Verwaltungskosten und Immobilienbewirtschaftung der Jobcenter und Agenturen für Arbeit
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Verwaltungskosten und Immobilienbewirtschaftung der Jobcenter und Agenturen für Arbeit
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5971
21. Wahlperiode 18.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Lukas Rehm, René Springer, Peter Bohnhof, Gerrit Huy,
Kerstin Przygodda, Thomas Stephan und der Fraktion der AfD
Verwaltungskosten und Immobilienbewirtschaftung der Jobcenter und
Agenturen für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Jobcenter verwalten einen
signifikanten Teil des deutschen Sozialbudgets. Für die administrative Abwicklung
von Leistungen wie dem Arbeitslosengeld oder dem Bürgergeld fallen jährlich
Verwaltungskosten in Milliardenhöhe an, die vom Steuer- und Beitragszahler
aufgebracht werden müssen.
Ein wesentlicher Kostenfaktor dieses Apparates ist die Unterhaltung und
Bewirtschaftung der bundesweiten Liegenschaften. Durch die seit dem Jahr 2020
massiv ausgeweitete und dauerhaft etablierte Inanspruchnahme von Telearbeit
und Homeoffice in der öffentlichen Verwaltung hat sich der tatsächliche
Flächenbedarf in den Behördengebäuden drastisch reduziert (www.bundesrechnun
gshof.de/SharedDocs/Downloads/DE/Berichte/2023/ergaenzungsband-2022/be
merkung-22.pdf). Es steht zu befürchten, dass bei den Jobcentern und
Arbeitsagenturen ein erheblicher struktureller Leerstand entstanden ist. Gleichzeitig
werden jedoch offenkundig weiterhin hohe Mieten und Unterhaltskosten für
Büroflächen entrichtet, die für den Dienstbetrieb de facto gar nicht mehr in
diesem Umfang benötigt werden (https://steuerzahler.de/newsundservice/news/31
0-mio-euro-fuer-unnoetige-bueroflaechen/).
Eine zukunftsorientierte und effiziente Immobilienbewirtschaftung erfordert
nach Auffassung der Fragesteller zwingend die konsequente Implementierung
von Desk-Sharing-Modellen sowie die Kündigung bzw. Nichtverlängerung von
Mietverträgen für überflüssige Liegenschaften. Die Fragesteller sehen hier ein
massives Einsparpotenzial zur Entlastung der öffentlichen Haushalte. Vor
diesem Hintergrund soll die vorliegende Kleine Anfrage Transparenz über die
tatsächliche Entwicklung der Verwaltungskosten, das Verhältnis von Eigen- zu
Mietimmobilien sowie die fortbestehenden Ineffizienzen bei der
Flächennutzung der Jobcenter und Agenturen für Arbeit herstellen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch waren die Verwaltungskosten (Ist-Ausgaben und Soll-Ansätze)
der gemeinsamen Einrichtungen (Jobcenter) und der Agenturen für Arbeit
in den Jahren von 2020 bis 2025 jeweils (bitte nach Personalkosten,
sächlichen Ausgaben, IT‑Kosten und sonstigen Posten sowie nach Bundesländern
bzw. Trägern, also BA vs. zugelassene kommunale Träger, aufschlüsseln)?
2. In welchem Umfang befinden sich die Liegenschaften der Jobcenter und
Agenturen für Arbeit (einschließlich überörtlicher Einrichtungen) im
Eigentum des Bundes, der Bundesagentur für Arbeit oder der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) bzw. werden sie von Dritten gemietet oder
gepachtet (bitte die Gesamtzahl der Standorte, den genauen Anteil eigener vs.
gemieteter Immobilien sowie die jährlichen Miet- und Unterhaltskosten für
die Jahre von 2020 bis 2025 bundesweit und nach Bundesländern
angeben)?
3. Wie viele Quadratmeter Bürofläche in den von der Bundesagentur für
Arbeit und den Jobcentern genutzten Liegenschaften stehen nach Kenntnis der
Bundesregierung aktuell ungenutzt leer (struktureller Leerstand), und
welche jährlichen Kosten (Mietzahlungen oder Unterhaltskosten für
ungenutztes Eigentum) entstehen hierdurch?
4. Wie hat sich die durchschnittliche Präsenzquote der Mitarbeiter in den
Liegenschaften durch die Inanspruchnahme von Telearbeit bzw. Homeoffice
seit dem Jahr 2020 entwickelt, und inwiefern werden Desk-Sharing-
Konzepte systematisch genutzt, um den Flächenbedarf in Zukunft zu
senken?
5. Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur generellen
Senkung der Verwaltungskosten und zur Optimierung der
Immobilienbewirtschaftung im vorgenannten Bereich ggf. (z. B. Verkauf eigener
Liegenschaften, Neuverhandlungen oder Nichtverlängerung von Mietverträgen)?
6. Wie haben sich die Krankenstandsquote sowie die durchschnittliche Anzahl
der krankheitsbedingten Fehltage der Mitarbeiter in den Jobcentern und
Agenturen für Arbeit in den Jahren von 2020 bis 2026 jeweils entwickelt
(bitte für jedes der genannten Jahre einzeln sowie nach Trägern
aufschlüsseln)?
7. Wie viele Vollzeitäquivalente waren von 2020 bis 2025 jeweils je Jobcenter
angestellt, und wie hoch war die Büronutzfläche (bitte als Tabelle in
maschinenlesbarer Form auflisten und die durchschnittliche
Quadratmeteranzahl je Vollzeitäquivalent angeben)?
8. Wie viele Vollzeitäquivalente waren von 2020 bis 2025 jeweils je Agentur
für Arbeit angestellt, und wie hoch war die Büronutzfläche (bitte als Tabelle
in maschinenlesbarer Form auflisten und die durchschnittliche
Quadratmeteranzahl je Vollzeitäquivalent angeben)?
Berlin, den 29. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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