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Sepsis-Sterblichkeit in Deutschland senken

dip / drucksache 09.09.2025 · WP 21 · 21/1569 · Antrag · Original ↗

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Sepsis-Sterblichkeit in Deutschland senken [Deutscher Bundestag Drucksache 21/1569 21. Wahlperiode 09.09.2025 Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Claudia Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger, Nicole Hess, Birgit Bessin, Dr. Christoph Birghan, Kerstin Przygodda, Alexis L. Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann, Thomas Fetsch, Alexander Arpaschi, René Bochmann, Erhard Brucker, Hauke Finger, Rainer Galla, Rainer Groß, Lars Haise, Stefan Henze, Olaf Hilmer, Nicole Höchst, Steffen Janich, Dr. Michael Kaufmann, Rocco Kever, Kurt Kleinschmidt, Pierre Lamely, Andreas Paul, Dr. Rainer Rothfuß, Angela Rudzka, Volker Scheurell, Jan Wenzel Schmidt, Georg Schroeter, Otto Winfried Strauß, Tobias Teich, Martina Uhr, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD Sepsis-Sterblichkeit in Deutschland senken Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Die Sepsis ist eine schwere Komplikation verschiedenster Infektionskrankheiten. Egal ob durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht und unabhängig vom ursprünglich betroffenen Organ (Atemwege, Haut, Gefäße, Harntrakt etc.) entsteht hierbei wegen der Beeinträchtigung der körpereigenen Gewebe und Organe durch die körpereigene Abwehrreaktion ein lebensbedrohlicher Zustand.1 Die Sepsis stellt einen Notfall dar, für den Behandlungserfolg ist der frühestmögliche Therapiebeginn entscheidend.2 Die Sepsis ist häufig und für das Gesundheitswesen kostenintensiv.3 In Deutschland verursacht die Sepsis pro Jahr rund 85.000 Todesfälle, von denen ein großer Teil vermeidbar wäre.4 Andernorts ist es gelungen, die Sterblichkeit bei Sepsis erheblich zu reduzieren. Im australischen Bundesstaat Victoria sank sie von 17,5 auf 11,3 Prozent; bei gleichzeitiger deutlicher Senkung der Behandlungskosten. Dabei waren die eingesparten Beträge fünfmal größer als die Kosten, die durch die Qualitätsverbesserungsmaßnahmen zusätzlich entstanden.5 1 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7841759/ 2 www.journalmed.de/patienteninfos/notfall-sepsis-verkannte-gefahr 3 www.egms.de/static/en/meetings/dkvf2023/23dkvf361.shtml 4 www.vdek.com/fokus/deutschland-erkennt-sepsis.html?erasecache=1686810924578 5 https://journals.plos.org/globalpublichealth/article?id=10.1371/journal.pgph.0000687 Die Kenntnisse zur Sepsis sind in der deutschen Bevölkerung vergleichsweise gering.6 Auch bei Ärzten7 und den Gesundheitsberufen8 besteht Nachholbedarf. II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, 1. sofort eine an die gesamte Bevölkerung gerichtete nationale Aufklärungskampagne mit Schwerpunkten auf Frühsymptomen, Ursachen, Häufigkeit und Gefährlichkeit der Sepsis zu initiieren; 2. sicherzustellen, dass über Anpassung der Approbationsordnung bzw. des Gegenstandskataloges die Sepsis mit Diagnostik und Therapie angesichts ihrer Häufigkeit und Letalität adäquat abgebildet wird; 3. sicherzustellen, dass in den gesetzlich geregelten Ausbildungsgängen zu Gesundheitsberufen die Sepsis insbesondere bzgl. Früherkennung und Hygiene angesichts ihrer Häufigkeit und Letalität adäquat abgebildet wird; 4. Forschungsprojekte zu Ursachen und möglichen neuen Therapieansätzen aus Mitteln des Bundeshaushalts zu fördern. Berlin, den 9. September 2025 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Begründung Prävention, d. h. Früherkennung und Behandlung von Infektionen, und die Kenntnis der Gefährlichkeit der Sepsis sind in der Bevölkerung bisher nicht ausreichend verankert. Deshalb muss eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet werden, die sowohl auf die Prävention als auch auf die frühzeitige Diagnose und Behandlung abzielen. Bezüglich anderer Krankheiten und Krankheitsrisiken wie Krebs oder sexuell übertragbaren Krankheiten wurden erfolgreich Anstrengungen zur Aufklärung der Bevölkerung unternommen. Entsprechende zur Sepsis sollten – angesichts ihrer Relevanz im Alltag – diesen nicht nachstehen. Die Bevölkerung muss sensibilisiert werden. Viele Menschen erkennen eine Sepsis erst, wenn sie bereits fortgeschritten ist. Die Aufklärung über die Symptome einer Sepsis und einer schnellen Behandlung sollte u. a. durch Medienkampagnen verstärkt werden. Auch Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe müssen schon in der Ausbildung insbesondere bezüglich des Erkennens, der Diagnostik und des Erfordernisses der schnellen Behandlung besser geschult werden. Zwar wurden insbesondere vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bereits wichtige Vorhaben unternommen (z. B. Projekte OPTIMISE und SEPFROK9, Qualitätssicherungsverfahren, Diagnostik, Therapie und Nachsorge10), aber um vergleichbare Erfolge bezüglich Reduktion der Sterblichkeit bei Sepsis wie in anderen Ländern zu erzielen, müssen zusätzliche Anstrengungen unternommen werden. 6 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30368239/ 7 www.aerztezeitung.de/Politik/Jedes-Jahr-sind-zehntausende-Sepsis-Todesfaelle-vermeidbar-417134.html 8 www.zqp.de/wp-content/uploads/Analyse_Hygiene_Ambulant_Pflege.pdf 9 www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1059/ 10 www.g-ba.de/downloads/39-261-4377/2020-07-16_IQTIG-Beauftragung_QS-Sepsis_DeQS-RL.pdf Durch eine intensivere gezielte Forschung und in der Folge der Kombination aus besseren Präventionsmaßnahmen, einer besseren Früherkennung und einer verbesserten Behandlung könnten viele Leben gerettet werden. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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