Bürokratische Belastung und wirtschaftliche Bedrohung kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland im Jahr 2025
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Bürokratische Belastung und wirtschaftliche Bedrohung kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland im Jahr 2025
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/711
21. Wahlperiode 30.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dirk Brandes, Leif-Erik Holm, Raimond Scheirich und der
Fraktion der AfD
Bürokratische Belastung und wirtschaftliche Bedrohung kleiner und
mittelständischer Unternehmen in Deutschland im Jahr 2025
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellen das Rückgrat der deutschen
Wirtschaft dar – sowohl hinsichtlich der Beschäftigung als auch der
Ausbildungsleistung. Dennoch geraten sie durch übermäßige bürokratische
Anforderungen und eine Vielzahl wachsender Berichtspflichten zunehmend unter
Druck.
Zwar hat die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU
und SPD einen Bürokratieabbau angekündigt, unter anderem die Abschaffung
des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes samt bürokratiearmer Umsetzung der
europäischen Lieferkettenrichtlinie (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.
koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf, S. 60). Nach Ansicht der
Fragesteller wird sich in der Praxis wenig bis nichts verbessern.
Die Zahl der Vorschriften und Regulierungen ist gestiegen (www.welt.de/politi
k/deutschland/article255984722/Neue-Studie-Regulierung-nimmt-weiter-zu-Bu
erokratie-waechst-in-Deutschland-auf-neues-Rekordhoch.html). Diese
Situation wirkt sich unmittelbar auf die Investitionsbereitschaft, Personalgewinnung
und Liquidität aus – bis hin zu Insolvenzen. In einer Zeit wirtschaftlicher
Unsicherheit ist dies besonders gefährlich.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche konkreten Maßnahmen zur Entbürokratisierung für KMU wurden
seit Amtsantritt der Bundesregierung ggf. bereits eingeleitet, und wann
werden konkrete Entlastungen umgesetzt bzw. dem Deutschen Bundestag
vorgelegt (bitte nach Ressort aufschlüsseln)?
2. Welche Rückmeldungen liegen der Bundesregierung ggf. zur praktischen
Wirkung bisher umgesetzter Maßnahmen vor (bitte nach Maßnahme und
Wirkung aufschlüsseln)?
3. Welche Vereinfachungen bei der Beantragung und Abwicklung von
Förderprogrammen plant die Bundesregierung ggf., um praxisferne Hürden
für KMU zu beseitigen?
4. Wie will die Bundesregierung im Rahmen der angekündigten
Überarbeitung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sicherstellen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller), dass Berichtspflichten nicht von den gesetzlich
adressierten Großunternehmen an KMU, die in globalen Lieferketten
kaum Einfluss haben, weitergegeben werden (www.kfw.de/inlandsfoerder
ung/Unternehmen/Innovation-und-Digitalisierung/Logistik/Lieferkettenge
setz/)?
5. Liegen der Bundesregierung Daten zur wöchentlichen oder monatlichen
zeitlichen Belastung von KMU durch administrative und statistische
Berichtspflichten vor, und wenn ja, welche (bitte nach Branche
differenzieren)?
6. Sind seit Januar 2022 für KMU gesetzliche oder untergesetzliche
Berichtspflichten hinzugekommen, und wenn ja, welche?
7. Welche Evaluierungsergebnisse liegen der Bundesregierung ggf. zur
Wirksamkeit der Bonpflicht hinsichtlich der Bekämpfung von
Steuerhinterziehung vor, und was besagen die Ergebnisse?
8. Welche Erleichterungen plant die Bundesregierung konkret im Bereich
steuerlicher Bürokratie (z. B. Rückkehr zur Ist-Versteuerung, vereinfachte
Abführung von Sozialabgaben; vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
9. Wie viele Förderanträge von Unternehmen wurden in den Jahren von
2022 bis 2024 wegen formaler Fehler (z. B. fehlerhafte Beschilderung,
unvollständige Formulare) abgelehnt, obwohl die Anträge sachlich korrekt
waren (bitte nach Programmen aufschlüsseln)?
10. Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass viele
Unternehmen inzwischen mehr Personal für die Dokumentation, Nachweise
und Berichterstattung benötigen als für die eigentliche Wertschöpfung,
und wenn nein, wie begründet die Bundesregierung ihre Auffassung?
11. Sieht die Bundesregierung rechtliche oder organisatorische
Möglichkeiten, Behörden auf Bundes- und Landesebene mehr
Entscheidungsspielraum bei formalen Abweichungen im Antragsverfahren zu geben, um
sachgerechte Förderentscheidungen zu ermöglichen, und wenn ja,
welche?
12. Wie hat sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 2021 entwickelt (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
13. Wie viele der seit 2021 gemeldeten Insolvenzen entfallen nach Kenntnis
der Bundesregierung auf kleine und mittlere Unternehmen (bitte nach
Unternehmensgröße, Branche und Jahr aufschlüsseln)?
14. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Ursache dieser
Insolvenzen bei KMU vor (z. B. Liquiditätsengpässe, gestiegene
Energiepreise, Bürokratieaufwand, Auftragsmangel, vgl. Frage 13)?
15. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung ggf., um einer möglichen
weiteren Insolvenzwelle im KMU-Sektor entgegenzuwirken?
Berlin, den 26. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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