Ausgaben des Bundesministeriums für Gesundheit für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung im Zusammenhang mit der geplanten Krankenhausreform
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Ausgaben des Bundesministeriums für Gesundheit für Öffentlichkeitsarbeit und Werbung im Zusammenhang mit der geplanten Krankenhausreform
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5062
21. Wahlperiode 27.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stella Merendino, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, Jorrit
Bosch, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Mandy Eißing, Kathrin Gebel,
Christian Görke, Ates Gürpinar, Mareike Hermeier, Maren Kaminski, Cansin
Köktürk, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Zada
Salihović, David Schliesing, Evelyn Schötz, Julia-Christina Stange, Donata
Vogtschmidt, Sarah Vollath und der Fraktion Die Linke
Ausgaben des Bundesministeriums für Gesundheit für Öffentlichkeitsarbeit und
Werbung im Zusammenhang mit der geplanten Krankenhausreform
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat im Zusammenhang mit
„der Krankenhausreform“ wiederholt öffentlich über Inhalte, Ziele und die aus
seiner Sicht bestehende Notwendigkeit der Reform informiert (z. B. www.tikto
k.com/@bmg_bund/video/7582215128351919382). Die Öffentlichkeitsarbeit
der Bundesregierung unterliegt dabei dem verfassungsrechtlichen Gebot der
Sachlichkeit, Transparenz sowie der parteipolitischen Neutralität.
Vor diesem Hintergrund besteht ein besonderes öffentliches Interesse an
Umfang, Art, Finanzierung und Zweck der im Zusammenhang mit dem
Krankenhausgesetz durchgeführten Kommunikations- und Werbemaßnahmen des
BMG.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Gesamtausgaben sind dem BMG bis zum Zeitpunkt der
Beantwortung dieser Kleinen Anfrage für Öffentlichkeitsarbeit,
Informationsmaßnahmen und Werbung im Zusammenhang mit dem
Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und dem
Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) entstanden (bitte nach Maßnahmen
aufschlüsseln, die vor dem 6. Mai 2025 und danach beauftragt wurden, und
differenzieren nach Maßnahmen, die über das KHVVG und das KHAG
informieren)?
2. Auf welchen Zeitraum beziehen sich diese Ausgaben (bitte nach Monaten
aufschlüsseln)?
3. Welche Ausgaben sind geplant oder bereits vertraglich gebunden, die
künftig noch anfallen werden?
4. Aus welchen Einzelplänen, Kapiteln und Titeln des Bundeshaushalts
wurden die jeweiligen Ausgaben finanziert (bitte vollständig aufschlüsseln)?
5. Wurden Mittel umgewidmet oder außerplanmäßig bereitgestellt, wenn ja,
in welchem Umfang, und mit welcher Begründung?
6. Welche konkreten Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung
wurden in dem genannten Zusammenhang durchgeführt (z. B. Anzeigen,
Onlinekampagnen, Social-Media-Inhalte, Videos, Broschüren,
Veranstaltungen; bitte nach Maßnahmen aufschlüsseln, die vor dem 6. Mai 2025
und danach beauftragt wurden, und differenzieren nach Maßnahmen, die
über das KHVVG und das KHAG informieren)?
7. Über welche Medienkanäle erfolgten diese Maßnahmen (Print, Online,
Social Media, TV, Radio, Außenwerbung etc.; bitte einzeln nach
Unternehmen bzw. Plattform aufschlüsseln sowie nach Maßnahmen, die vor
dem 6. Mai 2025 und danach beauftragt wurden, und differenzieren nach
Maßnahmen, die über das KHVVG und das KHAG informieren)?
8. Welche Plattformen oder Medien (wie z. B. TikTok, Instagram, LinkedIn,
Bild usw.) haben in diesem Zusammenhang wie viel Geld erhalten (z. B.
für Werbung, Reichweitensteigerungen, gesponserte Inhalte) bzw.
vertraglich zugesichert bekommen (bitte einzeln und vollständig aufschlüsseln
sowie nach Maßnahmen, die vor dem 6. Mai 2025 und danach beauftragt
wurden, und differenzieren nach Maßnahmen, die über das KHVVG und
das KHAG informieren)?
9. Welche externen Agenturen, Beratungsunternehmen oder Dienstleister
wurden beauftragt?
10. In welcher Höhe wurden diese jeweils vergütet bzw. wie hoch sind die
voraussichtlichen Kosten der Beauftragung (bitte einzeln aufschlüsseln)?
11. Nach welchen Vergabeverfahren erfolgten die jeweiligen Beauftragungen?
12. Gab es Direktvergaben, wenn ja, mit welcher Begründung, und welche
Aufträge wurden ausgeschrieben?
13. Welche zentralen Botschaften und Narrative sollten durch die einzelnen
Maßnahmen jeweils vermittelt werden?
14. Wurden auch kritische Aspekte, Risiken, Gegenpositionen oder
Alternativen zur Krankenhausreform kommuniziert, ggf. auch solche, die in
derselben Kommunikation nicht gleichzeitig entkräftet wurden?
15. Wurden Inhalte explizit auf bestimmte Zielgruppen (z. B. Patientinnen
und Patienten, Krankenhauspersonal, Länder, Kommunen) zugeschnitten
(und wenn ja, bitte einzeln aufschlüsseln)?
16. Wurden einzelne Maßnahmen aufgrund von Bedenken hinsichtlich der
Neutralität oder Zulässigkeit angepasst oder eingestellt, und wenn ja,
welche?
17. Wurden bzw. werden die Maßnahmen evaluiert, und wenn ja, anhand
welcher Kriterien (z. B. Reichweite)?
18. Welche Kosten-Nutzen-Bewertung zieht die Bundesregierung aus den
bisherigen Maßnahmen, und welchen praktischen Nutzen haben die
Informationen für die Adressatinnen und Adressaten?
19. Wie bewertet die Bundesregierung grundsätzlich exekutive (in diesem
Fall durch das BMG) Öffentlichkeitsarbeit zu Gesetzesvorhaben, die die
Bundesregierung bislang lediglich in den legislativen Prozess eingebracht
hat (das KHAG), insbesondere im Hinblick darauf, dass sie von den
gesetzgebenden Verfassungsorganen wesentlich verändert oder gar
abgelehnt werden könnten, und weshalb erfolgt in dem in der Vorbemerkung
der Fragesteller verlinkten Tik-Tok-Video der Bundesregierung kein
Hinweis darauf, dass es sich um einen Gesetzentwurf der Bundesregierung
handelt, der im Deutschen Bundestag und im Bundesrat teils sehr
kontrovers verhandelt wird und das Ergebnis unklar ist, während das Video
stattdessen Botschaften enthält wie: „Mit der Krankenhausreform stellen wir
sicher“?
20. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung für zukünftige
Öffentlichkeitsarbeit bei Gesetzgebungsvorhaben?
Berlin, den 10. März 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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