Rede von Florian Oest (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 36: Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,.
Text
Rede von Florian Oest (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! 51 Prozent weniger irreguläre Migration
gegenüber 2024: Die Migrationswende findet statt, und sie
zeigt Wirkung.
(Zurufe der Abg. Janina Böttger [Die Linke]
und Sonja Lemke [Die Linke])
Diese Entwicklung ist ein Erfolg und zugleich Auftrag,
diesen Weg konsequent fortzusetzen, meine sehr geehrten
Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU – Sonja Lemke [Die
Linke]: Sie haben nicht zugehört!)
Gemeinsam mit Bundesinnenminister Alexander
Dobrindt ordnet die Sicherheitskoalition aus
Sozialdemokratie und Union das Migrationsgeschehen neu:
Ausweitung der stationären und mobilen Grenzkontrollen,
konsequente Zurückweisungen an unseren Grenzen,
Aussetzung des Familiennachzuges für subsidiär
Schutzbedürftige, konsequente Abschiebungen, Erhöhung der
freiwilligen Rückkehr in die Heimatländer, Abschaffung
der Turboeinbürgerung. Wir reden nicht nur über die
Migrationswende, wir setzen sie auch durch.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, eines ist doch
völlig klar: Wer vor Krieg und Verfolgung seine Heimat
verlässt und in Deutschland Schutz sucht, dem helfen wir.
Dabei gilt aber: Solidarität ist keine Einbahnstraße. –
Unser Grundsatz ist klar: Wer keinen Schutzanspruch
hat, soll nicht kommen. Wer straffällig ist, muss gehen.
Humanität braucht Ordnung, und Ordnung braucht
Durchsetzung.
Das gilt auch für Europa. Wer in einem EU-Land
bereits Schutz erhalten hat, kann nicht einfach nach
Deutschland weiterreisen und hier erneut Schutz
beantragen. Regeln dürfen nicht nur gelten, sie müssen eben auch
durchgesetzt werden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, der
Europäische Asyl- und Migrationspakt, das sogenannte
Gemeinsame Europäische Asylsystem, schafft dafür eine
wichtige Grundlage. Es muss jetzt aber eben auch beweisen,
dass es in der Praxis funktioniert.
(Zuruf der Abg. Dr. Irene Mihalic [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN])
Wie wichtig das ist, habe ich bei meinem Besuch in
Griechenland erlebt. Gemeinsam mit den Kollegen aus
der Innenpolitik waren wir vor wenigen Monaten in
Athen und auf Samos. Wir haben eine
Aufnahmeeinrichtung besucht und mit dem griechischen
Migrationsminister und Vertretern von Frontex gesprochen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, auf Samos
wird schon ziemlich konkret, was eine europäische
Außengrenze bedeutet. Zwischen der türkischen Küste und
Samos liegen auf dem Mittelmeer nur wenige Kilometer.
Die Menschen vor Ort tragen Verantwortung für eine
Aufgabe, die ganz Europa betrifft. Deshalb müssen wir
Griechenland und die anderen Staaten an den
Außengrenzen unterstützen – mit verlässlichen Verfahren, mit
wirksamem Grenzschutz und mit einer Rückkehrstrategie, die
funktioniert. Europäische Solidarität heißt,
Verantwortung gemeinsam zu tragen und gemeinsame Regeln
einzuhalten.
Über Schutz und Aufnahme entscheiden Recht und
Gesetz, nicht der Geldbeutel und erst recht nicht
kriminelle Schlepper. Schlepper kassieren Tausende von Euro
und bringen Menschen in Lebensgefahr. Dieses
menschenverachtende Geschäftsmodell dulden wir nicht.
Deshalb braucht es Schutzverfahren in sicheren
Drittstaaten, die klären, ob ein Schutzanspruch besteht. Und
wir brauchen Return Hubs außerhalb von Europa. Return
Hubs kommen für Menschen infrage, die
ausreisepflichtig sind, aber nicht unmittelbar in ihre Herkunftsstaaten
zurückgeführt werden können. Voraussetzung dafür sind
Vereinbarungen mit geeigneten Drittstaaten.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt führt dazu bereits
Gespräche. Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wirksame Rückführungen stärken das Vertrauen in unser
Miteinander, und europäische Zusammenarbeit sorgt
dafür, dass die Verantwortung nicht allein an den
Außengrenzen liegt.
(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Mit der AfD haben Sie diese Verordnung
verhandelt!)
Unser Ziel ist klar: Die Menschen in unserem Land
sollen sich sicher fühlen, überall und jederzeit. Dafür
brauchen wir eine Migrationspolitik, die schützt, steuert
und ihre Regeln durchsetzt. Pauschale Einschränkungen
ersetzen keine rechtsstaatliche und europäisch
abgestimmte Migrationspolitik. Sie, meine sehr geehrten
Damen und Herren, verlieren sich in der
Problembeschreibung. Wir lösen die Probleme.
Herzlichen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Maßnahmen für eine wirkliche Migrationswende
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