Ernährungsreport 2025 der Bundesregierung
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Ernährungsreport 2025 der Bundesregierung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3202
21. Wahlperiode 10.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Julian Schmidt, Danny
Meiners, Bernd Schuhmann, Christian Reck, Bernd Schattner, Stefan Schröder,
Lars Schieske, Enrico Komning, Steffen Janich, Dario Seifert, Dr. Michael Blos,
und der Fraktion der AfD
Ernährungsreport 2025 der Bundesregierung
Der jüngste Ernährungsreport für Deutschland offenbart eine deutliche
Verschiebung im Verbraucherverhalten. 59 Prozent der Befragten legen beim Kauf
von Lebensmitteln wieder vermehrt Wert auf die Preise (www.bmleh.de/Shared
Docs/Downloads/DE/Broschueren/ernaehrungsreport-2024.pdf?__blob=public
ationFile&v=4, S. 10, Was beim Einkauf wichtig ist). Dieser Trend ist eine
unmittelbare Reaktion auf die erhebliche Preissteigerung bei Nahrungsmitteln,
die sich seit 2020 durchschnittlich um 30 Prozent verteuert haben (https://de.sta
tista.com/themen/8554/lebensmittelpreise/#topicOverview). Der
Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, unterstreicht in
diesem Kontext die Notwendigkeit, dass Lebensmittel für alle Schichten der
Bevölkerung bezahlbar bleiben müssen und die Bundesregierung keine
zusätzlichen Abgaben oder Zuschläge auf Nahrungsmittel plant und den Bürgern
keinesfalls vorschreiben will, welche Speisen sie wählen sollen (www.bmleh.de/S
haredDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/115-ernaehrungsreport-2025.html).
„Essen ist individuell, Teil unserer Identität und ein Stück Heimat“, betonte der
Bundesminister bei der Präsentation der Studie (www.bmleh.de/SharedDocs/Pr
essemitteilungen/DE/2025/115-ernaehrungsreport-2025.html).
Darüber hinaus bleibt der Geschmack der entscheidende Faktor beim Einkauf,
denn fast alle Teilnehmer (98 Prozent) der Umfrage nannten ihn als primäres
Kriterium für ihre Entscheidung darüber, was verzehrt wird (der BMLEH
(Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat)-Ernährungsreport
„Deutschland, wie es isst“, S. 4, Beim Essen zählt der Geschmack). Ein
weiterer markanter Befund zeigt, dass Verbraucher zunehmend auf die
Zusammensetzung von Fertigprodukten achten. Insbesondere die Verringerung von
Zucker, Fett und Salz gewinnt an Relevanz, und so stieg der Anteil derjenigen, die
bewusst zuckerreduzierte Produkte wählen, von 58 Prozent im Jahr 2019 auf
64 Prozent im Jahr 2025 (der BMLEH-Ernährungsreport „Deutschland, wie es
isst“, S. 22, Lieber weniger süß, fettig und salzig). Ähnliche Zuwächse gibt es
bei salz- und fettreduzierten Varianten. Die Ergebnisse des Reports basieren auf
einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes forsa unter
1 000 Personen ab 14 Jahren, die ihre Gewohnheiten beim Essen und
Einkaufen beleuchtet (der BMLEH-Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“,
S. 31).
Der Report, der seit 2015 jährlich vom Bundesagrarministerium herausgegeben
wird, hebt zudem hervor, dass Aspekte wie Saisonalität, Regionalität und
Tierwohl insbesondere beim Essen außer Haus ebenfalls an Bedeutung gewinnen
(der BMLEH-Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“, S. 24, Essen außer
Haus – Essen soll schmecken). Etwa 69 Prozent der Verbraucher kaufen
pflanzliche Alternativen aus Neugier oder um Klima und Umwelt zu schützen
(60 Prozent), wenngleich der Anteil der Konsumenten, die öfters vegetarische
oder vegane Produkte gekauft haben, im Jahr 2025 leicht auf 34 Prozent
zurückging (der BMLEH-Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“, S. 14,
Pflanzliche Alternativen als Option).
Neben der aktuell immer noch andauernden Inflation, vor allem im
Nahrungssegment, und einer nicht enden wollenden Preisspirale, sind die Fragesteller
daran interessiert, von der Bundesregierung zu erfahren, wie sie mit den
Ankündigungen vonseiten der EU-Kommission zukünftig umgehen will, ab 2026 eine
höhere Besteuerung auf stark verarbeitete Lebensmittel mit hohem Fett-,
Zucker- und Salzgehalt sowie auf Alkopops einzuführen (https://kurier.at/wirts
chaft/fett-zucker-salz-steuer-medizin-eu-lebensmittel-industrie/403103917).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie plant die Bundesregierung konkret, die Preisstabilität bei
Lebensmitteln langfristig zu sichern, insbesondere angesichts der im
Ernährungsreport 2025 seit dem Jahr 2020 dokumentierten 13-prozentigen Steigerung
beim Lebensmitteleinkauf wieder vermehrt auf die Preise zu achten,
anstatt auf andere Kaufargumente?
2. Ist die Bundesregierung daran interessiert, dass die Preise für
Lebensmittel wieder für alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erschwinglich
werden, und wenn ja, mit welchen Maßnahmen soll das gelingen?
3. Welche Maßnahmen werden durch die Bundesregierung ergriffen, um
einkommensschwache Haushalte vor weiteren Preissteigerungen zu schützen,
ohne in die individuelle Essenswahl einzugreifen?
4. Gibt es Pläne seitens der Bundesregierung für eine Ausweitung der
Lebensmittelhilfeprogramme oder Steuererleichterungen?
5. Wie positioniert sich die Bundesregierung zu den Vorschlägen der EU-
Kommission, Steuern auf stark verarbeitete Lebensmittel zu erheben (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
6. Plant die Bundesregierung, diese in Frage 5 genannten Maßnahmen zu
blockieren oder inhaltliche Einwände zu erheben, um wieder
Preisstabilität im Nahrungsmittelsegment herzustellen oder zumindest das derzeitige
Niveau zu halten und so die Kosten für Lebensmittel nicht noch weiter
ausufern zu lassen?
7. Inwiefern könnten EU-Steuern nach Auffassung der Bundesregierung den
Trend unterstützen, dass Verbraucher zunehmend auf reduzierte Zucker-,
Fett- und Salzgehalte in Fertigprodukten achten, und welche Alternativen
schlägt die Bundesregierung vor, falls Steuern für dieses
Nahrungsmittelsegment abgelehnt werden?
8. Welche Auswirkungen erwartet die Bundesregierung von EU-weiten
Steuern auf hochverarbeitete Lebensmittel auf den deutschen Markt,
insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen in der Lebensmittelindustrie,
und liegen der Bundesregierung in diesem Zusammenhang Berechnungen
zu den potenziellen Auswirkungen von Preiserhöhungen vor?
9. Wie wird die Bundesregierung sicherstellen, dass EU-Initiativen nicht zu
einer Belastung für Verbraucher werden, die bereits mit Preissteigerungen
zu kämpfen haben, weshalb das Kaufargument Preis wieder stärker in den
Fokus der Konsumenten gerückt ist?
10. Plant die Bundesregierung eigene Programme zur Reduktion ungesunder
Inhaltsstoffe ohne steuerliche Zwänge?
a) Wenn ja, welche sind das?
b) Wenn nein, warum nicht?
11. Wird die Bundesregierung verhindern, dass EU-Steuern auf bestimmte
Lebensmittel indirekt Einfluss auf die individuelle Freiheit der
Bundesbürger nehmen, selbst darüber zu entscheiden, was sie essen, und wenn ja,
wie (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Welche Szenarien plant die Bundesregierung ggf., falls die EU-
Kommission Steuern auf verarbeitete Lebensmittel durchsetzt?
a) Könnte dies zu Konflikten mit der von Bundesminister Alois Rainer
geforderten Erschwinglichkeit führen (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
b) Wie würde die Bundesregierung ggf. dagegen vorgehen?
13. Hat sich die Bundesregierung zu den potenziellen Nutzen von EU-Steuern
für die Gesundheit (z. B. Reduktion von Adipositas) im Vergleich zu den
Risiken für Preisstabilität, basierend auf den Daten des Reports, eine
eigene Auffassung erarbeitet, und wenn ja, wie lautet diese?
Berlin, den 8. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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