: Wir fordern eine Korrektur des Gesetzesvorhabens: Die Aktivrente muss auch für selbstständige Erwerbstätige gelten. Die steuerliche Gleichbehandlung aller aktiv Erwerbstätigen im Rentenalter ist zwingend erforderlich. Erwerbsarbeit darf nicht nach Beschäftigungsform diskriminiert werden.
- Reform des Musikstreaming-Marktes für mehr Transparenz: Das derzeitige Modell der Streaming-Abrechnung muss hinterfragt werden, da sie oft keine faire Vergütung für Künstler*innen garantiert. Vor diesem Hintergrund setzt sich der VUT für eine Reform des Streaming-Marktes ein, um eine transparentere, gerechtere und nachhaltigere Wirtschaftslage für Künstler*innen und Musiknutzer*innen zu schaffen. Im Vordergrund stehen die mit Musikrechten generierten Einnahmen und deren Verteilung sowie weitere Forderungen bezüglich Transparenz, Vielfalt und Nachhaltigkeit im Musikstreaming.
- Sichtbarkeit der Kreativwirtschaft verstärken: Die KKW ist bezogen auf die Bruttowertschöpfung eine der größten Branchen in Deutschland und
rangiert noch vor dem Maschinenbau und der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Daher sind
nun endlich auch für sie geeignete Strategien und Rahmenbedingungen zu scha]en, damit sie
ihre Wirtschafts-, Innovations- und Integrationskraft im internationalen Wettbewerb voll und
nachhaltig entfalten kann. Zugleich braucht es eine besondere Aufmerksamkeit für jene Bereiche der KKW, die zentrale kulturelle Infrastruktur bereitstellen, dabei erheblich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung beitragen und deren Bedingungen sich jedoch durch globalen Wettbewerbsdruck und zunehmende regulatorische Anforderungen spürbar verschärft haben.
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