Übergriffe auf Mitarbeiter von Jobcentern
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Übergriffe auf Mitarbeiter von Jobcentern
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/358
21. Wahlperiode 04.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Feser, Peter Bohnhof, Hans-Jürgen Goßner, Birgit
Bessin, Achim Köhler, Ulrike Schielke-Ziesing, Lukas Rehm, Thomas Stephan
und der Fraktion der AfD
Übergriffe auf Mitarbeiter von Jobcentern
Presseberichten ist zu entnehmen, dass Mitarbeiter von Jobcentern in
Deutschland vermehrt verbalen und tätlichen Übergriffen durch Kunden (SGB-II-
Leistungsberechtigte; SGB II = Zweites Buch Sozialgesetzbuch]) ausgesetzt
sind (vgl. www.welt.de/debatte/kommentare/article206125561/Gewalt-in-Jobce
ntern-Hubertus-Heil-ignoriert-Gefahr-fuer-Mitarbeiter.html; www.welt.de/polit
ik/deutschland/article13389703/Jeder-vierte-Jobcenter-Mitarbeiter-angegriffe
n.html).
Dabei handelt es sich nach Medienberichten häufig um Bedrohungen oder
tatsächliche Angriffe im Zusammenhang mit nichtbewilligten Leistungen nach
dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (sog. Bürgergeld; ebd.). Besonders
betroffen zu sein scheinen Jobcenter in größeren Städten sowie weibliche
Beschäftigte (vgl. www.sueddeutsche.de/karriere/uebergriffe-in-jobcentern-krieg-auf-de
m-arbeitsamt-1.1127789). Die wiederholte Präsenz von Sicherheitsdiensten in
Jobcentern sei inzwischen keine Ausnahme mehr, sondern zunehmend
Normalität (vgl. www.gisbo.de/presse/jedes-dritte-jobcenter-benoetigt-schutz-durch-si
cherheitsdienst/).
Angesichts der Bedeutung des Schutzes von Beschäftigten im öffentlichen
Dienst sowie der Sicherstellung rechtsstaatlicher Verwaltungspraxis sind für die
Fragesteller verschiedene Punkte von Interesse.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Fälle
a) tätlicher und
b) verbaler
Übergriffe auf Beschäftigte der Jobcenter in Deutschland sind nach
Kenntnis der Bundesregierung seit dem Jahr 2010 aufgetreten (bitte nach
Jahren und Bundesländern aufschlüsseln)?
2. In wie vielen Fällen ist es nach Kenntnis der Bundesregierung in den
letzten zehn Jahren vorgekommen, dass Leistungen nach dem SGB II infolge
einer Bedrohungslage oder eines tätlichen Angriffs auf Mitarbeiter des
Jobcenters rechtswidrig bewilligt wurden (bitte nach Jahren und
Bundesländern aufschlüsseln)?
3. In wie vielen der in Frage 2 erfragten Fälle wurden gegen Mitarbeiter, die
eine solche rechtswidrige Leistungsgewährung veranlasst haben,
disziplinarrechtliche Maßnahmen ergriffen und bzw. oder rechtswidrig gewährte
Leistungen erfolgreich oder nicht erfolgreich zurückgefordert?
4. In wie vielen der in den Fragen 1 und 2 genannten Fälle wurde
a) ein Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Täter eingeleitet und
b) eine rechtskräftige Verurteilung ausgesprochen
(bitte nach Jahr und Bundesland sowie, soweit möglich, nach Art der Tat
differenzieren)?
5. In wie vielen Fällen wurden in den letzten zehn Jahren Strafanträge wegen
Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs oder
Morddrohungen im Zusammenhang mit Kundenterminen in Jobcentern gestellt
(bitte jahresweise die absoluten Zahlen unterschieden nach Delikt
ausweisen)?
6. Wie haben sich die Zahlen der Krankschreibungen und dauerhaften
Berufsunfähigkeiten, die im Zusammenhang mit körperlichen und verbalen
Übergriffen auf Beschäftigte der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der
Jobcenter erfolgt bzw. eingetreten sind, in den letzten zehn Jahren
entwickelt (bitte jeweils jahresweise die absoluten Zahlen inklusive der
prozentualen Veränderung getrennt für die Bundesagentur für Arbeit und die
Jobcenter ausweisen)?
7. Wie oft wurden in den letzten zehn Jahren durch Mitarbeiter der BA und
Jobcenter in Deutschland Notfallalarme ausgelöst, die im Zusammenhang
mit Angriffen durch Kunden im Zuge von Kundenterminen standen (bitte
nach Jahren und Art des Notfalls ausweisen)?
8. Wie oft wurden in den letzten zehn Jahren in Niederlassungen der BA und
der Jobcenter bundesweit Hausverbote an Kunden bzw. SGB-II-
Leistungsempfänger aufgrund von körperlichen und verbalen Übergriffen
ausgesprochen?
9. Wie haben sich die Zahlen der Beschäftigten im Sicherheitsdienst der BA
und der Jobcenter in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte jahresweise
die absoluten Zahlen inklusive der prozentualen Veränderung getrennt für
die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter ausweisen)?
10. Wie haben sich die Gesamtkosten für Sicherheitsdienste in der BA und in
Jobcentern in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte jahresweise die
absoluten Zahlen inklusive der prozentualen Veränderung getrennt für die
Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter ausweisen)?
11. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um Beschäftigte
der Jobcenter künftig besser vor Übergriffen zu schützen, insbesondere im
Hinblick auf bauliche, personelle (Sicherheitsdienste) und psychologische
Schutzmechanismen, und welche Finanzmittel werden hierfür
bereitgestellt (bitte die konkreten Haushaltstitel ausweisen)?
Berlin, den 2. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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