Die Zentralafrikanische Waldinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Antwort zu Drs. 21/6488)
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Die Zentralafrikanische Waldinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Antwort zu Drs. 21/6488)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7131
21. Wahlperiode 13.07.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Denis
Pauli, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/6488 –
Die Zentralafrikanische Waldinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nach Angaben des Transparenzportals des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) handelt es sich bei der
Maßnahme DE‑1‑201952039 (Central African Forest Initiative [CAFI] um eine
laufende multilaterale Entwicklungszusammenarbeit in Form eines
Zuschusses in Höhe von 289 Mio. Euro (Finanzierungsvolumen), von denen bereits
280 Mio. Euro ausgezahlt wurden (https://www.transparenzportal.bund.de/de/
detailsuche/DE-1-201952039).
Die regionale Initiative unterstützt die Wald- und Klimaschutzpolitik im
Kongobecken (a. a. O.). Ziel ist es, den Wert der zentralafrikanischen Regenwälder
zu erkennen und zu erhalten. Durchführungsorganisation ist das United
Nations Development Programme (UNDP; a. a. O.). Die Laufzeit erstreckt sich
vom 11. Dezember 2019 bis voraussichtlich 31. Dezember 2029 (a. a. O.). Die
Maßnahme ist zu 100 Prozent im Sektor Forstpolitik und Forstverwaltung
angesiedelt (a. a. O.).
1. Wie hoch waren die bisherigen deutschen Auszahlungen an die CAFI-
Initiative im Einzelnen pro Kalenderjahr seit Projektbeginn 2019, und
welche Beträge sind für die kommenden Jahre bis 2029 geplant (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Für die bisherigen deutschen Auszahlungen an CAFI im Einzelnen pro
Kalenderjahr seit 2019 verweisen wir auf den Steckbrief zu CAFI im
Transparenzportal des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ; www.transparenzportal.bund.de/de/detailsuche/DE-1-20195
2039; auch erreichbar unter Eingabe des Schlagwortes „CAFI“ unter
Detailsuche > Allgemeines >Titel und dann Auswahl des Steckbriefes
„Zentralafrikanische Wa9 Mio.iative (CAFI“). Dort ist der bisherige Ausgabenverlauf im
Einzelnen seit Beginn 9 Mio. Euro in 2020 graphisch dargestellt. Die Auszahlung
der ausstehenden 9 Mio. Euro Differenz zwischen 5 Mio. (289 Mio Euro) und
Auszahlung (280 Mio Euro) erfolgt planungsgemäß mit je 4,5 Mio. Euro in den
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 10. Juli 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Jahren 2026 und 2027. Über die Bereitstellung weiterer Mittel für CAFI in den
Jahren bis 2029 ist bislang noch nicht entschieden. Umfang und zeitliche
Staffelung zukünftiger deutscher Beiträge hängen von den jeweils im Rahmen des
Bundeshaushalts zu treffenden jährlichen Haushaltsentscheidungen des
Deutschen Bundestages ab.
2. Welchen konkreten Umsetzungsstand weist die Maßnahme
DE‑1‑201952039 derzeit auf (Stand: 1. Juni 2026; vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
Der detaillierte Stand der Umsetzung ergibt sich aus den von CAFI
veröffentlichten Jahresberichten, die auf der Webseite von CAFI (https://cafi.org/resourc
es/annual-reports/ ) abrufbar sind.
3. Welche messbaren Erfolge können der deutschen Beteiligung an CAFI
bisher direkt zugerechnet werden (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Da die Mittel Deutschlands in diesem multilateralen Fonds mit Beiträgen
anderer Geber gebündelt werden, ist die Wirkung einzelner deutscher Zahlungen
nicht isoliert messbar. Die Wirkungen lassen sich nur auf Ebene des Fonds
insgesamt ausweisen.
4. Wie viele Hektar Wald im Kongobecken wurden durch die mit deutscher
Finanzierung unterstützten CAFI-Projekte bisher nachweislich vor
Entwaldung bewahrt oder nachhaltig bewirtschaftet (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Seit ihrer Einrichtung hat CAFI auf Portfolioebene dazu beigetragen,
606 576 Hektar Gemeindewälder in der Demokratischen Republik Kongo
sowie rund 28 000 Hektar Gemeindewälder in Gabun abzusichern. Zudem
wurden nachhaltige lokale Landnutzungspläne für eine Fläche von rund 8
Millionen Hektar im Kongobecken unterstützt. Darüber hinaus hat Gabun im Rahmen
des CAFI‑Ansatzes der ergebnisbasierten Zahlungen nachweislich
Emissionsminderungen aus Entwaldung und Waldschädigung in einem nationalen
Bilanzierungsgebiet von 26,8 Millionen Hektar erzielt. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 3 verwiesen
5. Welche unabhängigen Evaluierungen der Wirksamkeit der CAFI-
Initiative liegen der Bundesregierung vor, und welche Schlussfolgerungen
werden daraus gezogen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Der Bundesregierung liegt der von unabhängigen Dritten erstellte und im Jahr
2020 abgeschlossene CAVI‑Mid-Term Review vor. Die Evaluierung kommt
insgesamt zu dem Ergebnis, dass der Ansatz von CAFI, Waldschutz mit
nachhaltiger Entwicklung der lokalen Bevölkerung zu verbinden, relevant ist und
mit der internationalen Klima- und Entwicklungsagenda im Einklang steht.
Die Evaluierung enthält darüber hinaus eine Vielzahl technischer und
organisatorischer Empfehlungen zur weiteren Stärkung von Steuerungsstrukturen,
Monitoring und Evaluierung sowie zur Einbindung weiterer Akteure, die – auch
mit deutscher Beteiligung – in die weitere Arbeit von CAFI eingeflossen sind.
Derzeit wird eine weitere unabhängige Evaluierung der CAFI-Initiative
vorbereitet.
6. Wie hoch waren die Verwaltungskosten (einschließlich UNDP-Anteil)
der CAFI-Initiative bisher insgesamt und pro Jahr (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
Bis Dezember 2025 haben die durchführenden Organisationen im Rahmen von
CAFI Programme in Höhe von 381 319 055 US‑Dollar umgesetzt; die damit
verbundenen Verwaltungskosten beliefen sich auf 25 506 126 US‑Dollar,
entsprechend 6,69 Prozent. Insgesamt und pro Jahr sind die Verwaltungskosten auf
maximal 7 Prozent begrenzt.
7. Welcher Anteil der deutschen Mittel (in Prozent und absoluten Beträgen)
floss bisher direkt in die Verwaltung, Beratung, Reisen und Gehälter bei
UNDP oder anderen Durchführungsorganisationen (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
Da CAFI als gemeinsamer Finanzierungsmechanismus ausgestaltet ist, erfolgt
keine Ausweisung der Ausgaben nach einzelnen Gebern und spezifischen
Kostenkategorien wie Verwaltung, Beratung, Reisen oder Personalkosten. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
8. Wie hoch ist das Verhältnis von Verwaltungskosten zu den tatsächlich in
Waldschutz- und Klimaprojekten vor Ort eingesetzten Mitteln (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 6 verwiesen.
Die verbleibenden 93 Prozent werden für die Programmumsetzung verwendet,
einschließlich fachlicher Leistungen, Maßnahmen vor Ort und der Expertise,
die zur Erzielung der angestrebten entwicklungspolitischen Ergebnisse
erforderlich ist.
9. Welche Fortschritte wurden bei der Umsetzung der Sustainable
Development Goals durch die deutsche CAFI-Beteiligung erzielt (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
10. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung erarbeitet zu den
Governance-Strukturen und Korruptionsrisiken in den Partnerländern des
Kongobeckens im Kontext der CAFI-Finanzierung (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller), und wenn ja, wie lautet diese Auffassung?
Bestehende Risiken in Bezug auf guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit,
Transparenz und Korruptionsbekämpfung werden im Rahmen der
Risikoanalysen und ‑managementsysteme von CAFI und der beauftragten
Durchführungsorganisationen durch spezifische Anforderungen an Programmgovernance,
Prüf‑ und Kontrollmechanismen sowie Kapazitätsaufbau adressiert. Projekte
und Programme werden nur finanziert, wenn angemessene Vorkehrungen zur
Korruptionsprävention sowie zur Stärkung von Transparenz und
Rechenschaftslegung vorliegen.
11. Gab es bisher Rückforderungen oder Abzüge von Mitteln aufgrund nicht
erreichter Ziele oder nachgewiesener Fehlverwendungen, und wenn ja, in
welcher Höhe (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Nein.
12. Welche Rolle spielen indigene Gemeinschaften und die lokale
Bevölkerung bei der Umsetzung, und welche konkreten Vorteile konnten diese
bisher verzeichnen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Indigene Völker und lokale Gemeinschaften sind an von CAFI unterstützten
Vorhaben über Konsultationen, Initiativen zur Gemeindeforstwirtschaft,
Landnutzungsplanungsprozesse, lokale Entwicklungskomitees sowie Verfahren der
freien, vorherigen und informierten Zustimmung (free prior and informed
consent, FPIC) beteiligt.
Bis 2025 erreichten diese Vorhaben mehr als 900 000 direkte Begünstigte im
Kongobecken. Zu den berichteten Vorteilen zählen insbesondere rund
635 000 Hektar rechtlich gesicherter Gemeindewälder sowie Unterstützung für
landwirtschaftliche Produktion und nachhaltige Lebensgrundlagen,.
13. Wie viele Projekte wurden bisher im Rahmen der genannten Maßnahme
finanziert, und wie viele davon gelten als erfolgreich abgeschlossen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Seit ihrer Einrichtung hat CAFI 80 Vorhaben und vorbereitende Zuschüsse
finanziert. 30 Vorhaben wurden bislang erfolgreich abgeschlossen.
14. Welche Auswirkungen auf die Entwaldungsraten in den beteiligten
Ländern (z. B. Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Gabun) lassen
sich seit 2019 feststellen, und welchen Anteil schreibt die
Bundesregierung der CAFI zu (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die verfügbaren Daten deuten auf eine relative Stabilisierung der nationalen
Entwaldungsraten in den CAFI‑Partnerländern seit 2019 hin.
Die Bundesregierung kann CAFI keinen bestimmten quantitativen Anteil an
den Entwaldungsraten zuschreiben, da die Initiative vor allem
Rahmenbedingungen, Politiken, Instrumente und Governance‑Strukturen zur langfristigen
Verringerung von Entwaldung und Waldschädigung unterstützt und sich deren
Wirkung typischerweise zeitverzögert in den Entwaldungsraten niederschlägt.
15. In welcher Höhe wurden bisher Mittel für Landwirtschaft oder andere
nichtforstliche Bereiche im Rahmen von CAFI verwendet (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
CAFI investiert bewusst in jene Sektoren, die maßgeblich für Entwaldung
verantwortlich sind. Auf Grundlage der für 2025 gemeldeten Projektausgaben
wurden rund 31 Prozent der Mittel im Agrarsektor eingesetzt, 20 Prozent für
Governance, 16 Prozent für Energie, 15 Prozent für Wälder, 11 Prozent für
Landrechte und 6 Prozent für demografische Maßnahmen.
16. Plant die Bundesregierung eine Fortsetzung oder Aufstockung der Mittel
nach 2029, und welche Kriterien sollen dafür maßgeblich sein (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
17. Welche Risiken gefährden die Wirksamkeit der Initiative, und welche
Gegenmaßnahmen wurden ergriffen (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Zentrale Risiken umfassen politische und sicherheitsbezogene Instabilität in
einigen Partnerländern, unsichere Landrechte, Governance‑ und
Kapazitätsherausforderungen, Umsetzungsverzögerungen, Datenqualitätsprobleme sowie
die langfristige Tragfähigkeit von Reformen. Dem wird unter anderem durch
partizipative Landnutzungsplanung, FPIC‑Verfahren,
Beschwerdemechanismen, technische Beratung, gestärktes Programmmanagement, unabhängige
Verifizierung, verbesserte Monitoringsysteme und leistungsbasierte Finanzierung
begegnet.
18. Wie transparent sind die Finanzflüsse und Ergebnisse der CAFI für den
deutschen Steuerzahler, und wo sind detaillierte Projektberichte
öffentlich einsehbar (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Auf der öffentlich zugänglichen Gateway‑Plattform des Multi Partner Trust
Fund Office (https://mptf.undp.org/fund/afi00 ), bei dem der CAFI Fonds
angesiedelt ist, stehen für alle Fonds und Vorhaben umfangreiche Informationen zur
Verfügung.
19. Welche Lehren zieht die Bundesregierung aus vergleichbaren
multilateralen Waldinitiativen, und wie fließen diese in CAFI ein (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die Bundesregierung nutzt Lehren aus multilateralen Waldinitiativen bei CAFI
durch die Stärkung der Governance im Waldsektor und der inklusiven und
partizipativen Projektplanung und -durchsetzung mit Stakeholdern. Safeguards-
Systeme sind verbindlich, um Rechte zu schützen und Konflikte zu vermeiden.
Die enge Geberabstimmung in der Steuerungsstruktur der multilateralen
Waldinitiativen harmonisiert Ansätze, reduziert Doppelstrukturen und erhöht
Wirkungen.
20. In welcher Form und mit welchem Ergebnis hat das BMZ die
Fortschritte der Maßnahme gegebenenfalls bisher gegenüber dem Deutschen
Bundestag oder der Öffentlichkeit berichtet (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Das BMZ berichtet zur CAFI‑Unterstützung vor allem über seine
Öffentlichkeitsarbeit (BMZ-Website) und verweist dabei auf die Berichterstattung von
CAFI selbst. Zudem werden die Arbeit CAFIs und der deutsche Beitrag hierzu
anlassbezogen der Fachöffentlichkeit vorgestellt (z. B. im Rahmen von VN-
Generalversammlungen).
21. Welchen Anteil hat die Maßnahme DE-1-201952039 an den kumulierten
Gesamtausgaben aller mit CAFI verbundenen deutschen Maßnahmen in
Subsahara-Afrika (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Stand Juni 2026 betragen die Gesamtzusagen des BMZ an die Maßnahme
DE‑1‑201952039 (CAFI) 289 Mio. Euro.
Für weitere mit CAFI verbundene Maßnahmen (hier als Kofinanzierungen
interpretiert) hat die Bundesregierung insgesamt 82,76 Mio. Euro mit der D.R.
Kongo, Kamerun und der Zentralafrikanischen Waldkommission (COMIFAC)
zugesagt. Dementsprechend liegt der Anteil der Maßnahme DE‑1‑201952039
an den kumulierten Gesamtausgaben bei 77,7 Prozent.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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