Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,
Teil von Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 8a bis 8g: Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,.
Das Protokoll 21/99 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 13.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,
Was mir allerdings Sorge macht, ist, dass Sie in Ihrer
Fraktion auch in Ihrer Sprache immer extremer werden.
Da unterscheidet Sie inzwischen nicht mehr viel von den
Linken.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der AfD – Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN]: Weil Sie gerade meine Sprache
kritisiert haben: Ist Bierdeckel jetzt extrem? –
Weitere Zurufe vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN)
Da höre ich: Extremvermögen, Enteignung, Übergewinn,
Superreichensteuer,
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Die Superreichensteuer kommt von
Ihrem Finanzminister!)
leistungsloses Einkommen. Wissen Sie, was diese
Begriffe gemeinsam haben? Sie stinken. Sie stinken nach
Neid. Und das spaltet die Gesellschaft.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der AfD – Andreas Audretsch [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN]: Ist das
parlamentarische Sprache? – Dr. Irene Mihalic
[BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Und die
Sprache war jetzt angemessen, oder was?)
Erst erfindet man das Wort „Extremvermögen“, und dann
braucht man nur noch die Extremvermögenden dazu.
Lernen Sie mal ein bisschen Geschichte. Dann kann man
nämlich sehen, was passiert, wenn man gesellschaftliche
Gruppen herausgreift und ihren Besitz moralisch
delegitimiert.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU –
Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Herr Gutting, ist das Ihr Ernst? –
Gegenruf des Abg. Kay Gottschalk [AfD]: Ja! Da
hat er recht! – Dr. Irene Mihalic [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ein extremer
Sprachgebrauch, den Sie hier nutzen!)
Ich bin in einem Land aufgewachsen, in dem das
Leistungsversprechen gilt. Ich bin in so einem Land
aufgewachsen. Und es gilt: Wer sich anstrengt, der kann es
zu etwas bringen. Ich will einen Staat, der Menschen
ermutigt, etwas aufzubauen.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Haben Sie bei meiner Rede zugehört?)
Ich will einen Staat, der mir sagt: Du kannst etwas
erreichen. – Ich will aber keinen Staat, der mir sagt: Jetzt bist
du aber zu erfolgreich.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Aber das hat doch auch niemand
gemacht! Das macht doch niemand!
Der Staat soll die Leiter hinstellen, die man hochklettern
kann. Aber er soll nicht oben stehen und dann sagen:
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Es macht niemand von uns!)
Jetzt bist du zu weit geklettert, und jetzt müssen wir dir
wieder was abnehmen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der AfD)
Wohlstand, meine Damen und Herren, entsteht nicht
dadurch, dass wir festlegen, wer zu viel hat. Wohlstand
entsteht dadurch, dass Menschen etwas schaffen, dass sie
investieren, dass Arbeitsplätze ermöglicht werden und
dass Verantwortung übernommen wird. Eine Politik, die
Neid organisiert, verteilt am Ende nichts anderes als
Ressentiments. Sie verteilt keinen Wohlstand.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der AfD)
Und Ressentiments atmet zum Beispiel auch der jetzt
vorliegende Antrag zur Schließung von angeblichen
Gerechtigkeitslücken bei der Besteuerung von
Kryptowährungen. Ja, selbstverständlich müssen laufende Erträge
und steuerpflichtige Veräußerungsgewinne
ordnungsgemäß erklärt und besteuert werden.
(Isabelle Vandre [Die Linke]: Werden sie aber
nicht!)
Dazu wird auch jetzt die Umsetzung von DAC 8
beitragen. Aber in Ihrem Antrag wollen Sie die Haltefrist für
Kryptowerte im Rahmen des § 23
Einkommensteuergesetz ganz aufheben.
(Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Ja! – Gegenruf des Abg. Kay
Gottschalk [AfD]: Nein!)
Zurzeit ist es ja so, dass private Kryptowerte wie
andere private Wirtschaftsgüter behandelt werden. Wer
kurzfristig spekuliert, muss Gewinne innerhalb der
maßgeblichen Haltefrist versteuern. Wer hingegen langfristig
hält, der kann Gewinne nach Ablauf der Frist
grundsätzlich steuerfrei realisieren. Das ist keine exotische
Sonderbehandlung für Kryptowährungen. Es entspricht der
Grundentscheidung des Steuerrechts bei privaten
Veräußerungsgeschäften. Kurzfristige Spekulationen werden
steuerlich erfasst, langfristige private Vermögensbildung
wird eben anders behandelt.
Relationen
- part_of → Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - 300-Wohneinheiten-Regelung in der Erbschaftsteuer abschaffen
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - Share Deals reformieren, steuerliche Privilegierung von Immobilienkonzernen abschaffen
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - Verschonungsbedarfsprüfung ab 26 Millionen Euro in der Erbschaft- und Schenkungsteuer abscha
- part_of_vorgang → Gesetz zu der Zusatzvereinbarung vom 8. Juni 2023 zur Mehrseitigen Vereinbarung vom 29. Oktober 2014 zwischen den zuständigen Behörden über
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke bei der Besteuerung von Immobilienveräußerungen
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke bei der Besteuerung von Kryptowerten
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke in der Immobilienbesteuerung
- part_of_vorgang → Kleine und mittlere Einkommen tatsächlich entlasten und Rücklagen- und Vermögensaufbau stärken
- part_of_vorgang → Kryptowerte streng regulieren und gerecht besteuern
- part_of_vorgang → Organisierte Steuerhinterziehung wie Cum-Cum, Cum-Ex und Umsatzsteuerkarusselle auf Bundesebene stärker bekämpfen
- spoke_in ← Olav Gutting (Rede)