Digitalisierung an Schulen - Mögliche Lehren aus dem dänischen Kurswechsel und aktueller Umsetzungsstand des DigitalPakts Schule in Deutschland
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Digitalisierung an Schulen - Mögliche Lehren aus dem dänischen Kurswechsel und aktueller Umsetzungsstand des DigitalPakts Schule in Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1108
21. Wahlperiode 04.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Reichardt, Sebastian Maack, Gereon
Bollmann, Dr. Götz Frömming, Kerstin Przygodda, Angela Rudzka, Christian
Zaum, Jan Feser, Tobias Ebenberger, Lukas Rehm, Robin Jünger, Edgar Naujok
und der Fraktion der AfD
Digitalisierung an Schulen – Mögliche Lehren aus dem dänischen Kurswechsel
und aktueller Umsetzungsstand des DigitalPakts Schule in Deutschland
Mit einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern wurde 2019
ein „DigitalPakt Schule“ ins Leben gerufen, der unter anderem eine stärkere
digitale Vernetzung der Schulen, schulisches WLAN, digitale Lernplattformen
und Investitionen in digitale Arbeitsgeräte fördern sollte (www.digitalpaktschul
e.de/files/VV_DigitalPaktSchule_Web.pdf). Ein im Jahr 2024 von Bund und
Ländern beschlossener „Digitalpakt 2.0“ knüpfte daran an und nahm ebenfalls
den Ausbau digitaler schulischer Infrastruktur in den Fokus (www.bmbf.de/Sha
redDocs/Kurzmeldungen/DE/2024/12/Digitalpakt.html). Als
Finanzierungsvolumen dieses auf einen Zeitraum von sechs Jahren angelegten
Förderprogramms sind 5 Mrd. Euro vorgesehen, wovon der Bund etwa 2,5 Mrd. Euro
stellt (www.ndr.de/nachrichten/info/Milliarden-fuer-moderne-Schulen-Einigun
g-auf-Digitalpakt,digitalpakt200.html). Der entsprechende Haushaltstitel
„Zuweisungen an die Länder zur Förderung von Investitionen in die digitale
Infrastruktur für Schulen“ ist im Einzelplan 30 des Entwurfs zum
Bundeshaushaltsplan 2025 mit einem Volumen von mehr als 1,6 Mrd. Euro ausgewiesen (www.
bundeshaushalt.de/static/daten/2025/soll/draft/epl30.pdf#page=10, Titel
882 01-129).
Ein aktueller Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ kommt jedoch zur
Einschätzung, dass Dänemark – lange Zeit als Vorreiter der schulischen Digitalisierung
gepriesen – inzwischen einen eindeutigen Rückzug von seiner bisherigen
Digitalisierungspolitik im schulischen Bereich vollzieht (siehe www.welt.de/wirtsc
haft/plus256084218/Bildungs-Fortschritt-Der-Fall-Daenemark-offenbart-Deuts
chlands-Irrtum-von-der-digitalen-Schule.html). Die neue Technologieoffensive
habe demnach nicht den gewünschten Bildungserfolg gebracht (siehe ebd.). Im
Gegenteil: Laut aktuellen Auswertungen hätten sich die
Konzentrationsprobleme bei Schülern verstärkt, während insbesondere die Mathematikleistungen
erheblich eingebrochen seien (siehe ebd.). Der dänische Bildungsminister habe
daher im Februar 2025 sogar ein Gesetz vorgeschlagen, das private
Smartphones und Tablets im Unterricht verbieten soll (siehe ebd.). Zugleich sollen hohe
Summen in klassische Schulbücher investiert werden (siehe ebd.).
Indessen scheitert eine erfolgreiche Digitalisierung an vielen deutschen Schulen
nach wie vor daran, dass digitale Ausstattung zwar vorhanden, aber aus
verschiedenen Gründen nicht nutzbar ist – etwa wegen fehlender Netzabdeckung
(www.welt.de/wirtschaft/article245430876/Gigabit-Drittel-der-Schulen-ohne-A
nschluss-2-Laender-besonders-schlecht.html), defekter Technik (www.bitkom-r
esearch.de/news/digitalpakt-schule-laeuft-donnerstag-aus-anschlussfinanzierun
g-fehlt) oder mangelhafter Schulung des Personals (Ergebnisse einer
bundesweiten repräsentativen Befragung von Schulleitern, www.vbe.de/fileadmin/use
r_upload/VBE/Service/Meinungsumfragen/2024-02-05_Bericht-forsa_Digitalis
ierung.pdf, S. 4).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Investitionsplan
im Rahmen des DigitalPakts Schule 2024 auf die einzelnen Bundesländer
verteilt (bitte tabellarisch nach Bundesländern und Haushaltsjahr
aufschlüsseln)?
2. Welche konkreten Maßnahmen wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung bislang auf Basis des DigitalPakts Schule pro Bundesland geplant,
wann wurden diese jeweils beschlossen, und wie ist deren aktueller
Umsetzungsstand?
3. Welche Maßnahmen des DigitalPakts Schule wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung bereits vollständig umgesetzt (bitte nach Bundesland,
Schulart und Maßnahme differenziert darstellen)?
4. Hat es einen Austausch zwischen dem Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) und dem dänischen Bildungsministerium über die
dortigen Erkenntnisse und Kurskorrekturen gegeben?
a) Wenn ja, welche konkreten Erkenntnisse konnte die Bundesregierung
im Zuge dieses Austausches gewinnen, damit Deutschland nicht die
dänischen Fehler wiederholt (bitte die konkreten Erkenntnisse des
Austausches und die sich daraus ergebenden Handlungsfelder der
Bundesregierung aufschlüsseln)?
b) Wenn nein, warum nicht?
5. Ist der Bundesregierung der dänische Rückzug von der einseitigen
Digitalisierungsstrategie an Schulen bekannt (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller), und wenn ja, welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln
zieht die Bundesregierung daraus?
6. Welche Maßnahmen werden von der Bundesregierung ggf. ergriffen oder
sollen ergriffen werden, um vergleichbare Fehlentwicklungen in
Deutschland zu vermeiden (vgl. Frage 5)?
7. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. über die
Entwicklung von Konzentrationsproblemen bei Schülern in den einzelnen
Bundesländern in den letzten zehn Jahren vor?
8. Wie haben sich die Mathematikleistungen von Schülern in Deutschland in
den letzten 20 Jahren nach Kenntnis der Bundesregierung entwickelt (bitte
tabellarisch nach Bundesländern und Jahr aufschlüsseln, soweit
verfügbar)?
9. Welche Studien, Befragungen oder Auswertungen liegen dem
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu
möglichen Zusammenhängen zwischen digitaler Mediennutzung im Unterricht
und kognitiven oder leistungsbezogenen Veränderungen ggf. vor?
10. Welche Investitionen in klassische Schulbücher wurden in den einzelnen
Bundesländern nach Kenntnis der Bundesregierung in den vergangenen
20 Jahren jeweils getätigt (bitte tabellarisch nach Bundesland und Jahr
aufschlüsseln)?
11. Welches Nutzungskonzept liegt dem DigitalPakt Schule nach Kenntnis
der Bundesregierung für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht
zugrunde?
12. Wie viele Schulen je Bundesland verfügen laut Erhebungen des Bundes
oder nach Kenntnis der Bundesregierung der Länder über digitale
Hardware, die nicht eingesetzt werden kann (bitte jeweils für Lehrkräfte, z. B.
interaktive Tafeln, Lehrer-Laptops, und Schüler, z. B. Tablets, Schüler-
Laptops, getrennt darstellen)?
13. Was sind nach Kenntnis der Bundesregierung die häufigsten Gründe für
die Nichtnutzbarkeit der bereitgestellten digitalen Ausstattung (z. B.
fehlende WLAN-Infrastruktur, mangelnde IT-Betreuung, Defekte etc.)?
Berlin, den 24. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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