Kernenergie als umweltfreundliche und saubere Energie anerkennen
Text
Kernenergie als umweltfreundliche und saubere Energie anerkennen
Antrag
der Abgeordneten Adam Balten, Leif-Erik Holm, Steffen Kotré, Dr. Malte
Kaufmann, Marc Bernhard, Dirk Brandes, Enrico Komning, Bernd Schattner,
Raimond Scheirich, Mathias Weiser, Andreas Mayer, Christian Reck und der
Fraktion der AfD
Kernenergie als umweltfreundliche und saubere Energie anerkennen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die ideologisch getriebene Abkehr von der Kernenergie war ein schwerwiegender
Fehler, der Deutschlands Wohlstand, Versorgungssicherheit und
Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Während Nachbarstaaten wie Frankreich, Tschechien und Finnland
erfolgreich auf Kernkraft setzen, hat die Bundesregierung im April 2023 ohne Not die
letzten drei deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet – trotz bewährter
Sicherheitsstandards und jahrzehntelanger Zuverlässigkeit.
Anstatt moderne Kernkraftwerke als saubere, umweltfreundliche, stabile, steuerbare
und preisgünstige Energiequelle weiterzuentwickeln, wurde deren Strom zunehmend
durch teure Importe und wetterabhängige Wind- und Solarenergie ersetzt. Dies führt
zu steigenden Strompreisen, sinkender Netzstabilität und wachsender Abhängigkeit
von ausländischen Energielieferanten. Laut aktuellen Berechnungen belaufen sich die
volkswirtschaftlichen Gesamtkosten der Energiewende auf bis zu 5,4 Billionen Euro,
ohne dass Versorgungssicherheit oder Klimaziele zuverlässig erreicht werden.1
Die Netzfrequenz von 50 Hertz, die Grundlage für die Stabilität des Stromnetzes, ist
zunehmenden Schwankungen durch wetterabhängige Wind- und Solarenergie
ausgesetzt. Das erfordert teure Eingriffe zur Netzstabilisierung, die die Netzentgelte
erhöhen. Daten der Plattform Electricity Maps zeigen zudem, dass Deutschlands Strom im
europäischen Vergleich einen höheren CO₂-Ausstoß aufweist, als vor der Abschaltung
der letzten verbliebenen Kernkraft.2 Gleichzeitig ist der CO2-Ausstoß im benachbarten
Frankreich, das voll und ganz auf Strom aus Kernkraft setzt, rund elf Mal niedriger als
in Deutschland.
1 www.frontier-economics.com/media/u1vbsfop/frontier-dihk-energiewende-plan-b-03092025-stc-update-
stc.pdf
2 https://app.electricitymaps.com/map/live/fifteen_minutes
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4461
21. Wahlperiode 04.03.2026
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. Kernenergie als umweltfreundliche und saubere Energiequelle gemäß der EU-
Energie-Taxonomie anzuerkennen und konkrete Schritte zur Förderung der
Kernenergie im deutschen Energierecht einzuleiten;
2. Forschung und Entwicklung im Bereich neuer Reaktortechnologien zu
intensivieren, darunter kompakte modulare Reaktoren (SMR), Flüssigsalzreaktoren und
Dual-Fluid-Reaktoren, die höhere Sicherheit, Effizienz und Ressourcennutzung
ermöglichen;
3. innovative Verfahren zur Reduzierung radioaktiver Abfälle zu fördern, etwa
durch Wiederaufbereitung und transmutationsbasierte Technologien, die das
Endlagerproblem langfristig mindestens entschärfen können;
4. eine umfassende Informationskampagne durchzuführen, die der Öffentlichkeit
die hohen Sicherheitsstandards, Umweltvorteile und technologischen Fortschritte
der modernen Kernenergie vermittelt und aktuelle wissenschaftliche
Erkenntnisse transparent darstellt, und der Verbreitung von Desinformationskampagnen
zum Thema Kernenergie entgegenwirkt;
5. die Netzstabilität und Versorgungssicherheit als zentrale Kriterien der
Energiepolitik zu verankern und eine sachliche Neubewertung der Energiequellen nach
Effizienz, ggf. CO₂-Bilanz und volkswirtschaftlichen Nutzen vorzunehmen.
Berlin, den 3. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Es wird nicht ausreichend unternommen, um die falsche Einordnung der Kernenergie als Hochrisiko-
Technologie in Deutschland zu überwinden und ihre Rolle als kohlenstoffarme Energiequelle zu fördern. Am 19. Mai
2025 hat die neue Bundesregierung signalisiert, Kernenergie in der EU-Gesetzgebung künftig wie erneuerbare
Energien zu behandeln.3 Dennoch besteht weiterhin eine Diskrepanz zwischen europäischer und nationaler
Politik, die die Kohärenz und Effektivität der deutschen Energiepolitik erheblich beeinträchtigt.
Deutschland muss seine Energieversorgung vernünftig und verantwortungsvoll gestalten. Dazu gehört
insbesondere, auf bewährte, zuverlässige und nachhaltige Energiequellen wie die Kernenergie zu setzen, anstatt sich
einseitig auf Wind- und Solarstrom zu verlassen und Importabhängigkeiten zu erhöhen. Frühere Regierungen haben
aus ideologischen Gründen eine funktionierende Technologie stillgelegt und vom Netz genommen.
In Reaktion auf den Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen Energiekrisen muss Deutschland seine
Energiestrategie neu ausrichten und den Anteil stabiler, heimischer Energiequellen wie der Kernenergie deutlich
erhöhen.
3 www.welt.de/politik/deutschland/article256154882/Atomkraft-CDUCSU-und-SPD-streiten-ueber-Einstufung-der-Atomkraft-als-nachhal-
tig.html
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ISSN 0722-8333
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