Sachstand Wohnungslosigkeit in Deutschland
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Sachstand Wohnungslosigkeit in Deutschland
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5601
21. Wahlperiode 27.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Feser, Peter Bohnhof, Gerrit Huy, Bernd
Schuhmann, Carsten Becker, Thomas Stephan und der Fraktion der AfD
Sachstand Wohnungslosigkeit in Deutschland
Die Bundesregierung hat mit dem Wohnungslosenbericht 2024 erneut
umfassende Daten zur Entwicklung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in
Deutschland vorgelegt (vgl. www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffe
ntlichungen/wohnen/wohnungslosenbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile
&v=1). Demnach ist die Zahl wohnungsloser Menschen von 262 600 im Jahr
2022 auf 531 600 im Jahr 2024 angestiegen und hat sich damit innerhalb von
zwei Jahren verdoppelt (vgl. www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sozial
e-Sicherung/wohnungslosenbericht-2022.pdf?__blob=publicationFile&v=4,
S. 9; vgl. www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichunge
n/wohnen/wohnungslosenbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=1, S. 7).
Ebenso stieg mit einem Plus i. H. v. 8 Prozent zum Vorjahr (2024: 439 500) die
Zahl der untergebrachten wohnungslosen Personen deutlich an (vgl. www.desta
tis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_246_229.html).
Unterdessen verfolgt die Bundesregierung mit dem Nationalen Aktionsplan
gegen Wohnungslosigkeit das Ziel, Obdach- und Wohnungslosigkeit in
Deutschland bis zum Jahr 2030 vollständig zu überwinden (vgl. www.bmwsb.b
und.de/DE/wohnen/wohnungsmarkt/nationaler-aktionsplan-gegen-wohnungslo
sigkeit/nationaler-aktionsplan-gegen-wohnungslosigkeit_node.html). Dieses
Ziel steht im Kontext internationaler Verpflichtungen, insbesondere der
Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie der europäischen Säule sozialer
Rechte (vgl. www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/
wohnen/NAP.pdf?__blob=publicationFile&v=6, S. 4 f.).
Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Wohnungslosenzahlen
hierzulande stellt sich die Frage nach der Wirksamkeit der bislang ergriffenen
Maßnahmen sowie nach den strukturellen Ursachen dieser Entwicklung.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie erklärt die Bundesregierung den deutlichen Anstieg der Anzahl
wohnungsloser Personen zwischen 2022 und 2024, und welche Faktoren bzw.
Ursachen waren hierfür maßgeblich?
2. Welche vorläufigen Erkenntnisse zum Anstieg der Wohnungslosigkeit in
Deutschland liegen der Bundesregierung für das Jahr 2025 vor?
3. Welche konkreten Zwischenziele hat die aktuelle Bundesregierung –
gegenüber vorherigen Bundesregierungen – zur Erreichung des Ziels der
Beendigung der Wohnungslosigkeit bis 2030 definiert, und in welchem
Umfang wurden diese Zwischenziele bislang erreicht?
4. Wie erklärt die Bundesregierung die signifikante Zunahme
untergebrachter wohnungsloser Personen?
5. Wie erklärt die Bundesregierung die deutliche Zunahme untergebrachter
wohnungsloser Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, und
welche Kosten sind im Rahmen der Unterbringung in den letzten zehn
Jahren entstanden?
6. Wie bewertet die Bundesregierung den Zusammenhang zwischen
Migration, Wohnraummangel und Wohnungslosigkeit?
7. Wie hoch schätzt und bewertet die Bundesregierung den Preisanstieg für
vermieteten Wohnraum innerhalb der letzten zehn Jahre durch die
Einflussgröße Migration (bitte – soweit möglich – in Prozentwerten
angeben)?
8. Wie viele ausreisepflichtige wohnungslose Personen halten sich aktuell in
Wohnungslosenunterkünften in Deutschland auf (bitte jeweils nach
Staatsangehörigkeit auflisten)?
9. Welche spezifischen Ziele im Rahmen des Programms „EhAP Plus“
(EhAP = Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten
Personen) wurden für die laufende Legislaturperiode definiert?
10. Wird gegenwärtig systematisch erfasst, ob Programmteilnehmer („EhAP
Plus“) in Beschäftigung oder an Wohnraumangebote vermittelt werden,
wenn nein, warum nicht, und wenn ja, wie viele Programmteilnehmer
konnten bislang in Arbeit oder an Wohnraumangebote vermittelt werden
(bitte jeweils für den Bund und die Bundesländer separat aufschlüsseln)?
11. Wie hoch sind die durchschnittlichen jährlichen Kosten pro
Programmteilnehmer („EhAP Plus“) und pro Programmmitarbeiter (bitte für die Jahre
seit Bestehen des Programms „EhAP Plus“ ausweisen)?
12. Gab es Schulungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „EhAP Plus“
für die zuständigen Verwaltungsstellen und Projektträger, wenn ja, welche
Effekte hatten die Schulungsmaßnahmen im Rahmen des Programms auf
die Verwaltung und die Projektträger, und welche Kosten sind durch diese
Schulungsmaßnahmen seit Bestehen des Programms insgesamt
entstanden?
13. Welche Gesamtkosten sind in den letzten zehn Jahren für Maßnahmen zur
Unterbringung wohnungsloser Personen in Deutschland entstanden (bitte
die Unterbringungskosten insgesamt und jeweils den Kostenanteil des
Bundes sowie der Bundesländer separat jahresweise aufschlüsseln)?
14. Welche Kosten verursachten untergebrachte wohnungslose Personen mit
ausländischer Staatsbürgerschaft in den letzten zehn Jahren (bitte
jahresweise die zuletzt verfügbaren Daten für den Bund und die Bundesländer
separat aufschlüsseln)?
15. Wie haben sich die Fälle sowie die Ausgaben für
Mietschuldenübernahmen durch Sozialämter und Jobcenter in den letzten zehn Jahren
entwickelt, und in wie vielen Fällen konnte dadurch Wohnungslosigkeit
verhindert werden?
16. Wie hat sich die Zahl der untergebrachten wohnungslosen
Drittstaatsangehörigen in Deutschland in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte
jahresweise die zuletzt verfügbaren Daten für den Bund insgesamt sowie jeweils
für die Bundesländer separat aufschlüsseln)?
17. Welche Kosten verursachten untergebrachte wohnungslose
Drittstaatsangehörige in Deutschland insgesamt und pro Kopf in den letzten zehn
Jahren (bitte jahresweise die zuletzt verfügbaren Daten für den Bund
insgesamt sowie für die Bundesländer separat aufschlüsseln)?
18. Wie hat sich die Zahl der untergebrachten wohnungslosen Personen mit
ukrainischer Staatsbürgerschaft in den letzten zehn Jahren entwickelt
(bitte jahresweise die zuletzt verfügbaren Daten für den Bund insgesamt
sowie für die Bundesländer separat aufschlüsseln)?
19. Welche Kosten verursachten untergebrachte wohnungslose Personen mit
ukrainischer Staatsbürgerschaft insgesamt und pro Kopf in den letzten
zehn Jahren (bitte jahresweise die zuletzt verfügbaren Daten für den Bund
insgesamt sowie für die Bundesländer separat aufschlüsseln)?
20. Wie hat sich die Zahl der Räumungsklagen bundesweit in den letzten zehn
Jahren entwickelt, und in wie vielen Fällen davon konnte eine Räumung
verhindert werden (bitte jeweils für den Bund insgesamt sowie für die
Bundesländer separat jahresweise auflisten)?
21. Wie viele Sozialwohnungen wurden seit Beginn der laufenden
Legislaturperiode neu genehmigt (bitte jeweils für den Bund insgesamt sowie für die
Bundesländer separat ausweisen)?
22. Wie viele Finanzmittel des von der Bundesregierung am 24. Juni 2025
beschlossenen sogenannten Sondervermögens (i. H. v. 500 Mrd. Euro)
flossen bislang in den sozialen Wohnungsbau bzw. wurden bislang hierfür
abgerufen (bitte jeweils für den Bund sowie für die Bundesländer separat
ausweisen)?
23. Wie viele Finanzmittel des von der Bundesregierung am 24. Juni 2025
beschlossenen sogenannten Sondervermögens (i. H. v. 500 Mrd. Euro)
flossen bislang in die Bekämpfung von Wohnungslosigkeit bzw. wurden
bislang hierfür abgerufen (bitte jeweils für den Bund sowie für die
Bundesländer separat ausweisen)?
24. Welche Ursachen sind nach Kenntnis der Bundesregierung maßgebend für
den Anstieg verdeckter Wohnungslosigkeit in Deutschland?
25. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Gewaltbetroffenheit
wohnungsloser Menschen vor, und welche Gegenmaßnahmen ergreift die
Bundesregierung zum spezifischen Schutz ebendieser Personengruppe?
26. Welche Träger und Organisationen in Deutschland erhalten im Rahmen
des Nationalen Aktionsplans zur Überwindung der Wohnungslosigkeit die
höchsten Fördermittel, und in welcher Höhe (bitte jeweils für den Bund
sowie für die Bundesländer separat auflisten)?
27. Nach welchen Kriterien erfolgt die Mittelvergabe (bezüglich Frage 26)?
28. Welche Ursachen sieht die Bundesregierung in dem signifikanten Anstieg
von Inobhutnahmen von Kindern in den letzten Jahren aufgrund des
Anlasstyps „Wohnungsprobleme“?
29. Welche gesetzgeberischen Initiativen ergreift die Bundesregierung in
dieser Legislaturperiode zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit?
30. Erachtet die Bundesregierung die Überwindung von Obdach- und
Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 – wie u. a. im Rahmen des
Nationalen Aktionsplans zur Überwindung der Wohnungslosigkeit angestrebt –
für realistisch, wenn ja, warum, und wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 23. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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