Geplante Stelleneinsparungen in der Bundesverwaltung von mindestens acht Prozent bis zum Jahr 2029
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Geplante Stelleneinsparungen in der Bundesverwaltung von mindestens acht Prozent bis zum Jahr 2029
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5258
21. Wahlperiode 13.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Pascal Meiser, Ina Latendorf, Janine Wissler, Doris Achelwilm,
Dr. Dietmar Bartsch, Desiree Becker, Janina Böttger, Jörg Cezanne, Agnes
Conrad, Mirze Edis, Christian Görke, Cem Ince, Cansin Köktürk, Tamara Mazzi,
Zada Salihović, Lisa Schubert, Ines Schwerdtner, Isabelle Vandre, Sarah Vollath,
Sascha Wagner, Anne Zerr und der Fraktion Die Linke
Geplante Stelleneinsparungen in der Bundesverwaltung von mindestens
8 Prozent bis zum Jahr 2029
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 21.
Legislaturperiode heißt es: „Wir werden den Personalbestand in der Ministerial- und
Bundestagsverwaltung sowie in bestimmten nachgeordneten Behörden bis zum
Jahr 2029 um mindestens acht Prozent reduzieren.“ (Zeile 1814 f.). Dieser
Einsparungsprozess soll gemäß „Modernisierungsagenda – für Staat und
Verwaltung (Bund)“ (Abschnitt IV 2 auf Bundestagsdrucksache 21/2150) durch die
Bereitstellung steuernder Instrumente unterstützt werden.
Nicht transparent dargelegt ist dabei bisher, auf welchen Annahmen die
Einsparvorgabe beruht, wie diese konkret und operativ umgesetzt werden soll und
vor allem, wie sichergestellt werden soll, dass dies nicht die
Handlungsfähigkeit der Bundesministerien und Behörden gefährdet.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche nachgeordneten Behörden sind mit der Formulierung „bestimmte
nachgeordnete Behörden“ (vgl. Bundestagsdrucksache 21/2150) gemeint
(bitte auflisten)?
2. Wie viele Beschäftigte arbeiten aktuell in der Ministerialverwaltung sowie
in diesen „bestimmten nachgeordneten Behörden“ (vgl.
Bundestagsdrucksache 21/2150; bitte zusätzlich unterscheiden nach Beamtinnen bzw.
Beamten und Tarifbeschäftigten sowie Bundesministerien und Behörden
einzeln ausweisen)?
3. Wie ist in der Ministerialverwaltung sowie „in bestimmten
nachgeordneten Behörden“ (vgl. ebd.) die jeweilige Altersstruktur, wie viele befristet
Beschäftigte gibt es jeweils, und welche Rentenabgänge sind jeweils in
den einzelnen Jahren bis 2029 zu erwarten (bitte jeweils auch nach
Laufbahngruppen aufschlüsseln)?
4. Welcher Stellenabbau ist in welchem Umfang in welchem Jahr insgesamt
sowie in den einzelnen Bundesministerien und Behörden geplant?
5. Welche Etappenziele wurden 2025 bereits erreicht, und welche noch
nicht?
6. In welchen Laufbahngruppen wird der Personalabbau konkret umgesetzt?
7. Welche Instrumente kommen zur Stelleneinsparung zur Anwendung,
insbesondere
a) in welchem Umfang sollen Stellen ggf. nicht wiederbesetzt werden
(bitte nach Rentenabgängen und auslaufenden befristeten
Anstellungen differenzieren),
b) in welchem Umfang sind Umsetzungen innerhalb der jeweiligen
Bundesministerien bzw. Behörden geplant,
c) in welchem Umfang sind Umsetzungen ressortübergreifend geplant,
d) werden Entlassungen ausgeschlossen (bitte ausführen)?
8. Welche Instrumente kommen zum Ausgleich der Stelleneinsparung zur
Anwendung, insbesondere
a) welche konkreten „ergänzende[n] fachliche[n] Kompetenzen“
(Bundestagsdrucksache 21/2150, S. 21) sollen in welchem Zeitraum
aufgebaut werden und wie viel Effizienzgewinne bringen,
b) welche konkreten „zentrale[n] Zukunftskompetenzen“ (ebd.) sollen in
welchem Zeitraum aufgebaut werden und wie viel Effizienzgewinne
bringen,
c) welche weiteren „neue[n] Fähigkeiten und Kompetenzen“ (ebd.)
sollen auf- und ausgebaut werden,
d) welche sonstigen Instrumente sollen genutzt werden,
e) welche Aufgaben sollen jeweils konkret wegfallen?
9. Inwieweit erfolgt eine Einbeziehung der jeweiligen Personalvertretungen
sowie der zuständigen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, welche
konkreten Gespräche gab es hierzu bereits, und wann (bitte nach Ressorts
aufschlüsseln)?
10. Basierend auf welchen konkreten Annahmen wurde die Reduzierung um
exakt 8 Prozent beschlossen, welche Rolle spielte die Berücksichtigung
der zu bewältigenden Aufgabenlast, und ist die Bundesregierung der
Ansicht, dass der Aufgabenumfang perspektivisch kleiner wird (bitte
begründen)?
11. Wer hat an der Entwicklung der „Modernisierungsagenda“ mitgewirkt,
waren externe Berater involviert (wenn ja, wer genau, und zu welchen
Kosten), und welche konkreten Studien wurden herangezogen?
12. Wer wirkt jeweils in den einzelnen Bundesministerien an der Umsetzung
der Vorgabe einer Reduktion des Personalbestandes um 8 Prozent mit,
sind bzw. waren externe Berater involviert (wenn ja, wer genau, und zu
welchen Kosten)?
13. Wie ist es zu verstehen, dass ein „Demografie-Navigator“ (ebd.) erst als
Informationsbasis eingeführt und verstetigt werden soll, eine genaue
Einsparvorgabe jedoch bereits ausgerufen wurde?
14. Inwiefern unterscheidet sich die „Pilotierung kompetenzbasierter
Personalbedarfsplanung im Kontext Personalreduktion“ (ebd.) von der
bisherigen Personalbedarfsplanung?
15. In welchem Umfang wurden oder werden Auslagerungen von Aufgaben
der Bundesverwaltung an externe Dienstleister geplant und ggf. schon
umgesetzt?
Berlin, den 31. März 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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