Behebung und Aufarbeitung von Zahlungsverzögerungen bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH - Unterstützung der Partnerinnen und Partner im Globalen Süden
Text
Behebung und Aufarbeitung von Zahlungsverzögerungen bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH - Unterstützung der Partnerinnen und Partner im Globalen Süden
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5596
21. Wahlperiode 24.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Charlotte Antonia Neuhäuser, Desiree Becker, Gökay Akbulut,
Janina Böttger, Maik Brückner, Katrin Fey, Vinzenz Glaser, Maren Kaminski, Jan
Köstering, Cansu Özdemir, Lea Reisner, Zada Salihović, Ulrich Thoden, Donata
Vogtschmidt, Christin Willnat und der Fraktion Die Linke
Behebung und Aufarbeitung von Zahlungsverzögerungen bei der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH – Unterstützung der
Partnerinnen und Partner im Globalen Süden
Wie von verschiedenen Medien berichtet, kam es bei der Deutschen
Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Zusammenhang mit
der Umstellung auf die SAP-Software S/4HANA über mehrere Wochen zu
erheblichen Verzögerungen bei der Verarbeitung von Zahlungen an externe
Dienstleister (www.spiegel.de/politik/sap-software-bei-giz-deutsche-entwicklu
ngshilfe-kann-seit-wochen-rechnungen-nicht-bezahlen-a-b0a4739e-a0cb-4141-
9036-9bcb10c33a4b), die nach Auskunft der Bundesregierung im Laufe des
Jahres behoben werden sollen. In ihrer Rolle als Durchführungsorganisation
deutscher Entwicklungspolitik setzt die GIZ Projekte in zahlreichen Ländern
um und ist dafür strukturell auf externe Partnerinnen und Partner angewiesen.
Bei diesen Partnerinnen und Partnern, vor allem lokale
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder kleinere Dienstleister, treffen Störungen der
Zahlungsabwicklung die Umsetzung vor Ort unmittelbar, können laufende und zukünftige
Projekte erschweren und das Vertrauen in deutsche
Entwicklungszusammenarbeit beschädigen. Vor diesem Hintergrund kommt es darauf an, Risiken und
Kosten der Systemumstellung nicht auf lokale Akteurinnen und Akteure
abzuwälzen, sondern Verantwortung und Schutzmechanismen transparent und
überprüfbar zu klären.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. In welchen Ländern sind nach Kenntnis der Bundesregierung im
Zusammenhang mit der Umstellung der GIZ GmbH auf SAP S/4HANA bei
Zahlungsabwicklungen Störungen aufgetreten (bitte alle betroffenen Länder
einzeln aufführen)?
2. Seit wann bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung Störungen bzw.
Verzögerungen bei Zahlungsabwicklungen der GIZ GmbH im
Zusammenhang mit der Einführung von SAP S/4HANA?
3. Wann wurde das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung (BMZ) über die Zahlungs- und Abrechnungsprobleme
informiert, und welche Entscheidungen bzw. Weisungen wurden seitdem
getroffen?
4. Welche Prozesse sind durch die Störung im Rahmen der Umstellung auf
die SAP-Software SAP S/4HANA betroffen (z. B. Rechnungsprüfung,
Zahlungsfreigabe)?
5. Welche Ursachen lassen sich für die Störung im Rahmen der Umstellung
identifizieren?
6. Wie viele fällige Zahlungen an externe Auftragnehmer und
Finanzierungsempfänger wurden seit der Einführung von SAP S/4HANA nicht
fristgerecht beglichen (bitte Anzahl der Vorgänge, Gesamtsumme sowie
durchschnittliche und maximale Verzugsdauer angeben)?
7. In wie vielen Projekten kam es infolge ausstehender Zahlungen zu
Projektunterbrechungen, Vertragskündigungen oder erheblichen
Verzögerungen (bitte nach Land und Art der Leistung (z. B. Logistik, Unterbringung,
Beratung, lokale Durchführung) darstellen)?
8. Wie bewertet die Bundesregierung ein laut Medienberichten in
Einschätzungen geäußertes mögliches Sicherheitsrisiko aus den Zahlungsausfällen
bzw. Zahlungsrückständen, sind der Bundesregierung bereits Fälle
bekannt, in denen sich Sicherheitsrisiken ergeben haben, und welche
Schutzmaßnahmen wurden ergriffen, um Risiken für Mitarbeitende und lokale
Partnerinnen und Partner zu minimieren?
9. Welche Gruppen an Partnerinnen und Partnern sind besonders betroffen
(z. B. lokale NGOs, kleine und mittlere Unternehmen (KMU)), und
welche Maßnahmen wurden ergriffen, um unzumutbare Belastungen bei
Vorfinanzierung zu vermeiden?
10. Welche Daten liegen der Bundesregierung vor, ob und in welcher
Höhe Partnerinnen und Partner durch die seit der S/4HANA‑Umstellung
der GIZ GmbH verspäteten Zahlungen Mehrkosten tragen mussten (bitte
Anzahl betroffener Partnerinnen und Partner sowie Gesamtsumme in Euro
darstellen)?
11. Welche Regelungen gelten für Verzugszinsen, Mahngebühren und
sonstige Mehrkosten, die Partnerinnen und Partner durch verspätete Zahlungen
tragen müssen, und in wie vielen Fällen wurden bis zum aktuellen
Zeitpunkt Erstattungen bzw. Ausgleichszahlungen geleistet bzw. verbindlich
zugesagt?
12. Welche Notfallprozesse existieren, um Zahlungen auch bei IT‑Störungen
rechtssicher umzusetzen?
13. Bis wann erwartet die Bundesregierung den vollständigen Abbau der
Zahlungsverzögerungen bzw. etwaiger Zahlungsrückstände und die
Stabilisierung der regulären Abrechnungsprozesse?
14. Welche Gesamtaufwände sind seit Projektstart für die Umstellung auf die
SAP-Software S/4HANA inklusive externer Beratung angefallen, und wie
stellt die Bundesregierung sicher, dass solche Projekte, gerade bei
gekürzten Mitteln, nicht zulasten direkter Projektfinanzierung sowie lokaler
Partnerinnen und Partner gehen?
15. Können externe Dienstleister im Rahmen der SAP-S/4HANA‑Umstellung
nach Bewertung der Bundesregierung als (Mit-)Verursacher der
Zahlungsstörungen benannt werden, und wenn ja, welche vertraglichen Regelungen
zu Haftung und Vertragsstrafen gelten, werden diese geprüft oder erhoben,
und sind Nachverhandlungen, Vertragskündigungen oder ein
Anbieterwechsel vorgesehen?
Berlin, den 7. April 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- asked ← Cansu Özdemir (Kleine Anfrage)
- asked ← Charlotte Antonia Neuhäuser (Kleine Anfrage)
- asked ← Christin Willnat (Kleine Anfrage)
- asked ← Desiree Becker (Kleine Anfrage)
- asked ← Donata Vogtschmidt (Kleine Anfrage)
- asked ← Gökay Akbulut (Kleine Anfrage)
- asked ← Janina Böttger (Kleine Anfrage)
- asked ← Jan Krampe (Kleine Anfrage)
- asked ← Katrin Fey (Kleine Anfrage)
- asked ← Lea Reisner (Kleine Anfrage)
- asked ← Maik Brückner (Kleine Anfrage)
- asked ← Maren Kaminski (Kleine Anfrage)
- asked ← Ulrich Thoden (Kleine Anfrage)
- asked ← Vinzenz Glaser (Kleine Anfrage)
- asked ← Zada Salihovic (Kleine Anfrage)
- authored ← Charlotte Antonia Neuhäuser
- authored ← Desiree Becker
- authored ← Fraktion DIE LINKE
- part_of_vorgang → Behebung und Aufarbeitung von Zahlungsverzögerungen bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH - Unterstütz (Kleine Anfrage)