Bezahlbarkeit von Lebensmitteln bei fairen Preisen für Erzeugerinnen und Erzeuger
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Bezahlbarkeit von Lebensmitteln bei fairen Preisen für Erzeugerinnen und Erzeuger
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6508
21. Wahlperiode 16.06.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ina Latendorf, Marcel Bauer, Luigi Pantisano, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg, Mareike
Hermeier, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha Wagner und der
Fraktion Die Linke
Bezahlbarkeit von Lebensmitteln bei fairen Preisen für Erzeugerinnen und
Erzeuger
Vor 2020 zählten Nahrungsmittel im Vergleich zum allgemeinen
Verbraucherpreisindex noch zu den sogenannten Inflationsbremsen. Nach dem Ausbruch
der Corona-Pandemie 2020 haben die Lebensmittelpreise den
Gesamtverbraucherpreisindex jedoch erstmals überholt, und diese beschleunigten
Teuerungsraten wurden durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine ab 2022 weiter
befeuert (www.vzbv.de/sites/default/files/2024-09/2024-08-29_Machbarkeitsstud
ie_Preisbeobachtungsstelle.pdf, aufgerufen am 29. April 2026).
Die Lebensmittelpreise sind in Deutschland seit 2020 um über 35 Prozent
gestiegen (Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in
Deutschland bis 2025 | Statista; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221
7/umfrage/entwicklung-des-verbraucherpreisindex-fuer-nahrungsmittel-seit-1
992/, aufgerufen am 26. Februar 2026). Zwischen 2020 und 2024 sind die
Nominallöhne dabei lediglich um 17,5 Prozent gestiegen (Reallöhne und
Nominallöhne – Statistisches Bundesamt; www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdi
enste/Realloehne-Nettoverdienste/_inhalt.html, aufgerufen am 24. Februar
2026).
Menschen mit geringem Einkommen sind von Teuerungen im
Lebensmittelbereich besonders stark betroffen, weil sie im Verhältnis einen größeren Anteil
des Einkommens für den täglichen Konsum ausgeben müssen und weil
Supermärkte die Preise ihrer Eigenmarken fast doppelt so stark angehoben haben wie
die die der anderen Produkte (www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-kons
umgueter/preise-ausgerechnet-billigmarken-treiben-die-teuerung/10008757
6.html, aufgerufen am 4. Mai 2026).
Verschiedene internationale Studien haben im Sommer 2023 ermittelt, dass die
Preissteigerungen in der Euro-Zone nicht lediglich gestiegene Kosten
abbildeten, sondern fast zur Hälfte auf gestiegene Gewinne von Unternehmen
zurückzuführen waren (www.imf.org/en/publications/wp/issues/2023/06/23/euro-are
a-inflation-after-the-pandemic-and-energy-shock-import-prices-profits-and-wa
ges-534837, aufgerufen am 4. Mai 2026).
Zugleich vergrößert sich die Schere zwischen sinkenden Erzeuger- und
steigenden Lebensmittelpreisen (ebd.). Landwirtinnen und Landwirte sind also keine
Profiteurinnen und Profiteure der Verteuerung. Im Gegenteil – deren
Verhandlungsposition hat sich weiter verschlechtert: Immer wieder sind sie gezwungen,
Erzeugerpreise, die unter ihren Produktionskosten liegen, zu akzeptieren und so
Verlustgeschäfte in Kauf zu nehmen (www.oxfam.de/publikationen/marktmach
t-supermaerkte-ausgequetscht-vertragsverhandlungen, aufgerufen am 4. Mai
2026).
Bemerkenswert ist, dass die Teuerungsraten im Lebensmittelbereich für
Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. Einen der Gründe
stellt der nach Ansicht der von der Bundesregierung eingesetzten
Monopolkommission konzentrierte, Oligopol-strukturierte Lebensmitteleinzelhandel dar.
In ihrem Sondergutachten 84 „Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette“ stellt
die Kommission fest, dass die Marktmacht der sogenannten großen Vier (Aldi-
Nord und Aldi-Süd, die Schwarz Gruppe, um Lidl und Kaufland, sowie die
Rewe- und Edeka-Gruppe) auf eine Marktkonzentration von über 85 Prozent
gestiegen ist (Pressemitteilung Sondergutachten Lebensmittellieferkette 2025;
www.monopolkommission.de/images/PDF/SG/SG%20LLK%202025/Pressemi
tteilung_Sondergutachten%20Lebensmittellieferkette%202025.pdf, aufgerufen
am 4. Juni 2026).
Bereits zu Beginn der Legislaturperiode im Frühjahr 2025 wünschten sich fast
90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland Maßnahmen von der
Bundesregierung, die Lebensmittel bezahlbar machen (www.foodwatch.org/de/hohe-preise-
90-prozent-der-deutschen-wuenschen-sich-von-neuer-bundesregierung-massna
hmen-fuer-bezahlbare-lebensmittel, abgerufen am 4. Mai 2026).
Daher fragen wir die Bundesregierung:
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Lebensmittelpreise seit 2020 entwickelt (bitte nach Produktgruppen und Jahr
differenzieren)?
2. Welche Lebensmittel haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung seit
2020 besonders stark und welche besonders geringfügig verteuert (bitte
nach Produktgruppen und Jahr differenzieren)?
3. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Unterschiede der
Preissteigerungen seit 2020 bei Bio-zertifizierten und konventionellen
Lebensmitteln (bitte nach Jahren und Produktgruppen aufschlüsseln)?
4. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Unterschiede der
Preissteigerungen seit 2020 in Bezug auf die Saisonalität von Lebensmitteln
(bitte nach Jahren und Produktgruppen aufschlüsseln)?
5. Wie hat sich die Nährstoffqualität von Lebensmitteln nach Kenntnis der
Bundesregierung seit 2000 entwickelt (bitte nach Produktgruppen
differenzieren)?
6. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Korrelationen von
Nährstoffgehalten in Lebensmitteln und deren Preisentwicklung (bitte nach
Jahren und Produktgruppen aufschlüsseln)?
7. Wie haben sind nach Kenntnis der Bundesregierung die
Lebensmittelpreise in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Staaten seit 2006 jährlich
verändert (bitte nach Produktgruppen pro Jahr aufschlüsseln)?
8. Wie erklärt die Bundesregierung die in Frage 7 erfragte Entwicklung?
9. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über versteckte
Preiserhöhung bei Lebensmitteln und der damit verbundenen
Verbrauchertäuschung?
a) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über das Vorkommen und
Ausmaß der sogenannten Shrinkflation in den deutschen
Supermärkten, also die Verringerung der Menge in einem Lebensmittelprodukt
bei gleichbleibendem Preis (bitte betroffene Produkte auflisten)?
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über das Vorkommen und
Ausmaß sogenannter Skimpflation von Lebensmitteln in deutschen
Supermärkten, also das Ersetzen von wertgebenden, nährstoffreichen
Zutaten durch billigere Zutaten von oft minderer Qualität (bitte
betroffene Produkte auflisten)?
c) Plant die Bundesregierung Maßnahmen, um Verbraucherinnen und
Verbraucher über versteckte Preiserhöhungen durch „Shrinkflation“
und „Skimflation“ aufzuklären, wenn ja, welche Maßnahmen sind
geplant, und wenn nein, warum nicht?
d) Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um, wie im
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD angekündigt, mehr
Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen zu schaffen (koav_2025.pdf,
aufgerufen 4. Mai 2026; bitte begründen und auch die zeitliche
Planung angeben)?
10. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bisher ergriffen
beziehungsweise plant sie, in der 21. Legislaturperiode zu ergreifen, um
a) die Verteuerung von Lebensmitteln,
b) gewinngetriebene Preissteigerungen (www.ifo.de/publikationen/2022/
aufsatz-zeitschrift/gewinninflation-und-inflationsgewinner, aufgerufen
am 4. Mai 2026) sowie
c) zukünftige Preissprünge bei Lebensmitteln zu begrenzen (bitte
begründen und die zeitliche Planung angeben)?
11. Wie setzen sich Lebensmittelpreise in Deutschland nach Kenntnis der
Bundesregierung zu welchen Anteilen zusammen (bitte aufgeschlüsselt
nach Jahren seit 2020, Produktgruppen, Wertschöpfungsschritten und
Akteuren angeben)?
a) Wie erklärt die Bundesregierung steigende Verbraucherpreise im
Lebensmitteleinzelhandel und zeitgleich sinkende Erzeugerpreise in
der Landwirtschaft (www.vzbv.de/sites/default/files/2024-09/2024-08-
29_Machbarkeitsstudie_Preisbeobachtungsstelle.pdf, aufgerufen am
4. Mai 2026)?
b) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu Gewinnmargen
entlang der Wertschöpfungskette (jeweils für Landwirtschaft,
Verarbeitung, Handel) vor?
c) Wie haben sich die Gewinnmargen seit 2020 verändert (bitte nach
Jahren, Produktgruppen und Art der Marge, das heißt Marge in der
Erzeugung, Verarbeitung oder im Handel, aufschlüsseln)?
d) Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Gewinn und
die Gewinnmargen der vier größten
Lebensmitteleinzelhandelskonzernen (Edeka, Rewe, Aldi, Schwarz Gruppe) seit 2006 entwickelt (bitte
nach Konzern und Jahr aufschlüsseln)?
e) Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung steigende
Energiekosten bei der Preisentwicklung von Lebensmitteln (bitte nach
energieintensiven Produktionsbereichen differenzieren, das heißt nach
Erzeugung, Verarbeitung, Transport etc. aufschlüsseln)?
f) Wie haben sich Produktionskosten und Erzeugerpreise seit 2020
entwickelt, und wie bewertet die Bundesregierung deren Verhältnis (bitte
nach Jahr und Produktgruppen aufschlüsseln)?
g) Wie kommt es nach Kenntnis der Bundesregierung zu Einkaufspreisen
des Lebensmitteleinzelhandels, die die Produktionskosten der
Landwirtinnen und Landwirte nicht decken (bitte nach Produkten und
Zeitraum aufschlüsseln)?
h) Wie kommt es nach Kenntnis der Bundesregierung zu Einkaufspreisen
durch die Verarbeitung, die die Produktionskosten der Landwirtinnen
und Landwirte nicht decken (bitte nach Produkten und Zeitraum
aufschlüsseln)?
12. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zum Schutz von
Erzeugerinnen und Erzeugern vor existenzgefährdenden Erzeugerpreisen?
a) Kennt und wie bewertet die Bundesregierung das Verbot des Einkaufs
unterhalb der Produktionskosten in Spanien?
b) Wie plant die Bundesregierung, der zunehmenden Verschuldung
landwirtschaftlicher Betriebe entgegenzuwirken?
c) Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um dem sogenannten
Höfesterben entgegenzuwirken?
d) Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Monopolkommission,
dass der Agrarstrukturwandel, bei dem die Zahl der
landwirtschaftlichen Betriebe sinkt und die verbleibenden Betriebe größer werden,
nicht aufgehalten werden sollte (Sondergutachten 84: Wettbewerb in
der Lebensmittellieferkette – Monopolkommission; www.monopolko
mmission.de/de/gutachten/sondergutachten/sondergutachten-auf-eigen
e-initiative/484-84-sondergutachten-wettbewerb-in-der-lebensmittellie
ferkette.html, S. 154 f.)?
e) Welche Agrarstruktur definiert die Bundesregierung als
wünschenswert?
f) Wurde die im Koalitionsvertrag angekündigte unabhängige und
weisungsfreie Ombudsperson zur Bekämpfung unfairer Praktiken entlang
der Agrar- und Lebensmittelwertschöpfungskette eingerichtet,
nachdem die Bundesregierung in der Antwort auf die Schriftliche Frage 70
der Abgeordneten Doris Achelwilm auf
Bundestagsdrucksache 21/4006 erklärte, die Einrichtung werde weiterhin geprüft?
aa) Wenn nein, warum nicht?
bb) Wenn ja, wie viele Fälle wurden bearbeitet?
cc) Ist die genannte Prüfung abgeschlossen, wenn ja, was sind die
Ergebnisse, und wenn nein, wann ist der Abschluss der Prüfung
geplant?
g) Geht die Bundesregierung davon aus, dass eine einzelne Person die
Aufgabe als Ombudsperson verlässlich und gewissenhaft bewältigen
kann oder sieht sie eine personelle Aufstockung der Stelle vor?
h) Können sich Betroffene außerhalb Deutschlands an die Ombudsperson
wenden, vor dem Hintergrund, dass das Gesetz zur Stärkung der
Organisationen und Lieferketten im Agrarbereich (AgrarOLgK) auch für
sie gilt, wenn ja, inwiefern, und wenn nein, wie plant die
Bundesregierung, sicherzustellen, dass grenzüberschreitende Fälle unfairer
Handelspraktiken hinreichend geahndet werden?
i) Welche Auskunfts-, Einsichts- und Prüfungsrechte erhält
beziehungsweise hätte die Ombudsperson gegenüber Unternehmen des Handels
und der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft zur Aufklärung unfairer
Praktiken entlang der Wertschöpfungskette?
j) Plant die Bundesregierung, das AgrarOLgK um eine Generalklausel
zu ergänzen, die – ähnlich wie im Gesetz gegen
Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
(UWG) – auch solche unlauteren Handelspraktiken erfassen würde,
die bislang nicht ausdrücklich im Gesetz genannt sind, aber dessen
Schutzzweck entsprechen (bitte begründen)?
k) Plant die Bundesregierung, die Begrenzung des Anwendungsbereichs
des AgrarOLkG auf Unternehmen mit einem maximalen Jahresumsatz
von 350 Mio. Euro zu streichen (bitte begründen)?
13. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung für mehr Transparenz in
den Prozessen der Wertschöpfung und Preisbildung im
Lebensmittelsektor?
a) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über das „Fairness Büro“
in Österreich, und wie bewertet sie dessen Effektivität für den
Lebensmittelsektor?
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über das
Datenbanksystem der spanischen Durchsetzungsbehörde AICA (Información y
Control Alimentarios), die seit 2014 für die Kontrolle der Wertschöpfung
in der Lebensmittelkette zuständig ist, und inwiefern bewertet sie den
Nutzen eines ähnlichen Systems in Deutschland?
c) Wie bewertet die Bundesregierung die Einrichtung einer objektiven
Preis- und Kostenbeobachtungsstelle in Deutschland (www.vzbv.de/si
tes/default/files/2024-09/2024-08-29_Machbarkeitsstudie_Preisbeobac
htungsstelle.pdf, aufgerufen am 4. Mai 2026)?
14. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus dem Sondergutachten 84
der Monopolkommission zum Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette?
a) Ist die Bundesregierung der Auffassung, dass der Wettbewerb im
Lebensmitteleinzelhandel auf horizontaler Ebene funktioniert, wenn
ja, warum, und wenn nein, wieso nicht?
b) Wie bewertet die Bundesregierung die gegenwärtige Übernahme des
Unternehmens tegut durch Edeka und Rewe vor dem Hintergrund der
Ergebnisse der Monopolkommission?
c) Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass die Instrumente zur
Fusionskontrolle des Bundeskartellamts gestärkt werden sollten?
d) Wie bewertet die Bundesregierung die zunehmende vertikale
Integration durch die vier großen Einzelhandelsunternehmen entlang der
Wertschöpfungskette?
e) Plant die Bundesregierung, angesichts der von der
Monopolkommission kritisierten Monopolisierung von 85 Prozent im Lebensmittelsektor
durch die vier großen Handelsgruppen (Edeka, Rewe, Aldi, Schwarz
Gruppe), Maßnahmen, um faire Wettbewerbsbedingungen
herzustellen, wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
f) Hält die Bundesregierung eine Sektoruntersuchung im Agrar- und
Lebensmittelsektor durch das Bundeskartellamt für notwendig, und plant
sie, diese zu veranlassen, wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum
nicht?
g) Welche Abhilfemaßnahmen gegen die Feststellung einer
fortwährenden Störung des Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel könnten
sich aus einer Sektoruntersuchung ergeben, und wie bewertet die
Bundesregierung diese Möglichkeiten?
h) Wird die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, um der
Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel entgegenzuwirken, wenn ja,
inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
i) Wie bewertet die Bundesregierung das Instrument der strukturellen
Entflechtung zur Beseitigung oder Verhinderung marktbeherrschender
Stellungen, das dem Bundeskartellamt nach dem Gesetz gegen
Wettbewerbsbeschränkungen im Zuge der jüngsten Reformen zur
Verfügung steht?
15. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Eigentums-,
Kontroll- und Beteiligungsstruktur der Schwarz Gruppe einschließlich
verbundener Holding-, Stiftungs- und Auslandsgesellschaften sowie
Gesellschaften in Niedrigsteuerjurisdiktionen oder anderweitigen Offshore-
Finanzplätzen vor?
a) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über konzerninterne
Gewinnverlagerungen oder steuerliche Gestaltungen im
Zusammenhang mit Auslandsgesellschaften der Schwarz Gruppe vor?
b) Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Entwicklung von
Umsatz, Gewinn und Gewinnmargen der Schwarz Gruppe in den
letzten zehn Jahren?
c) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Art, Umfang
und Verteilung der Vermögenswerte der Schwarz Gruppe in den
vergangenen zehn Jahren vor, insbesondere hinsichtlich
Immobilienvermögen, Finanzanlagen, Unternehmensbeteiligungen sowie etwaiger
Stiftungsvermögen oder vermögensverwaltender Stiftungsstrukturen?
d) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur
Eigenkapitalquote der Schwarz Gruppe und ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften
in den vergangenen zehn Jahren vor, und wie bewertet sie diese?
16. Plant die Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel
zu senken (bitte begründen und die zeitliche Planung angeben)?
a) Nach welchen Kriterien erhalten Lebensmittel den ermäßigten
Steuersatz (bitte nach Produktgruppen aufschlüsseln)?
b) Plant die Bundesregierung, die Liste an Lebensmitteln, für welche der
ermäßigte Mehrwertsteuersatz gilt, im Sinne einer Förderung von
gesunder Ernährung anzupassen (bitte begründen)?
Berlin, den 12. Juni 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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