Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über die Europäische Strategie für eine Union der Krisenvorsorge JOIN(2025) 130 final; Ratsdok. 7558/25
Text
Gemeinsame Mitteilung an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über die Europäische Strategie für eine Union der Krisenvorsorge JOIN(2025) 130 final; Ratsdok. 7558/25
[Bundesrat zu Drucksache 167/25 (Beschluss)
24.09.25
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ISSN 0720-2946
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Stellungnahme der Europäischen Kommission zu dem Beschluss
des Bundesrates zur Gemeinsamen Mitteilung an das
Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den
Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den
Ausschuss der Regionen über die Europäische Strategie für eine
Union der Krisenvorsorge
C(2025) 6430 final
Frau Anke Rehlinger
Präsidentin des Bundesrates
Leipziger Straβe 3 - 4
D – 10117 Berlin DEUTSCHLAND
EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 17.9.2025
C(2025) 6430 final
Sehr geehrte Frau Bundesratspräsidentin,
die Kommission dankt dem Bundesrat für seine Stellungnahme zu der Mitteilung „über
die Europäische Strategie für eine Union der Krisenvorsorge“ {JOIN(2025) 130 final}.
Die EU steht vor einer völlig neuen Bedrohungslage – von geopolitischen Spannungen
und Konflikten über Cybersicherheitsbedrohungen und Informationsmanipulation bis hin
zum Klimawandel und wachsenden Gefahren durch die Natur. Die Kommission nimmt
erfreut zur Kenntnis, dass auch der Bundesrat es angesichts der angespannten
weltweiten Sicherheitslage für notwendig hält, dass die Europäische Union sich auf
unterschiedliche Bedrohungen und Krisen vorbereitet.
In ihren politischen Leitlinien hatte Präsidentin Ursula von der Leyen die Bedeutung des
Ausbaus der europäischen Kapazitäten und die Notwendigkeit einer ambitionierteren
Krisen- und Sicherheitsvorsorge betont. Der Niinistö-Bericht über Krisenvorsorge und
Einsatzbereitschaft der Europäischen Union unterstreicht, dass die zivile und
militärische Vorsorge und Bereitschaft Europas dringend gestärkt werden müssen, um
die sicherheitspolitischen Herausforderungen zu meistern. In dem Bericht wird
festgehalten, dass die Krisenvorsorge sowohl unter die nationale als auch die
gemeinsame europäische Zuständigkeit fällt, weshalb die EU eine größere Rolle bei der
Unterstützung der Mitgliedstaaten spielen muss.
Die Kommission begrüßt die Unterstützung des Bundesrates für unterstützende
Maßnahmen der Kommission bei der gegenseitigen solidarischen Hilfeleistung der
Mitgliedstaaten in Katastrophenfällen und hat Verständnis für seine Bedenken
hinsichtlich der Unterstützungskompetenz der Kommission. Sie versichert dem
Bundesrat, dass die Strategie nicht auf eine Schaffung von Parallelstrukturen hinarbeiten
oder bestehende Kompetenzverteilungen verwässern, sondern auf bestehenden
Strukturen aufbauen und ihre Widerstandsfähigkeit und die Vorsorgebemühungen
unterstützen soll. Wie in der Stellungnahme des Bundesrates erwähnt ist der Aufbau der
Widerstandsfähigkeit ein sektorübergreifendes, über die Krisen- und
Katastrophenbewältigung hinausgehendes Unterfangen, das ein sich auf alle Szenarien,
Staatsebenen und die gesamte Gesellschaft erstreckendes Konzept erfordert. Die
zu Drucksache 167/25 (Beschluss)
Strategie unterstützt die nationale Krisenvorsorge, indem die Koordination und Effizienz
innerhalb bestehender Strategien verbessert und eine Kultur der Krisenfestigkeit durch
Einbindung aller gesellschaftlichen Ebenen gefördert wird. Dabei müssen auch die
Wissenschaft und das Bildungswesen eingebunden werden.
Die Kommission begrüßt die Unterstützung für einen EU-Tag für Krisenvorsorge und
stimmt den Ausführungen zur Bedeutung des Austauschs der auf den nationalen
Aktionstagen gewonnenen Erfahrungen und bewährten Praktiken zu. Die Kommission
teilt auch die Auffassungen des Bundesrates hinsichtlich der Bedeutung des
Umweltschutzes. In der Strategie wird der Umweltschutz neben der Förderung
naturbasierter Lösungen und der nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen
als eine der Grundlagen hervorgehoben, die zur Aufrechterhaltung vitaler
gesellschaftlicher Funktionen erforderlich sind.
Die Zusammenarbeit zwischen dem zivilen und dem militärischen Sektor und die
systematische Einbeziehung des doppelten Verwendungszwecks sind zentraler
Bestandteil der Strategie. Die Kommission hat die Aufforderung des Bundesrats zur
Bereitstellung von Mitteln für militärische Mobilität im kommenden Mehrjährigen
Finanzrahmen in Betracht gezogen.
Derzeit arbeitet sie an der Umsetzung der einzelnen in der Strategie aufgeführten
Maßnahmen. Am 9. Juli hat die Kommission zwei Initiativen im Rahmen ihrer
Krisenvorsorge-Politik auf den Weg gebracht: eine EU-Bevorratungsstrategie und eine
Strategie für medizinische Schutzmaßnahmen. Beide sollen den Zugang europäischer
Bürger, Gesellschaften, Unternehmen und Volkswirtschaften zu wesentlichen Gütern
verbessern und die ununterbrochene Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und
Medikamenten insbesondere in Krisen wie großen Stromausfällen, Naturkatastrophen,
Konflikten oder Pandemien gewährleisten. Die Kommission begrüßt ferner, dass der
Bundesrat den Schwerpunkt auf die Überwachungskapazitäten und die damit verbundene
Infrastruktur legt. In der Strategie für medizinische Schutzmaßnahmen und den
derzeitigen Tätigkeiten sind bereits mit der Ausweitung der Genomüberwachung, der
Abwasserkontrolle und -probenahme sowie der Sammlung von Umweltinformationen,
unter anderem durch das EU-Abwasser-Warnnetz und Laborinfrastrukturen wie
DURABLE oder das Netz von EU-Referenzlaboratorien enthalten, die alle den
geäußerten Bedenken Rechnung tragen. Als Teil der Medifence-Initiative zielt die
Strategie ferner darauf ab, die rasche Erkennung und Identifizierung von CBRN-
Bedrohungen zu unterstützen, auch für Agenzien, die in Bioterrorismus und
Konfliktszenarien eine Rolle spielen können.
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Die Kommission hofft, dass die vom Bundesrat aufgeworfenen Fragen mit den
vorstehenden Ausführungen beantwortet werden konnten, und sieht der Fortsetzung des
politischen Dialogs erwartungsvoll entgegen.
Mit freundlichen Grüßen
Maroš Šefčovič Hadja Lahbib
Mitglied der Kommission Mitglied der Kommission
zu Drucksache 167/25 (Beschluss)- 3 -]
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