Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Neuer strategischer Ansatz für Forschung und Innovation zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft, der ländlichen Gebiete und der Lebensmittelsysteme des Agrar- und Lebensmittelsektors der EU durch AgRI 2040 und Food 2040
Text
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Neuer strategischer Ansatz für Forschung und Innovation zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft, der ländlichen Gebiete und der Lebensmittelsysteme des Agrar- und Lebensmittelsektors der EU durch AgRI 2040 und Food 2040
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 565/26
24.09.26
EU - AV - G - K - U - Wi
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen
Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Neuer strategischer
Ansatz für Forschung und Innovation zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit
und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft, der ländlichen Gebiete und der
Lebensmittelsysteme des Agrar- und Lebensmittelsektors der EU durch AgRI 2040 und
Food 2040
COM(2026) 453 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 421/21 = AE-Nr. 210383;
Drucksache 298/22 = AE-Nr. 220651;
Drucksache 103/25 = AE-Nr. 250184;
Drucksache 488/25 = AE-Nr. 250914;
Drucksache 283/26 = AE-Nr. 260409;
AE-Nr. 251254
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 8.9.2026
COM(2026) 453 final
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN
RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND
DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN
Neuer strategischer Ansatz für Forschung und Innovation zugunsten der
Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft, der
ländlichen Gebiete und der Lebensmittelsysteme
Zukunftssichere Gestaltung des Agrar- und Lebensmittelsektors der EU durch AgRI
2040 und Food 2040
{SWD(2026) 271 final}
1
1. DER NEUE KONTEXT FÜR DIE FORSCHUNG UND INNOVATION DER EU IN
DEN BEREICHEN LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT, LÄNDLICHE GEBIETE UND
LEBENSMITTELSYSTEME
Der Agrar- und Lebensmittelsektor1, der die Land- und Forstwirtschaft, Tätigkeiten in
ländlichen Gebieten und die Lebensmittelsysteme im weiteren Sinne umfasst, ist eine strategische
Ressource für die Europäische Union (EU) und ihre Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit
und Wettbewerbsfähigkeit. Er stellt die kontinuierliche Versorgung von 450 Millionen
Europäerinnen und Europäern mit ausreichenden, erschwinglichen, sicheren, gesunden und
hochwertigen Lebensmitteln sicher. Darüber hinaus spielt er eine Schlüsselrolle bei der
Abschwächung der Bedrohungen durch den Klimawandel und der Anpassung an diese
Bedrohungen und unterstützt zugleich die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen
Ressourcen, eine kreislauforientierte und nachhaltige Bioökonomie sowie die globale
Ernährungssicherheit.
Im Jahr 2023 generierten die Agrar- und Lebensmittelsysteme der EU eine Wertschöpfung von
mehr als 1 Bio. EUR und beschäftigten rund 30 Millionen Menschen (15 % aller Arbeitsplätze in
der EU)2. Hierin eingeschlossen sind 4,8 Millionen Beschäftigte in 309 000 Unternehmen der
Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der größten Branche im verarbeitenden Gewerbe der EU3
mit einem Umsatz von 1,5 Bio. EUR und einer Wertschöpfung von 296 Mrd. EUR. Als weltweit
größter Agrar- und Lebensmittelexporteur verzeichnete die EU im Jahr 2025 einen
Handelsüberschusses mit Agrarlebensmitteln in Höhe von 50 Mrd. EUR4.
Die ländlichen Gebiete, in denen 25 % der Bevölkerung der EU leben und die mehr als 75 %
ihres Hoheitsgebiets umfassen, sind ein wesentlicher Faktor für nachhaltiges Wachstum und
Innovation5. Wälder und andere bewaldete Flächen bedecken fast 44 % des Hoheitsgebiets der
EU und sind für die Gesundheit der Europäerinnen und Europäer, die biologische Vielfalt, die
Lebensgrundlagen im ländlichen Raum, das kulturelle Erbe, den wirtschaftlichen Wohlstand, den
Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel sowie die Verhütung künftiger Umwelt- und
Gesundheitskrisen von wesentlicher Bedeutung.
Um seine weltweit führende Stellung zu behaupten, muss der Sektor Innovation und
Modernisierung schneller vorantreiben. Obgleich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung
1 Für die Zwecke dieser Mitteilung wird der Agrar- und Lebensmittelsektor im weiten Sinne verstanden und umfasst
die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Lebensmittelsysteme und ländliche Gebiete.
2 Eurostat, Key figures on the European food chain – 2025 edition, 12. Dezember 2025,
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-key-figures/w/ks-01-25-049#.
3 FoodDrinkEurope, Data & Trends: EU Food and Drink Industry – 2026 Edition, 2026,
https://www.fooddrinkeurope.eu/wp-content/uploads/2026/02/FoodDrinkEurope-Data-Trends-2026-report-
digital.pdf.
4 Monitoring EU agri-food trade: Developments in 2025, Europäische Kommission, 2026. Die Daten zum Handel mit
Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen beziehen sich nur auf Waren; Erzeugnisse der Fischerei, der Aquakultur und
der Forstwirtschaft sind jedoch nicht erfasst.
5 COM/2025/75 final.
2
(FuE) im Laufe der Jahre erhöht wurden6, steht die wissenschaftliche Exzellenz Europas im Agrar-
und Lebensmittelsektor, z. B. bei digitalen und KI-Anwendungen, vor Herausforderungen. Wenn
der Status quo beibehalten wird und der derzeitige Rückstand bei Innovation und Einführung
bestehen bleibt, dürfte das Wachstum der landwirtschaftlichen totalen Faktorproduktivität auch
künftig verhalten bleiben.
Es scheint, dass die Ergebnisse aus Forschung und Innovation (FuI) nicht in ausreichendem Maße
in entsprechende Produktivitätsgewinne7, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz umgesetzt
werden. Darüber hinaus wird Europas Investitionsrückstand immer deutlicher, obwohl es in
bestimmten Bereichen der Agrar- und Lebensmitteltechnologie weiterhin relativ wettbewerbsfähig
ist. Die Investitionen in Agrar- und Lebensmitteltechnologien in Europa gingen von 2020 bis 2024
um 67 % zurück, während sie in den Vereinigten Staaten und Kanada um 50 % bis 70 % höher
lagen8. Um ihre Abhängigkeit von anderen großen Weltmächten zu verringern, insbesondere im
Bereich der Technologien, die in der Lebensmittelerzeugung eingesetzt werden, muss die EU ihre
strategische Autonomie weiter stärken, indem sie KI-Fähigkeiten für die Landwirtschaft und die
Lebensmittelsysteme entwickelt.
Der Agrar- und Lebensmittelsektor der EU ist in einem zunehmend komplexen und sich
rasch wandelnden Umfeld tätig. Der geopolitische Kontext ist geprägt durch volatile Preise für
Betriebsmittel und Rohstoffe sowie durch erhebliche Abhängigkeiten von Drittländern nicht nur
bei Technologien, sondern auch bei landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, insbesondere
Düngemitteln, Energie und Eiweißfuttermitteln. Diese Herausforderungen werden durch eine
alternde und schrumpfende Erwerbsbevölkerung mit einem unausgewogenen
Geschlechterverhältnis sowie durch den Druck auf die Landnutzung und die natürlichen
Ressourcen noch verschärft und durch die Auswirkungen des Klimawandels, der
Umweltverschmutzung und des Verlusts der biologischen Vielfalt zusätzlich verstärkt. Strukturelle
Veränderungen sind im Gange: Sie reichen von neuen, technologiebasierten Methoden der
Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung bis hin zum Entstehen innovativer
Wertschöpfungsketten und neuer kreislauforientierter Geschäftsmodelle im Bioökonomiesektor
sowie zum Einsatz von KI und Biotechnologie.
Die durch FuI vorangetriebene nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit steht im Mittelpunkt sowohl der
Vision für Landwirtschaft und Ernährung als auch der Strategie für europäische
Biowissenschaften. In der Vision wird eine Aktualisierung des strategischen Ansatzes von 2016
für FuI im Hinblick auf die Land- und Forstwirtschaft und die ländlichen Gebiete gefordert,
um Investitionen gezielter auszurichten, künftige Prioritäten mit wissenschaftlichen
6 OECD, Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2024, 2024, Paris,
https://www.oecd.org/en/publications/agricultural-policy-monitoring-and-evaluation-2024_74da57ed-en.html.
7 Europäische Kommission: Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, EU Agricultural Outlook
2025–2035, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2025,
https://data.europa.eu/doi/10.2762/4491268.
8 AgFunder, Global Agrifoodtech Investment Report 2025, AgFunder, San Francisco, CA, 2025,
https://agfunder.com/research/agfunder-global-agrifoodtech-investment-report-2025/.
3
Entwicklungen in Einklang zu bringen und neue Chancen zu ergreifen. Die Strategie für
Biowissenschaften zielt darauf ab, die EU bis 2030 zu einem globalen Innovationszentrum in den
Bereichen Gesundheit, Biotechnologie, Lebensmittel und Bioproduktion zu machen,
einschließlich der Gewinnung von Talenten im Rahmen der Initiative „Choose Europe“. In der
Strategie wurde auch die Entwicklung einer ergänzenden neuen strategischen FuI-Agenda für
Lebensmittelsysteme angekündigt, die auf dem derzeitigen Rahmen für Lebensmittel 2030
aufbaut. Diese Agenda wird die Entwicklung wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und resilienter
Lebensmittelsysteme unterstützen. In den Berichten von Letta und Draghi wurde hervorgehoben,
dass der EU-Binnenmarkt gestärkt und seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden muss, was
auch für den Agrar- und Lebensmittelsektor von Bedeutung ist.
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes entlang der
gesamten Wertschöpfungskette, der den Innovationsprozess europäischer Start-ups und
Scaleups von der Forschung bis zur Markteinführung stärkt. Der strategische Ansatz stützt sich auf zwei
eng miteinander verknüpfte Rahmen, die in dieser Mitteilung dargelegt werden und darauf
abzielen, das Forschungs- und Innovationsökosystem im Agrar- und Lebensmittelsektor der EU
systematisch und bereichsübergreifend anzugehen. Bei diesen Rahmen handelt es sich um
AgRI 2040 mit Schwerpunkt auf Land- und Forstwirtschaft und ländlichen Gebieten und
Food 2040 mit Schwerpunkt auf Lebensmittelsystemen, einschließlich Fischerei und Aquakultur.
Diese Mitteilung stützt sich auf Erkenntnisse aus den öffentlichen Konsultationen zur
Unterstützung von AgRI 2040 und Food 2040, die in der Arbeitsunterlage der
Kommissionsdienststellen9 zusammengefasst sind. Themen, die beide Rahmen gemeinsam
betreffen, werden gemeinsam behandelt. Spezifischere Aktionsbereiche werden im Rahmen von
AgRI 2040 und Food 2040 festgelegt, wobei der Schwerpunkt auf politischen Leitlinien auf hoher
Ebene liegen wird, ohne der Umsetzung der nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR)
vorzugreifen.
2. GESTALTUNG EINES FLORIERENDEN UND VERNETZTEN FORSCHUNGS- UND
INNOVATIONSÖKOSYSTEMS DER EU
2.1. Schließung der Lücke vom „Labor zur Fertigung“
Ein starkes innovationsbasiertes Ökosystem ist für die Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und
Nachhaltigkeit des Agrar- und Lebensmittelsektors von entscheidender Bedeutung. Es beruht
auf einer offenen, fairen und kooperativen Vernetzung zwischen den verschiedenen Segmenten der
Wertschöpfungskette – von den Landwirtinnen und Landwirten bis hin zu den Verbraucherinnen
und Verbrauchern.
Europa bringt hochwertige wissenschaftliche Erkenntnisse in den Bereichen Landwirtschaft und
Lebensmittelsysteme hervor. Seine Wettbewerbsfähigkeit ist jedoch beschränkt, da private
9 Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: Analytischer Überblick über die Errungenschaften des strategischen
Ansatzes von 2016 für FuI in der Landwirtschaft und des FuI-Rahmens „Food 2030“ sowie Erkenntnisse aus den
Konsultationen der Interessenträger; Begleitunterlage zu diesem strategischen Ansatz.
4
Investitionen in FuI unzureichend sind10 und die Weiterentwicklung von
Forschungsergebnissen in der Frühphase zu Geschäftsöglichkeiten nur langsam
voranschreitet. Der hohe KMU-Anteil, begrenzte Investitionskapazitäten und eine hohe
Arbeitsintensität sind zusätzliche, für die Land- und Forstwirtschaft und die Lebensmittelsysteme
spezifische Hemmnisse bei der Vermarktung11.
Innovative KMU und Start-up-Unternehmen12 im Agrar- und Lebensmittelsektor sind gut
aufgestellt, um Lösungen in verschiedenen Kontexten zu entwickeln, anzupassen und zu skalieren.
Gleichzeitig sind ihre Beteiligung an Projekten im Rahmen von Horizont Europa und die
Valorisierung von Projektergebnissen nach wie vor begrenzt13. Fragmentierte Finanzierung10,
regulatorische Komplexität und unzureichende Unterstützung bei höheren Technologiereifegraden
(TRL) bleiben auch im Agrar- und Lebensmittelsektor wesentliche Hindernisse für die
Überführung von Forschungsergebnissen in marktreife Produkte und Dienstleistungen.
In diesem Abschnitt werden Maßnahmen zur Stärkung des FuI-Ökosystems vorgeschlagen,
die vom Anfangsstadium der Innovation bis zur Markteinführung reichen. Hierzu sollen
Forschungsergebnisse besser genutzt, die Marktakzeptanz unterstützt und das Wachstum von
Start-ups im Agrar- und Lebensmittelsektor der EU im Einklang mit der EU-Start-up- und
Scaleup-Strategie gefördert werden. Dieser Abschnitt stützt sich auf Erkenntnisse aus der öffentlichen
Konsultation zur Unterstützung von AgRI 2040 und Food 2040 sowie auf Rückmeldungen von
Interessenträgern und Mitgliedstaaten, einschließlich Beiträgen der Startup & Scaleup Task Force
des Ständigen Agrarforschungsausschusses (SCAR).
Förderung von Investitionen und Verwertung von FuI-Ergebnissen im Agrar- und
Lebensmittelsektor
Die Kommission strebt an, EU-finanzierte FuI-Projekte stärker am Bedarf der Wirtschaft
auszurichten, indem sie geeignete Elemente in die Aufforderungen zur Einreichung von
Vorschlägen aufnimmt, die Einbindung von Experten aus dem Privatsektor und von Marktexperten
in die Bewertung der Vorschläge verstärkt sowie die Verwertung und Nutzung von FuI-
Ergebnissen fördert. Ohne den laufenden MFR-Verhandlungen und der Umsetzung künftiger EU-
10 Europäische Kommission, Heitor, M. (Hrsg.), Align, act, accelerate: Research, technology and innovation to boost
European competitiveness, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2024,
https://data.europa.eu/doi/10.2777/9106236.
11 Europäische Kommission: Europäische Exekutivagentur für den Innovationsrat und für KMU, Technopolis Group,
IDEA Consult, Monitoring industrial ecosystems – Agri-food – Analytical report – 2024 edition, Amt für
Veröffentlichungen der Europäischen Union, 2025, https://data.europa.eu/doi/10.2826/4766674.
12 Obwohl Start-ups und Scale-ups nach der KMU-Definition der EU häufig unter die Kategorie der KMU fallen,
werden sie in dieser Mitteilung für Analyse- und politische Zwecke als eigenständige Kategorien betrachtet.
13 Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: Analytischer Überblick über die Errungenschaften des
strategischen Ansatzes von 2016 für FuI in der Landwirtschaft und des FuI-Rahmens „Food 2030“ sowie
Erkenntnisse aus den Konsultationen der Interessenträger; Begleitunterlage zu diesem strategischen Ansatz.
5
Finanzierungsprogramme vorzugreifen, wird die Kommission prüfen, wie die Zutrittsschranken
gesenkt werden können und die Beteiligung von KMU und Start-up-Unternehmen an
Projekten im Rahmen von Horizont Europa erhöht werden kann. Diese Mechanismen
könnten eine erhöhte Nutzung, Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der Kaskadenfinanzierung14 und
andere vereinfachte Verwaltungsverfahren sowie eine stärkere Unterstützung beim Aufbau von
Konsortien umfassen.
Die Kommission wird das Portfolio der im Agrar- und Lebensmittelsektor finanzierten FuI-
Projekte so steuern, dass ein höherer Grad der technologischen Entwicklung15 stärker
berücksichtigt wird, indem die Marktreife von Innovationen bewertet und gezielte, auf die
jeweilige Entwicklungsphase zugeschnittene Unterstützung bereitgestellt wird.
Die Kommission wird die Ausarbeitung von Skalierungspfaden16 prüfen, die verschiedene
Finanzierungsquellen miteinander verknüpfen, um nahtlose Investitionsprozesse im Agrar-
und Lebensmittelsektor zu unterstützen. Diese Bemühungen werden die vorgeschlagenen engen
Verbindungen zwischen Horizont Europa und dem künftigen Europäischen Fonds für
Wettbewerbsfähigkeit (ECF) stärken und gleichzeitig für die Möglichkeit sorgen, das ECF-
InvestEU-Instrument als Umsetzungsinstrument zu nutzen. Ziel ist es, die Vermarktung zu
beschleunigen und Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor in der gesamten EU zu stärken.
Die Kommission wird sich auch um stärkere Synergien mit Organisationen und Plattformen
bemühen, die den Einsatz unterstützen können. Hierzu zählen unter anderem das EIT
(Europäisches Innovations- und Technologieinstitut) Food, der Europäische Innovationsrat (EIC),
das Enterprise European Network und sein Nachfolger, das EU4Business Network, im Rahmen
des ECF oder europäische Technologieplattformen (z. B. ETP Food for Life).
Der EIC spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung bahnbrechender Innovationen. Weitere
Möglichkeiten zur Stärkung der Verknüpfungen zwischen kooperativen Forschungsprojekten
und Instrumenten des EIC werden gefördert. Die Kommission wird auch eine Neuauflage des
Programms „Der schnelle Weg zur Innovation“ prüfen, die kleinere Konsortien, kürzere
Zeitspannen bis zur Gewährung von Finanzhilfen, höhere Technologie-Reifegrade und eine
stärkere Beteiligung von Start-up-Unternehmen und anderen KMU, Land- und Forstwirtinnen
und -wirten sowie der Industrie vorsieht.
Außerdem wird ein Mechanismus für die frühzeitige Ermittlung vielversprechender FuI-
Ergebnisse mit kommerziellem Potenzial geschaffen. Die ausgewählten Ergebnisse könnten
14 EU Funding and Tenders Portal, Financial Support for Third Parties (FSTP).
15 Die Technologiereife wird in der Regel anhand der Skala der Technologie-Reifegrade (Technology Readiness
Levels, TRL) bewertet, die angibt, wie weit die Entwicklung einer Technologie von der frühen Forschung bis zum
Einsatz fortgeschritten ist. Die Technologie-Reifegrade werden im Einklang mit dem Programmleitfaden zu
Horizont Europa (Europäische Kommission, 2025) bestimmt.
16 Ein strukturierter, dokumentenbasierter Rahmen zur Erfassung und Verknüpfung verfügbarer
Finanzierungsinstrumente und Unterstützungsmaßnahmen über alle Phasen (TRL) hinweg, der Innovationen von
der Forschung bis zur Markteinführung und Skalierung begleitet und KMU und Start-up-Unternehmen dabei
unterstützt, einschlägige Finanzierungsmöglichkeiten zu ermitteln und zu nutzen.
6
eine unbürokratische, rasch verfügbare und flexible Zusatzfinanzierung erhalten, um die Lücke
zwischen der Forschung und der frühen Marktvalidierung zu überbrücken.
Um Innovationsakteure wie Forschende, Innovatoren, Unternehmerinnen und Unternehmer,
Startup-Unternehmen und andere KMU zu unterstützen, wird die Kommission ergänzende Maßnahmen
wie Innovationsgutscheine17 prüfen, um ihre Zusammenarbeit mit europäischen, nationalen und
regionalen Inkubatoren, Beschleunigern, Living Labs18 und Pilotanlagen zu stärken. Diese
Maßnahmen würden maßgeschneiderte, bedarfsorientierte Unterstützung in den Bereichen
Schulung, Entwicklung von Geschäftsmodellen, Analyse des Kundenkreises, geistiges Eigentum,
gezielte Finanzierungsmöglichkeiten und Zugang zu Testern und Unternehmenspartnern bieten.
Im Bereich des geistigen Eigentums wird die Kommission eine maßgeschneiderte
Unterstützung für Projekte mit erheblichem Marktpotenzial in kritischen Phasen prüfen und dabei
auf bestehenden Ressourcen wie dem Europäischen Helpdesk für geistiges Eigentum, dem
Horizon IP Scan und dem Horizon Results Booster aufbauen.
Unterstützung des Experimentierens, des regulatorischen Lernens und der Einführung von
Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor
Kurze Versuchszyklen können den Übergang von Ideen zu einsetzbaren und wirtschaftlich
tragfähigen Lösungen erheblich beschleunigen. Die Kommission wird weitere
Finanzierungsmöglichkeiten zur Erleichterung des Zugangs zu Erprobungs- und
Versuchsinfrastrukturen wie Living Labs und Innovationszentren sowie Programme für die
Vergabe öffentlicher Aufträge zur Innovationsförderung prüfen. Dies würde es Start-ups und
anderen KMU ermöglichen, zeitnah Prototypen unter realen Bedingungen zu validieren.
Neben einer verstärkten Nutzung von Versuchsinstrumenten wie Reallaboren19 und einer
engeren Zusammenarbeit mit den Risikobewertungsgremien der EU (z. B. der Europäischen
Behörde für Lebensmittelsicherheit) sind zusätzliche FuI-Investitionen erforderlich, um die
Methoden für die Risikobewertung zu untermauern. Ziel ist es, regulatorische Erkenntnisse zu
gewinnen, um notwendige Anpassungen – unter anderem bei Datenanforderungen und/oder
alternativen regulatorischen Anforderungen – zu ermöglichen und damit die Zulassungen und
Genehmigungen vor der Markteinführung für Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor zu
unterstützen, auch in Bezug auf Pflanzenschutzmittel, Futtermittel und Lebensmittel
(einschließlich solcher aus genetisch veränderten Organismen). Die Kommission wird regelmäßig
17 Innovationsgutscheine sind kleine, flexible Finanzhilfen für Innovationsakteure für den Zugang zu externen
Geschäftsgründungs- und Geschäftsförderungsdiensten, die dazu beitragen, vielversprechende Ideen in
wirtschaftlich tragfähige, marktreife Unternehmen zu überführen.
18 Living Labs sind nutzerzentrierte ortsbezogene und transdisziplinäre Forschungs- und Innovationsökosysteme, die
einschlägige Partner in die systemische Forschung und die gemeinsame Gestaltung, Erprobung, Überwachung und
Bewertung von Lösungen unter realen Bedingungen einbeziehen. Living Labs wurden im Rahmen von Initiativen
wie der Mission Soil, der Partnership on Agroecology und anderen im Rahmen von Horizont Europa finanzierten
Maßnahmen eingerichtet.
19 Im Zusammenhang mit ihrem Vorschlag für eine europäische Biotech-Verordnung hat die Kommission im
Dokument COM/2025/1022 final eine Reihe gezielter Änderungen der Verordnung über das allgemeine
Lebensmittelrecht vorgelegt, mit denen die Bedingungen festgelegt werden, unter denen Reallabore im
Zusammenhang mit der Lebensmittelkette eingerichtet werden können.
7
die einschlägigen Risikobewertungsgremien der EU und gegebenenfalls ihre nationalen Pendants
zum FuI-Bedarf im Zusammenhang mit der Risikobewertung von Innovationen im Agrar- und
Lebensmittelsektor konsultieren.
Langfristig angelegte, kooperative und vernetzte FuI-Ökosysteme haben ihren Mehrwert unter
Beweis gestellt, unter anderem im Rahmen von EU-Missionen wie der Mission „Ein Boden-Deal
für Europa“, institutionellen Partnerschaften (wie den gemeinsamen Unternehmen) und
kofinanzierten Partnerschaften. Im Einklang mit der laufenden Bewertung20 wird die Kommission
prüfen, wie Partnerschaften weiter genutzt werden können, um zusätzliche private und
öffentliche Investitionen in vorrangigen Bereichen anzuziehen. Der SCAR könnte eine
stärkere Rolle als Wissensvermittler bei der Bewertung der FuI-Kapazitäten der EU (Stärken und
Schwächen) in verschiedenen Branchen des Agrar- und Lebensmittelsektors spielen.
Durch die Einrichtung eines von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) verwalteten
„Zentrums für wissenschaftliche Politikberatung zu Innovation und Transformation in den
Bereichen Land- und Forstwirtschaft, ländliche Entwicklung und Lebensmittelsysteme“
wird die Kommission die Innovationspolitik der EU und der Mitgliedstaaten im Agrar- und
Lebensmittelsektor und die Interessenträger des Sektors (von Erzeugern bis zu Unternehmern)
unterstützen, indem sie wichtige Innovationsmöglichkeiten im Agrar- und Lebensmittelsektor
ermittelt; wirtschaftlichen Auswirkungen sowie Marktlücken und Lücken bei der Einführung
analysieren; und den Interessenträgern evidenzbasiertes und verwertbares Wissens zur
Unterstützung der strategischen Entscheidungsfindung mit dem Ziel bereitstellen, die
Innovationskapazitäten der EU zu stärken.
Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, zu prüfen, wie sie ihre künftigen nationalen und
regionalen Partnerschaftspläne nutzen können, um ein unterstützendes Innovationsökosystem
im Agrar- und Lebensmittelsektor weiter zu stärken und zu verbessern, z. B. durch Investitionen
in Kapazitätsaufbau, Humanressourcen und innovationsfördernde Infrastrukturen wie
Testeinrichtungen.
2.2 Beschleunigung der Übernahme von Wissen und Innovationen durch die Land- und
Forstwirtinnen und -wirte und die Akteure im ländlichen Raum
Die Übernahme von Innovationen ist für die Ernährungssicherheit der EU sowie für die
Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft und der
ländlichen Gebiete von entscheidender Bedeutung.
Um die Ziele der Vision für Landwirtschaft und Ernährung zu verwirklichen, muss Innovation
über einzelne Projekte hinausgehen, sich über Regionen hinweg verbreiten und in die tägliche
20 Europäische Kommission: Generaldirektion Forschung und Innovation, „Public consultation on Joint Undertakings,
Art. 185 initiatives, and thematic priorities for European Partnerships under Horizon Europe 28-34”, 10. Juli 2026,
https://research-and-innovation.ec.europa.eu/news/all-research-and-innovation-news/public-consultation-
jointundertakings-art-185-initiatives-and-thematic-priorities-european-2026-07-10_en.
8
Praxis eingebettet werden. Dies erfordert Fortschritte in drei Bereichen: i) Scaling-out durch die
Verbreitung bewährter Lösungen auf mehr Nutzende und Orte, ii) Scaling-up durch eine
Gestaltung von politischen Maßnahmen und Rechtsvorschriften, die der Übernahme von
Innovationen förderlich ist, und (iii) Scaling-deep, indem neue Praktiken, Werte und
Überzeugungen in die Gesellschaft getragen werden.
Instrumente im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) können die Nachfrage nach
innovativen Lösungen stimulieren, indem Landwirtinnen und -wirte bei der Anwendung neuer
Technologien, nachhaltiger Verfahren und digitaler Instrumente sowie bei der Einführung von
Innovationen im Wege der Investitionsförderung unterstützt werden. Die FuI-Politik der EU im
Bereich der Landwirtschaft hat, in enger Ergänzung zur derzeitigen GAP, starke Grundlagen für
die gemeinsame Entwicklung und Verbreitung von Wissen und Innovation geschaffen. Die
Interessenträger betonen jedoch weiterhin, dass gezielte Verbesserungen erforderlich sind, um die
Übernahme der FuI-Ergebnisse zu beschleunigen21.
21 Europäische Kommission: Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Future-proofing EU
agrifood through research and innovation – Summary of results of the open consultation, Amt für Veröffentlichungen
der Europäischen Union, Luxemburg, 2026, https://data.europa.eu/doi/10.2762/2404939.
9
Unterstützung von durch Landwirtinnen und -wirte getragenen Innovationen durch den Multi-
Akteur-Ansatz und Living Labs
Landwirtinnen und -wirte sind eher geneigt, Innovationen anzuwenden, die gemeinsam mit
ihnen entwickelt und unter realen Bedingungen getestet wurden und für die Unterstützung in
Form von Beratungsdiensten und Peer-to-Peer-Austausch geboten wird22. In den letzten zehn
Jahren ist der Multi-Akteur-Ansatz23 zu einem wesentlichen Merkmal von FuI-Projekten in den
Bereichen Land- und Forstwirtschaft und ländliche Gebiete geworden, die im Rahmen von
Horizont 2020 und Horizont Europa finanziert werden. In mehr als 70 % der einschlägigen
Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen ist seine Anwendung inzwischen
verpflichtend24. Living Labs haben in ähnlicher Weise eine langfristige, transdisziplinäre
Zusammenarbeit durch ortsbezogenes Experimentieren gefördert, das technische, soziale und
verhaltensbezogene Aspekte miteinander verbindet.
Es bestehen jedoch nach wie vor Herausforderungen, darunter eine uneinheitliche Umsetzung
in den einzelnen Projekten, Hindernisse für die frühzeitige und substanzielle Einbeziehung der
einschlägigen Akteure sowie eine uneinheitliche Übernahme der Ergebnisse.
Die Kommission führt derzeit eine Studie durch, um die Auswirkungen bestehender Instrumente
auf die Verbreitung und Übernahme von Innovationen zu bewerten. Auf der Grundlage ihrer
Ergebnisse wird sich die Kommission bemühen, die Terminologie und die Methoden für den
Multi-Akteur-Ansatz und die Living Labs zu harmonisieren und die Evaluierungs- und
Überwachungsmechanismen auf Projektebene zu stärken. Die Kommission beabsichtigt, im
Rahmen von Horizont Europa (2028-2034) und des künftigen Europäischen Fonds für
Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen, wie die frühzeitige und sinnvolle Einbeziehung der einschlägigen
Akteure unterstützt werden kann. Dies soll zum einen durch Unterstützungsmaßnahmen vor der
Einreichung von Vorschlägen, die die Bildung von Konsortien erleichtern, und zum anderen
durch eine vereinfachte finanzielle Unterstützung erfolgen, um eine angemessene Anerkennung
und Vergütung der Mitwirkung von Landwirtinnen und -wirten und anderen Interessenträgern an
Projekten sicherzustellen. Die Verbindung zu den Sozial- und Geisteswissenschaften sollte
gestärkt werden, um inklusive Mitgestaltungsprozesse zu fördern. Die Beteiligung von
Bauernverbänden, Genossenschaften, Beratungsdiensten und Landwirtschaftskammern an FuI-
Projekten wird weiterhin gefördert. Die Kommission wird ferner prüfen, wie
22 Europäische Kommission: Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung – Referat A.3, Study on
outcomes achieved by EIP-AGRI Operational Group projects under the CAP, EU CAP Network, 2024, https://eu-
cap-network.ec.europa.eu/publications/study-outcomes-achieved-eip-agri-operational-group-projects-
undercap_en.
23 Der Multi-Akteur-Ansatz ist eine Form interaktiver, transdisziplinärer und verantwortungsvoller FuI, die darauf
abzielt, den Forschungs- und Innovationsprozess durch die aktive Einbeziehung der relevanten Akteure während
des gesamten Forschungsprojekts kokreativer und inklusiver zu gestalten. Dies soll zu stärker gemeinsam
getragenen, verlässlicheren, stärker bedarfsorientierten und gesellschaftlich relevanteren Ergebnissen führen.
24 Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen: Analytischer Überblick über die Errungenschaften des
strategischen Ansatzes von 2016 für FuI in der Landwirtschaft und des FuI-Rahmens „Food 2030“ sowie
Erkenntnisse aus den Konsultationen der Interessenträger; Begleitunterlage zu diesem strategischen Ansatz.
10
Kooperationsplattformen genutzt werden können, um Landwirtinnen und -wirte und andere
Praktikerinnen und Praktiker besser mit Projekten zu vernetzen, die den Multi-Akteur-Ansatz
verfolgen.
Um Bottom-up-Innovationen zu unterstützen, wird die Kommission Initiativen fördern, mit denen
traditionelles Wissen und praxisorientierte Lösungen validiert und gleichzeitig Landwirtinnen
und -wirte in die Erprobung von Innovationen in verschiedenen Regionen einbezogen werden. Aus
diesen Bemühungen sollten praktische Leitlinien hervorgehen, um eine breitere Anwendung von
Innovationen zu unterstützen. Die Projekte sollten auch die wirtschaftlichen, ökologischen und
sozialen Kosten und Vorteile der Anwendung vorgeschlagener Innovationen systematisch
bewerten und gleichzeitig tragfähige Geschäftsmöglichkeiten ermitteln, um den Bedürfnissen der
Nutzenden oder den Erfordernissen des Marktes besser gerecht zu werden. Schließlich wird die
Kommission eine Bestandsaufnahme der bestehenden Erprobungs- und
Demonstrationsinfrastrukturen vornehmen, darunter Living Labs auf EU- und nationaler
Ebene, Demonstrationsbetriebe und Leuchtturmbetriebe. Durch die Unterstützung von
Landwirtinnen und -wirten sowie Praktikerinnen und Praktikern bei der Ermittlung relevanter
Standorte und Ressourcen wird dieser Ansatz ihren Zugang zu einschlägigen Infrastrukturen
verbessern und das Peer-to-Peer-Lernen stärken.
Synergien stärken: Aufbau eines nachhaltigen und vernetzten Innovationsökosystems
Die Kommission wird die Verbindungen zwischen dem derzeitigen und dem künftigen
Programm „Horizont Europa“ und der GAP weiter stärken, indem sie systematische
Interaktionen zwischen den nationalen Kontaktstellen und den GAP-Netzwerken fördert,
insbesondere durch eine stärkere Nutzung von Veranstaltungen, die von der Europäischen
Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-AGRI)
organisiert werden. Es wird weiterhin Unterstützung geleistet, um die Beteiligung operationeller
Gruppen der EIP AGRI an FuI-Projekten zu fördern und die Verbreitung ihrer Ergebnisse über
die themenbezogenen Wissenszentren der EU als Anlaufstellen für die Nutzenden zu erleichtern
und den Aufwand für landwirtschaftliche Berater zu verringern25.
Die Synergien zwischen Living Labs und operationellen Gruppen werden gestärkt, um die
Anpassung innovativer Lösungen an die lokalen Gegebenheiten zu unterstützen. Dies umfasst die
Förderung der Einbindung von Partnern aus operationellen Gruppen in Living Labs sowie – in
Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten – die Förderung der Übernahme und Anpassung der in
Living Labs entwickelten Ergebnisse durch operationelle Gruppen26. Verbindungen zwischen
25 Bei den themenbezogenen Wissenszentren der EU, deren Definition und Förderung in Cluster 6 des
Arbeitsprogramms 2026-2027 von Horizont Europa (C/2025/8493 final) enthalten ist, handelt es sich um Projekte,
die als zentrale Quellen für thematisches Wissen fungieren sollen. Sie sollten den Zugang zu themenbezogenen
Forschungsergebnissen, innovativen Lösungen und bewährten Verfahren erleichtern, Berater mit hochaktuellem
Wissen ausstatten und den verschiedenen AKIS-Akteuren umfassende Möglichkeiten der Zusammenarbeit und
gegenseitigen Bereicherung bieten.
26 Europäische Kommission: Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Non-paper ‘Exploring
potential synergies between Horizon Europe projects using Living Labs and Lighthouses applied to agriculture, the
11
Living Labs und den künftigen themenbezogenen Wissenszentren der EU sollten ebenfalls gestärkt
werden, um dazu beizutragen, lokal erprobte Innovationen in der gesamten EU zu skalieren. Die
Zusammenarbeit mit Erprobungs- und Versuchseinrichtungen27 sollte gefördert werden, um die
Übernahme digitaler Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft und in ländlichen Gebieten zu
beschleunigen.
Maximierung der Wirkung und der Reichweite praktischer Kenntnisse
Die Kommission wird Wissensarchive und interoperable, nutzerorientierte Infrastrukturen weiter
ausbauen, um die langfristige Zugänglichkeit und Nutzbarkeit detaillierterer,
kontextspezifischer und praktisch erläuterter FuI-Ergebnisse sicherzustellen.
Das Format der Praxis-Zusammenfassungen28 format der EIP-AGRI wird überarbeitet, um für
mehr Zugänglichkeit, Klarheit und Relevanz zu sorgen. Die Projekte werden dazu angehalten,
Mittel für die Aufbereitung der FuI-Ergebnisse in praxisorientierten Handbüchern bereitzustellen.
Diese sollten einem Peer-Review unterzogen werden, um ihre Qualität und ihren praktischen
Nutzen sicherzustellen. Sie werden auch dazu angehalten, vermehrt digitale Instrumente und KI
zur Unterstützung einer breiteren und intelligenteren Verbreitung praktischer Erkenntnisse zu
nutzen.
Schulungsmaterialien, die über thematische Netzwerke und Beratungsnetzwerke im Rahmen von
Horizont Europa entwickelt werden, sollten in Schulungsprogramme der nationalen Systeme für
Wissen und Innovation in der Landwirtschaft (AKIS) integriert werden, um hochwertige
landwirtschaftliche Beratungsdienste zu unterstützen. Engere Verbindungen zwischen Beratern
und Hochschulen werden ebenfalls von entscheidender Bedeutung sein, um sicherzustellen, dass
die Beratung vor Ort den neuesten Forschungsergebnissen und Innovationen Rechnung trägt.
Die Einbeziehung von Forschungsergebnissen in die berufliche Aus- und Weiterbildung und
die Hochschulbildung wird von entscheidender Bedeutung sein, um nachhaltige Verfahren29
durchgängig zu berücksichtigen und die künftigen Arbeitskräfte mit den Kompetenzen
auszustatten, die erforderlich sind, um Innovationen voranzutreiben, insbesondere im
Zusammenhang mit den Herausforderungen, die sich aus dem Generationswechsel ergeben.
Aufbauend auf den Tätigkeiten der Europäischen Beobachtungsstelle für Kompetenzen werden
die groß angelegte Partnerschaft für das Agrar- und Lebensmittelökosystem, die im Rahmen von
Erasmus+ finanzierten Zentren der beruflichen Exzellenz und die KIC des EIT dazu beitragen, neu
entstehende Qualifikationslücken zu ermitteln und zu schließen.
Common Agricultural Policy EIP-AGRI Operational Group projects and other similar initiatives: the Mission Soil
example’, 2026, https://mission-soil-platform.ec.europa.eu/resource-library/non-paper-lls-and-ogs-synergies.
27 Sektorale KI-Test- und Versuchseinrichtungen im Rahmen des Programms Digitales Europa wie z. B. agrifoodTEF.
28 Praxis-Zusammenfassungen sind kurze, praxisorientierte Zusammenfassungen, mit denen praktisches Wissen aus
nach dem Multi-Akteur-Ansatz durchgeführten Projekten und operationellen Gruppen der EIP AGRI an die
Nutzenden weitergegeben werden soll.
29 OECD, Policies for the Future of Farming and Food in the European Union, OECD Agriculture and Food Policy
Reviews, OECD Publishing, Paris, 2023, https://doi.org/10.1787/32810cf6-en.
12
Um schließlich eine breite Übernahme von Innovationen zu erreichen, ist es erforderlich, dass die
Forschung und Innovation über die traditionellen Akteure – Landwirtinnen und -wirte,
Beratende und andere Akteure des ländlichen Raums – hinausgreift und Unternehmerinnen und
Unternehmer, regionale Behörden, Bildungseinrichtungen, die Zivilgesellschaft und die Industrie
systematischer einbindet und zugleich die Bürgerwissenschaft stärker unterstützt.
2.3 Förderung der Lebensmitteltechnologie zugunsten der Widerstandsfähigkeit der
Lebensmittelversorgungskette und der Ernährungssicherheit
Das vielfältige Ökosystem der Lebensmittelindustrie, das innovative Start-up-Unternehmen und
andere KMU ebenso wie multinationale Unternehmen umfasst, erfordert eine erhebliche
Zusammenarbeit entlang des Weges von der Forschung bis zum Markt, um die Entwicklung
wirkungsvoller Lösungen für neue Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen.
Während die EU bei der Finanzierung von Innovationen in der Frühphase stark ist, erfordert die
Hochskalierung neuer, nachhaltiger Lebensmittelzutaten mehr finanzielle Unterstützung, um
innovativen Start-ups und anderen KMU dabei zu helfen, das zweite Tal des Todes30 zu
überwinden. Dies gilt insbesondere für die Lebensmittelindustrie, die einen erheblichen
Investitionsbedarf hat und in der private Investoren häufig zögern, die Infrastrukturfinanzierung
zu unterstützen31. Finanzielle Unterstützung bedeutet insbesondere, den europaweiten Mangel an
Fertigungskapazitäten im industriellen Maßstab bei TRL 8-9 im Bereich der
fermentationsbasierten Technologien32 für Lebens- und Futtermittelzutaten – unter
uneingeschränkter Achtung des EU-Rahmens für Risikobewertung und Zulassung – zu beheben.
Quanteninformatik mit ihrer erheblichen Rechenleistung kann in Kombination mit digitalen und
KI-gestützten Instrumenten zu einer verbesserten nachgelagerten Verarbeitung, zur Entwicklung
neuer Lebensmittelzutaten und zu einer effizienteren Entwicklung einer personalisierten
Ernährung beitragen. Die Kommission wird prüfen, wie die Investitionen, auch durch das ECF-
InvestEU-Instrument, erhöht werden können, um die Vermarktung zu beschleunigen und die
Innovation im Bereich Lebensmittel in der EU zu stärken.
Darüber hinaus muss die EU die Einführung fortschrittlicher Lebensmitteltechnologien
beschleunigen, und zwar von der Forschung in der Frühphase über die Skalierung bis hin zur
Kommerzialisierung durch den industriellen Einsatz, wobei gleichzeitig weiterhin die
Lebensmittelsicherheit sicherzustellen ist. Um dies zu erreichen, bedarf es des entschlossenen
Engagements zentraler Infrastrukturen und Forschungseinrichtungen, darunter der Industrial
Biotechnology Innovation and Synthetic Biology Accelerator (IBISBA), Universitäten,
Forschungsinstitute, Bioproduktionsanlagen, Technologietransfer-Büros und Innovationszentren,
unterstützt durch Instrumente wie die Plattform für Biotechnologie und Bioproduktion.
Die Stärkung der Lebensmittelversorgung und -sicherheit wird die Unabhängigkeit der EU
erhöhen, indem sie die heimischen Lieferketten für wichtige Lebensmittelzutaten wie Vitamine,
30 Das zweite „Tal des Todes“ liegt beim Übergang von der Pilot-/Demonstrationsphase zur Marktexpansion.
31Europäische Investitionsbank, Feeding future generations – How finance can boost innovation in agri-food, Amt für
Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2019, https://data.europa.eu/doi/10.2867/008109.
32 Zu diesen Technologien zählen Bioraffinerien und fortschrittliche Fermentation unter Verwendung von Hefen,
Algen, Bakterien und anderen Mikroorganismen.
13
Aminosäuren und Enzyme unterstützt und dadurch externe Abhängigkeiten verringert. Die
Kommission könnte gemeinsam mit den Mitgliedstaaten diese Resilienz auch durch digitale und
KI-gestützte Instrumente und Lösungen verbessern. Die wichtigen Vorhaben von gemeinsamem
europäischem Interesse (IPCEI) sind ein weiteres Beispiel für die Bündelung von Investitionen
der Mitgliedstaaten in strategische Lebensmittel- und biobasierte Wertschöpfungsketten.
Diese Vorhaben können zur Umgestaltung der Lebensmittelsysteme mit Anwendungen beitragen,
die darauf abzielen, Lebensmittelverluste und -verschwendung zu verringern, die Überwachung
der Lebensmittelsicherheit und -rückverfolgbarkeit durch die EU zu verbessern (einschließlich der
Bekämpfung von Lebensmittelbetrug), die Produktionskosten zu senken, klimabedingte Risiken
und Risikofaktoren für menschliche Krankheiten vorherzusagen und zu bewältigen sowie das
Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Integrität der Lebensmittelsysteme der EU
zu stärken.
Die Kommission hat die fortschrittliche Fermentation in der Bioökonomiestrategie der EU als
Leittechnologie genannt und wird prüfen, wie private Investitionen in den Aufbau und die
Modernisierung einer frei zugänglichen Bio-Verarbeitungsinfrastruktur im Pilot- und
Demonstrationsmaßstab für die fortschrittliche Fermentation gefördert werden können, um
die Lebensmittelindustrie, einschließlich KMU, dabei zu unterstützen, ihre Prozesse zu testen
und die damit verbundenen Risiken zu verringern, ohne dass dafür prohibitiv hohe
Anfangsinvestitionen erforderlich sind. Die Mitgliedstaaten werden dazu angehalten werden,
dasselbe zu tun.
Gesundheit und Lebensmittel sind eng miteinander verknüpft. Die Ernährung im Einklang mit den
nationalen Ernährungsempfehlungen spielt eine grundlegende Rolle bei der Erhaltung der
Gesundheit und bei der Gesundheitsförderung33. Dieser Bereich hat sowohl neue als auch
fortschrittliche Technologien angezogen, deren Produkte einen positiven Beitrag zur Gesundheit
der Verbraucherinnen und Verbraucher leisten, indem sie beispielsweise einer unzureichenden
Versorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen im Einklang mit den nationalen
ernährungspolitischen Maßnahmen entgegenwirken. Die Kommission wird prüfen, wie
Forschung und Innovation in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Gesundheit und
Lebensmitteln gestärkt werden können, um der zunehmenden Zahl von Erkrankungen im
Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Nervensystem entgegenzuwirken
und unter anderem die personalisierte Ernährung einzubeziehen.
3. FuI-BEDARF FÜR EINEN WETTBEWERBSFÄHIGEN, NACHHALTIGEN UND
RESILIENTEN EU-AGRAR- UND LEBENSMITTELSEKTOR
3.1. Bereichsübergreifende Prioritäten
Der komplexe und vernetzte Charakter des Agrar- und Lebensmittelsektors erfordert breit
angelegte Interventionen im Bereich FuI, die Wirkung entfalten können.
33 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über einen EU-Plan für die Gesundheit von Herz und Kreislauf:
Plan zum Schutz der Herzgesundheit, COM/2025/1024 final.
14
Zwar werden in den Abschnitten 3.3 und 3.4 spezifische thematische Aktionsbereiche in Bezug
auf FuI für den Agrar- und Lebensmittelsektor festgelegt, doch sollte ein systemischer Ansatz auf
alle FuI betreffende Politikbereiche angewandt werden, der sich an einer Reihe
bereichsübergreifender Prioritäten orientiert.
Die sechs nachstehend dargelegten ersten Prioritäten werden die Umsetzung von AgRI 2040
und Food 2040 sowie die Durchführung von FuI-Maßnahmen leiten, die unter anderem im
Rahmen des künftigen Programms „Horizont Europa“ und des ECF unterstützt werden können,
ohne dass damit den Methoden zur Umsetzung künftiger Förderprogramme oder der Ausarbeitung
von Arbeitsprogrammen für den Zeitraum des nächsten MFR 2028-2034 vorgegriffen werden soll.
• Wettbewerbsfähigkeit, Start-ups und Scale-ups
Die Kommission wird darauf abzielen, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, indem
sie ein FuI-Ökosystem fördert, das es Forschenden, Innovatoren sowie Unternehmerinnen und
Unternehmern zusammen mit Land- und Forstwirtinnen und -wirten, Akteuren des ländlichen
Raums und Wirtschaftszweigen, Start-up- und Scale-up-Unternehmen, anderen KMU sowie
anderen Unternehmen ermöglicht, neue Ansätze, Produkte und Technologien zu entwickeln und
die Herausforderungen zu bewältigen, mit denen ihre Sektoren konfrontiert sind.
• Ernährungssicherheit, Resilienz und Vorsorge
Die Stärkung der Resilienz und Vorsorge wird ein zentrales Ziel künftiger Maßnahmen im Rahmen
dieses strategischen Ansatzes sein, im Einklang mit der Europäischen Strategie für eine Union der
Krisenvorsorge und ihrem Schwerpunkt auf Frühwarnung und einem integrierten
gefahrenübergreifenden Ansatz. Ziel dieser Priorität ist die Verbesserung der Antizipation und
Vorsorge durch das Verständnis der Art und Weise, in der Klimaauswirkungen, Unterbrechungen
der Lieferkette, strukturelle Lock-ins und andere Risiken miteinander wechselwirken und sich
gegenseitig verstärken können, und durch die Entwicklung von Lösungen zur Verbesserung des
Zugangs zu Rohstoffen für die Landwirtschaft, der Lebensmittelerzeugung und -versorgung und
der Bioökonomie.
Resilienz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der Ernährungssicherheit und -souveränität,
offene strategische Autonomie, die Gewährleistung der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher
Ressourcen, die Minderung von Risiken, die Verringerung von Abhängigkeiten und die
Diversifizierung und Aufrechterhaltung der Lieferketten sowie die Stärkung der
Vorsorgekapazitäten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene einbegreift. Dies schließt die
Förderung der Erzeugung von und Versorgung mit Proteinen, Vitaminen und anderen wesentlichen
Nährstoffen in der EU sowie die Berücksichtigung einschlägiger Aspekte des kürzlich
angenommenen Aktionsplans für Resilienz, strategische Autonomie und Nachhaltigkeit des EU-
Eiweißsystems ein. Forschung und Innovation spielen eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung
dieses Übergangs durch die Entwicklung von Instrumenten und Fähigkeiten für die Überwachung,
Frühwarnung, Stresstests und Vorausschau.
• Natürliche Ressourcen und Kreislaufwirtschaft
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Forschung und Innovation werden die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen
unterstützen. Sie werden dazu beitragen, den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel
zu stärken, unter anderem durch die Entwicklung und großmaßstäbliche Einführung
klimaintelligenter Lösungen für den Agrar- und Lebensmittelsektor, die auch die biologische
Vielfalt und die Ökosystemfunktionen erhalten oder wiederherstellen und gleichzeitig die
Umweltzerstörung und -verschmutzung verringern.
Ein zentrales Element dieser Priorität ist die weitere Unterstützung des Übergangs zu einem
nachhaltigen, kreislauforientierten und ressourceneffizienten Agrar- und Lebensmittelsektor (auch
im Hinblick auf erneuerbare Energien). Dies beinhaltet die Abkehr von linearen Produktions- und
Verbrauchsmodellen hin zu Kreislaufsystemen, in denen biologische Ressourcen nachhaltig und
effizienter genutzt und Abfallströme minimiert und verwertet werden. Dazu gehören auch
Bemühungen zur Vermeidung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung auf allen Stufen
der Wertschöpfungskette, von der Erzeugung und Verarbeitung bis hin zum Vertrieb und
Verbrauch.
Diese Priorität steht im Einklang mit den Zielen der Bioökonomiestrategie der EU, der Verordnung
über die Wiederherstellung der Natur und des bevorstehenden Rechtsakts über die
Kreislaufwirtschaft zur Förderung der kreislauforientierten, regenerativen und nachhaltigen
Nutzung biologischer Ressourcen mit dem Ziel, grünes Wachstum zu unterstützen und die
Abhängigkeit von fossilen Ressourcen durch die nachhaltige Beschaffung und Nutzung von
Biomasse zu verringern.
• Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, Ernährung und Gesundheit
Die Kommission wird dazu beitragen, dass die Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, die
Integrität der Lebensmittelkette34 und die ernährungsphysiologische Qualität ganzheitlich
betrachtet werden. Die aus FuI in verschiedenen Bereichen wie Landwirtschaft, Lebensmittel,
Ernährung und Gesundheit hervorgehenden Erkenntnisse und Innovationen (z. B.
mikrobiombasierte Lösungen) können einen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit, Ernährung
und Gesundheit leisten.
Hierdurch werden gleiche Wettbewerbsbedingungen für ordnungsgemäß operierende
Marktteilnehmer gefördert und gleichzeitig kritische Herausforderungen wie Lebensmittelbetrug,
Mangelernährung, Verlust an biologischer Vielfalt und Ressourcenverknappung angegangen.
Gegebenenfalls werden sich die Maßnahmen im Rahmen dieser Priorität an dem Konzept Eine
Gesundheit und den Zielen der Strategie für Biowissenschaften orientieren.
• Fairness
Die Kommission wird FuI fördern, die zu fairen, widerstandsfähigen und inklusiven
Wertschöpfungsketten im Agrar- und Lebensmittelsektor beiträgt, indem sie sicherstellt, dass
34 Die Integrität der Lebensmittelkette umfasst die Authentizität, Rückverfolgbarkeit und Transparenz von
Lebensmitteln sowie die Prävention und Aufdeckung von Lebensmittelbetrug. Sie fördert gleiche
Wettbewerbsbedingungen für ordnungsgemäß operierende Marktteilnehmer und stärkt zugleich das Vertrauen der
Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelversorgungskette.
16
Innovationen Chancen und Vorteile für Land- und Forstwirtinnen und -wirte, ländliche
Gemeinschaften, Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher schaffen. Forschung und
Innovation sollten eine faire Wertschöpfung sowie die Verteilung von Risiken, Kosten und Nutzen
unterstützen, die Attraktivität von beruflichen Laufbahnen im Agrar- und Lebensmittelsektor für
Neueinsteiger verbessern, zu hochwertigen Arbeitsplätzen und guten Arbeits- und
Lebensbedingungen beitragen sowie sicherstellen, dass die Vorteile des Wandels über Regionen,
Generationen und alle Akteure in den Wertschöpfungsketten hinweg verteilt werden.
• Globale Zusammenarbeit für nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, ländliche
Gebiete und Lebensmittelsysteme
Diese Priorität betrifft die internationale Dimension von FuI im Agrar- und Lebensmittelsektor im
Einklang mit den politischen Prioritäten der EU, einschließlich der Global-Gateway-Strategie und
der Bioökonomiestrategie der EU. Es geht dabei um die Förderung gemeinsamer Interessen und
die Stärkung der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bei gemeinsamen FuI-Prioritäten.
Der zwischen der Afrikanischen Union und der EU vereinbarte neue Fahrplan für
Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft (Food and Nutrition Security and
Sustainable Agriculture – FNSSA) sollte zusammen mit dem damit verbundenen Internationalen
Forschungskonsortium einen Rahmen bieten, um mit der Afrikanischen Union und verbundenen
Partnern gemeinsame Bereiche zu ermitteln, auf die der Schwerpunkt gelegt werden sollte. Die
Zusammenarbeit mit anderen Partnern wie Indien oder der Gemeinschaft der
Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten zur Bewältigung ähnlicher Herausforderungen in
der Land- und Forstwirtschaft und in ländlichen Gebieten könnte weiter geprüft werden.
Die Zusammenarbeit mit den Ländern der östlichen Nachbarschaft kann eine wichtige Rolle bei
der Entwicklung einer gemeinsamen FuI-Agenda mit der EU und der Bewältigung gemeinsamer
Herausforderungen – wie beispielsweise der Einbindung der Ukraine, Moldaus und des
Westbalkans in die BIOEAST-Initiative – spielen. Um die PRIMA-Initiative zu unterstützen und
zu ergänzen, sollte auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern im Mittelmeerraum
fortgesetzt werden. Außerdem sollte die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie
der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der
Weltgesundheitsorganisation, der Weltorganisation für Tiergesundheit, der Beratungsgruppe für
die Internationale Agrarforschung (CGIAR) und der OECD verstärkt werden, um die Bedeutung
und die globale Wirkung von Forschung und Innovation im Agrar- und Lebensmittelsektor zu
erhöhen.
3.2 Gemeinsame Enabler
Governance, Technologien und Gemeinschaften sind wesentliche Enabler für die Umsetzung
dieses strategischen Ansatzes, um die Wirkung von FuI-Tätigkeiten zu maximieren, das
Innovationsökosystem der EU zu stärken und die Umsetzung von Forschungsergebnissen zu
beschleunigen.
• Governance
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Governance ist eine entscheidende Voraussetzung für eine kohärente und wirksame
Politikgestaltung. Sie ermöglicht die Koordinierung über verschiedene Sektoren, Disziplinen,
Interessengruppen und Entscheidungsebenen hinweg.
Eine wirksame Steuerung von FuI im Agrar- und Lebensmittelsektor trägt dazu bei, dass die EU
in wirkungsvolle Forschung, Technologie und Innovation investiert. Sie unterstützt auch die
Integration verschiedener Formen von Wissen und unterschiedlicher Perspektiven und
Geschäftsmodelle, fördert eine inklusive Einbeziehung der Interessenträger, begünstigt die
Teilhabe junger Menschen und die Gleichstellung der Geschlechter und stärkt die
Kompetenzentwicklung und Ausbildung.
Eine starke Governance unterstützt auch die interdisziplinäre Forschung, eine größere Integration
der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften und eine stärkere Verknüpfung von FuI und
Politikgestaltung, auch in Bezug auf die blaue Wirtschaft35. Beispiele hierfür sind die EU-Mission
„Ein Boden-Deal für Europa“ und das „Bioeconomy Mutual Learning Exercise“. Das Konzept
„Eine Gesundheit“ kann zur Entwicklung wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und
widerstandsfähiger Agrar- und Lebensmittelsysteme beitragen. So kann beispielsweise im Rahmen
des Konzepts „Eine Gesundheit“ die Herausforderung der antimikrobiellen Resistenz36
angegangen werden, indem die Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Umwelt
berücksichtigt werden. Darüber hinaus können mikrobiombasierte Lösungen im Rahmen des
Konzepts „Eine Gesundheit“ Möglichkeiten für neue Produkte in den Bereichen Gesundheit,
Lebensmittel, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft oder Aquakultur schaffen.
FuI kann die Governance zudem unterstützen, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse liefert,
Ansätze erprobt und vergleicht, die Kapazitäten für das Monitoring stärkt und Behörden und
Interessenträgern hilft zu verstehen, welche Maßnahmen in unterschiedlichen regionalen und
sektoralen Kontexten wirkungsvoll sind. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht in
Vorausschaumaßnahmen, die gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und Interessenträgern entwickelt
werden, um glaubwürdige Zukunftsszenarien zu erkunden und zu ermitteln, wo FuI zeitnah neues
Wissen und Innovationen bereitstellen kann, um neue Herausforderungen zu bewältigen.
• Technologien
Technologien sind ein bereichsübergreifender Innovationstreiber und ein wesentlicher Enabler für
diesen strategischen Ansatz. FuI spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuer
Technologien, der Unterstützung der Übernahme verfügbarer Lösungen und der
Auseinandersetzung mit den damit verbundenen sozialen und ethischen Aspekten.
Technologien, einschließlich digitaler Technologien wie KI, sind wichtige Instrumente, um
die Land- und Forstwirtschaft, ländliche Gebiete, die Lebensmittelindustrie und das
Lebensmittelumfeld umzugestalten und nachhaltige Muster des Lebensmittelkonsums zu
35 Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über einen neuen Ansatz für eine nachhaltige blaue Wirtschaft in
der EU: Umgestaltung der blauen Wirtschaft der EU für eine nachhaltige Zukunft, COM(2021) 240 final.
36 Empfehlung des Rates zur Intensivierung der EU-Maßnahmen zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenz im
Rahmen des Konzepts „Eine Gesundheit“ (2023/C 220/01), ST/9581/2023/INIT.
18
ermöglichen. Sie verändern auch rasch die Art und Weise, wie Forschung betrieben wird.
Gleichzeitig sind Daten zu einer strategischen Ressource geworden, die den digitalen Wandel
vorantreibt, Wettbewerbsvorteile schafft und innovative Lösungen ermöglicht.
Biotechnologien sind ein weiterer wichtiger bereichsübergreifender Enabler für den Agrar- und
Lebensmittelsektor, der ihm dabei helfen kann, sein Potenzial37, voll auszuschöpfen. Dies spiegelt
sich auch in der kürzlich vorgeschlagenen ersten Europäischen Biotech-Verordnung wider, auf die
eine zweite Biotech-Verordnung folgen soll.
Die Kommission wird neue Trends und die verfügbaren digitalen, datengestützten und
biotechnologischen Innovationen ermitteln. Diese Bemühungen werden die Verbindungen im
gesamten Agrar- und Lebensmittelökosystem stärken und in voller Komplementarität mit
laufenden und kommenden Initiativen entwickelt werden, darunter die vorgeschlagene
Beobachtungsstelle für neue Technologien38, bestehende europäische Partnerschaften39,
gemeinsame europäischer Datenräume, Konsortien für eine europäische Digitalinfrastruktur
(EDIC) und europäische digitale Innovationszentren (EDIH) sowie Maßnahmen im Rahmen der
Bioökonomiestrategie der EU und der Strategie für Biowissenschaften.
• Gebiete und Gemeinschaften
Die Übernahme von Innovationen in Agrar- und Lebensmittelsystemen hängt von der
Einbeziehung von Landwirtinnen und Landwirten, Akteuren der Lebensmittelkette,
Verbraucherinnen und Verbrauchern und lokalen Gemeinschaften sowie von Lösungen ab, die an
die lokalen und regionalen Gegebenheiten angepasst sind. Gebiete, einschließlich Regionen,
können als lebendige Innovationsräume angesehen werden, in denen technologische und soziale
Innovationen sowie neue Governance-Methoden erprobt, angepasst und verankert werden können.
Ortsbezogene Ansätze sind ein wirksames Mittel, um lokale Antworten auf globale
Herausforderungen zu finden. Sie bieten die Möglichkeit, die Verbindungen zwischen städtischen
und ländlichen Gebieten zu stärken und einen Beitrag sowohl zur Nachhaltigkeit als auch zur
Resilienz40 zu leisten, indem lokale Ressourcen, Wissen, Menschen und Innovation miteinander
verknüpft werden und so der Wandel des Agrar- und Lebensmittelsektors ermöglicht wird.
Die Resilienz kann durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen langen und kurzen
Lieferketten, mehr Vielfalt und die Entwicklung robuster und nachhaltiger lokaler und regionaler
37 Europäische Kommission: Gemeinsame Forschungsstelle, Emerging biotechnologies in Europe – Foresight for
policy, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2024,
https://data.europa.eu/doi/10.2760/4814109.
38 In der vorgeschlagenen Verordnung über den Europäischen Fonds für Wettbewerbsfähigkeit (COM/2025/555 final,
Artikel 14) heißt es, dass die Beobachtungsstelle „dem Strategischen Ausschuss der Interessenträger des ECF
Erkenntnisse für seine Arbeit liefern“ sollte, indem sie Investitionsmöglichkeiten in verschiedenen
Technologiebereichen ermittelt.
39 Insbesondere die Horizont-Europa-Partnerschaft „Agriculture of Data“.
40 Europäische Kommission: Generaldirektion Forschung und Innovation, Urban food system transformation in the
context of Food 2030 – Current practice & outlook towards 2030, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen
Union, 2023, https://data.europa.eu/doi/10.2777/507125.
19
Lebensmittelsysteme gestärkt werden. Dies kann zur strategischen Autonomie beitragen und
gleichzeitig die lokale Ernährungsunsicherheit verringern.
Die Einbeziehung lokaler Akteure in Innovationsprozesse ist von entscheidender Bedeutung
für die Akzeptanz, Übernahme und langfristige Integration von Innovationen in lokale Ökosysteme
(z. B. durch Living Labs, das Programm LEADER, intelligente Dörfer, das Instrument I3 und
die Initiative Start-up-Dörfer).
Vermittels dieses gemeinsamen Enablers sollen territorial verankerte und von der Gemeinschaft
getragene Innovationen vorangetrieben werden. Er wird Lösungen unterstützen, die auf den
lokalen Ressourcen und Möglichkeiten aufbauen, auch für die Agrar- und Ernährungsindustrie und
in Bereichen, in denen der Multi-Akteur-Ansatz zur Stärkung der Handlungskompetenz von
Gemeinschaften beitragen kann.
Die Berücksichtigung der Rolle der Gebiete und Gemeinschaften im Hinblick auf FuI wird dazu
beitragen, die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die vielfältigen
Innovationsökosysteme der EU zu verbessern. Parallel dazu wird die Schnittstelle zwischen
Wissenschaft, Politik und Gesellschaft im Agrar- und Lebensmittelsektor durch engere
Verbindungen zwischen Projekten und Entscheidungsträgern gestärkt, um die Wirkung
innovativer Lösungen auf lokaler Ebene zu maximieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Gebieten, Gemeinschaften und Gemeinden mit gemeinsamen FuI-
Prioritäten und komplementären Fähigkeiten ist ebenfalls ein starker Innovationskatalysator, wie
die Partnerschaften der thematischen Plattform für intelligente Spezialisierung im Bereich
der Land- und Ernährungswirtschaft im Rahmen der Strategien für intelligente Spezialisierung
(S3) im Rahmen der Kohäsionspolitik (einschließlich des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung und des Instruments für Interregionale Innovationsinvestitionen) zeigen.
3.3. AgRI 2040
AgRI 2040 wird einen übergreifenden Rahmen für Forschung und Innovation in der Land- und
Forstwirtschaft und im ländlichen Raum bieten. Dieser Ansatz wird dazu beitragen, den
thematischen und bereichsübergreifenden FuI-Bedarf durch evidenzbasierte Analysen und
auf der Grundlage von gemeinsam mit den Interessenträgern gewonnenen Erkenntnissen zu
ermitteln. Er wird regelmäßig aktualisiert, um dem sich wandelnden globalen Kontext Rechnung
zu tragen.
Unbeschadet des nächsten MFR wird AgRI 2040 eine strategische Ausrichtung vorgeben, nach der
dieser Bedarf durch Maßnahmen gedeckt werden könnte, die aus den einschlägigen
Arbeitsprogrammen künftiger Finanzierungsprogramme finanziert werden. Besonderes
Augenmerk wird auf die Überführung der Forschungs- und Innovationsergebnisse in Start-ups und
Scale-ups und in die industrielle Nutzung sowie ihre Verbreitung, Übernahme und Anwendung
durch Land- und Forstwirtinnen und -wirte und ländliche Gemeinschaften gelegt.
Darüber hinaus wird AgRI 2040 den organisatorischen Rahmen bieten, um Finanzierungs- und
Durchführungspartner in genau definierten Segmenten der Agrar- und
Lebensmittelwertschöpfungskette zu mobilisieren und gleichzeitig eine kohärente
20
Verwaltungsstruktur zu schaffen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Stärkung der AKIS durch
FuI sowie der Verbesserung des Wissensflusses, der Beratungsdienste, der Kompetenzentwicklung
und der Übernahme von Innovationen gewidmet, während gleichzeitig agrarökologische Ansätze,
einschließlich des ökologischen Landbaus, gefördert werden.
Im Rahmen von AgRI 2040 werden Aktionsbereiche zur Umsetzung der Prioritäten dieses
strategischen Ansatzes vorschlagen. Die folgenden acht vorläufigen Aktionsbereiche tragen
dem Bedarf Rechnung, der bereits im Rahmen der Vision für Landwirtschaft und Ernährung, der
öffentlichen Konsultation, der Beiträge des SCAR und der dieser Mitteilung beigefügten
Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen ermittelt wurde. Die Kommission wird die
AgRI-2040-Konferenz der EU am 24./25. September 2026 organisieren und Folgemaßnahmen
ergreifen, um diese Aktionsbereiche gemeinsam mit den Interessenträgern weiter zu gestalten und
zu verfeinern.
• Boden, Agrarökosysteme, Wasser und Nährstoffkapital
Der Schwerpunkt dieses Aktionsbereichs liegt auf FuI, die zur Wiederherstellung und Erhaltung
gesunder Böden und widerstandsfähiger Wassersysteme als den Grundlagen für den
Klimaschutz und die Resilienz gegenüber dem Klimawandel, die Ernährungssicherheit, den
Schutz und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und eine nachhaltige
landwirtschaftliche Erzeugung beiträgt.
Zu den vorrangigen Maßnahmen gehören die Schaffung von Wissen, Technologien und
Instrumenten zur Verbesserung der Bodengesundheit, der Wasserqualität und der Verfügbarkeit
von Wasser bei gleichzeitiger Bekämpfung von Verschmutzung, Erosion, Wasserknappheit,
Desertifikation, Nährstoffverlusten und Rückgang der biologischen Vielfalt. Dazu gehört auch FuI
im Zusammenhang mit der Entwicklung von Ansätzen und Verfahren für eine nachhaltige Land-
und Wasserbewirtschaftung, wie Agrarökologie und ökologischer/biologischer Landbau,
kohlenstoffspeichernde Landbewirtschaftung, Agroforstwirtschaft und naturbasierte Lösungen.
Eine weitere Priorität sollte FuI zur Verringerung des Ressourcenverbrauchs und
Verbesserung der Nutzungseffizienz, insbesondere in Bezug auf Nährstoffe und Wasser,
umfassen, die zugleich dazu beiträgt, das Management und die kreislauforientierte
Zurückgewinnung von Nährstoffen zu skalieren. In diesem Zusammenhang zu nennen sind auch
biobasierte Düngemittel und Bodenverbesserungsmittel sowie die Verwertung von Abfallströmen
aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung.
FuI kann die Einführung praktischer Lösungen mittels Living Labs beschleunigen, einschließlich
digitaler Technologien und integrierter Systeme zur Überwachung von Boden, Wasser und
Nährstoffen. Innovationen an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Aquakultur sollten
untersucht werden. Besonderes Augenmerk sollte auf das Zusammenspiel von Boden, Wasser
und Energie gelegt werden. Hierzu gehört FuI im Bereich der Landwirtschaft unter kontrollierten
Bedingungen sowie in den Bereichen Mehrebenen-Governance, innovative Geschäftsmodelle und
21
Bodenkompetenz, um einen langfristigen Wandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu
unterstützen.
• Anbausysteme
Dieser Bereich zielt darauf ab, FuI zu fördern, die klimaintelligente, nachhaltige,
widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Anbausysteme unterstützt. Der Schwerpunkt liegt auf
der Stärkung der Anpassung an Umweltbelastungen wie Dürre, Versalzung und extreme
Temperaturen, unter anderem durch agrarökologische Ansätze.
Zudem geht es um die Verbesserung der Vorsorge und Reaktionsfähigkeit im Hinblick auf neu
auftretende und künftige Bedrohungen der Pflanzengesundheit. Dazu gehören auch die
Entwicklung und der Einsatz schneller und wirksamer Instrumente für die Prävention,
Früherkennung, Behandlung sowie die biologische Bekämpfung von Pflanzenschädlingen.
FuI-Maßnahmen sollten einen nachhaltigen Pflanzenschutz mit geringem Risiko durch
integrierte Ansätze fördern, bei denen agrarökologische und agronomische Verfahren mit
biologischen Lösungen, risikoarmen Alternativen, Züchtung, Biotechnologie,
Präzisionstechnologien und digitalen Instrumenten kombiniert werden.
Das Potenzial der Pflanzenzüchtung, des Wissens über Saatgut und Pflanzensorten, der
Biotechnologie und der genetischen Ressourcen sollte noch stärker genutzt werden. Dazu gehört
die Unterstützung von Zuchttätigkeiten sowie – unter gebührender Berücksichtigung des
rechtlichen41 und politischen Kontexts – die Entwicklung oder Wiedereinführung
klimaintelligenter, ressourceneffizienter, widerstandsfähiger, resistenter und vielfältiger Sorten,
einschließlich vernachlässigter und zu wenig genutzter Arten, die für ein breites Spektrum von
Bedingungen geeignet sind.
FuI-Maßnahmen sollten außerdem den Anbau von Eiweißpflanzen als strategische Komponente
eines resilienteren und nachhaltigeren EU-Eiweißsystems stärken, indem sie die agronomische
Leistung, die Verarbeitung und den Nährwert sowie die Entwicklung von Wertschöpfungsketten
für Lebensmittel und Futtermittel und von kreislauforientierten Wertschöpfungsketten ins Auge
fassen.
• Tierhaltungssysteme
Dieser Bereich zielt darauf ab, FuI zu fördern, die die Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit,
Exzellenz, Regionalität und Widerstandsfähigkeit der Tierhaltungssysteme unterstützt, um die
Tiergesundheit und das Tierwohl zu schützen, die Umweltauswirkungen des
Tierhaltungssektors zu verringern und die Präzisionslandwirtschaft zu fördern. Er wird zu den
Zielen der Nutztierstrategie beitragen.
41 Verordnung (EU) 2026/1388 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 2026 über mit bestimmten
neuen genomischen Techniken gewonnene Pflanzen und die aus ihnen gewonnenen Erzeugnisse sowie zur
Änderung der Verordnung (EU) 2017/625 (ABl. L, 2026/1388, 26.6.2026).
22
Er sollte – unter gebührender Berücksichtigung des rechtlichen und politischen Kontexts – eine
wirkungsorientierte Tierzucht für vielfältige Zwecke unterstützen sowie die Entwicklung
nachhaltiger Futtermittel und Nährstoffe, einschließlich Vitaminen und Aminosäuren, fördern.
FuI kann durch einen multidisziplinären Ansatz zur Stärkung von Biosicherheitsmaßnahmen
beitragen. FuI sollte die Entwicklung neuer Eingriffe, Behandlungen und Impfstoffe sowie die
Verbesserung bestehender Lösungen für besonders bedeutsame Tierseuchen, einschließlich
Zoonosen, unterstützen und gleichzeitig das Tierwohl wahren und den umsichtigen Einsatz
antimikrobieller Mittel fördern.
Integrierte Konzepte für Tiergesundheit und Tierschutz, die die sozioökonomische Dimension
einschließen, sollten durch FuI und Maßnahmen weiterentwickelt werden, die Seuchenprävention,
Seuchenbekämpfung und Notfallvorsorge kombinieren und gleichzeitig die Ergebnisse im Bereich
Tierschutz verbessern.
Die Ressourceneffizienz sollte durch innovative Futtermaßnahmen verbessert werden, z. B.
durch die Optimierung von Grünland- und Weidesystemen, die Verbesserung der Futterverwertung
und den Schutz der biologischen Vielfalt bei gleichzeitiger Verringerung des Bodenbedarfs durch
Ansätze wie Agropastoralismus. Ressourceneffizienz sollte auch dazu beitragen, Emissionen zu
verringern und Abfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren, indem die
Grundsätze der Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Strukturelle Veränderungen, die sich auf den
Tierhaltungssektor auswirken, wie die Verwendung neuer alternativer Proteine, der Klimawandel
oder Veränderungen des geopolitischen Umfelds, sollten im Rahmen eines systemischen Ansatzes
gebührend berücksichtigt und umfassend angegangen werden.
• Bioökonomie in der Land- und Forstwirtschaft und in ländlichen Gebieten
In diesem Bereich liegt der Schwerpunkt auf FuI für die effiziente und nachhaltige Nutzung von
land- und forstwirtschaftlichen Flächen und Biomasse sowie auf der Förderung der
Bioproduktion. Gleichzeitig sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die die Grundlage für
nachhaltige Geschäftsmodelle und Steuerungsinstrumente bilden können, durch die zusätzliche
Einkommensmöglichkeiten für Primärerzeuger und ländliche Gemeinschaften geschaffen werden.
FuI sollte zur Verbesserung der europäischen Herstellung biobasierter Alternativen zu
synthetischen Betriebsmitteln beitragen, einschließlich biobasierter (organischer)
Düngemittel und CO2-armer Düngemittel42. Zudem sollte FuI im Einklang mit dem Prinzip der
Kaskadennutzung die vermehrte Nutzung von Biomasse zur gleichzeitigen Erzeugung
erneuerbarer Energie vorantreiben. Darüber hinaus sollte dieser Bereich Möglichkeiten für
Innovationen im Bereich holzbasierter Produkte und Materialien schaffen.
42 Mitteilung der Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und
Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Aktionsplan für Düngemittel: Eine Partnerschaft zur
Gewährleistung von Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit und strategischer Autonomie bei heimischen EU-
Düngemitteln, COM/2026/310 final.
23
Dieser Bereich sollte auch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle mit dem Ziel umfassen, die
Produktionskosten zu senken und die Resilienz der Biomasseerzeuger zu erhöhen. FuI sollte
auch Technologien und Prozesse für die lokale Verwertung von nachhaltiger Biomasse,
Nebenprodukten und Rückständen sowie kreislauforientierte Prozesse, Recycling und
Wiederverwendung biobasierter Produkte unterstützen.
• Multifunktionale Wälder
Ziel dieses Bereichs ist es, die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern zum vielfältigen
Nutzen im Einklang mit den Grundsätzen der aktiven nachhaltigen Waldbewirtschaftung gemäß
der Definition von Forest Europe43 zu stärken, die Widerstandsfähigkeit von Waldökosystemen
und waldbasierten Sektoren zu erhöhen und Forstwirtinnen und -wirte für die
Ökosystemleistungen zu belohnen, die aus ihrer Arbeit sowohl in ländlichen als auch in städtischen
Gebieten hervorgehen.
Zu den vorrangigen Maßnahmen sollten die Unterstützung der Wiederherstellung und des
Schutzes von Waldlebensräumen, ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den
Klimawandel, die Nutzung des Potenzials der Agroforstwirtschaft und die Förderung der
forstbasierten Bioökonomie gehören.
Dieser Bereich sollte FuI zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Ermittlung
anpassungsfähiger und widerstandsfähiger Verfahren zur Waldbewirtschaftung durch die
Analyse der Auswirkungen verschiedener Verfahren zur Waldbewirtschaftung auf die
Nachhaltigkeit von Waldökosystemen und die Verbesserung des Wissens über Kohlenstoffsenken
in Wäldern, auch unter Berücksichtigung der Rolle des Waldbodens, umfassen.
Er sollte auch die Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Wälder im
Hinblick auf neue und neu aufkommende Schädlinge und Krankheiten sowie FuI im Bereich der
Wiederherstellung geschädigter Wälder und der Verringerung des Waldbrandrisikos fördern. Er
sollte zudem die Untersuchung die Möglichkeiten der Nutzung von derzeit unzureichend genutzten
Baumarten im Wege der Anpassung der Verarbeitungstechnologien, technischer und digitaler
Innovationen und neuer Geschäftsmodelle umfassen. FuI sollte sich mit der Bewertung der Vielfalt
der Baumarten sowie mit der Entwicklung und Erprobung von Methoden zur Erhaltung
forstgenetischer Ressourcen und zur Vermehrung von Bäumen befassen.
Zur Stärkung der forstbasierten Bioökonomie bedarf es eines besseren Verständnisses der
Vorteile holzbasierter Produkte, auch im Hinblick auf ihre Fähigkeit, Kohlenstoff langfristig zu
binden, und auf die Möglichkeiten, einen höheren Mehrwert zu erzielen, auch durch
Nebenprodukte.
Dieser Bereich sollte die Stärkung der Rolle der Forstwirtinnen und -wirte in der
Wertschöpfungskette, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für Forstwirtinnen und -wirte
sowie die Erhöhung der finanziellen Anreize für nicht bereitstellende Dienstleistungen vorsehen.
43 Forest Europe, Sustainable Forest Management, SFM.
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Zudem sollte er den gesellschaftlichen Erwartungen an die Wälder, auch in Bezug auf das
Wohlergehen der verschiedenen Akteure, gerecht werden.
• Ländliche Gebiete
In diesem Bereich liegt der Schwerpunkt auf FuI, die darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit
und Attraktivität ländlicher Gebiete zu stärken und so den Generationswechsel zu unterstützen,
sowie Dienstleistungen und Infrastrukturen zwecks Verbesserung der Lebens- und
Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Verbindungen zwischen landwirtschaftlichen
Betrieben, Wäldern, Gebieten und Lebensmittelsystemen zu stärken.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Innovation und dem Unternehmertum von Frauen und
jungen Menschen in ländlichen Gebieten sowie ortsbezogenen Innovationskonzepten auf
lokaler Ebene, auch durch Reallabore, gewidmet werden.
FuI sollte auch Innovationen bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen (u. a. in den
Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Verkehr und Mobilität sowie digitale Konnektivität),
beim Marktzugang und bei grünen Unternehmen unterstützen. Sie sollte neue
Beschäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Wirtschaftszweigen eröffnen, um die
Lebensqualität der Menschen zu verbessern, Menschen und Talente, die in ländlichen
Gemeinschaften arbeiten, zu halten und neue Akteure anzuziehen.
Die allgemeine und berufliche Bildung, das lebenslange Lernen und die Verbesserung der
Kompetenzen der Menschen bedürfen ebenfalls der Unterstützung. Darüber hinaus sollten robuste
digitale Infrastrukturen weiter gefördert und verbessert werden.
• Stärkung der Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette
Im Rahmen der gemeinsamen übergreifenden Priorität „Fairness“ von AgRI 2040 und Food 2040
zielt dieser Bereich darauf ab, Aspekte wie die Entwicklung neuen Wissens und neuer
Instrumente zur Stärkung der Position der Landwirtinnen und -wirte in der
Wertschöpfungskette des Agrar- und Lebensmittelsektors sowie zur Bewältigung des
Kostendrucks und nachhaltiger Übergänge durch eine Zusammenarbeit entlang der gesamten
Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette anzugehen. Er sollte auch die Verarbeitung und
Vermarktung von Lebensmitteln in landwirtschaftlichen Betrieben und auf lokaler Ebene
fördern sowie die Verwaltung der ländlichen Lebensmittelsysteme verbessern und gleichzeitig die
Verbindungen zwischen Stadt und Land stärken. Darüber hinaus sollten Innovationen unterstützt
werden, die die Chancen für Landwirtinnen und -wirte in kurzen, lokalen und regionalen
Lieferketten erweitern, neue und nachhaltige Geschäftsmodelle fördern und die Digitalisierung
und Dekarbonisierung vorantreiben.
Um die Position der Landwirtinnen und -wirte in den Agrar- und
Lebensmittelwertschöpfungsketten zu stärken, sollten mit FuI Qualitätsregelungen der EU, auch
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ökologische/biologische Produktion und geografische Angaben betreffend, sowie die Verarbeitung
und Vermarktung ökologischer/biologischer Erzeugnisse und andere Innovationen in der
Wertschöpfungskette, die die wirtschaftliche Position der Landwirtinnen und -wirte verbessern,
unterstützt werden.
• Digitalisierung, KI und Robotik
Dieser Aktionsbereich zielt darauf ab, die Datenwertschöpfung in allen Agrar- und
Lebensmittelversorgungsketten, in der Forstwirtschaft und in Diensten im ländlichen Raum
zu fördern, um die Akteure in die Lage zu versetzen, Daten, KI und digitale Lösungen wirksam
und effizient zu nutzen. Ein besserer Zugang zu hochwertigen Daten und ihre bessere Nutzung
können eine fundierte Entscheidungsfindung und evidenzbasierte Strategien unterstützen und den
Weg für digitale Lösungen und fortgeschrittene KI-Anwendungen, einschließlich generativer KI,
ebnen.
Priorität sollte der verstärkten Entwicklung, der besseren Zugänglichkeit und der vermehrten
Nutzung digitaler Lösungen für ein breites Spektrum von Nutzenden eingeräumt werden,
einschließlich kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe und Unternehmen im ländlichen
Raum. FuI sollte die Einführung und Nutzung von Schlüsseltechnologien wie Software und
IT-Tools, Robotik, Drohnen, erweiterte und virtuelle Realität sowie Fern- und
Nahbereichssensorik unterstützen, wobei sichergestellt werden sollte, dass sie dem operativen
Bedarf entsprechen und den Nutzenden aller Qualifikationsniveaus gerecht werden. Die
beschleunigte Einführung von KI sollte vorangetrieben werden, um dazu beizutragen, den
Verwaltungsaufwand zu verringern, die Leistungsfähigkeit zu steigern, den Zugang zu Wissen zu
verbessern und durch prädiktive Erkenntnisse eine schnellere und fundiertere
Entscheidungsfindung zu unterstützen. FuI sollte auch neue KI-gestützte Roboteranwendungen
und effizientere, datengesteuerte Tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen
Raum ermöglichen.
Der Nutzen und die Kosten digitaler und datenbasierter FuI-Lösungen sollten in der Praxis
aufgezeigt werden, um das Vertrauen in ihre Nutzung zu stärken. Zugleich sollten die für ihre
wirksame Integration in die tägliche Praxis erforderlichen Kompetenzen, Kenntnisse und
Beratungskapazitäten bereitgestellt werden.
3.4. Food 2040
Im Rahmen von „Food 2040“ wird die Kommission sechs Aktionsbereiche entwickeln, um die
Prioritäten dieses strategischen Ansatzes umzusetzen, die gemeinsame Gestaltung von FuI-
Tätigkeiten zu ermöglichen, die dem ermittelten Bedarf entsprechen, und die Ermittlung,
Verbreitung und Übernahme von FuI-Ergebnissen in die Lebensmittelsysteme der EU zu
erleichtern, ohne dem nächsten MFR vorzugreifen.
• Ortsbezogene Lebensmittelsysteme
Dieser Aktionsbereich knüpft an den Enabler „Gebiete und Gemeinschaften“ an, um künftige FuI-
Projekte in diesem Bereich umzusetzen. Ortsbezogene Lebensmittelsysteme spiegeln die Vielfalt
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und den Reichtum der europäischen Esskulturen und Gebiete wider und können als Inkubatoren
für Innovationen und für den sozialen Zusammenhalt dienen.
Dieser Aktionsbereich wird widerstandsfähige und inklusive lokale (auch städtische) und regionale
Lebensmittelwirtschaften sowie grenzüberschreitenden Interaktionen zur Bewältigung lokaler
Herausforderungen (einschließlich ökologischer Herausforderungen) fördern. Er verbindet
technologische und soziale Innovation mit gemeinschaftlichem Engagement, um Innovationen
im Bereich der Lebensmittelsysteme zu fördern sowie Bildung und Kompetenzen zu
entwickeln.
Ortsbezogene Lebensmittelsysteme umfassen Schnittstellen zwischen ländlichen und
städtischen Räumen sowie zwischen Stadt und Region. Hier können Vernetzungen zur
gemeinsamen Entwicklung von Innovationen in lokalen Lebensmittelsystemen beitragen – etwa
durch unternehmerische Initiativen, Räume für gemeinsame Gestaltung, Städtenetzwerke
und Living Labs. Dies sind wirkungsvolle Initiativen, die die Gebiete bereichern können.
Regionale Innovationstäler für Bioökonomie und Lebensmittelsysteme, die die Umsetzung
anderer ortsbezogener Initiativen unterstützen können, sind Beispiele für die interregionale
Zusammenarbeit in Europa.
• Gesunde und nachhaltige Ernährung
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat Schwierigkeiten, Zugang zu einer gesunden
Ernährung zu erhalten44, was negative Folgen für die öffentliche Gesundheit, die soziale
Gerechtigkeit und die Umwelt hat.
Dieser Aktionsbereich wird FuI im Bereich gesunde, nachhaltigere und nahrhafte
Lebensmittel voranbringen (im Einklang mit der bereichsübergreifenden Priorität „Lebensmittel-
und Futtermittelsicherheit, Ernährung und Gesundheit“). Außerdem sieht er die Unterstützung der
Diversifizierung der Proteinquellen und die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für
biotechnologisch hergestellte Zutaten sowie den Einsatz von KI zu Vorhersagen über die
Lebensmittelsicherheit vor. Die FuI-Tätigkeiten werden sich auch auf die Bereiche
Lebensmittelsicherheit, Lebensmittelkontaminanten, Makro- und Mikronährstoffe, Enzyme,
Reformulierung und Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Gesundheit erstrecken, die
alle im Hinblick auf die Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung von Bedeutung
sind.
Gegenstand dieses Aktionsbereichs sind die Mikrobiomforschung, die Untersuchung der
Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und der Funktion des Darmmikrobioms, die
Erforschung des Zusammenhangs zwischen dem Mikrobiom und bestimmten Erkrankungen des
Menschen sowie die Identifizierung spezifischer mikrobieller Biomarker für risikobezogene
Erkrankungen. Zudem wird erforscht, wie das Mikrobiom auf verschiedenen Stufen der
Lebensmittelwertschöpfungskette gesundheitsfördernd genutzt werden kann.
44 Gruppe unabhängiger Sachverständiger, 2021 Global Nutrition Report: The state of global nutrition, Development
Initiatives, Bristol, VK, 2021, https://globalnutritionreport.org/reports/2021-global-nutrition-report/.
27
Kulturelle, verhaltensbezogene und soziale Faktoren, die Einfluss auf die Ernährung haben,
werden ins Auge gefasst, um durch Bildung und Inklusion gerechte und nachhaltige
Ernährungsumstellungen zu fördern, wobei demografischen Veränderungen und den
Ernährungsbedürfnissen einer alternden Bevölkerung Rechnung getragen wird. Gegenstand der
FuI-Tätigkeiten werden auch Fragen des Zugangs zu und der Erschwinglichkeit von
Lebensmitteln sowie die Förderung einer gesünderen und vielfältigeren Ernährung im Rahmen
der planetaren Belastbarkeitsgrenzen sein.
• Ressourceneffizienz und schadstofffreie Lebensmittelsysteme
Dieser Aktionsbereich erstreckt sich auf die Förderung der Gewinnung neuer Erkenntnisse und der
Entwicklung innovativer Lösungen zum Zweck der Steigerung der Ressourceneffizienz, der
Verringerung der Lebensmittelabfälle von der Verarbeitung bis zum Verzehr sowie der
Entkopplung der Lebensmittelsysteme (einschließlich Lebensmittelverarbeitung und -vertrieb)
von fossilen Brennstoffen (einschließlich petrochemischer Erzeugnisse für Verpackung und
Transport). Er wird Tätigkeiten umfassen, mit denen Lebensmittel- und Getränkehersteller,
Transportunternehmen und andere Wirtschaftsteilnehmer entlang der gesamten
Lebensmittelwertschöpfungskette bei ihren Bemühungen unterstützt werden, die
Umweltverschmutzung zu verringern und die biologische Vielfalt zu erhalten. Er sieht die
Förderung der Energiewende in den Lebensmittelsystemen als entscheidenden Hebel für die
Verwirklichung der Klima- und Energieziele und die Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit
und Widerstandsfähigkeit der Lebensmittelindustrie vor. Er wird sich auch auf Lösungen für
Lebensmittelverpackungen erstrecken, die darauf abzielen, die Nachhaltigkeit zu verbessern,
beispielsweise durch die Verringerung des Materialeinsatzes, die vermehrte Nutzung biobasierter
Verpackungen sowie die Verbesserung der Recyclingfähigkeit der Verpackungen und der
Haltbarkeit der Produkte.
Im Rahmen dieses Aktionsbereichs wird auch die Forschung zu mikrobiombasierten Lösungen
gefördert, einschließlich der Untersuchung ihres Verhaltens und ihrer Funktionalität in
Umgebungen nach der Ernte (z. B. Lagerung, Verarbeitung und Verpackung), um ihr Potenzial zur
Verringerung der Umweltverschmutzung, zur Verbesserung der Lebensmittelkonservierung und
zur Steigerung der allgemeinen Ressourceneffizienz zu erschließen.
• Lebensmittelumfeld und Stärkung der Verbraucherinnen und Verbraucher
Dieser Aktionsbereich wird das Verständnis für jene Umgebungen fördern, die die
Ernährungsentscheidungen der Menschen prägen, einschließlich der Verfügbarkeit,
Erschwinglichkeit und Zugänglichkeit von Lebensmitteln, ihrer Kennzeichnung, Verpackung,
Beförderung, Verteilung und Vermarktung sowie der Rolle der sozialen Medien. Er wird die
Entwicklung von Lösungen unterstützen, die die Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit und
Transparenz gesunder und nachhaltiger Wahlmöglichkeiten verbessern. Dieser Aktionsbereich
wird daher eng mit dem Aktionsbereich „Gesunde und nachhaltige Ernährung“ verknüpft sein. Er
wird sich auf Verhaltens-, Sozial- und Kulturwissenschaften stützen, um ein besseres Verständnis
des Verbraucherverhaltens und der Wahrnehmung von Lebensmitteln zu entwickeln, den
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nachfrageseitigen Wandel zu unterstützen und das Vertrauen und die Aufklärung der
Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken.
• Skalierung von Innovationen, Geschäftsmodellen und Lösungen für faire
Lebensmittelsysteme
Dieser Aktionsbereich wird den Übergang zu Lebensmittelsystemen unterstützen, die innovativ,
wettbewerbsfähig und marktnäher sowie zugleich sozial gerecht sind und die Ökosysteme und
planetaren Belastbarkeitsgrenzen achten. FuI-Tätigkeiten sollten häufiger zu kommerziellen
Anwendungen wie innovativen Produkten, neuen Unternehmungen und Technologien führen. Dies
erfordert: i) die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Industrie und verschiedenen
Einrichtungen oder Infrastrukturen, ii) Investitionen und iii) die Förderung der geeigneten
Partnerschaften für den Erfolg. Dieser Aktionsbereich wird unter Bezugnahme auf die
Abschnitte 2.1 und 2.3 definiert.
Thematisiert werden zudem strukturelle Hindernisse, Ungleichheiten und Schwachstellen sowie
die Umweltzerstörung durch Lebensmittelsysteme, um vielversprechende Lösungen zu
skalieren und neue Geschäftsmodelle von der Pilotphase bis zur Marktreife zu schaffen,
indem technische und finanzielle Unterstützung bereitgestellt wird. Technologien, einschließlich
KI-Lösungen, digitale Plattformen und die Entwicklung von Biotechnologien zur Ausweitung von
FuI-Tätigkeiten im Bereich der Lebensmittelsysteme werden unter Bezugnahme auf den Enabler
„Technologien“ einen vorrangigen Interventionsbereich darstellen.
• Aquatische Nahrungsmittel
Im Einklang mit der künftigen Forschungs- und Innovationsstrategie der EU für Ozeane und
Gewässer wird dieser Aktionsbereich darauf abzielen, die Gewinnung neuer Erkenntnisse und
die Entwicklung von Lösungen zur Unterstützung einer nachhaltigen Fischerei und
Aquakultur in Meeres- und Binnengewässern zu fördern und gleichzeitig nachhaltige
Lebensmittelsysteme und die Ernährungssicherheit sowie den Übergang zu einer florierenden und
regenerativen blauen Bioökonomie zu unterstützen.
Er wird unter anderem klimabedingte und andere natürliche Risiken zum Gegenstand haben,
die sich auf die Wertschöpfungsketten aquatischer Nahrungsmittel auswirken. Er wird die
Entwicklung von Modellen zum Verständnis und zur Vorhersage der Wechselwirkungen zwischen
Fischerei und Aquakultur und aquatischen Ökosystemen umfassen und die möglichst
kreislauforientierte und nachhaltige Integration der Lebensmittelerzeugung unterstützen.
Innovationen bei selektiven und schonenden Fanggeräten werden Beifänge und die Störung von
Lebensräumen verringern. Fragen des Tierschutzes und der Tiergesundheit werden weiterhin
eine Priorität sein, wobei der Schwerpunkt auf dem gesamten Spektrum der gezüchteten und
gefischten aquatischen Biota liegen wird. Dabei geht es um die Züchtung und gegebenenfalls die
Fütterung sowie um die Verringerung der Abhängigkeit der EU von Futtermittelimporten. Ziel ist
es, Fischereibetriebe und Aquakulturbetreiber dazu zu befähigen, die Bewirtschaftung
lebender aquatischer Ressourcen auf gesellschaftlich möglichst akzeptable Weise mitzugestalten
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und dabei biologische, ökologische, wirtschaftliche sowie soziale Aspekte in Einklang zu bringen.
FuI wird eine nachhaltige Aquakultur (einschließlich ökologischer, Offshore- und integrierter
multitrophischer Aquakultur), Technologien wie die fortschrittliche Fermentation, die
Markteinführung unzureichend genutzter aquatischer Biomasse (z. B. Nebenprodukte aus
Fischerei und Aquakultur, Algen und invasive Arten) sowie nachhaltige und kurze
Wertschöpfungsketten für aquatische Nahrungsmittel unterstützen.
4. SCHLUSSFOLGERUNGEN
Forschung und Innovation im Zusammenhang mit dem Agrar- und Lebensmittelsektor der EU sind
für die Ernährungssicherheit und strategische Autonomie Europas sowie für die Sicherung und
Stärkung der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit der EU von entscheidender Bedeutung.
Aufbauend auf dem strategischen Ansatz der EU für Forschung und Innovation in der
Landwirtschaft aus dem Jahr 2016 und dem FuI-Rahmen für Lebensmittelsysteme Food 2030
stellt dieser neue strategische Ansatz der EU FuI als Chance dar, die Wettbewerbsfähigkeit,
Nachhaltigkeit und Resilienz des Agrar- und Lebensmittelsektors der EU zu verbessern und eine
gute Lebensqualität für die Menschen in Europa innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres
Planeten zu gewährleisten.
Dieser neue strategische Ansatz wird dazu dienen, den Prozess von der Innovation zur Investition
zu stärken und die Übernahme neuer Erkenntnisse sowie von Innovationen und Lösungen im
gesamten Agrar- und Lebensmittelsektor zu fördern. Er wird auch dazu beitragen, dass
Investitionen effizient und wirksam ausgerichtet werden, künftige Prioritäten mit
wissenschaftlichen Entwicklungen in Einklang gebracht werden und die EU in die Lage versetzt
wird, neue Chancen mittels der eng miteinander verknüpften Rahmen AgRI 2040 und Food 2040
zu nutzen.
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Anhang 1: Zentrale Maßnahmen und Zeitplan
Schließung der Lücke vom „Labor zur Fertigung“
Maßnahmen Beginn
1 Förderung durch eine gezielte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen
und andere Maßnahmen im Rahmen des derzeitigen Programms „Horizont
Europa“ der besseren Verwertung und Nutzung der Ergebnisse von
kooperativen Forschungsprojekten sowie des verstärkten Einsatzes von KI in
der Landwirtschaft und in Lebensmittelsystemen
2 Verstärkung der Einbindung von Experten aus dem Privatsektor und von
Marktexperten in die Bewertung von Vorschlägen zur kooperativen Forschung,
die im Rahmen von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den
Agrar- und Lebensmittelsektor im Rahmen von Horizont Europa eingereicht
werden
3 Stärkung der Unterstützung für Risikobewertungsmethoden durch
systematischere Erfassung des FuI-Bedarfs von EU-Einrichtungen, die für die
Bewertung von Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor vor der
Markteinführung zuständig sind
4. Quartal
4 Förderung einer engeren Zusammenarbeit zwischen der kooperativen
Forschung im Agrar- und Lebensmittelsektor im Rahmen von Horizont Europa
und dem EIT Food und dem Europäischen Innovationsrat (EIC)
4. Quartal
5 Einrichtung eines von der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) verwalteten
„Zentrums für wissenschaftliche Politikberatung zu Innovation und
Transformation in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, ländliche
Entwicklung und Lebensmittelsysteme“ zur Unterstützung der
Politikgestaltung der EU und der Mitgliedstaaten sowie der
Innovationskapazitäten der Interessenträger
4. Quartal
6 Ausarbeitung eines Instrumentariums für Maßnahmen der EU und der
Mitgliedstaaten zur Unterstützung von Start-ups und Scale-ups im Agrar- und
Lebensmittelsektor unter aktiver Beteiligung des Ständigen
Agrarforschungsausschusses
4. Quartal
7 Aufforderung an die Mitgliedstaaten, die künftigen nationalen und regionalen
Partnerschaftspläne zur weiteren Stärkung eines unterstützenden
Innovationsökosystems im Agrar- und Lebensmittelsektor zu nutzen
4. Quartal
Beschleunigung der Übernahme von Wissen und Innovation durch Land- und
Forstwirtinnen und -wirte und Akteure im ländlichen Raum
Maßnahmen Beginn
8 Verbesserung der effizienten Umsetzung des Multi-Akteur-Ansatzes durch
Harmonisierung der Terminologie und Stärkung der Bewertungs- und
Überwachungsrahmen
1. Quartal
9 Einrichtung und Verwaltung der Nutzung von Kooperationsplattformen zur
Erleichterung der Zusammenführung von Landwirtinnen und -wirten,
1. Quartal
Drucksache 565/26- 31 -
Maßnahmen Beginn
Praktikerinnen und Praktikern und nach dem Multi-Akteur-Ansatz
durchgeführten Projekten, um die Beteiligung von Nutzenden an FuI zu
fördern
10 Förderung engerer Verbindungen zwischen den nationalen Kontaktstellen
von Horizont Europa und den nationalen GAP-Netzwerken durch gezielte
Veranstaltungen der EIP-AGRI
11 Überarbeitung des gemeinsamen Formats der Praxis-Zusammenfassungen,
die zur Verbreitung der praktischen Ergebnisse von operationellen Gruppen
und Horizont-Europa-Projekten verwendet werden, um deren Klarheit,
Zugänglichkeit für die Nutzenden und praktische Ausrichtung zu verbessern
4. Quartal
12 Kartierung und Bewerbung von Erprobungs- und Demonstrationsstandorten
auf EU- und nationaler Ebene, um den Zugang der Landwirtinnen und -wirte
und die Übernahme von Peer-to-Peer-Innovationen zu fördern
4. Quartal
13 Verwertung der Ergebnisse der EU-Studie über die Auswirkungen
spezifischer Instrumente von Horizont Europa zur Förderung nachhaltiger
Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft und in ländlichen Gebieten
4. Quartal
Förderung der Lebensmitteltechnologie zugunsten der Widerstandsfähigkeit der
Lebensmittelversorgungskette und der Ernährungssicherheit
Maßnahmen Beginn
14 Förderung privater Investitionen zur Unterstützung des Aufbaus und der
Modernisierung einer frei zugänglichen Bio-Verarbeitungsinfrastruktur im
Pilot- und Demonstrationsmaßstab, um KMU dabei zu unterstützen, ihre
Prozesse zu testen und die damit verbundenen Risiken zu verringern, ohne
dass dafür prohibitiv hohe Anfangsinvestitionen erforderlich sind
1. Quartal
15 Stärkung des Zusammenhangs zwischen Gesundheit und Ernährung, um der
zunehmenden Zahl von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Herz-
Kreislauf-, Stoffwechsel- und Nervensystem entgegenzuwirken und unter
anderem die personalisierte Ernährung einzubeziehen
1. Quartal
AgRI 2040: Ermittlung des potenziellen FuI-Bedarfs für die Wettbewerbsfähigkeit,
Nachhaltigkeit und Resilienz der Land- und Forstwirtschaft und der ländlichen Gebiete in
der EU
Maßnahmen Beginn
16 Ausrichtung der ersten AgRI-2040-Konferenz zur Ermittlung des FuI-
Bedarfs und zur Festlegung der vorläufigen Aktionsbereiche im Verein mit
den Interessenträgern
3. Quartal
17 Entwicklung von Aktionsbereichen im Rahmen von AgRI 2040 entsprechend
dem gemeinsam mit den Interessenträger ermittelten FuI-Bedarf
4. Quartal
Drucksache 565/26 - 32 -
Food 2040: Ermittlung des potenziellen FuI-Bedarfs für wettbewerbsfähige, nachhaltige und
resiliente Lebensmittelsysteme
Maßnahmen Beginn
18 Entwicklung von FuI-Tätigkeiten in den sechs Aktionsbereichen von
Food 2040 zur Verwirklichung der festgelegten Prioritäten
3. Quartal
19 Ausrichtung der ersten hochrangigen Food 2040 Konferenz, um die FuI-
Gemeinschaft im Bereich Lebensmittelsysteme zusammenzubringen
4. Quartal
Drucksache 565/26- 33 -
Relationen
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- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Reg (Unterrichtung)