Rede von Stephan Albani (CDU/CSU) – Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
Teil von Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 17a bis 17c: Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen.
Das Protokoll 21/96 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 29.09.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Stephan Albani (CDU/CSU) – Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Titel Ihres Antrags, liebe Grünen, trifft es: Berufliche Bildung ist das „Rückgrat unserer Gesellschaft“.
Ob Heizung, Bus, Bäckerei oder Pflege: Dahinter stehen Menschen mit guter, solider Ausbildung. Unseren Ausbildungsbetrieben und Ausbildern dafür ein explizites, herzliches Dankeschön!
Das von Ihnen beschriebene Passungsproblem ist real. Junge Menschen suchen Ausbildungsplätze, Betriebe suchen Auszubildende, nicht immer finden beide zusammen. Das ist ein Problem.
Dann kommen Ihre 29 Forderungen – ein wahrer bildungspolitischer Schrotschuss!
Ich habe Ihren Antrag zweimal gelesen. Er liest sich wie ein Wunschzettel – von der Kita bis zur Gründerwerkstatt, vom Dienstrad bis zur Starthilfe, und immer wieder gemeinsam mit den Ländern. Das ist bemerkenswert ehrlich; denn der Bund kann das alleine gar nicht.
Wir schreiben hier keinen einzigen Lehrplan. Die sehr geschätzte Kollegin Asar wird Ihnen als ehemalige Staatssekretärin die Länderperspektive gerne nahebringen, über die wir hier immer so locker reden.
Zwei Punkte zeigen zudem das Grundproblem Ihres Antrages:
Erstens. Sie wollen die Mindestausbildungsvergütung deutlich erhöhen und zugleich eine Ausbildungsprämie zahlen, damit kleine Betriebe das stemmen können. Erst belasten, dann subventionieren – eine Art Bildungstango mit Kreiseln auf der Stelle! Fragen Sie einen Handwerker mit fünf Beschäftigten, was mehr hilft: eine Prämie mit neuen Antragsverfahren oder ein Jahr ohne neue Vorschriften. Ich glaube, die Antwort ist klar.
Zweitens: die psychische Belastung von Auszubildenden. Da bin ich bei Ihnen: Wer wegen Überforderung abbricht, geht uns doppelt verloren – als junger Mensch mit Perspektive und als Fachkraft von morgen. Über Coaching, Mentoring und multiprofessionelle Teams kann man gerne reden. Bei Ihnen sind das die Punkte 20 bis 22. Solche Themen verdienen einen eigenen Antrag – klare Orientierung und kein Sammelbehälter, kein Schrotschuss!
Dann kommt bei Ihnen der Deutsche Qualifikationsrahmen.
Anja, wir sind da ja längst weiter; seine rechtliche Verankerung steht im Koalitionsvertrag und ist in der Umsetzung. Meister und Bachelor, geprüfter Betriebswirt und Master stehen auf derselben Stufe. Die Umsetzung erfolgt in dieser Legislatur.
Meine Damen und Herren, wir brauchen keine 29 Forderungen. Wir brauchen Dinge, die wirken,
zum Beispiel weniger Bürokratie für Ausbildungsbetriebe. Jeder Formularberg ist ein Grund mehr, keinen Ausbildungsplatz anzubieten. Eine individuelle, zielführende Berufsorientierung ist ein weiterer Punkt, der helfen würde, aber nicht dieses Sammelsurium von Maßnahmen.
„Ich mache eine Ausbildung“ soll man mit Stolz und Freude sagen können. Wer eine Ausbildung macht, entscheidet sich nicht gegen etwas, sondern für etwas: für Können und für Verantwortung für uns alle und für unser Land.
Herzlichen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Endlich raus aus dem Elternhaus - Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
- part_of_vorgang → Studium und Lehre für die Zukunft weiterentwickeln - Individuell, lebensbegleitend und innovativ
- part_of_vorgang → Von der Werkhalle bis zur Pflegestation - Die berufliche Bildung als Rückgrat unserer Gesellschaft stärken
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