Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Strategischer Fahrplan für Digitalisierung und KI im Energiesektor
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Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Strategischer Fahrplan für Digitalisierung und KI im Energiesektor
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 342/26
03.06.26
EU - DS - In - K - U - Wi
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen
Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Strategischer Fahrplan
für Digitalisierung und KI im Energiesektor
COM(2026) 501 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 538/22 = AE-Nr. 221039
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 3.6.2026
COM(2026) 501 final
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN
RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND
DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN
Strategischer Fahrplan für Digitalisierung und KI im Energiesektor
1
1. Einführung
Die Digitalisierung verändert unser Leben, und der Energiesektor bildet dabei keine
Ausnahme. Im Bericht von Mario Draghi über die Zukunft der europäischen
Wettbewerbsfähigkeit1 wurde betont, dass die Europäische Union die „digitale Revolution“
nutzen und entschlossen in künstliche Intelligenz (KI) und Dateninfrastruktur investieren muss,
um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu wahren und bei der Energiewende eine Führungsrolle zu
übernehmen.
Durch die hohen Energiepreise in der EU, die durch die eskalierende Krise bei fossilen
Brennstoffen noch verschärft werden, und den Druck, den sie sowohl auf die industrielle
Wettbewerbsfähigkeit als auch auf die Privathaushalte ausüben, wird der digitale Wandel des
Energiesystems dringlicher denn je. Der Konflikt im Nahen Osten hat zu schwankenden
Preisspitzen geführt und die Fragilität aufgrund der Abhängigkeit der EU von weltweiten
Einfuhren offenbart.
Wahre Technologiesouveränität beruht auf einem digitalisierten, vernetzten Energiesystem,
das die Elektrifizierung und die Integration sauberer Energie verstärkt. Digitale Lösungen
können den Verbrauchern mehr Kontrolle darüber geben, wann sie Strom verbrauchen, sodass
sie ihren Verbrauch auf günstigere Zeiten verlagern und ihre Stromrechnungen senken können.
Für die Industrie kann Digitalisierung die Energiekosten senken, die Effizienz steigern und
Produktionsprozesse optimieren und es erleichtern, auf Preissignale zu reagieren und an
Flexibilitätsmärkten teilzunehmen. Wenn die Flexibilität vieler Geräte, Gebäude und
industrieller Prozesse aggregiert wird, kann dies die Spitzennachfrage reduzieren, den Bedarf
an kostspieliger Stromerzeugung auf der Grundlage fossiler Brennstoffe begrenzen und die
Kosten im gesamten System senken. Gleichzeitig können Netzbetreiber, Kraftwerke,
Speicheranlagen und Industriestandorte durch digitale Instrumente und KI effizienter und
vorausschauender arbeiten. Dies führt zu einer wettbewerbsfähigeren Industrie, niedrigeren
Kosten für die Haushalte und einem insgesamt widerstandsfähigeren und erschwinglicheren
Energiesystem2.
Der Bedarf an steigenden Rechenkapazitäten wird zu einem entsprechenden Anstieg des
Energiebedarfs für die Digitalisierung führen; insbesondere KI und Rechenzentren treiben den
Energiebedarf in die Höhe3, was sich möglicherweise auf die Dekarbonisierung, die Preise und
den Zugang zu den Netzen für alle Verbraucher auswirkt. Wie in der EU-
Wasserresilienzstrategie anerkannt wird, geht dies mit einem zunehmenden Druck auf die
Wasserressourcen einher4. Einige Mitgliedstaaten und Drittländer sind bereits mit diesen
Herausforderungen konfrontiert. Werden diese Herausforderungen nicht bereits jetzt auf EU-
Ebene angegangen, könnten sie erheblich zunehmen und in den kommenden Jahren
schwieriger zu bewältigen sein, da der Energieverbrauch des Sektors voraussichtlich weiter
steigen wird. Es ist daher unbedingt sicherzustellen, dass die Digitalisierung keine negativen
Auswirkungen auf andere Verbraucher oder die Elektrifizierungsagenda der Kommission hat,
1 The future of European competitiveness: A Competitiveness Strategy for Europe, M. Draghi, 2024.
2 Die Digitalisierung könnte zu direkten jährlichen Einsparungen für die Verbraucher in Höhe von mehr als 71 Mrd. EUR und
zu umfassenderen Systemvorteilen in Höhe von mehr als 300 Mrd. EUR führen (2030 Demand-side flexibility – Quantification
of benefits in the EU (Nachfrageseitige Flexibilität 2030 – Quantifizierung der Nutzen in der EU), Studie, durchgeführt von
smartEn und DNV). ACER berichtet, dass schwedische Haushalte, die elektrische Heizungen nutzen, durch nachfrageseitige
Flexibilität bis zu 40 % einsparen können, während die IEA schätzt, dass bestehende KI-Anwendungen beim Betrieb und bei
der Wartung von Kraftwerken bis 2035 weltweit jährliche Einsparungen in Höhe von 95 Mrd. EUR erzielen könnten (IEA –
Energy and AI (Energie und KI), World Energy Outlook Special Report, 2025).
3 Schätzungen der IEA zufolge werden Rechenzentren in fortgeschrittenen Volkswirtschaften bis 2030 mehr als 20 % des
Anstiegs der Stromnachfrage ausmachen (IEA – Energy and AI, World Energy Outlook Special Report, 2025).
4 Europäische Wasserresilienzstrategie.
2
sondern vielmehr so gesteuert wird, dass die Systemintegration ermöglicht und die
Auswirkungen auf das Energiesystem begrenzt werden.
Ein nachhaltiges digitalisiertes EU-Energiesystem, das das Potenzial digitaler Technologien
nutzt, ist daher nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit. Es wird jedoch nicht
von alleine entstehen: Es erfordert intelligente Netze, intelligente Zähler und einen nahtlosen
Datenaustausch über das gesamte Energiesystem hinweg. Auch wird die Digitalisierung
Europa nicht automatisch stärken. Um die Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie
der EU zu stärken, muss die EU die souveräne Kontrolle über die digitalen Lösungen, KI-
Modelle und Algorithmen behalten, von denen sein Energiesystem zunehmend abhängt.
Globale Akteure unternehmen bereits entscheidende Schritte in diese Richtung5. Wenn die EU
bei der globalen Energiewende eine Führungsrolle übernehmen will, muss sie einen
ambitionierten Fahrplan in diesem Bereich entwickeln.
Der vorliegende strategische Fahrplan umfasst Maßnahmen für ein digitalisiertes
Energiesystem der EU, in dem KI die Bereitstellung sicherer, sauberer und wettbewerbsfähiger
Energie für alle Verbraucher unterstützen wird. Er baut auf den politischen Prioritäten des
Aktionsplans für den KI-Kontinent6, der Strategie „KI anwenden“7, der Arbeit des Amts für
künstliche Intelligenz und des Aktionsplans für die Digitalisierung des Energiesektors aus dem
Jahr 2022 auf, um die Vorteile digitaler Lösungen für den europäischen Energiesektor zu
nutzen. Er ergänzt den Rechtsakt über Cloud- und KI-Entwicklung (Cloud and AI
Development Act, CADA), mit dem die EU über den geeigneten Rahmen verfügen wird, um
Anreize für umfangreiche Investitionen in Cloud- und Edge-Kapazitäten zu schaffen.
Bis 2030 werden die in diesem strategischen Fahrplan dargelegten Maßnahmen dazu beitragen,
das nachhaltige Wachstum des digitalen Sektors in der EU zu unterstützen, was positive
Auswirkungen für alle Energieverbraucher haben wird. Der grenzüberschreitende Austausch
und die Bündelung von Energiedaten werden zudem dazu beitragen, die EU auf der
internationalen KI-Landkarte zu etablieren, indem KI-Basismodelle ermöglicht werden, die
den Datenschutzvorschriften und Werten der EU entsprechen.
Dieser strategische Fahrplan ist in drei Säulen gegliedert: Säule I betrifft die nachhaltige
Integration von Rechenzentren in das Energiesystem, Säule II umfasst Maßnahmen zur
Einführung digitaler und KI-Lösungen im gesamten Energiesystem und Säule III betrifft den
Daten-Governance-Rahmen, der erforderlich ist, um intelligente Energiedienstleistungen und
KI in großem Maßstab zu ermöglichen. Ergänzt werden diese Säulen durch einen
Querschnittsabschnitt zu Vertrauen, Cybersicherheit und der Abwehr hybrider Bedrohungen,
Kompetenzen und internationaler Zusammenarbeit sowie durch einen abschließenden
Abschnitt zur Überwachung und Überprüfung der Umsetzung.
2. Säule I – Energie für KI
Die Säule I umfasst spezifische Maßnahmen, mit denen sichergestellt werden soll, dass die
nachhaltige Integration von Rechenzentren in das Energiesystem die Versorgungssicherheit,
die Wettbewerbsfähigkeit und die Ziele im Bereich der sauberen Energie unterstützt.
5 In den USA wird die KI mit der KI-Strategie (US-Energieministerium, Artificial Intelligence Strategy, Oktober 2025) und
der Genesis-Mission (Weißes Haus: Launching the Genesis mission) als strategische Ressource für den Energiesektor
positioniert. Mit Chinas Nationalem Plan für die Integration von KI und Energie (Staatsrat: Plan on AI-energy integration und
Forbes: China’s new AI Strategy explained (Chinas neue KI-Strategie erklärt)) wird eine koordinierte Strategie zur Einbindung
von KI in das Energiesystem dargelegt.
6 Aktionsplan für den KI-Kontinent (COM(2025) 165).
7 Strategie „KI anwenden“ (COM(2025) 723 final).
3
Rechenzentren sind für die Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität der EU von
entscheidender Bedeutung, da sie die Rechenkapazität bereitstellen, auf der die meisten
digitalen Dienste basieren. Sie können zudem die lokale Wirtschaft ankurbeln und integrierte
digitale Wertschöpfungsketten in der gesamten EU stärken. Die EU ist bestrebt, ihre
Rechenzentrumskapazität innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdreifachen, um so
sicherzustellen, dass sie ihren Bedarf deckt.
Diese Chancen bringen Herausforderungen mit sich. Auf Rechenzentren entfallen derzeit rund
2,5 % des Stromverbrauchs in der EU, und ihre Nachfrage dürfte erheblich steigen, da ihre
installierte Kapazität voraussichtlich von etwa 12 GW im Jahr 2025 auf etwa 28 GW im Jahr
2030 steigen wird8. Die derzeitige Nachfrage konzentriert sich geografisch auf eine begrenzte
Anzahl von Hotspots9. Die Anschlussanträge nehmen jedoch stark zu; dabei benötigen einzelne
Standorte Kapazitäten, die denen großer Industriestandorte entsprechen. Diese zusätzliche
Nachfrage wird den allgemeinen Anstieg aufgrund der Elektrifizierung der Wirtschaft noch
verstärken. Es besteht die Gefahr, dass diese Entwicklungen, wenn sie nicht proaktiv gesteuert
werden, die Sicherheit und Nachhaltigkeit der Energieversorgung gefährden, Netzengpässe
verschärfen und die Strompreise in die Höhe treiben, insbesondere vor dem Hintergrund, dass
Rechenzentren mit anderen Energieverbrauchern um den Zugang zu Energie konkurrieren
können. In bestimmten Regionen können Umfang und Geschwindigkeit des prognostizierten
Nachfragewachstums zusätzlich zu einem rechtzeitigen Netzausbau ergänzende Ansätze für
die Energieversorgung und Systemintegration erforderlich machen, etwa die Energieerzeugung
vor Ort, die Erzeugung am selben Standort oder „nach dem Zähler“, die in anderen Regionen
weltweit zunehmend bei groß angelegten Rechenzentrumscampus eingesetzt werden.
Die Integration von Rechenzentren in das Energiesystem erfordert ein effizientes
Management der Netzanschlüsse, eine koordinierte Netzplanung und einen koordinierten
Netzbetrieb, nachfrageseitige Flexibilität und eine nachhaltige Energieversorgung, etwa durch
saubere Erzeugung am selben Standort in der Nähe von Rechenzentren, die zur
Systemintegration und Versorgungssicherheit beitragen. Die Netzbetreiber benötigen zeitnahe
Informationen über die Errichtung von Rechenzentren, um Netzinvestitionen zu planen und
Anschlüsse effizient zu verwalten. Der digitale Sektor trägt Verantwortung dafür, seine
nachhaltige Integration in das Energiesystem sicherzustellen. Zudem müssen wasserbezogene
Herausforderungen behandelt werden, um dem Zusammenhang zwischen Wasser und Energie
und seinen Auswirkungen in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Der anstehende digitale
Aktionsplan für den Wassersektor dürfte die Entwicklung einer nachhaltigen Integration von
Rechenzentren unterstützen und ergänzen.
In Rechenzentren wird Strom zum Nutzen der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft in
intelligente Dienste umgesetzt, und sie können in den kommenden Jahren ein beispielloses
Wachstum aufweisen. Wenngleich Rechenzentren einen einzigartigen Energiebedarf
aufweisen, betreffen die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem rechtzeitigen
Netzzugang und der Flexibilität auch andere Netznutzer. Damit die EU das Potenzial von
Cloud und KI in vollem Umfang nutzen kann, benötigen Rechenzentren eine zeitnahe
Stromversorgung und einen zeitnahen Netzzugang. Die jüngsten Initiativen der
Kommission10 bieten den Mitgliedstaaten, Regulierungsbehörden und Netzbetreibern ein
8 Studie: „Cloud and AI“: Technopolis, Wavestone, Timelex, STL Partners, OpenForum Europe, KAPA Research (2025).
9 Insbesondere in der Nähe von Dublin, Frankfurt, Amsterdam und Paris, aber auch in Spanien, Italien, Belgien, Polen und
den skandinavischen Regionen.
10 Bekanntmachung der Kommission – Leitlinien für effiziente und zeitnahe Netzanschlüsse (C/2025/8473), Bekanntmachung
der Kommission über Leitlinien für zukunftssichere Netzentgelte für geringere Energiesystemkosten (C/2025/8574),
Bekanntmachung der Kommission über Leitlinien für vorausschauende Investitionen in den Aufbau zukunftsorientierter
Stromnetze (C/2025/3291).
4
Instrumentarium zur Deckung des dringendsten Bedarfs im Zusammenhang mit dem
Netzzugang, der Netzentwicklung und der effizienten Netznutzung, das auf dem bestehenden
Rechtsrahmen11 aufbaut.
Verzögerungen beim Netzausbau werden als Hauptgrund für „Anschlussschlangen“ großer
Netznutzer wie Rechenzentren betrachtet. Die Kommission hat im Rahmen des Pakets
„Europäische Netze“ Bestimmungen zur Beschleunigung der Genehmigungsverfahren
vorgelegt und fordert die Regulierungsbehörden und Netzbetreiber auf, die Interessenträger
frühzeitig in ihre Netzplanung einzubeziehen, um antizipative Investitionen zu erleichtern.
Um das Hindernis einer ineffizienten Netznutzung zu beseitigen, sollten die
Regulierungsbehörden sicherstellen, dass die richtigen Anreize für Netzbetreiber und
Netznutzer bestehen, dass die Netzentgelte effizient gestaltet werden und Flexibilität bieten,
um die Kosten der jeweiligen Nutzergruppen widerzuspiegeln. In dem anstehenden
Legislativvorschlag für zukunftssichere Stromrechnungen in der EU werden diese Grundsätze
vor dem Sommer präzisiert.
Darüber hinaus sollten die Regulierungsbehörden einen Rahmen für flexible
Netzanschlussverträge schaffen. Wenn flexible Netzanschlussverträge erforderlich oder für
das Energiesystem von Vorteil sind, könnten Rechenzentren eine wichtige Rolle spielen. Sie
können sich zudem an Marktmechanismen beteiligen, mit denen Flexibilität vergütet wird,
etwa im Zusammenhang mit Regelreserve- oder Systemdienstleistungen und
Engpassmanagementmärkten, wenn sie die technischen Bedingungen erfüllen.
Darüber hinaus können Netzanschlussverfahren effizienter gestaltet werden, wenn vom
Grundsatz „First-come-first-served“ abgerückt wird und die Reife und die Fortschritte bei der
Projektentwicklung stärker berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass spekulative
Projekte den Netzzugang nicht blockieren. Das unionsweite Portal zur Netzaufnahmekapazität
Capacitypedia12 sollte es Rechenzentren erleichtern, ihren Netzanschlussantrag in Gebieten zu
stellen, in denen ein ausreichender Netzausbau besteht oder geplant ist. Die Kommission ist
entschlossen, die Umsetzung der einschlägigen Leitlinien weiter zu unterstützen, um einen
zeitnahen Netzzugang für alle Nutzer zu gewährleisten.
Eine EU-weite Koordinierung ist erforderlich, um die nachhaltige Integration von
Rechenzentren in das Energiesystem zu beschleunigen. Im Rahmen einer von der Kommission
geleiteten Initiative wird ein reproduzierbares Modell für Vereinbarungen zwischen Behörden,
Betreibern von Rechenzentren und Akteuren im Energiesektor entwickelt werden, um die
Netzintegration, die Versorgung mit sauberer Energie, Flexibilität und verbesserte
Energieeffizienz zu fördern und die Wasser- und Umweltressourcen zu schützen. Das Modell
wird zudem die Umsetzung der oben genannten horizontalen Maßnahmen für einen
nachhaltigen Netzzugang erleichtern, wobei die Besonderheiten von Rechenzentren in vollem
Umfang berücksichtigt werden. Als Richtschnur für die Maßnahmen wird die Kommission
zudem die Faktengrundlage für den Energieverbrauch von Rechenzentren durch ein EU-
Instrument für die langfristige Bewertung und Überwachung verbessern, das auf der
Berichterstattung im Rahmen der Energieeffizienzrichtlinie, den EU-Statistiken13 und der
11Insbesondere die Bestimmungen der Verordnung (EU) 2019/943 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 5. Juni
2019 über den Elektrizitätsbinnenmarkt und der Richtlinie (EU) 2019/944 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
5. Juni 2019 mit gemeinsamen Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt.
12 Capacitypedia: Pan-EU Overview on Grid Hosting Capacity Information.
13 Europäische Statistiken, einschließlich Daten über den Energieverbrauch in Rechenzentren, werden gemäß den
Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1099/2008 erhoben.
5
Zusammenarbeit mit der IEA aufbaut. Dadurch wird die Umsetzung des Rechtsrahmens,
einschließlich des Pakets „Europäische Netze“, ergänzt und erleichtert.
Leitinitiative 1: Ein Muster für eine Dreiparteien-Vereinbarung über die nachhaltige
Integration von Rechenzentren in das Energiesystem, um lokale Vereinbarungen
zwischen Betreibern von Rechenzentren, Akteuren aus dem Energiesektor und Behörden
einzuführen. In dem Modell könnten in Bezug auf folgende Punkte Maßnahmen festgelegt
werden: verbesserte Bereitstellung von Informationen für eine bessere Netzplanung, besser
informierte Entscheidungsfindung hinsichtlich des optimalen Standorts von
Rechenzentrumsprojekten, Erhöhung der Transparenz von Netzanschlussanträgen
(einschließlich des Grundsatzes „Use-it-or-lose-it“ zur Vermeidung spekulativer
Reservierungen in der Warteschlange), bessere Nutzung von Strombezugsverträgen14 und
Bereitstellung zusätzlicher Erzeugungskapazitäten für saubere Energie, Bereitstellung von
Lösungen für die Flexibilität des Rechenzentrums (durch marktbasierte Instrumente und
unter Nutzung des geltenden Rechtsrahmens), Unterstützung der Rückgewinnung und
Nutzung von Abwärme und Verbesserung der Energieeffizienz, Nutzung flexibler
Netzanschlussverträge als Mittel für den Netzzugang – sofern erforderlich. Das Modell kann
anschließend in den Mitgliedstaaten und Regionen angepasst und erprobt werden.
Wasserbezogene Angelegenheiten werden im Einklang mit der Entwicklung des
Bewertungssystems der EU für Rechenzentren behandelt.
Zeitplan: Parallel zu diesem strategischen Fahrplan wird eine Absichtserklärung
angenommen, in der die Bereitschaft der Interessenträger aus der Industrie zur
Zusammenarbeit im Rahmen einer Dreiparteien-Vereinbarung bekundet und
Schlüsselbereiche für ihr Handeln festgelegt werden; das Muster für die Dreiparteien-
Vereinbarung wird im zweiten Halbjahr 2026 veröffentlicht und bekannt gemacht. Darüber
hinaus wird die Kommission erforderlichenfalls in Erwägung ziehen, einen
Legislativvorschlag vorzulegen, um die nachhaltige Integration von Rechenzentren in das
Energiesystem der EU sicherzustellen.
Erwartete Auswirkungen: bessere Koordinierung zwischen Behörden, Betreibern von
Rechenzentren, Stromnetzbetreibern und anderen einschlägigen Interessenträgern; schnellere
und nachhaltigere Netzintegration von Rechenzentren; stärkere Nutzung von Lösungen zur
Beschaffung sauberer Energie und zur Flexibilisierung; bessere Energieeffizienz; niedrigere
Energiepreise; ein kohärenterer, aber anpassungsfähiger Rahmen in allen Mitgliedstaaten.
Maximierte Synergien mit Fernwärme.
Um das Wachstum der digitalen Infrastruktur mit Umwelt-, Klima- und Energiezielen in
Einklang zu bringen, müssen Rechenzentren hinsichtlich Energie- und Ressourceneffizienz
sowie Flexibilität eine führende Rolle übernehmen. Als Reaktion darauf wird die Kommission
ein Energieeffizienzpaket für Rechenzentren annehmen, das einen Bericht über die
Verbesserung der Energieeffizienz von Rechenzentren, einen delegierten Rechtsakt zur
Einführung eines Bewertungssystems der EU für die Nachhaltigkeit von Rechenzentren und
die Einleitung einer öffentlichen Konsultation über Mindestleistungsstandards für neue und
bestehende Rechenzentren in der EU umfasst. Die Initiative zur Führungsrolle in Cloud und
KI im Rahmen des Rechtsakts über Cloud- und KI-Entwicklung wird die Einrichtung
erstklassiger Rechenzentren in der gesamten Union unterstützen und Anreize dafür schaffen.
Leitinitiative 2: Ein Bewertungssystem der EU für Rechenzentren hinsichtlich
Energieeffizienz, Wassereffizienz, Nutzung sauberer Energie, Nutzung von Abwärme und
14 Im Einklang mit der Empfehlung der Kommission zur Beseitigung von Hindernissen für die Entwicklung von
Strombezugsverträgen und Verträgen über den Bezug von anderer Energie (Empfehlung (EU) 2026/917 der Kommission).
6
Flexibilität15, und Einleitung des Verfahrens für EU-weite Mindestvorgaben für die
Gesamtenergieeffizienz.
Zeitplan: Annahme des Bewertungssystems im Jahr 2026; erste Label im Jahr 2027;
Bewertung des Bedarfs an EU-weiten Mindestvorgaben für die Gesamtenergieeffizienz bis
2027.
Erwartete Auswirkungen: mehr Transparenz und Förderung der nachhaltigen Entwicklung
von Rechenzentren; Optimierung des prognostizierten Energie- und Wasserverbrauchs.
3. Säule II – Digitalisierung und KI für das Energiesystem
In der Säule II sind spezifische Maßnahmen vorgesehen, um das Energiesystem durch den
Einsatz von digitalen und KI-Lösungen intelligenter und datengesteuerter zu gestalten.
Im Zuge der fortschreitenden Elektrifizierung und Dekarbonisierung des Energiesektors
entwickeln sich Stromnetze zum Rückgrat eines integrierten und widerstandsfähigen
Energiesystems. Wie im Paket „Europäische Netze“ hervorgehoben wurde, müssen die Netze
intelligenter und stärker, aber auch widerstandsfähiger gegenüber Klima- und
Extremereignissen werden, wozu sie Geodaten und KI nutzen müssen, um die Risiken von
Naturkatastrophen zu mindern. Intelligente Netze bieten die Sichtbarkeit, Interoperabilität und
Steuerung in Echtzeit, die erforderlich sind, um die Nutzung erneuerbarer Energien zu steigern
und den Betrieb des Energiesystems unter Nutzung von KI zu optimieren. Intelligente
Messsysteme sind eine wichtige Voraussetzung für Laststeuerung und Verträge mit
dynamischen Strompreisen, die zur besseren Nutzung der bestehenden Stromnetzinfrastruktur
beitragen können, unter anderem durch die Verringerung der Abregelung erneuerbarer
Energien und die Erleichterung der Elektrifizierung.
Intelligente Netze können Kosten senken, da vorhandene Anlagen und erneuerbare
Energien besser genutzt werden. Sie verbessern die Erschwinglichkeit und Resilienz durch
ein besseres Netzmanagement und unterstützen die Systemintegration, indem sie Flexibilität in
Bezug auf Nachfrage, Erzeugung, Speicherung, Heizung und Mobilität ermöglichen. Das
Carsharing-Netz von Utrecht für die Netzintegration von Elektrofahrzeugen zeigt
beispielsweise, wie Elektrofahrzeuge überschüssige Solarenergie speichern und zu
Spitzenzeiten wieder ins Netz einspeisen können, wodurch die Netzstabilität unterstützt und
Einschränkungen verringert werden16. Intelligentes und bidirektionales Laden kann auch zu
erheblichen Einsparungen für die Verbraucher führen (zwischen 450 EUR und 2 900 EUR pro
Jahr)17. Ein weiteres Beispiel sind Häfen, in denen intelligente Netze dazu beitragen können,
den hohen Strombedarf für die landseitige Stromversorgung von Schiffen zu bewältigen, und
zusätzliche Flexibilitätsdienste ermöglichen können18.
Investitionen in stärkere und intelligentere europäische Stromnetze sind von
entscheidender Bedeutung19. Fortschritte werden jedoch nach wie vor durch Regulierungs-
und Planungspraktiken, die den herkömmlichen Netzausbau gegenüber intelligenten Lösungen
begünstigen, durch uneinheitliche Digitalisierungsansätze innerhalb der EU und durch
Unsicherheit hinsichtlich der Leistungsfähigkeit neuer Technologien behindert.
15 Artikel 12 und 33 der Energieeffizienzrichtlinie (EU) 2023/1791, aufbauend auf dem bestehenden Berichterstattungssystem
für Rechenzentren, das 2024 mit der Delegierten Verordnung (EU) 2024/1364 der Kommission eingeführt wurde.
16 Utrecht becomes Europe’s first city with a V2G electric car‑sharing service.
17 Plugging into potential: unleashing the untapped flexibility of EVs, Eurelectric, 2025.
18 Geschäftsmodell für Strom im Hafen (Pilotprojekt) – Amt für Veröffentlichungen der EU.
19 Im Zeitraum 2024-2040 sollten mehr als 1,2 Bio. EUR investiert werden, davon sind 730 Mrd. EUR für Verteilernetze und
430 Mrd. EUR für Übertragungsnetze vorgesehen.
7
Mit dem EU-Rahmen wurden bereits mehrere dieser Hindernisse aufgegriffen, indem mehr
Investitionen in intelligente Netze durch die Gestaltung des Strommarkts20, das Paket
„Europäische Netze“ und die EU-Forschungsförderung unterstützt werden. Insbesondere hat
das Paket „Europäische Netze“21 Vorschläge zur Förderung nicht drahtgebundener und
digitaler Lösungen in der Netzplanung vorgelegt, während im Rahmen von Horizont Europa
Innovationen in den Bereichen Energiesysteme, Netze und Speicherung gefördert werden22.
Um die Einführung intelligenterer Netze weiter zu unterstützen, wird die Kommission
Rechtsvorschriften für zukunftssichere EU-Stromrechnungen vorschlagen, einschließlich
Bestimmungen, die eine effizientere Nutzung der derzeitigen Netzressourcen durch den
Einsatz intelligenter und digitaler Lösungen ermöglichen. Mit dem Vorschlag wird die Agentur
für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) beauftragt, den
Regulierungsbehörden eine Empfehlung zur Verwendung von Indikatoren für intelligente
Netze zur Messung der Einführung und Leistung innovativer Technologien und digitaler
Lösungen in Übertragungs- und Verteilernetzen vorzulegen. Die Empfehlung wird auf den
laufenden Arbeiten in diesem Bereich aufbauen. Die Regulierungsbehörden werden dann
Leistungsindikatoren für einen effizienten Netzbetrieb und -ausbau festlegen. ACER wird die
Fortschritte überwachen, bewährte Verfahren ermitteln und bei Bedarf weitere Maßnahmen
vorschlagen. Diese Indikatoren sollten zudem den Einsatz netzverbessernder Technologien
unterstützen, die die Netzkapazität um bis zu 40 % erhöhen und die Kosten für den
konventionellen Netzausbau um bis zu 35 % senken können.23.
Um den Ausbau zu beschleunigen, wird die Kommission die Übertragungs- und
Verteilernetzbetreiber weiterhin bei der Entwicklung und Einführung digitaler
Zwillingslösungen unterstützen24, unter anderem durch ein spezielles Instrumentarium zur
Verbesserung der Interoperabilität, des Umfangs und der praktischen Einführung. Parallel dazu
wird die EU im Rahmen von Horizont Europa weiterhin Innovationen im Bereich der
intelligenten Energiesysteme fördern, einschließlich der Finanzierung fortschrittlicher
Stromnetzlösungen25.
Eine effiziente Nutzung des Stromnetzes hängt davon ab, dass genaue und granulare
Verbrauchsdaten verfügbar sind und die Endkunden auf diese Daten zugreifen und darauf
reagieren können. Intelligente Messsysteme sind eine wichtige Voraussetzung für
Laststeuerung und Verträge mit dynamischen Strompreisen, die zur besseren Nutzung der
bestehenden Stromnetzinfrastruktur beitragen können, unter anderem durch die Verringerung
der Abregelung erneuerbarer Energien und die Erleichterung der Elektrifizierung. Da es
unverzichtbar ist, dass alle Mitgliedstaaten zur intelligenteren Gestaltung des
Elektrizitätssystems beitragen, wird die Kommission einen Legislativvorschlag vorlegen,
um die Einführung intelligenter Zähler in der EU zu beschleunigen und so die Beteiligung
der Verbraucher zu erhöhen, nachfrageseitige Flexibilität zu ermöglichen und eine effizientere
Nutzung des Elektrizitätssystems zu unterstützen.
Leitinitiative 3: Entwicklung zentraler Leistungsindikatoren der EU für intelligente
Netze und Beschleunigung der Einführung intelligenter Zähler
20 Richtlinie (EU) 2024/1711 und Verordnung (EU) 2024/1747.
21 Insbesondere im Vorschlag zur Überarbeitung der TEN-E-Verordnung.
22 Im Zeitraum 2021-2027 wurde rund 1 Mrd. EUR für Energiesysteme, Netze und Speicherung bereitgestellt.
23 CurrENT-Studie: Prospects for innovative power grid technologies, 2024.
24 ENTSO-E und EU DSO Entity haben Herausforderungen, Chancen und gemeinsame Anwendungsfälle für digitale
Zwillingslösungen in EU-Netzen ermittelt, die einen strategischen kooperativen Ansatz für die Umsetzung erfordern.
25 Im Arbeitsprogramm 2026-2027 werden rund 90 Mio. EUR für fortschrittliche Lösungen für Stromnetze bereitgestellt.
8
Zeitplan: Fertigstellung des EU-Indikatorenkatalogs bis Mitte 2026; Legislativvorschlag im
Jahr 2026 zur Beschleunigung der Einführung intelligenter Zähler in der EU, der eine
Mindestabdeckung in jedem Mitgliedstaat vorsieht, und Auftrag an die ACER, 2028
Empfehlungen zu Indikatoren für intelligente Netze abzugeben, wobei die Fortschritte
anschließend regelmäßig überwacht werden.
Erwartete Auswirkungen: verbesserte Entscheidungen für Investitionen in intelligente und
digitalisierte Netze, effizientere Nutzung bestehender Netze, verstärkte Regulierungsaufsicht
durch die nationalen Regulierungsbehörden, kosteneffizienterer Einsatz intelligenter und
digitaler Lösungen und beschleunigte Integration von erneuerbaren Energien,
Elektrifizierung, Resilienz und Energieeffizienz in ganz Europa.
KI verbreitet sich rasch im gesamten Energiesystem, da Anlagen, Prozesse und Märkte
zunehmend digitalisiert werden. Die Digitalisierung einzelner Akteure reicht jedoch nicht aus:
das volle Potenzial eines KI-gestützten Energiesystems wird nur durch die Einführung von KI-
Lösungen in der gesamten Energiewertschöpfungskette – von der Versorgung über die
Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen bis hin zu Industrie, Gebäuden und
Mobilität – erreicht werden.
Angesichts des derzeitigen globalen KI-Wettlaufs26 muss die EU ihre Stärke im Bereich der
industriellen Automatisierung nutzen27, um souveräne, sichere KI-Modelle für den
Energiesektor zu entwickeln, die mit europäischen Daten trainiert und von EU-Unternehmen
entwickelt werden, und bei der nächsten Welle digitaler Energietechnologien eine
Führungsrolle übernehmen. In einem Sektor von solch strategischer Bedeutung wie dem
Energiesektor ist es für die Technologiesouveränität der EU unerlässlich, neue KI-Modelle in
der EU zu entwickeln und zu verwalten. Aufbauend auf der Strategie „KI anwenden“ und der
Strategie „KI in der Wissenschaft“ wird die Kommission die Entwicklung von KI-
Basismodellen für das Netzmanagement und die Netzplanung als digitales Rückgrat für das
Energiesystem unterstützen.
Wenn KI-Modelle mit großen unterschiedlichen Datensätzen, einschließlich
Erdbeobachtungsdaten (z. B. von der Copernicus-Energieplattform), trainiert und auf
bestimmte Anwendungsfälle abgestimmt werden, könnten sie die Netzfunktionen28 wie
Vorhersage, Engpassmanagement, Fehlererkennung und Investitionsplanung erheblich
verbessern und so die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors stärken.
Über die Stromnetze hinaus kann die KI die Steuerung von Anlagen für erneuerbare Energien
verbessern und Einschränkungen verringern, die Sicherheit und den Wirkungsgrad von
Kernkraftwerken verbessern29 und die Sanierungsplanung für Gebäude und von Energiearmut
betroffene Haushalte unterstützen30. Im Einklang mit dem Netzpaket wird die Kommission die
26 Professor Draghi hebt hervor, dass die USA im Jahr 2024 vierzig bemerkenswerte KI-Modelle produziert haben, China
fünfzehn und die EU nur drei.
27 IEA – Energy and AI, World Energy Outlook Special Report, 2025.
28 Durch eine KI-gestützte Optimierung von Betrieb und Wartung könnten bis 2035 jährlich bis zu 110 Mrd. USD an
Brennstoff- sowie Betriebs- und Wartungskosten eingespart werden (gemäß dem Szenario einer weitverbreiteten KI-
Einführung der IEA (2025), Energy and AI, IEA, Paris).
29 KI kann die Sicherheit und den Wirkungsgrad durch vorausschauende Wartung, Erkennung von Anomalien und
fortgeschrittene Modellierung verbessern.
30 Die KI kann anhand von Daten der Europäischen Beobachtungsstelle für den Gebäudebestand oder einschlägigen Daten aus
der Copernicus-Erdbeobachtung trainiert werden, um die Sanierungsplanung insbesondere für von Energiearmut betroffene
Haushalte zu unterstützen. Schätzungen der IEA zufolge könnten durch den Einsatz von KI in Energiemanagementsystemen
für Gebäude (BEMS) bis 2035 weltweit rund 300 TWh pro Jahr eingespart werden.
9
Entwicklung quelloffener KI-Instrumente unterstützen, um die Einrichtung zentraler digitaler
Portale auf nationaler Ebene, die die Genehmigungsverfahren beschleunigen, zu erleichtern.
Für den Zeitraum 2026-2027 werden im Rahmen von Horizont Europa rund 75 Mio. EUR
für KI-Technologien im Energiebereich bereitgestellt, insbesondere für Netze,
Eigenverbrauch, gemeinsame Energienutzung und Speicherung auf Netzebene, sowie weitere
190 Mio. EUR für umfassendere digitale Lösungen in den Bereichen erneuerbare Energien,
Gebäudesanierung und Energieeffizienz. Im Einklang mit der Strategie für offene digitale
Ökosysteme in der EU wird die Kommission Open-Source-Ansätze bei Ausschreibungen der
EU für Forschung und Innovation unterstützen. Parallel dazu können Innovatoren, Start-up-
Unternehmen, Scale-up-Unternehmen und Forschende in der EU auf ergänzende Instrumente
in der gesamten Innovationskette zurückgreifen, darunter KI-Fabriken, europäische KI-
Kompetenzzentren und RAISE31 für den Zugang zu Rechenkapazitäten, Daten, Netzen und
Finanzmitteln, um KI-gestützte wissenschaftliche Durchbrüche voranzubringen, sowie der
Scaleup Europe Fund32, um Investitionen in Scale-up-Unternehmen im Bereich der
strategischen Technologien zu fördern und die Lücke zu den weltweit führenden Unternehmen
zu schließen.
Leitinitiative 4: Entwicklung von KI-Modellen in der gesamten Energie-
Wertschöpfungskette
Zeitplan:
Parallel zu diesem strategischen Fahrplan wird eine Projektvereinbarung unterzeichnet,
mit der eine praxisorientierte Gemeinschaft für die Entwicklung von KI-Modellen für das
Netzmanagement und die Netzplanung ins Leben gerufen wird; gezielte Aufforderungen
zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Horizont Europa (30 Mio. EUR)
werden 2026 und 2027 (20 Mio. EUR) veröffentlicht; KI-Modelle für den
Konzeptnachweis werden im ersten Quartal 2027 entwickelt und getestet; erste operative
Modelle bis Ende 2027.
Entwicklung digitaler Portale für die Mitgliedstaaten mithilfe generativer KI-
Technologien, um die Prüfung bei Genehmigungen von Projekten in den Bereichen
erneuerbare Energien, Speicherung und Netze zu straffen; Konzeption im Jahr 2027;
Einführung im Jahr 2028 für die Nutzung durch Behörden.
Erwartete Auswirkungen: verbesserte Netzbeobachtbarkeit, Prognosen, verbessertes
Engpassmanagement und verbesserte Flexibilitätsintegration; leichterer Zugang zu digitalen
Instrumenten, die den Haushalten bei der Kontrolle des Verbrauchs helfen, und eine
inklusivere Beteiligung an Systemen für den Eigenverbrauch und die gemeinsame
Energienutzung, eine verbesserte Evidenzbasis für öffentliche Maßnahmen durch bessere
Daten zum Gebäudebestand und zur Gebäudeleistung; beschleunigter Ausbau von
erneuerbaren Energien, Speichern und Netzen durch schnellere und transparentere
Genehmigungsverfahren.
31 RAISE: Resource for AI Science in Europe (Ressource für KI-Wissenschaft in Europa), ein virtuelles Forschungsinstitut für
die EU-Forschung zu und mit KI.
32 Der Scaleup Europe Fund ist ein mit mehreren Milliarden ausgestatteter Fonds für das Spätphasenwachstum, mit den
Investitionen in die vielversprechendsten europäischen Unternehmen geleistet werden sollen.
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4. Säule III – Daten für KI und das Energiesystem
Ein wirksamer Austausch und die Interoperabilität von Energiedaten sind von
entscheidender Bedeutung, um intelligente Energiedienstleistungen und die Entwicklung
robuster KI-Modelle zu ermöglichen. Im Rahmen der Säule III werden konkrete Maßnahmen
zur Schaffung eines umfassenden Rahmens für den Datenaustausch und die Interoperabilität
ermittelt, um ein nahtloses digitales Energieökosystem zu gewährleisten.
Der bestehende Rechtsrahmen33 bietet wichtige Bausteine für den Austausch von Energiedaten,
ist jedoch nach wie vor fragmentiert34. Der EU-Rechtsrahmen umfasst bereits die
Primärnutzung von Energiedaten, d. h. den Austausch operativer Daten zwischen
bestimmten Akteuren für Dienste wie Verbrauchserfassung, Abrechnung, Anbieterwechsel,
Laststeuerung und Netzbetrieb. Die Bestimmungen werden jedoch in den einzelnen
Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich umgesetzt, was zu Komplexität, Rechtsunsicherheit und
Hindernissen für grenzüberschreitende intelligente Energiedienstleistungen führt. Darüber
hinaus sehen horizontale Rechtsvorschriften wie die Datenverordnung zwar Grundsätze für den
Zugang zu Daten vernetzter Produkte vor, tragen jedoch den Besonderheiten regulierter
Energiedaten und beaufsichtigter Unternehmen nicht vollständig Rechnung. Dies hat zur
Folge, dass Anbieter von Laststeuerungsdiensten oder intelligenten Ladediensten für
Elektrofahrzeuge häufig Softwareschnittstellen neu gestalten und Datenzugangsverfahren für
jeden nationalen Markt neu aushandeln, was das grenzüberschreitende Wachstum intelligenter
Energiedienstleistungen behindert.
Gleichzeitig ist der Rahmen für die Sekundärnutzung von Energiedaten, d. h. die Bündelung
und Weiterverwendung von Energiedaten über ihren ursprünglichen operativen Zweck hinaus,
z. B. für Forschung, Analyse oder die Entwicklung von KI-Modellen, weniger entwickelt.
Öffentliche Datensätze sind noch fragmentiert oder nur begrenzt nutzbar für fortgeschrittene
Analysen. Wenngleich horizontale Rechtsvorschriften Garantien für Datenschutz und
Cybersicherheit bieten, gibt es keinen klaren sektorspezifischen Rahmen für die strukturierte
Bündelung von Energiedaten oder die Nutzung von KI-Modellen. Energieunternehmen oder
Netzbetreiber zögern daher häufig, detaillierte Daten zu Forschungszwecken auszutauschen
oder KI-Modelle zu trainieren. Aufgrund begrenzter oder synthetischer Datensätze
verlangsamt dies die KI-Entwicklung.
Die zentrale Herausforderung ist das Fehlen eines kohärenten EU-Ansatzes für einen
vertrauenswürdigen, grenzüberschreitenden Austausch von Energiedaten. Um diese Lücken zu
schließen, grenzüberschreitende intelligente Energiedienstleistungen zu unterstützen und
souveräne KI zu fördern, wird die Kommission Maßnahmen zur Straffung und
Vereinfachung des energiespezifischen Datenaustauschs sowohl für die Primär- als auch
für die Sekundärnutzung von Energiedaten im Einklang mit der Omnibus-Verordnung für
den Digitalbereich, dem Datengesetz, den europäischen Brieftaschen für Unternehmen, den
33 Wie die Datenverordnung (EU) 2023/2854, die Elektrizitätsrichtlinie (EU) 2019/944, die Elektrizitätsverordnung (EU)
2019/943, die Richtlinie (EU) 2024/1275 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, die Erneuerbare-Energien-
Richtlinie (EU) 2018/2001, die Verordnung (EU) 2023/1804 über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und damit
zusammenhängende Durchführungsrechtsakte.
34 „Beschränkter Zugang zu hochwertigen Daten“, „mangelnde Dateninteroperabilität“, „Cybersicherheit und gegebenenfalls
Datenschutz“ wurden im Rahmen der öffentlichen Konsultation zum strategischen Fahrplan als die größten Hindernisse für
die Einführung von intelligenten und KI-Lösungen im Energiebereich genannt; Operational Conclusions and Key Takeaways,
dritte gemeinsame Sitzung von D4E, STF und CoW, Berlin, 4./5. November 2025.
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europäischen Brieftaschen für die digitale Identität und dem umfassenderen horizontalen
Datenrahmen der EU koordinieren35.
Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Austausch von Energiedaten einfacher, effizienter
und berechenbar zu gestalten, indem gemeinsame Schnittstellen bereitgestellt werden
und die Vorschriften und vertrauenswürdigen Dienste auf EU-Ebene harmonisiert
werden.
In Bezug auf die Primärnutzung von Energiedaten wird die Hauptpriorität darin bestehen,
die grenzüberschreitende Interoperabilität von Daten zu verbessern und dadurch intelligente
Energiedienstleistungen wie nachfrageseitige Flexibilität und bidirektionales Laden von
Elektrofahrzeugen zu unterstützen und gleichzeitig die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung
interoperabler nationaler Datendrehscheiben zu koordinieren. Ein besserer Austausch von
Energiedaten kann dazu beitragen, Flexibilität mithilfe von Elektrofahrzeugen,
Wärmepumpen, Batterien und regelbarer Nachfrage zu aktivieren, wobei digitale Lösungen bis
2030 potenziell etwa 230 GW an Flexibilität freisetzen und die Systemkosten für die
Verbraucher senken können. Die Arbeit wird auf dem wichtigen, mit Interessenträgern im
Bereich Energie und E-Mobilität vereinbarten EU-weiten Paket von Empfehlungen zum
Datenaustausch für intelligente Energiedienstleistungen, das am 20. Mai veröffentlicht
wurde36, sowie auf wichtigen Pilotprojekten37 aufbauen.
In Bezug auf die Sekundärnutzung von Energiedaten wird der Schwerpunkt darauf liegen,
die Bündelung von Energiedaten für das Training von KI-Modellen sowie für Zwecke im
öffentlichen Interesse und für Forschungszwecke zu erleichtern, Vertrauensrahmen für KI im
Energiebereich zu schaffen und Reallabore zu entwickeln, die auf den Ergebnissen laufender
Projekte38 und der praxisorientierten Gemeinschaft für die Entwicklung von KI-Basismodellen
für Stromnetze aufbauen. Darüber hinaus wird der anstehende Legislativvorschlag für
zukunftssichere EU-Stromrechnungen in der EU einen regulatorischen Anreiz für
Netzbetreiber bieten, zu diesem Zweck zusammenzuarbeiten, und eine Rechtsgrundlage für
einen Rahmen für die sektorspezifische Sekundärnutzung von Energiedaten bilden.
Leitinitiative 5: Schaffung eines EU-Rahmens für einen vereinfachten
grenzüberschreitenden Austausch von Energiedaten für intelligente
Energiedienstleistungen und das Training von KI-Modellen
Zeitplan: Bewertung im Jahr 2026; Entwicklung ab 2027.
Erwartete Auswirkungen: verringerte Fragmentierung beim Austausch von Energiedaten;
Ermöglichung grenzüberschreitender intelligenter Energiedienstleistungen in großem
Maßstab; verbesserte Netzflexibilität und Integration erneuerbarer Energien; Innovation und
neue Geschäftsmodelle; ein effizienteres, stärker integriertes und wettbewerbsfähigeres EU-
Energiesystem sowie ein Binnenmarkt für EU-weit skalierbare intelligente
Energiedienstleistungen.
35 So werden beispielsweise die Möglichkeiten der sicheren Identifizierung, Authentifizierung und des sicheren
Datenaustauschs genutzt, die die europäischen Brieftaschen für Unternehmen und die EUid-Brieftaschen bieten, um
sicherzustellen, dass die Bürgerinnen und Bürger sicher und effizient auf ihre energiebezogenen Daten zugreifen und diese
verwalten können, während sie die Kontrolle über ihre personenbezogenen und sensiblen Informationen behalten.
36 Datenaustausch für nachfrageseitige Flexibilität und intelligentes und bidirektionales Laden, gemeinsam erstellt von drei
Sachverständigengruppen, nämlich der Untergruppe „Data 4 Energy“ der Sachverständigengruppe „Intelligente
Energie“, dem Forum für nachhaltigen Verkehr und der Koalition der Willigen für bidirektionales Laden
37 Fünf Vorhaben im Rahmen von Horizont Europa (EDDIE, Enershare, Data Cellar, Synergies und Omega-X) befassen sich
mit fortgeschrittenen Datenraumtechnologien, die derzeit in 16 Mitgliedstaaten mit Unterstützung von INSIEME, einem
aus dem Programm „Digitales Europa“ finanzierten Einführungsprojekt, eingesetzt werden.
38 Im Rahmen von drei Horizont-Europa-Projekten (EnerTEF, AI-Effect und EnergyGuard) werden Test- und
Versuchseinrichtungen für den Energiesektor erprobt.
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5. Sicherung der Verknüpfung zwischen Energie und KI: Vertrauen, Talente und globale
Zusammenarbeit
Die Integration von digitalen Technologien und KI in kritische Energieinfrastrukturen kann die
Leistung verbessern, erhöht jedoch auch die Sicherheitsrisiken sowie die hybriden Risiken
und Cybersicherheitsrisiken. Im Einklang mit der EU-Strategie für eine Union der
Krisenvorsorge und aufbauend auf dem Fachwissen des Automatisierungs- und
Luftfahrtsektors wird eine europäische Gruppe zur Transformation der KI-Energiesicherheit
den Schwerpunkt auf Transparenz, Erklärbarkeit, menschliche Aufsicht und organisatorische
Transformation legen und dazu folgende Maßnahmen treffen:
- Förderung der KI-Energiesicherheit auf Systemebene und Beitrag dazu sicherzustellen,
dass KI keine systemischen Risiken für kritische Energieinfrastrukturen mit sich bringt,
sowie Abwehr hybrider Bedrohungen;
- Unterstützung des Austauschs über Sicherheitsvorfälle, gewonnene Erkenntnisse,
bewährte Verfahren und Risikominderung auf der Grundlage der KI-Verordnung;
- Überwachung von Hochrisiko-KI-Anwendungsfällen in kritischen
Energieinfrastrukturen.
Die Kommission wird mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um KI-Reallabore für die
Erprobung und Validierung von KI-Anwendungen im Energiebereich einzurichten, um
Innovationen zu fördern und zu evidenzbasiertem regulatorischen Lernen in Bezug auf
Hochrisiko-KI-Systeme beizutragen, und im Einklang mit der KI-Verordnung Leitlinien für
Hochrisiko-KI-Systeme herausgeben. Zudem wird die Kommission im Einklang mit dem
umfassenderen Cybersicherheitsrahmen der EU souveräne KI-gestützte Instrumente für die
Erkennung von Schwachstellen, die kontinuierliche Überwachung, die Erkennung von
Anomalien und die automatisierte Reaktion auf Vorfälle fördern.
Gleichzeitig ist der Energiesektor aufgrund seiner zunehmenden Elektrifizierung,
Digitalisierung und Konnektivität anfälliger für Cybersicherheitsbedrohungen39. In der
Gemeinsamen Mitteilung über die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit in der EU40 werden
sechs Bereiche mit hohem Risiko genannt, in denen sofortige Maßnahmen ergriffen werden
müssen. Mehrere der ermittelten vorrangigen Maßnahmen stehen in direktem Zusammenhang
mit dem Energiesektor und umfassen Risiken, die sich aus strategischen Abhängigkeiten, dem
unbefugten Zugang zu sensiblen Informationen oder Störungen der strategischen Infrastruktur
ergeben. Infrastrukturen für die Solar- und Windenergieerzeugung sind innerhalb dieser
Kategorien inzwischen ein vorrangiges Cybersicherheitsproblem mit hohen Risiken, zu denen
die Manipulation oder Verhinderung der Stromerzeugung, der unbefugte Zugang zu
Betriebsdaten, die Infiltration wichtiger Akteure der Lieferkette und die Möglichkeit,
Fernausfälle auszulösen, gehören.
Um diesen Risiken zu begegnen, führt die Kommission eine systemische Bewertung der
Risiken in diesen vorrangigen Bereichen durch, auch in Bezug auf Solar- und
Windkraftanlagen in der EU, und sie hat jüngst die Verwendung von EU-Mitteln für Projekte,
an denen Wechselrichter von Hochrisikoanbietern beteiligt sind, eingeschränkt. Der neue
Vorschlag für einen Rechtsakt zur Cybersicherheit bietet einen Rahmen, um die Verwendung
von Wechselrichtern von Hochrisikoanbietern in der EU erforderlichenfalls zu verbieten.
Darüber hinaus wird die EU den Rahmen für die Energieversorgungssicherheit überprüfen und
39 Nach Angaben der IEA waren Energieversorgungsunternehmen im Jahr 2024 im Durchschnitt wöchentlich mehr als
1 500 Angriffen ausgesetzt, dreimal mehr als im Jahr 2020.
40Gemeinsame Mitteilung über die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit in der EU (JOIN(2025) 977 final).
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möglicherweise neue Maßnahmen für eine bessere Ermittlung und Bewältigung von
Cybersicherheitsrisiken bei kritischer Energieausrüstung aufnehmen.
Da die Energieversorgungssicherheit zunehmend von widerstandsfähigen Lieferketten und
der Cybersicherheit einzelner Komponenten abhängt, enthält die von der Kommission
vorgeschlagene Überarbeitung des Rechtsakts zur Cybersicherheit Anforderungen an die IKT-
Lieferketten, um die Resilienz und die Fähigkeiten der EU im Bereich der Cybersicherheit
weiter zu stärken. Schließlich wird die Kommission die Europäische Gruppe für Ethik der
Naturwissenschaften und der Neuen Technologien41 (European Group on Ethics in Science
and New Technologies, EGE) um eine Stellungnahme zur vertrauenswürdigen und
verantwortungsvollen KI-Governance im Energiesystem der EU und zu der Frage, wie das
Vertrauen der Öffentlichkeit, Transparenz und Fairness gewahrt werden können, ersuchen.
Leitinitiative 6: Stärkung der Sicherheit von KI und der Cybersicherheit kritischer
Ausrüstung
Zeitplan: Risikobewertung von Solaranlagen in der EU im Jahr 2026; Überprüfung des
Rahmens für die Energieversorgungssicherheit im Jahr 2026.
Erwartete Auswirkungen: Gewährleistung von Transparenz, Erklärbarkeit und menschlicher
Aufsicht über KI-Technologien, die in kritische Energieinfrastrukturen eingebettet sind;
Erhöhung der Cybersicherheit und Widerstandsfähigkeit von Stromnetzen mit
Hochrisikogeräten wie Solarumrichtern; Gewährleistung der Angleichung an die Protokolle
für Katastrophenschutz und Notfallmaßnahmen
Für die Digitalisierung der Energieversorgung werden Arbeitskräfte benötigt, die Fachwissen
im Energiebereich mit digitalen Kompetenzen und KI-Kompetenzen kombinieren. Die
traditionelle Spezialisierung allein reicht nicht mehr aus: Der Sektor braucht hybride,
anpassungsfähige und vielfältige Talente, die in der Lage sind, diese Bereiche abzudecken,
wobei besonderes Augenmerk auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu legen ist.
Um dem wachsenden Bedarf an Energie-, Digital- und KI-Kompetenzen gerecht zu werden,
umfasst die Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen 2026 für das LIFE-Teilprogramm
„Energiewende“ eine mit 10 Mio. EUR ausgestattete Maßnahme zu intelligenten Netzen,
um die internen digitalen und KI-Kompetenzen der Verteilernetzbetreiber zu stärken.
Im Hinblick auf eine mögliche „Netto-Null-Akademie“ für intelligente Netze sollten die
Vorschläge der in der Mitteilung über eine „Union der Kompetenzen“ angekündigten
Überprüfung der Akademien Rechnung tragen. Die Kommission wird auch über verschiedene
andere Kanäle in Kompetenzen und Fähigkeiten investieren: eine erweiterte Partnerschaft im
Rahmen des Kompetenzpakts zur Digitalisierung des Energiesystems mit Zielen, die 2026
angenommen und 2029 überprüft werden sollen, sowie die fortgesetzte Unterstützung durch
Erasmus+ und das EIT / die KIC für Projekte zur Entwicklung digitaler und KI-Kompetenzen
in Studienbereichen und Programmen im Energiesektor ab 2026 bei gleichzeitiger Förderung
von Talentpipelines unter Berücksichtigung der Vielfalt und der Geschlechtergerechtigkeit.
Ein koordiniertes Handeln der EU ist von entscheidender Bedeutung, um die globale
Governance in den Bereichen Energie und Digitales so zu gestalten, dass sie sowohl der EU
als auch ihren Partnern zugutekommt. Im Einklang mit der internationalen Digitalstrategie der
EU42 wird die Kommission die internationale Zusammenarbeit in Bezug auf die
Verknüpfung von Energie und KI fördern und mit gleich gesinnten Partnern und
41 Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien.
42 Internationale Digitalstrategie für die Europäische Union.
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internationalen Organisationen43 zusammenarbeiten, um den G7-Arbeitsplan für Energie und
KI ab 2026 voranzubringen. Die Kommission wird gemeinsam mit Städten und Finanzpartnern
bis 2028 eine globale Initiative zu digitalen und KI-Instrumenten für die Energiewende und
Energiearmut in Städten auf den Weg bringen und im Rahmen der Initiative „KI für das
Gemeinwohl“ den Wissenstransfer zu KI-Lösungen für Energie in Partnerländer unterstützen;
erste Demonstrationen in diesem Zusammenhang sind für 2027 geplant.
6. Umsetzung des strategischen Fahrplans
Geografische Unterschiede bei der KI-Bereitschaft könnten zu ungleichen Fortschritten in der
EU führen; daher sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um eine ausgewogene Entwicklung
und stärkere lokale digitale Fähigkeiten sicherzustellen. Um die Umsetzung des Fahrplans bis
2030 zu unterstützen, wird die Kommission ab 2026 ein jährliches Forum für die
Digitalisierung der Energieversorgung einberufen, um die Fortschritte zu überprüfen,
Hindernisse zu ermitteln, bewährte Verfahren auszutauschen und auf neue Entwicklungen
einzugehen, die weitere Maßnahmen erfordern könnten. Die Kommission wird zudem prüfen,
wie Digitalisierung und KI besser in den Governance-Rahmen für die Energieunion44 integriert
werden können, und darüber hinaus gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und Interessenträgern
konkrete Ziele und Richtzielwerte erarbeiten, um die Fortschritte bei der Digitalisierung und
der Einführung von KI im Energiesystem in den kommenden zehn Jahren zu überwachen.
Diese Ziele sollten auf bestehenden Überwachungsrahmen und Indikatoren für intelligente
Netze wie der Netzbeobachtbarkeit und der Integration flexibler Ressourcen beruhen und
werden sich auf verfügbare Datenquellen stützen.
Die jüngste Energiekrise hat gezeigt, wie wichtig hochwertige Energiedaten als Grundlage für
die Politikgestaltung und zur Beschleunigung der Energiewende sind. Wie im Draghi-Bericht
hervorgehoben wird, besteht erheblicher Spielraum für die Verbesserung der Qualität,
Interoperabilität und zeitnahen Verfügbarkeit von Energiedaten und -statistiken in der EU. Als
erste Reaktion hat die Kommission eine Beobachtungsstelle für Kraftstoffe45 angekündigt,
um das Angebot und die Vorratsverfügbarkeit relevanter Kraftstoffe für den Verkehr zu
verfolgen. Darüber hinaus wird die Kommission im Einklang mit dem Datengesetz eine
Initiative für bessere Energiedaten ins Leben rufen, um Lücken bei der Verfügbarkeit von
Energiedaten zu erfassen und zu schließen, wobei das Hauptaugenmerk darauf liegt,
umfassendere, detailliertere, interoperablere und aktuellere Daten zu erhalten und gleichzeitig
sicherzustellen, dass sie leicht zugänglich sind. Diese Initiative wird in weitere Schritte zur
Straffung und Erleichterung öffentlicher und offener Energiedaten, einschließlich Daten von
Behörden, Netzbetreibern und der ACER46, und zur Verbesserung der Energiestatistiken
einfließen47. Dies wird die Überwachung der energiepolitischen Ziele der EU verbessern, die
Transparenz auf den Energiemärkten erhöhen und eine wirksamere Energiewende
unterstützen.
43 Beispielsweise die Internationale Energieagentur (IEA), die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) und
die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
44 Verordnung (EU) 2018/1999 über das Governance-System für die Energieunion und für den Klimaschutz.
45In der Mitteilung „AccelerateEU“ (COM(2026) 370 final) wurde eine Kraftstoffbeobachtungsstelle angekündigt.
46Im Rahmen der REMIT-Verordnung überwacht die ACER die Energiemärkte, wozu sie Transaktionsdaten erhebt und
analysiert, um Marktmanipulation aufzudecken.
47 Durch die Überarbeitung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2008, um die Überwachung der politischen Ziele der EU zu
verbessern. Darüber hinaus prüft die Kommission im Einklang mit der Verordnung (EG) Nr. 223/2009 über amtliche
Statistiken auch die Erstellung von Statistiken auf der Grundlage innovativer und in privatem Besitz befindlicher Daten.
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Leitinitiative 7: Verfolgung der Fortschritte bei der Digitalisierung in der EU und
Verbesserung der Verfügbarkeit von Energiedaten
Zeitplan: ab 2026 Einberufung eines jährlichen Forums zur Digitalisierung der
Energiewirtschaft; Festlegung von Parametern zur Überwachung der Fortschritte bei der
Digitalisierung und der Einführung von KI im Jahr 2027; Einrichtung einer
Beobachtungsstelle für Kraftstoffe im Jahr 2026; Einleitung einer Initiative für bessere
Energiedaten im vierten Quartal 2026.
Erwartete Auswirkungen: Gewährleistung einer ausgewogenen Digitalisierung in allen
Mitgliedstaaten, Verbesserung der Verfügbarkeit von Energiedaten zur Überwachung der
energiepolitischen Ziele der EU und zur Unterstützung der Entscheidungsfindung.
Drucksache 342/26 - 16 -
Relationen
- authored ← Europäische Kommission
- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Reg (Unterrichtung)