Rüstungs- und Sicherheitskooperation zwischen Serbien und Israel - Folgen für die Sicherheitsinteressen Deutschlands und Europas
Text
Rüstungs- und Sicherheitskooperation zwischen Serbien und Israel - Folgen für die Sicherheitsinteressen Deutschlands und Europas
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8231
21. Wahlperiode 28.09.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Teich, Gerold Otten, Uwe Schulz und der
Fraktion der AfD
Rüstungs- und Sicherheitskooperation zwischen Serbien und Israel – Folgen für
die Sicherheitsinteressen Deutschlands und Europas
Medienberichten zufolge hat sich die rüstungs- und sicherheitspolitische
Zusammenarbeit zwischen der Republik Serbien und dem Staat Israel seit dem
1. Januar 2023 verstärkt (vgl. https://thedefensepost.com/2025/01/06/serbia-arti
llery-drones-israel/). Berichtet wurde unter anderem über die Beschaffung
israelischer Mehrfachraketenwerfer und unbemannter Luftfahrzeuge durch
Serbien, weitere Rüstungsbeschaffungen (vgl. www.calcalistech.com/ctechnews/arti
cle/5vr2ehayj), eine mögliche Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion
(vgl. https://balkaninsight.com/2026/04/07/serbia-poised-to-produce-drones-wit
h-israeli-arms-giant-involved-in-gaza/bi/) sowie ein Abkommen über den
Austausch und den Schutz eingestufter Informationen im Verteidigungsbereich
(vgl. www.serbianmonitor.com/en/serbia-israel-military-and-security-agreemen
t-what-has-been-agreed-and-what-is-controversial/).
Serbien unterhält als militärisch neutraler Staat sicherheits- und
rüstungspolitische Beziehungen zu unterschiedlichen internationalen Partnern. Die
Fragesteller sehen daher Klärungsbedarf hinsichtlich des Umfangs, der Transparenz und
der sicherheitspolitischen Folgen dieser Zusammenarbeit. Dies betrifft
insbesondere die Kontrolle und den Endverbleib militärisch nutzbarer Güter,
mögliche Auswirkungen auf die Stabilität des westlichen Balkans sowie den EU-
Beitrittsprozess Serbiens.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung erarbeitet zu möglichen
Folgen der verstärkten rüstungs- und sicherheitspolitischen
Zusammenarbeit zwischen der Republik Serbien und dem Staat Israel für deutsche
und europäische Sicherheitsinteressen, insbesondere im Hinblick auf die
regionale Stabilität (insbesondere Kosovo, vgl. www.bundestag.de/presse/
hib/kurzmeldungen-1194830) und wenn ja, wie lautet ihre Auffassung?
2. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls zur seit
dem 1. Januar 2023 bis zum Zeitpunkt der Beantwortung dieser Kleinen
Anfrage bekannt gewordenen Rüstungs- und Sicherheitskooperation
zwischen der Republik Serbien und dem Staat Israel vor, und hat sich die
Bundesregierung eine Auffassung zu deren möglichen Auswirkungen auf
die Sicherheitslage auf dem westlichen Balkan erarbeitet, wenn ja, zu
welchem Ergebnis kommt die Bundesregierung?
3. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls vor zu
im genannten Zeitraum erfolgten
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
a) israelischen Lieferungen von Rüstungsgütern, unbemannten
Luftfahrzeugen, Raketen- oder Artilleriesystemen sowie elektronischen
Aufklärungs- und Kampfführungssystemen an Serbien?
b) serbischen Ausfuhren von Munition, Waffen oder sonstigen
Rüstungsgütern nach Israel?
c) einer möglichen gemeinsamen Produktion unbemannter Luftfahrzeuge
durch serbische und israelische Unternehmen?
d) einem Abkommen zwischen Serbien und Israel über Austausch und
gegenseitigen Schutz eingestufter Informationen im
Verteidigungsbereich?
4. Hat die Bundesregierung im genannten Zeitraum die Rüstungs- und
Sicherheitskooperation zwischen Serbien und Israel gegenüber der
serbischen oder israelischen Regierung angesprochen; wenn ja, wann, durch
welche Stelle, auf welcher Ebene, zu welchen Sachverhalten und mit
welchem Ergebnis?
5. Welche Erkenntnisse haben gegebenenfalls deutsche
Auslandsvertretungen, insbesondere die Botschaften in Belgrad und Tel Aviv, sowie Stellen
der Europäischen Union der Bundesregierung im genannten Zeitraum
hierzu übermittelt (vgl. Vorbemerkung)?
6. Welche Gespräche, Konsultationen oder Abstimmungen haben Vertreter
der Bundesregierung im genannten Zeitraum gegebenenfalls mit EU-
Institutionen, EU-Mitgliedstaaten, NATO-Partnern oder internationalen
Organisationen hierzu geführt (vgl. Vorbemerkung)?
7. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls zu Art,
Umfang, Finanzvolumen, Vertragsparteien, Laufzeiten,
Endverbleibsbestimmungen und Kontrollmechanismen
a) israelischer Rüstungslieferungen an Serbien und
b) serbischer Ausfuhren von Munition, Waffen oder sonstigen
Rüstungsgütern nach Israel
vor?
8. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung zu den Auswirkungen der
vertieften serbisch-israelischen Rüstungskooperation auf regionale
Stabilität, das militärische Kräfteverhältnis auf dem westlichen Balkan sowie die
Sicherheitsinteressen Deutschlands und der Europäischen Union
erarbeitet, und wenn ja, wie fällt diese aus?
9. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung zur Bedeutung dieser
Kooperation im EU-Beitrittsprozess Serbiens erarbeitet, insbesondere
hinsichtlich der Angleichung an die Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik der Europäischen Union und an Standards der
Rüstungsexportkontrolle, und wenn ja, mit welchem Ergebnis (vgl. Vorfrage)?
10. Liegen der Bundesregierung Informationen darüber vor, ob die israelische
Firma Palantir in rüstungs- und sicherheitspolitischen Themen mit Serbien
zusammenarbeitet (bitte begründen)?
a) Welche Änderungen hat die Bundesregierung seit dem
Regierungswechsel im Umgang mit der Firma Palantir gegebenenfalls vollzogen
und umfassen diese möglichen Änderungen auch den Einsatz von
Palantir im Ausland, insbesondere in Serbien (bitte lückenlos
offenlegen)?
b) Sind der Bundesregierung Initiativen bekannt, ein in Deutschland oder
einem EU-Land hergestelltes Konkurrenzprodukt zu Palantir zu entwi-
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
ckeln, wie vom Präsidenten des BKA Holger Münch gefordert (vgl.
www.dw.com/bs/palantir-koliko-je-opasan-softver-za-nadgledanja-
izsad-a/a-73477061 und bitte lückenlos offenlegen)?
c) Welche Sektoren umfasst die Zusammenarbeit zwischen Serbien und
der Firma Palantir nach Kenntnis der Bundesregierung (bitte lückenlos
offenlegen)?
d) Welchen Umfang umfasst die Zusammenarbeit zwischen Serbien und
der Firma Palantir nach Kenntnis der Bundesregierung (bitte die
Anzahl bekannter Verträge und deren finanzieller Umfang lückenlos
offenlegen)?
e) Wie stellt die Regierung Serbiens nach Kenntnis der Bundesregierung
sicher, dass das staatliche Gewaltmonopol bei dieser Zusammenarbeit
in staatlichen Händen verbleibt und nicht auf private Firmen übergeht?
Berlin, den 24. September 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
Relationen
- asked ← Gerold Otten (Kleine Anfrage)
- asked ← Tobias Teich (Kleine Anfrage)
- asked ← Uwe Schulz (Kleine Anfrage)
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Gerold Otten
- authored ← Tobias Teich
- part_of_vorgang → Rüstungs- und Sicherheitskooperation zwischen Serbien und Israel - Folgen für die Sicherheitsinteressen Deutschlands und Europas (Kleine Anfrage)