Mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die Rolle der Bundesrepublik Deutschland
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Mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die Rolle der Bundesrepublik Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1449
21. Wahlperiode 02.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Markus Frohnmaier, René Springer, Jan Wenzel Schmidt,
Stefan Keuter, Uwe Schulz, Udo Theodor Hemmelgarn, Heinrich Koch, Diana
Zimmer, Dr. Alexander Wolf und der Fraktion der AfD
Mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine und die Rolle der Bundesrepublik
Deutschland
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ hat der Präsident der Vereinigten
Staaten von Amerika Donald Trump mit Bundeskanzler Friedrich Merz und
weiteren europäischen Regierungschefs mögliche Szenarien für einen künftigen
Friedensvertrag zwischen der Ukraine und Russland erörtert (vgl. www.ws
j.com/world/europe/trump-tells-europeans-he-is-open-to-u-s-security-guarantee
s-in-ukraine-347892f6). Demnach stehen insbesondere Sicherheitsgarantien für
die Ukraine im Zentrum der Überlegungen.
Dabei wurden laut dem genannten Bericht sowohl die Stationierung
europäischer Truppen in der Ukraine (der Bericht lässt offen, ob darunter auch
Soldaten der Bundeswehr wären), als sogenannte Stolperdraht-Truppen, logistisch
unterstützt von den USA, als auch eine Beistandsklausel nach dem Vorbild von
Artikel 5 des NATO-Vertrags diskutiert (ebd.). Letztere könnte im Fall eines
erneuten russischen Angriffs möglicherweise eine direkte Kriegsbeteiligung
europäischer Staaten nach sich ziehen (ebd.).
Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass die Sicherstellung der robusten
Sicherheitsgarantien für die Ukraine, auf die sich mehrere europäische Staats-
und Regierungschefs nach dem Alaska-Gipfel geeinigt haben, auf einem
deutschen Entwurf basiert (vgl. www.zdfheute.de/politik/trump-putin-alaska-gipfel-
ukraine-friedrich-merz-100.html).
Während die Ukraine weiterhin auf einer Waffenruhe vor Beginn von
Verhandlungen besteht, hält Bundeskanzler Friedrich Merz mittlerweile ein schnelles
Friedensabkommen für wertvoller als einen Waffenstillstand (vgl. www.zdfheut
e.de/politik/trump-putin-alaska-gipfel-ukraine-friedrich-merz-100.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Kann die Bundesregierung bestätigen, dass Gespräche mit US-Präsident
Donald Trump über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine
stattgefunden haben, und wenn ja,
a) welche konkreten Szenarien wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung dabei diskutiert,
b) welche Vereinbarungen oder Zusagen hat der Bundeskanzler im
Rahmen dieser Gespräche gemacht?
2. Welche Folgen sieht die Bundesregierung in solchen Szenarien (vgl.
Frage 1) für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik?
3. Welche Position vertritt die Bundesregierung zu einer möglichen
Stationierung von Bundeswehrsoldaten in der Ukraine als Bestandteil möglicher
Sicherheitsgarantien (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
4. Sieht die Bundesregierung in der Stationierung sogenannter Stolperdraht-
Truppen eine Option zur Abschreckung russischer Angriffe, und wenn ja,
wird die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag ein Mandat zur
Stationierung deutscher Soldaten in der Ukraine zur Abstimmung vorlegen
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
5. Beteiligt sich die Bundesregierung an Überlegungen zu einer
Beistandsklausel für die Ukraine nach dem Vorbild von Artikel 5 des NATO-
Vertrags, und wenn ja, inwiefern?
6. Hat sich die Bundesregierung zur Vereinbarkeit einer solchen
Stationierung mit geltendem nationalen und internationalen Recht (vgl. Frage 3)
juristischen Rat eingeholt, und wenn ja, wie lautet dieser?
7. Auf welchem deutschen Entwurf beruhen die robusten
Sicherheitsgarantien für die Ukraine, auf die sich mehrere europäische Staaten in einer
gemeinsamen Stellungnahme nach dem Alaska-Gipfel geeinigt haben, und
wo ist dieser Entwurf einsehbar (vgl. www.zdfheute.de/politik/trump-puti
n-alaska-gipfel-ukraine-friedrich-merz-100.html)?
8. Plant die Bundesregierung, eine breite gesellschaftliche Debatte über ein
mögliches militärisches Engagement in der Ukraine anzustoßen oder zu
fördern, und wenn ja, in welcher Form (wenn nein, bitte begründen)?
9. Zieht die Bundesregierung Alternativen zu militärischen
Sicherheitsgarantien in Betracht, um die Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten,
beispielsweise eine stärkere Einbindung der Organisation für Sicherheit und
Zusammenarbeit in Europa (OSZE), und wenn ja, welche?
10. Erwägt die Bundesregierung neue Maßnahmen, um diplomatische Kanäle
zur Deeskalation offenzuhalten, gibt es direkte Gesprächskanäle oder
Kontakte mit der russischen Regierung, und wenn nein, beabsichtigt die
Bundesregierung, mit der russischen Regierung in Kontakt zu treten, um
Friedensverhandlungen zu ermöglichen?
11. Welche konkreten Erwartungen hat die ukrainische Regierung nach
Kenntnis der Bundesregierung an Deutschland im Hinblick auf
Sicherheitsgarantien, und in welchem Umfang ist die Bundesregierung bereit,
diese Erwartungen finanziell und militärisch zu erfüllen?
12. Erwägt die Bundesregierung, die eingefrorenen russischen Vermögen für
den Wiederaufbau in der Ukraine einzusetzen?
Berlin, den 20. August 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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