Aktuelle Mittelverwendung aus dem Bundeshaushalt zur Unterstützung des Erwerbs von Wohnraum von Wohnungsbaugenossenschaften im Kontext der Bekämpfung teilweise hoher Leerstandsquoten von genossenschaftlichem Wohnen im ländlichen Raum
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Aktuelle Mittelverwendung aus dem Bundeshaushalt zur Unterstützung des Erwerbs von Wohnraum von Wohnungsbaugenossenschaften im Kontext der Bekämpfung teilweise hoher Leerstandsquoten von genossenschaftlichem Wohnen im ländlichen Raum
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7046
21. Wahlperiode 10.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Thomas Ladzinski, Dr. Michael Espendiller, Marcus Bühl,
Mirco Hanker, Jürgen Koegel, Sergej Minich, Julian Schmidt, Georg Schroeter,
Wolfgang Wiehle und der Fraktion der AfD
Aktuelle Mittelverwendung aus dem Bundeshaushalt zur Unterstützung des
Erwerbs von Wohnraum von Wohnungsbaugenossenschaften im Kontext der
Bekämpfung teilweise hoher Leerstandsquoten von genossenschaftlichem
Wohnen im ländlichen Raum
Mit Titel 661 01 im Einzelplan 25 des Bundeshaushaltes unterstützt die
Bundesregierung die „Neugründung als auch bei der Beteiligung an einer
bestehenden Wohnungsgenossenschaft“ (www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersone
n/Bestandsimmobilien/Finanzierungsangebote/Wohneigentumsprogramm-Gen
ossenschaftsanteile-(134)). Gleichzeitig verursacht der hohe Bestand an
Leerwohnungen bei Wohnungsbaugenossenschaften (WBG; gleichbedeutend mit
Wohnungsgenossenschaft, Wohnungsverein, Bauverein,
Wohnbaugenossenschaft, Siedlungsgenossenschaft, Baugenossenschaft und Ähnliche) in einigen
Teilen der Bundesrepublik Deutschland hohe Kosten für den Erhalt und
Betrieb, wodurch sich die finanziellen Handlungsspielräume zur Aufwertung von
Wohnumfeldern reduziert und bestehende Genossenschaften in ihrer Existenz
gefährdet (Quellen siehe weiter unten). Die dadurch wiederum entstehende,
sinkende Wohnzufriedenheit befördert bei den betroffenen Genossenschaften
dann wiederum einen weiteren Wegzug und verstärkt den problematischen
Leerstand nochmals (ebd.).
Insbesondere die in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern,
Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen existierenden
Wohnungsbaugenossenschaften verwalten in aller Regel ehemaligen DDR-Wohnungsbestand
mit sehr hoher Siedlungsdichte. Durch verschiedene Gesellschaftseffekte stieg
in den letzten Jahren die Leerstandsquote an und bleibt auf einem hohen
Niveau.
Beispielsweise hat die Städtische Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft
Meerane mbH für 2020 eine Leerstandsquote von 22,93 Prozent angegeben
(www.mewobau.de/wp-content/uploads/2022/03/Meerane-46-August-202
1.pdf). Auch bei zahlreichen weiteren Wohnungsbaugenossenschaften in
ländlichen Regionen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Um Wohnqualität zu
erhalten, sehen sich Wohnungsgenossenschaften gezwungen, leerstehende
Wohngebäude zurückzubauen. Hierfür wurden durch einige Bundesländer
Fördermittel zur Unterstützung bereitgestellt, beispielsweise FRL Rückbau Wohngebäude
des Freistaats Sachsen, wo derzeit ein Antragsstopp verhängt worden ist (www.
sab.sachsen.de/rückbau-wohngebäude-frl-rüwo-).
Angesichts dieser nach Ansicht der Fragesteller gegensätzlichen
Entwicklungen, erheblicher Leerstand bei den etablierten Wohnungsgenossenschaften
einerseits und erhebliche Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen
anderseits, ergeben sich Fragen nach dem zweckmäßigen Einsatz der im
Haushalt eingestellten Mittel.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie stellt sich der aktuelle Mittelabfluss beim Haushaltstitel 661 01 im
Einzelplan 25 für das Haushaltsjahr 2026 dar?
2. In wie vielen Fällen wurde der Erwerb von Genossenschaftsanteilen im
Haushaltsjahr 2025 und bis dato im Haushaltsjahr 2026 gefördert, und wie
teilen sich diese Förderzusagen auf die Bundesländer auf (bitte tabellarisch
darstellen)?
3. Wie hoch beziffert die Bundesregierung die Anzahl und Kosten für den
Betrieb und Erhalt leerstehender Wohnungen von
Wohnungsbaugenossenschaften in den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025 (bitte tabellarische
Übersicht nach Jahren und Bundesländern aufgliedern)?
4. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Leerstandsquote von
Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaften seit 2022 in den
Bundesländern entwickelt (bitte tabellarische Übersicht nach Jahren und
Bundesländern aufgliedern)?
5. Gibt es von der Bundesregierung oder nach Kenntnis der Bundesregierung
von den Ländern entwickelte und unterstützte Konzepte oder Projekte, die
zu einer finanziellen Entlastung oder zur Unterstützung von
Rückbaumaßnahmen von Wohnobjekten durch Wohnungsbaugenossenschaften in den
Bundesländern beitragen?
6. Gibt es von der Bundesregierung oder nach Kenntnis der Bundesregierung
von den betroffenen Ländern derzeit nutzbare Förderprogramme für den
ganzen oder teilweisen Rückbau von Wohnraum, um die Unterhaltskosten
von leerstehendem Wohnraum bei den Wohnungsbaugenossenschaften zu
senken, wenn ja, welche, und mit welchem finanziellen Volumen?
7. Wie bewertet die Bundesregierung Überlegungen, den Förderzweck des
KfW-Förderprogramms (KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau)
„Neugründung als auch bei der Beteiligung an einer bestehenden
Wohnungsgenossenschaft“ dahin gehend anzupassen, dass damit auch Maßnahmen
gefördert werden können, die der betriebswirtschaftlichen Optimierung von
Wohnungsgenossenschaften dienlich sind, beispielsweise durch die
Förderung von Rückbauvorhaben zur Optimierung des Wohnungsbestandes (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
8. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung gegebenenfalls, um
Wohnungsgenossenschaften, welche von erheblichem Leerstand betroffen sind,
bei der Aufwertung des Wohnumfeldes bzw. beim Rückbau von
Wohnungen zu unterstützen?
Berlin, den 23. Juni 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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