Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
Text
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
Tätigkeit: Wissenschaft, Hochschule oder Forschungseinrichtung
Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung. Knapp 32 000 Mitarbeitende an 75 Instituten und selbstständigen Forschungseinrichtungen in Deutschland erarbeiten das jährliche Finanzvolumen von 3,6 Mrd. €. Davon entfallen 3,1 Mrd. € auf das zentrale Geschäftsmodell von Fraunhofer, die Vertragsforschung. Die Grundfinanzierung durch Bund und Länder bildet die Basis für wegweisende Vorlaufforschung. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Fraunhofer-Forschung ist die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie: 2024 beliefen sich die Wirtschaftserträge auf 867 Mio. €. Dies unterstreicht die starke Marktorientierung. Ergänzt wird das Forschungsportfolio durch im Wettbewerb eingeworbene öffentliche Projektmittel.
Im Rahmen ihrer Tätigkeiten gestaltet die Fraunhofer-Gesellschaft innovationspolitische Rahmenbedingungen mit und setzt sich für eine Stärkung der Transferbedingungen insbesondere in den Bereichen Energietechnologien und Klimaschutz, Gesundheit, Innovationsforschung, IUK-Technologie, Light & Surfaces, Mikroelektronik, Produktion, Ressourcentechnologien und Bioökonomie sowie Werkstoffe und Bauteile ein. Dies erfolgt durch eine kontinuierliche Mitarbeit in politischen Beratungsgremien, das Verfassen von Positionspapieren und Stellungnahmen und einen regelmäßigen Austausch mit Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern.
Interessenbereiche: Cybersicherheit; Verbraucherschutz; Sonstiges im Bereich "Europapolitik und Europäische Union"; Sonstiges im Bereich "Verkehr"; Wissenschaft, Forschung und Technologie; Verkehrsinfrastruktur; Gesundheitsversorgung; Immissionsschutz; Klimaschutz; Land- und Forstwirtschaft; Lebens- und Genussmittelindustrie; Bauwesen und Bauwirtschaft; Öffentliches Recht; Sonstiges im Bereich "Verteidigung"; Energienetze; Sonstiges im Bereich "Energie"; Wettbewerbsrecht; EU-Gesetzgebung; Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU; Gesundheitsförderung; Sonstiges im Bereich "Medien, Kommunikation und Informationstechnik"; Verkehrspolitik; Luft- und Raumfahrt; Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben; Allgemeine Energiepolitik; Digitalisierung; Artenschutz/Biodiversität; Erneuerbare Energien; Sonstiges im Bereich "Gesundheit"; Lebensmittelsicherheit; EU-Binnenmarkt; Sonstiges im Bereich "Recht"; Sonstiges im Bereich "Landwirtschaft und Ernährung"; Stadtentwicklung; Urheberrecht; Industriepolitik; Kommunikations- und Informationstechnik; Sonstiges im Bereich "Innere Sicherheit"; Sonstiges im Bereich "Wirtschaft"; Sonstiges im Bereich "Raumordnung, Bau- und Wohnungswesen"; Sonstiges im Bereich "Umwelt"; Arzneimittel; Kleine und mittlere Unternehmen; Ländlicher Raum; Fischerei/Aquakultur; Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe; Datenschutz und Informationssicherheit; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz
Regelungsvorhaben:
- Generative KI in die Anwendung bringen: Schnelle und bürokratiearme Umsetzung des AI-Acts, der mit wichtigen politischen Weichenstellungen verbunden werden muss. Das Ziel ist, die technologische Souveränität des Industriestandorts Deutschland im europäischen Verbund langfristig zu stärken.
- Verbesserung des European Defence Fund in zweiter Phase der Laufzeit (2028-2034): Fraunhofer hat eine Stellungnahme zur Zwischenevaluierung des Europäischen Verteidigungsfonds EDF im Rahmen der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission vorgelegt. Ziel ist die Verbesserung des EDF-Programms in der zweiten Phase der Laufzeit.
- Verbesserung des EU-Rahmenprogramms für Forschung u Innovation FP10, European Defence Fund (2028-2034): Die Stellungnahme der Fraunhofer-Gesellschaft wurde im Rahmen der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission zur Ausgestaltung des kommenden EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation (FP10) sowie dem nächsten Europäischen Verteidigungsfond EDF erarbeitet. Ziel ist die Verbesserung der förderpolitischen Rahmenbedingungen für FuE in Deutschland und Europa, insb. unter Berücksichtigung von "Dual Use".
- Förderung der Erforschung von PFAS-Alternativen: Die Interessenvertretung zielt darauf ab, die Regelungen zur Beschränkung von PFAS so auszugestalten, dass für Zukunftstechnologien relevante Innovationsprozesse nicht unverhältnismäßig eingeschränkt werden.
- Sicherstellung eines niederschwelligen und bürokratiearmen Zugangs zu hochwertigen Forschungsdaten durch das Forschungsdatengesetz: Verbesserungen im Datenschutzrecht und Einführung bürokratiearmer zentraler Akkreditierungsmechanismen am geplanten Micro Data Center sowie Anreizstrukturen, die das Datenteilen aller Akteure entlang der Wertschöpfungskette anregen. Ziel ist einen niedrigschwelligen und bürokratiearmen Zugang zu hochwertigen Daten für datengetriebene Innovationen sicherzustellen.
- Stärkung des digitalen Industriestandorts Deutschland: Fraunhofer setzt sich für die Stärkung von Datenräumen und -infrastruktur, 5G/6G-Forschung, KI-Infrastrukturen sowie zukunftsweisende Produktionssysteme wie Robotik oder das Industrial Metaverse ein.
- Sicherstellung von langfristigen Investionen in Forschung und Entwicklung elektrochemischer Speicher (Batterien): Fraunhofer fordert den Aufbau einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Batteriewertschöpfungskette durch langfristige Forschung, innovative Produktionsinfrastrukturen, Förderung neuer Technologien und umfassende Recyclingstrategien an.
- Schaffung einer Fusionsroadmap: Fraunhofer fordert die Entwicklung einer klaren Fusionsroadmap, einen rechtlichen Rahmen für Fusionstechnologien, internationale Zusammenarbeit, Standardisierung, die Einrichtung von Innovations-Hubs, den Ausbau moderner Forschungsinfrastrukturen, die Förderung von Start-ups sowie die Ausbildung künftiger Fachkräfte, um die Kernfusion bis zur Marktreife zu bringen.
- Anpassung der Verteidigungsforschung in der Zeitenwende: Verteidigungsforschung hat einen wesentlichen Anteil an Deutschlands strategischer Souveränität und Sicherheit. Um diesbezügliche Innovationen effizienter zu nutzen, sollte die strikte Trennung zwischen ziviler und militärischer Forschung überdacht werden. Zentrale Themen sind die Nutzung des Weltraums, Hyperschallabwehr, autonome Systeme und KI.
- Schaffung wissenschafts- und innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen: Forderungen der Allianz der Wissenschaftsorganisationen an eine künftige Bundesregierung zur Schaffung wissenschafts- und innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen durch stabile Finanzierung, Bürokratieabbau, ein ausdifferenziertes Wissenschaftssystem, Internationalität im Wissenschaftssystem und ein Ministerium mit neuem Zuschnitt zur Verzahnung von Wissenschafts- und Innovationspolitik.
- Wettbewerbsfähige Gestaltung des deutschen Innovationsstandorts: Die Fraunhofer-Gesellschaft fordert gemeinsam mit DIHK, VDMA und ZVEI von der kommenden Bundesregierung zehn Punkte, um den deutschen Innovationsstandort wettbewerbsfähig zu gestalten und zukunftsgerecht aufzustellen.
- Fortsetzung Leichtbau-Förderung: Fortsetzung der Förderung für die Schlüsseltechnologie Leichtbau, insb. durch Neuauflage des bereits in der letzten Großen Koalition erfolgreichen Technologietransferprogramms »Leichtbau und Materialeffizienz«.
- Verbesserung der Rahmenbedingungen für den deutschen Innovationsstandort - Innovationsfreiheitsinitiative: Fraunhofer fordert den Abbau bürokratischer Hürden, die Schaffung von Anreizen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Innovation, die Förderung synergetischer Kooperationen zwischen Forschung und Industrie, eine gezielte Unterstützung des Mittelstands, transparente Transferstrukturen, die Anpassung des Gemeinnützigkeitsrechts und die Förderung von Normung sowie Weiterbildungsprogrammen, um die Innovationsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu stärken.
- Förderung resilienter und innovativer Wasserversorgungssysteme für Deutschland: Förderung von Forschung, Technologien und Konzepten für eine sichere, nachhaltige und effiziente Wasserversorgung. Fokus auf Wasserwiederverwendung, Digitalisierung, Notfallpläne, moderne Infrastruktur, Kreislaufwirtschaft und sektorübergreifende Zusammenarbeit zur Stärkung der Resilienz und Versorgungssicherheit in Deutschland.
- Empfehlungen zur Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland: Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland unterstützt Fraunhofer die Umsetzung der strategischen Leitplanken der Bundesregierung durch die Identifikation von Schlüsseltechnologien und die Konkretisierung von Maßnahmen, die deren Umsetzung fördern. Dazu gehören Reallabore, Pilotprojekte, Public-Private-Partnerships sowie Transferlösungen für den Mittelstand.
Die Fraunhofer Moonshot Innovation Briefs geben einen Überblick über neun zentrale Themenbereiche, die zur Umsetzung der Hightech-Agenda beitragen, darunter: Advanced Materials & Production, Batteriezellproduktion, Kernfusion, nachhaltige Systeme, Künstliche Intelligenz, Biomedizinischer Technologietransfer, Robotik, Mikroelektronik und Quanten.
- Forderung nach verbesserten Bau- und Genehmigungsverfahren für Forschungsinfrastrukturen: Die Fraunhofer-Gesellschaft fordert eine beschleunigte, vereinfachte und standardisierte Umsetzung von Bau- und Infrastrukturmaßnahmen, um die Innovationsfähigkeit und Agilität der Forschung zu sichern.
- Empfehlungen für eine zukunftssichere Verkehrsinfrastruktur: Die Vorschläge umfassen unter anderem den Aufbau von Forschungs- und Innovationsprogrammen für intelligente Verkehrsinfrastruktur, die Förderung von Pilotprojekten und Reallaboren, die Entwicklung digitaler Monitoring- und Wartungssysteme für Brücken, Straßen, Schienen sowie Wasserstraßen und Häfen sowie Maßnahmen zur Stärkung nachhaltiger Bauweisen und der Kreislaufwirtschaft im Infrastruktursektor.
- Ausgestaltung des Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF) und des 10. EU-Forschungsrahmenprogramms (FP10): Vorschläge zur Erhöhung und langfristigen Absicherung der Forschungs- und Innovationsinvestitionen, zur Stärkung kooperativer vorwettbewerblicher Forschung, zur Verbesserung des Transfers von Forschungsergebnissen in industrielle Anwendungen sowie zur Schaffung durchgängiger Innovationspfade von der Grundlagenforschung bis zur Markteinführung.
- Verbesserung des regulatorischen und nicht-regulatorischen Lernens in Reallaboren: Vorschläge zur institutionellen Verankerung wissenschaftlicher Begleitforschung, zur Verbesserung von Evaluierungs- und Transfermechanismen sowie zur stärkeren Verankerung innovationsorientierten Verwaltungshandelns. Darüber hinaus setzt sich Fraunhofer für die Entwicklung einheitlicher und nachvollziehbarer Verfahren zur Bewertung von Risiko-, Sicherheits- und Haftungsfragen im Zusammenhang mit regulatorischen Erprobungen ein.
Relationen
Keine Relationen.