Entwurf der Aufgabenplanung 2026 bis 2029
Text
Entwurf der Aufgabenplanung 2026 bis 2029
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5500
21. Wahlperiode 20.04.2026
Unterrichtung
durch die Deutsche Welle
Entwurf der Aufgabenplanung 2026 bis 2029
Zugeleitet mit Schreiben der Deutschen Welle vom 16. April 2026 gemäß § 4a des Deutsche-Welle-Gesetzes.
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Freiheit. Innovation. Dialog.
Das Leitmotiv der neuen Aufgabenplanung der Deutschen Welle ist strategischer
Kompass und Anspruch eines unabhängigen Journalismus mit Wirkung: eines
Journalismus, der jede Woche weltweit hunderte Millionen Menschen erreicht, unabhängig
und verlässlich informiert und Orientierung gibt. In einer Zeit geopolitischer
Veränderungen machen wir deutsche und europäische Perspektiven weltweit sichtbar.
Freiheit. Innovation. Dialog. wird sich sowohl im Profil unserer Berichterstattung spiegeln
als auch handlungsleitend für unsere DW-interne Arbeit sein.
Freiheit
In einer globalen Informationsunordnung, geprägt von geopolitischen Rivalitäten,
Wettstreit um Ressourcen sowie erstarkenden autoritären Modellen, sichern wir Zugang zu
verlässlichen, faktenbasierten Informationen in Europa und der Welt. Und das gerade dort,
wo Zensur, Desinformation und propagandistische Einflussnahme als Teil moderner
Konfliktführung, hybrider Kriegsführung und Machtpolitik das öffentliche Leben prägen.
Wir stärken die europäische Resilienz mit unabhängiger Berichterstattung in den
Regionen, die seit Jahren besonders intensiv von russischer Desinformation betroffen sind
– von Mittel- und Südosteuropa über die Ukraine bis hin zu Schlüsselländern wie Indien,
Indonesien und Brasilien sowie Teilen Afrikas, des arabischen Raums, Lateinamerikas und
Südostasiens. Wir wirken dort, wo Gesellschaften versuchen, sich zu wandeln - wie in
Syrien und Iran.
Die Neuordnung der Welt erhöht die Bedeutung einer starken medialen Präsenz
Deutschlands und Europas. Während Staaten ihre internationalen Beziehungen neu
ausrichten, macht die DW europäische Perspektiven sichtbar und gibt der Stimme der
Freiheit, der Demokratie und der Verlässlichkeit einer regelbasierten Ordnung eine
Plattform – auch in Ländern, mit denen Deutschland neue Partnerschaften sucht. Unsere
Perspektivenvielfalt und unsere regionale Expertise in über 30 Sprachen bilden einen
zentralen Erfolgsfaktor.
Wir arbeiten auf der Basis von Fakten und Expertise. Als Pfeiler demokratischer Resilienz
wirken wir durch regionale Verankerung, mit über 3.000 lokalen Partnern sowie innovativen
Ansätzen zur Umgehung digitaler Abschottung. Die DW ist verlässliche Quelle in Zeiten
wachsender Unsicherheiten und eine europäische Stimme, die dort Vertrauen schafft und
Orientierung gibt, wo Informationsräume politisiert, fragmentiert oder gezielt manipuliert
werden.
Innovation
Unsere Berichterstattung stärkt jene Kräfte, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Wandel vorantreiben - jungen, gebildeten und global vernetzten Menschen, die in ihren
Ländern Entwicklungen prägen, bietet die DW Orientierung und unterschiedliche
Perspektiven in Zeiten tiefgreifender Transformation.
Wir machen sichtbar, wo technologische, wirtschaftliche und soziale Lösungen
entstehen– und wo sich innovative, kreative Ansätze partnerschaftlich potenzieren. So
inspirieren wir Changemaker und Talente weltweit und stärken die internationale
Vernetzung für zukunftsweisende Lösungen in Gesellschaft und Wirtschaft.
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Deutschlernenden, einschließlich Fachkräften in der Vorintegration im Ausland, bieten wir
ein aktuelles und didaktisch aufbereitetes journalistisches Angebot.
Durch klare Analysen und multiperspektivische Erklärformate vermitteln wir Europa als
offenen, kooperationsfähigen Innovationsraum und stärken Vertrauen in europäische
Zukunftsmodelle. Unsere Berichterstattung verknüpft regionale Dynamiken mit globalen
Entwicklungen und macht sichtbar, wie Innovationen in unseren Zielregionen Impulse für
Europa liefern – und umgekehrt. Die DW wirkt als Katalysator in einer Welt im Wandel.
Parallel modernisieren wir uns selbst konsequent, in der Produktion, in journalistischen wie
betriebswirtschaftlichen Prozessen: KI-Transformation, Automatisierung und digitale
Standards schaffen mehr Effizienz. Strategische Partnerschaften eröffnen uns neue
Möglichkeiten. Unsere Ressourcen wirken dort, wo sie maximale Wirkung entfalten – in
originärem, faktenbasiertem und vor Ort produziertem Journalismus, der Gegenwart und
Zukunft verständlich macht. Wir stellen die DW zukunftssicher auf mit einer modernen,
inklusiven Unternehmenskultur, die Veränderung als Normalität versteht und die
Mitarbeitenden stärkt, die sich bietenden Chancen zu nutzen.
Dialog
Die DW ist Deutschlands internationale Medienmarke – ein Ort für offenen, glaubwürdigen
Austausch in einer Welt wachsender Polarisierung. Sie verbindet die Perspektiven aus den
verschiedenen Weltregionen mit deutschen und europäischen Sichtweisen und schafft auf
den Plattformen, auf denen die Menschen sind, Räume, in denen Austausch möglich ist.
Dieser Dialog verpflichtet auch nach Innen, mit offenen Diskussionsräumen und
konstruktiver Feedbackkultur.
Als internationaler Sender mit hoher regionaler Bekanntheit arbeiten wir gezielt mit
strategischen Partnerschaften vor Ort in unseren weltweiten Zielmärkten – und stärken
europäische Allianzen, insbesondere entlang der deutsch‑französischen Achse mit France
Médias Monde und ARTE im europäischen Raum. Wir wirken komplementär und
kulturverbindend, um Desinformation und Propaganda verlässliche Informationen,
journalistische Qualität und kulturelle Nähe entgegenzustellen. KI‑Systeme und
Chat‑Interfaces werden zentrale Zugänge zu Informationen. Wir setzen neben eigenen
Plattformen auf starke KI‑Partnerschaften und passende Lizenzmodelle, damit unsere
Inhalte auch dort sichtbar und wirksam bleiben.
Als DW-Organisation für internationale Medienentwicklung, journalistische Aus- und
Fortbildung und Wissensvermittlung fördert die DW Akademie Medienfreiheit,
Informationskompetenz und Widerstandskraft gegen Desinformation und Propaganda –
zentrale Voraussetzungen für stabile demokratische Systeme. Mit ihren Projekten stärkt sie
das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung und ungehinderten Zugang zu
Informationen. Die DW wirkt als Brückenbauerin zwischen Deutschland, Europa und der
Welt: unabhängig, multiperspektivisch und auf Augenhöhe.
Die Bundesrepublik löst das Versprechen ihrer freiheitlich-demokratischen Grundordnung
auch mit den unabhängigen journalistischen Angeboten der DW ein. Die DW unterstützt
mit ihrer unabhängigen Berichterstattung und ihrer Akademie in strategisch wichtigen
Ländern Informationszugang und Medienpluralität und trägt damit zu stabilen
Partnerschaften auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene bei. Der
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ungehinderte Zugang zu freien und verlässlichen Informationen schützt Demokratien,
Zivilgesellschaften und die globale Sicherheit.
Berlin, März 2026
Barbara Massing
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Inhaltsverzeichnis
Freiheit. Innovation. Dialog. 2
1 Einführung 6
2 Globale Herausforderungen 6
3 Strategischer Rahmen 10
3.1 Leitbild 10
3.2 Wirkungsabsichten 12
3.3 Zielgruppen 13
3.4 Zielgebiete 14
4 Unternehmensziele 2026 - 2029 18
4.1 Schwerpunkte für die Jahre 2026-2029 19
5 Strategische Partnerschaften und Projekte 26
6 Strategische Ausrichtung der Angebote pro Region 31
6.1 Europa 31
6.2 Subsahara-Afrika 38
6.3 Asien 41
6.4 Amerika 44
6.5 MENA 48
6.6 Englisch 50
6.7 Deutsch 54
7 DW Akademie 55
8 Finanzieller Rahmen 56
Anhang: Kriterien für die Bewertung der Angebote 59
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1 Einführung
Die DW ist gemäß § 4a des Deutsche-Welle-Gesetzes aufgefordert, in eigener
Verantwortung eine Aufgabenplanung für einen Zeitraum von vier Jahren zu erstellen. In
der Aufgabenplanung legt sie ihre Programmziele, Schwerpunktvorhaben und deren
Gewichtung zur Erfüllung ihrer Aufgaben dar, aufgeschlüsselt nach Zielgebieten,
Zielgruppen, Verbreitungswegen und Angebotsformen. Zudem wird ausgeführt, wie die
DW zur Aus- und Fortbildung von Medienschaffenden beiträgt, insbesondere im Rahmen
der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und der Förderung der auswärtigen
Beziehungen.
Die Aufgabenplanung wird durch den Rundfunkrat der DW beschlossen, mit Zustimmung
des Verwaltungsrates und unter Einbeziehung von Stellungnahmen des Deutschen
Bundestages, der Bundesregierung sowie der interessierten Öffentlichkeit.1 In die
vorliegende Aufgabenplanung sind die Ergebnisse und Erkenntnisse des
Evaluationsberichts 2025 eingeflossen.
2 Globale Herausforderungen
Liberale Werte und demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Pluralismus und
Rechtsstaatlichkeit geraten weltweit zunehmend unter Druck. Geopolitische Umbrüche,
gewaltsame Konflikte und der wachsende Einfluss autoritärer Regime stellen die
regelbasierte internationale Ordnung und multilaterale Institutionen infrage. Zugleich
verschärfen populistische, extremistische und demokratiefeindliche Kräfte vielerorts
gesellschaftliche Spannungen.
Exemplarisch für die zugespitzte Weltlage stehen der russische Angriffskrieg auf die
Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten sowie die zunehmende gesellschaftliche
Polarisierung und Vertrauensverluste in demokratische Institutionen, etwa in den USA
ebenso wie zunehmend auch in Europa. Auch die Folgen des Klimawandels bedrohen
Frieden, Stabilität und Sicherheit, insbesondere durch Ressourcenknappheit, Migration
und soziale Spannungen. Hinzu kommen Handelskonflikte und ein verschärfter globaler
Wettbewerb um Rohstoffe, Technologie und Know-how, der geopolitische Rivalitäten
erzeugt, neue strategische Partnerschaften erfordert und maßgeblich für künftigen
Wohlstand und wirtschaftliche Wertschöpfung ist.
Ein zentraler Bestandteil dieser fragilen Lage ist ein zunehmend hybrid geführter
Konflikt, bei dem militärische, ökonomische und kommunikative Mittel miteinander
verknüpft werden. Autoritäre Akteure setzen gezielt Desinformation und Propaganda ein,
um demokratische Gesellschaften und Institutionen zu destabilisieren, Vertrauen in
Medien zu untergraben und manipulative Narrative zu verbreiten. Unabhängige
1 Der Entwurf wurde durch den Rundfunkrat mit Zustimmung des Verwaltungsrats beschlossen.
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internationale Medien wie die DW geraten dabei verstärkt ins Visier politischer Attacken,
digitaler Angriffe und rechtlicher Repressionen.
Eingeschränkter Zugang zu verlässlichen Informationen
Vor diesem Hintergrund verschlechtern sich weltweit die Bedingungen für den freien
Zugang zu unabhängigen Informationen. In vielen Ländern fehlt ein unabhängiges
öffentlich-rechtliches oder privates Medienangebot. Staatliche Anbieter fungieren oftmals
als Sprachrohre der Regierungen; kommerzieller Druck und politische Vereinnahmung
führen bei privaten Medien teils zu eingeschränkter Angebotsvielfalt. Gleichzeitig nehmen
staatliche Kontrolle, Zensur und Eingriffe in journalistische Arbeit weltweit zu. In
zahlreichen Ländern werden Medieninhalte gefiltert, Nachrichtenangebote blockiert und
Journalistinnen und Journalisten durch Gesetze, Drohungen oder Repressionen
eingeschüchtert, etwa in Russland, Iran, China und der Türkei. Auch Internetsperren,
Blockaden oder Einschränkungen sozialer Netzwerke erschweren den Zugang zu
verlässlichem Journalismus, insbesondere in Krisen- und Konfliktsituationen. Digitale
Ungleichheit, begrenzte Medienkompetenz und sprachliche Barrieren verstärken die
Informationsdefizite zusätzlich.
Der beabsichtigte Rückbau US-amerikanischer Auslandsmedien reißt besonders in
vulnerablen Regionen Lücken, die zunehmend von russischen und chinesischen
Propagandaangeboten gefüllt werden. Damit verschiebt sich das globale
Informationsangebot zulasten unabhängiger, faktenbasierter Berichterstattung.
Wandel der Mediennutzung
Auch dort, wo der Zugang zu Informationen besteht, verändern sich Nutzung,
Auffindbarkeit und Vertrauen tiefgreifend. Die Nutzung klassischer Medien geht in vielen
Zielmärkten zurück, besonders bei jungen Zielgruppen. Nachrichten werden überwiegend
digital und mobil konsumiert, auch wenn Fernsehen und Radio insbesondere in Teilen
Afrikas weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Die Zielgruppen der DW nutzen Inhalte vor allem über soziale Netzwerke, Messenger,
Video-Plattformen und zunehmend KI-gestützte Such- und Informationsangebote.
Klassische Websites verlieren dabei an Bedeutung, da Inhalte häufig über
Suchmaschinen, KI-Dienste, soziale Netzwerke und aggregierende Plattformen gesucht
werden. Algorithmen bestimmen maßgeblich die Sichtbarkeit und Reichweite; auffindbar
ist vor allem, was als individuell relevant eingestuft wird. Die Dominanz kommerziell
gesteuerter Plattformen erschwert es journalistischen Medien, dauerhaft sichtbar zu
bleiben und stabile Publikumsbeziehungen aufzubauen. Zugleich stehen journalistische
Medien unter wachsendem Rechtfertigungsdruck und sehen sich gezielten Angriffen auf
ihre Glaubwürdigkeit ausgesetzt. Besonders in polarisierten Öffentlichkeiten findet
zunehmend nur noch Akzeptanz, was dem eigenen Weltbild entspricht.
Auswirkungen Künstlicher Intelligenz
KI verändert die journalistische Arbeit grundlegend. Sie ermöglicht effizientere
redaktionelle Prozesse, neue Formen der Recherche, Produktion, Übersetzung,
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Verbreitung und Personalisierung. Zugleich wird KI von autoritären Akteuren zur
Irreführung, Zensur, Überwachung und Kontrolle eingesetzt und gezielt mit
Falschinformationen gespeist, die in KI-generierte Antworten einfließen. Deepfakes,
synthetische Stimmen und automatisierte Desinformationskampagnen verschärfen die
Dynamik im digitalen Informationsraum. Ein verantwortungsvoller und transparenter KI-
Einsatz wird damit zentral für journalistische Glaubwürdigkeit.
Für Medienhäuser entstehen daraus erhebliche Herausforderungen: Journalistische
Inhalte werden zunehmend personalisiert ausgespielt, auch in Form automatisch
erzeugter Zusammenfassungen oder als modular neu zusammengesetzter liquid content.
Sichtbarkeit entsteht vermehrt innerhalb von KI-Antworten, wie in AI Overviews oder AI
Mode, statt über den Aufruf von Websites. Hierdurch ist die Beziehung zwischen
Medienmarke und Nutzenden sehr viel schwieriger zu halten. Zudem haben Medien bei KI-
generierten Antworten nur eingeschränkten Einfluss darauf, in welchem Kontext und in
welcher Gewichtung ihre Inhalte erscheinen. Werden journalistische Beiträge verkürzt
oder neu kombiniert, kann sich ihre Bedeutung verändern. Entsprechend gewinnen
strukturierte Inhalte, verlässliche Metadaten, klare Zuschreibungen, formale
Vereinbarungen und Lizenzmodelle mit KI-Plattformen sowie gesonderte, unabhängige
Trusted-Content-Plattformen an Bedeutung, um Qualität, Herkunft und Kontext auch in KI-
basierten Umgebungen sichtbar und nachvollziehbar zu halten.
Darüber hinaus verlagern sich zunehmend Einnahmen zu Plattformbetreibern, wodurch
Geschäftsmodelle unter Druck geraten und sowohl Medienvielfalt als auch die
demokratische Öffentlichkeit gefährdet werden.
Gerade vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung unabhängiger Informationsanbieter
deutlich. In einer zunehmend KI-vermittelten Informationsumgebung braucht es
verlässliche journalistische Akteure, die für hohe redaktionelle Standards, gründliche
Recherche und sorgfältige Einordnung stehen.
KI bietet zugleich erhebliche Chancen, Inhalte plattformspezifisch und mehrsprachig
effizient zu erstellen, neue Zielgruppen zu erreichen und redaktionelle sowie
organisatorische Prozesse zu optimieren. Voraussetzung hierfür ist ein
verantwortungsvoller, transparenter und wertebasierter Einsatz dieser Technologien.
Intensivierter Wettbewerb im digitalen Raum
Während früher professionelle Medienunternehmen über Radio, Fernsehen und Print ein
breites Publikum erreichten, können heute auch Einzelpersonen mit geringem
technischem und finanziellem Aufwand erhebliche Reichweiten erzielen. Influencerinnen,
Influencer und digitale Meinungsmacher verschärfen den Wettbewerb um
Aufmerksamkeit deutlich, oft ohne journalistische Standards oder redaktionelle
Verantwortung. Mit der zunehmenden Verbreitung KI-generierter Inhalte wird es für
Nutzende zudem schwieriger, zwischen verlässlichen Informationen und manipulativen
Inhalten zu unterscheiden. Orientierung, Einordnung und journalistische Qualität werden
damit zentrale Differenzierungsmerkmale.
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Konsequenzen für die DW
In einer fragmentierten und zunehmend polarisierten Medienumgebung steht die DW vor
der Aufgabe, ihre Zielgruppen unter veränderten technologischen und geopolitischen
Bedingungen zuverlässig zu erreichen und ihre Rolle im globalen Informationsraum zu
behaupten. Das Leitmotiv Freiheit, Innovation und Dialog bildet hierfür den
handlungsleitenden Rahmen, um unabhängigen Qualitätsjournalismus zu sichern,
technologische und organisatorische Transformation aktiv zu gestalten und globale
Verständigung zu stärken.
Der wachsende Druck auf unabhängige Medien, staatliche Einflussnahme, organisierte
Desinformation und digitale Repression erhöhen die strategische Bedeutung frei
zugänglicher, faktenbasierter Informationsangebote aus deutsch-europäischer
Perspektive. Für die DW bedeutet dies, ihre Präsenz insbesondere in Regionen mit
eingeschränkter Medienfreiheit, ausgeprägter Polarisierung und hoher Relevanz für
Deutschland auszubauen und die demokratische Resilienz gegenüber manipulativen
Einflussstrategien zu stärken.
Das veränderte Umfeld erfordert zugleich, zukunftsweisende soziale, gesellschaftliche
und wirtschaftliche Entwicklungen sichtbar zu machen und als Medienunternehmen
selbst konsequent innovativ zu agieren – sowohl in journalistischen Produkten und
Formaten als auch in organisatorischer Aufstellung, Zusammenarbeit, Administration und
Technik. Die DW muss ihre technologische und organisatorische Anpassungsfähigkeit
weiter erhöhen, neue Distributionslogiken aktiv für ihre Präsenz nutzen und ihre Inhalte
plattform- und zielgruppengerecht weiterentwickeln, um im Wettbewerb um
Aufmerksamkeit sichtbar zu bleiben.
In zunehmend polarisierten Öffentlichkeiten wächst der Bedarf an vertrauenswürdigen,
multiperspektivischen Angeboten, die Einordnung ermöglichen und als Grundlage für
konstruktiven Dialog dienen. Für die DW ergibt sich daraus die Notwendigkeit,
dialogorientierte Angebote systematisch zu stärken, Austausch in den Zielgebieten zu
fördern und ihre regionale Vernetzung auszubauen, um als Brückenakteurin zwischen
Deutschland, Europa und ihren Zielregionen zu wirken. Das Prinzip des konstruktiven
Dialogs auf Augenhöhe verpflichtet auch nach innen, zur Erhöhung der
Perspektivenvielfalt und Stärkung der DW-Exzellenz.
Die DW gut positioniert, diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen und die sich
daraus ergebenden Chancen zu nutzen. Ihre journalistische Expertise, regionale Präsenz,
Mehrsprachigkeit ebenso wie ihre starken Partner und ihre hohe Innovationskraft bilden
hierfür eine tragfähige Grundlage. Zentrale Voraussetzung bleibt eine nachhaltige,
angemessene Finanzierung, orientiert an der Ausstattung der BBC. So kann die DW eine
führende Rolle im globalen Informationsraum einnehmen – als Garant verlässlicher
Informationen, als Stimme freiheitlich-demokratischer Werte, als Impulsgeberin für
Innovation und als wirksames Gegengewicht zu Propaganda und Desinformation.
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3 Strategischer Rahmen
Der Auftrag der Deutschen Welle ist im DW-Gesetz, § 4, festgelegt: „Die Angebote der
Deutschen Welle sollen Deutschland als europäisch gewachsene Kulturnation und
freiheitlich verfassten demokratischen Rechtsstaat verständlich machen. Sie sollen
deutschen und anderen Sichtweisen zu wesentlichen Themen vor allem der Politik, Kultur
und Wirtschaft sowohl in Europa wie in anderen Kontinenten ein Forum geben mit dem
Ziel, das Verständnis und den Austausch der Kulturen und Völker zu fördern. Die Deutsche
Welle fördert dabei insbesondere die deutsche Sprache.“
3.1 Leitbild
Das Leitbild der DW übersetzt den gesetzlichen Auftrag in eine prägnante Mission, eine
Vision und einen Markenkern, die Orientierung für alle Bereiche der DW bieten. Es schafft
Klarheit darüber, wofür die DW steht, welchen Beitrag sie im internationalen Medienumfeld
leisten will und welches Zielbild sie anstrebt. Am Leitbild orientieren sich das
journalistische Profil sowie die internen Schwerpunktsetzungen der nächsten Jahre.
Abbildung 1: Leitbild der DW
Freiheit
In einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen, einer sich neu justierenden
globalen Ordnung, der Gefahr eines eskalierenden Krieges in Europa und eines Erstarkens
autoritärer Kräfte positioniert sich die DW als glaubwürdige Quelle für unabhängigen,
faktenbasierten und multiperspektivischen Journalismus. Sie stärkt weltweit Informations-
und Meinungsfreiheit und wirkt Propaganda sowie Desinformation wirksam entgegen. Mit
regional relevanten, inhaltlich exzellenten und inspirierenden Angeboten erreicht sie
insbesondere junge, digital vernetzte Zielgruppen in Regionen mit eingeschränkter
Medienfreiheit oder hoher Polarisierung, die für Deutschland strategisch bedeutsam sind.
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Ihre Berichterstattung zeichnet sich durch Tiefe, sorgfältige Faktenprüfung und klare
Unterscheidbarkeit von KI-generierten Inhalten aus. Ihre thematische Ausrichtung ist
regional differenziert, bleibt jedoch stets verankert in den Werten und Prinzipien, für die
Deutschland steht: Freiheit, liberale Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und
Innovationskraft. Auf dieser Grundlage und aus dieser Perspektive heraus machen die
Angebote der DW Deutschland als europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich
verfassten demokratischen Rechtsstaat verständlich und gewährleisten zugleich, dass die
Angebote relevant und anschlussfähig für die weltweiten Zielgruppen sind. So stärkt die
DW ihre Markenidentität als Referenz für freiheitsorientierten Qualitätsjournalismus. Diese
wird getragen von starken journalistischen Persönlichkeiten, die Vertrauen schaffen und
die Bindung zur Marke stärken. In zensierten Märkten unterstützt sie den Zugang zu
unabhängigen Informationen auch durch technische Lösungen. Bildungs- und
Beratungsangebote der DW-Akademie ergänzen das journalistische Portfolio und fördern
Medienfreiheit, Medienkompetenz sowie demokratische Resilienz.
Innovation
Innovationen prägen die Inhalte und Distribution der DW ebenso wie die Organisation
selbst. Die DW macht in ihrer Berichterstattung zukunftsweisende Entwicklungen sichtbar.
Die DW stellt dar, welche neuartigen technologischen, wirtschaftlichen und sozialen
Ansätze und innovative Lösungen in Deutschland, Europa und den weltweiten
Zielregionen entstehen und welche Impulse sich daraus für gesellschaftlichen Fortschritt
ergeben.
Die DW verfolgt eine agile, plattformübergreifende Strategie zur Verbreitung ihrer
Angebote: Sie kooperiert mit europäischen Partnern, lokalen – insbesondere digitalen –
Medien, Influencerinnen und Influencern sowie Plattformen und geht Partnerschaften mit
KI-Diensten ein, ohne ihre redaktionelle Unabhängigkeit zu gefährden. Ihre eigenen
Plattformen dienen als stabiles technisches Rückgrat und als verlässliche Quellen für
qualitätsgesicherte Inhalte.
Gleichzeitig treibt die DW ihre eigene digitale Transformation konsequent voran – durch
den verantwortungsvollen Einsatz von KI, effiziente Prozesse und eine
innovationsorientierte Unternehmenskultur, die kontinuierliche Weiterentwicklung
ermöglicht.
Dialog
In einer Welt wachsender Polarisierung fördert die DW offene Debatten, vielfältige
Perspektiven und konstruktiven Austausch. Interaktive, dialogorientierte und auch
Gaming-fokussierte Formate vertiefen diesen Anspruch und fördern den Dialog mit der
Community. Neben ihrer faktenbasierten Berichterstattung legt die DW daher Wert auf
Debatten und vielfältige Positionen, um freien Meinungsaustausch in den Zielregionen zu
fördern und als Katalysator für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt zu
wirken.
Strategische Partnerschaften und die enge Vernetzung vor Ort in ihren Zielgebieten sind
dafür von zentraler Bedeutung. So verbindet die DW regionale, europäische und globale
Perspektiven und wirkt als Brückenbauerin zwischen Deutschland, Europa und der Welt.
Mit dieser strategischen Ausrichtung führt die DW journalistische Exzellenz,
Innovationskraft und dialogische Offenheit auf Basis verlässlicher Informationen
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zusammen. Sie erfüllt ihren gesetzlichen Auftrag wirksam und zeitgemäß und behauptet
sich als relevantes, unabhängiges und zukunftsfähiges Medienhaus im globalen
Informationsraum.
3.2 Wirkungsabsichten
Auf Grundlage der im DW-Gesetz verankerten Ziele, des Leitbilds sowie der
beschriebenen Herausforderungen hat die DW folgende Wirkungsabsichten formuliert.
1. Zugang zu unabhängigen Informationen ermöglichen
Die DW stellt qualitativ hochwertige Informationen bereit – insbesondere dort, wo
deren Verfügbarkeit eingeschränkt oder nicht gewährleistet ist.
2. Freie Meinungsbildung fördern
Die DW bietet eine verlässliche, faktenbasierte Informationsgrundlage, die es
Menschen erlaubt, sich informiert eine Meinung zu bilden und fundiert
Entscheidungen zu treffen.
3. Verständnis freiheitlich-demokratischer Werte stärken
Die DW vermittelt und fördert das Verständnis für liberale, demokratische und
freiheitliche Werte und Prinzipien wie Menschenrechte, Meinungsfreiheit und
Rechtsstaatlichkeit.
4. Gesellschaftlichen Dialog und Innovationsfähigkeit unterstützen
Durch dialogorientierte Formate und vielfältige Perspektiven stärkt die DW
Austausch und Teilhabe – insbesondere in fragmentierten oder repressiven
Informationsräumen. Sie fördert einen offenen gesellschaftlichen Dialog, der auch
zu Innovation und zur Entwicklung von Lösungen für gesellschaftliche
Herausforderungen inspiriert.
5. Medienkompetenz und freie Mediensysteme stärken
Die DW leistet Unterstützung dabei, Informationen kritisch einzuordnen und
Desinformation zu erkennen. Sie unterstützt Journalistinnen, Journalisten und
Institutionen beim Aufbau unabhängiger und pluraler Mediensysteme.
6. Verständnis von Deutschland, Europa und der deutschen Sprache fördern
Die DW vermittelt ein realistisches und differenziertes Bild von Deutschland und
Europa und leistet damit einen Beitrag zu Völkerverständigung, internationalem
Austausch und Vertrauensaufbau. Als Brückenbauerin stärkt sie Beziehungen
zwischen Deutschland und den Zielregionen. Mit ihren deutschsprachigen
Angeboten fördert sie zudem die deutsche Sprache.
Abbildung 2: Wirkungsabsichten der DW
Mit ihren Wirkungsabsichten trägt die DW dazu bei, das demokratische Versprechen
Deutschlands international einzulösen. Sie stärkt verlässliche Informationsräume und
wirkt Desinformation im Ausland – auch über Deutschland und Europa - entgegen, die
öffentliche Debatten verzerrt. In ihrem unabhängigen journalistischen Angebot vermittelt
sie Grundlagen freiheitlich-demokratischer Gesellschaften und macht Werte und
Prinzipien sichtbar, die europäisches Handeln prägen. Zugleich leistet sie einen Beitrag zu
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Deutschlands Sichtbarkeit im Ausland sowie internationaler Verständigung als
Grundlagen stabiler Partnerschaften.
Die Wirkungsabsichten bilden eine zentrale Grundlage für die strategische und
programmliche Planung. Zudem dienen sie als Maßstab für die Evaluation: Sie machen
nachvollziehbar, inwieweit die DW ihren Auftrag wirksam erfüllt oder ob
Anpassungsbedarf besteht. Damit verbinden die Wirkungsabsichten Auftrag, Leitbild,
Zielsetzungen und Erfolgskontrolle zu einem konsistenten Rahmen (siehe auch Anhang:
DW-Kriterien für die Bewertung ihrer Angebote).
3.3 Zielgruppen
Die Zielgruppendefinition ist ein zentrales Instrument der Angebotssteuerung und
Profilierung der DW. Nur wenn klar bestimmt ist, welche Zielgruppen prioritär erreicht
werden sollen, können Inhalte, Formate und Distributionswege wirksam, effizient und
zielgerichtet gestaltet werden. Zugleich ist das Angebot der DW offen und frei
zugänglich für alle Menschen – unabhängig davon, ob sie zur definierten Zielgruppe
gehören. Niemand wird von der Nutzung ausgeschlossen.
Die DW richtet sich weltweit prioritär an junge Akteurinnen und Akteure der politischen
und gesellschaftlichen Meinungsbildung. Sie prägen öffentliche Debatten, bringen neue
Impulse in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur ein und fungieren als zentrale
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Abbildung 3: Zielgruppenbeschreibung der DW
Die Konzentration auf eine junge, gebildete und urbane Zielgruppe ist für die DW eine
wichtige Schwerpunktsetzung. In vielen Zielregionen, insbesondere in Asien und Afrika,
stellen junge Menschen einen großen Anteil der Bevölkerung. Sie prägen gesellschaftliche
Entwicklungen und Wandel, sind digital vernetzt, in sozialen Medien aktiv, treiben
Innovation in Politik, Gesellschaft und Unternehmertum voran und verfügen über ein
hohes Multiplikationspotenzial. Die DW fokussiert sich zudem auf urbane Räume, da
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diese Zentren von Politik, Wirtschaft, Medien, Bildung, Innovation und gesellschaftlichem
Diskurs sind und über eine vergleichsweise gute digitale Infrastruktur verfügen. Die
Zielgruppe umfasst alle Geschlechter. Frauen sind in der Mediennutzung in vielen
Regionen noch unterrepräsentiert oder werden durch bestehende Informationsangebote
häufig weniger gut erreicht als Männer. Da Frauen in vielen Regionen im öffentlichen
Diskurs marginalisiert sind und zugleich zentrale Rollen in Familien und Gemeinschaften
einnehmen, trägt ihre gezielte Ansprache dazu bei, die Wirkung der DW als
vertrauenswürdige Informationsquelle zu stärken.
Insgesamt ermöglicht die gezielte Ansprache dieser Zielgruppe einen wirkungsvollen
Einsatz begrenzter Ressourcen.
3.4 Zielgebiete
Die DW richtet ihre journalistischen Angebote auf jene Zielgebiete aus, in denen sie im
Sinne ihres Auftrags die größte Wirkung erzielen kann. Im Fokus stehen dabei Regionen, in
denen Demokratie und Freiheit unter Druck stehen, unabhängige sowie
unvoreingenommene Berichterstattung eingeschränkt ist und die von hoher Relevanz für
Deutschland sind, sodass – auch infolge geografischer Entfernung – die Brückenfunktion
der DW gefragt ist. In diesen Kontexten besteht ein besonderer Bedarf an verlässlichen
Informationen aus deutsch-europäischer Perspektive. Hier kann die DW als kulturelle
Vermittlerin zwischen Deutschland und anderen Weltregionen wirken, das Verständnis für
demokratische Werte und gesellschaftliche Vielfalt stärken sowie innovative
Entwicklungen sichtbar machen und den Austausch hierzu fördern.
Fokus auf 16 Prio A-Länder
Digitale Plattformen und KI‑basierte, personalisierte Ausspielung verändern die
Mediennutzung grundlegend. Um in diesem Umfeld sichtbar zu bleiben, braucht es klar
profilierte und auf die Zielgruppen zugeschnittene Angebote. Angesichts begrenzter
Ressourcen fokussiert die DW ihre Zielgebiete, um mit maßgeschneiderten und regional
verankerten Inhalten den größten strategischen Beitrag zu leisten. Ihre Sprachenvielfalt
sichert dabei die regionale Verankerung ihres Journalismus und damit ihre Relevanz für die
Nutzenden.
Im Fokus ihrer journalistischen Angebote stehen 16 Prio A-Länder. In diesen Ländern
verfolgt die DW eine intensive Profilierung durch originäre, exklusive und einzigartige
journalistische Inhalte, eine starke redaktionelle Präsenz vor Ort, den Einsatz
profilprägender journalistischer Persönlichkeiten und ein ausgeprägtes Community-
Building. Zudem führt die DW in diesen Ländern verstärkt Vertriebstätigkeiten durch, um
durch Kooperationen mit ausgewählten Partnern vor Ort die Zielgruppe noch besser zu
erreichen. Auf diese Weise stärkt die DW ihre Markenidentität, erhöht ihre Sichtbarkeit und
fördert einen kontinuierlichen Dialog mit ihren Zielgruppen.
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Abbildung 4: Prioritäre Zielländer der DW
In Europa adressiert die DW die Prio A-Länder Russland und Ukraine mit russisch- und
ukrainischsprachigen Angeboten und erreicht zugleich russischsprachige Anrainerstaaten
in Osteuropa und Zentralasien mit regionalisierten Inhalten. Zusätzlich bietet die DW
Sprachangebote für Mittel-, Südost- und Osteuropa – zur Stärkung der europäischen
Resilienz in einer Region, die besonders im Fokus russischer Beeinflussungsversuche
steht. Von besonderer strategischer Bedeutung ist zudem das Prio A-Land Türkei.
In Subsahara-Afrika bietet die DW Inhalte in Englisch, Französisch und Portugiesisch für
Afrika sowie Amharisch, Haussa und Kisuaheli an. Nigeria und die Demokratische Republik
Kongo stehen dabei im Zentrum. Zugleich werden zentrale Länder in West-, Zentral-, Ost-
und Südafrika erreicht.
In Asien ist die DW mit den Regionalsprachen Bengalisch, Chinesisch, Dari, Farsi, Hindi,
Indonesisch, Paschtu, Tamil und Urdu vertreten. Besondere Priorität haben China, Indien,
Indonesien, Iran und Pakistan. Darüber hinaus werden weitere wichtige Länder der Region
wie zum Beispiel Afghanistan und Bangladesch abgedeckt.
In Amerika ist die DW mit englischen, spanischen und brasilianisch‑portugiesischen
Angeboten präsent. Der Schwerpunkt liegt auf den Prio-A-Ländern USA, Brasilien und
Mexiko. Das spanischsprachige Angebot ermöglicht darüber hinaus eine regionale
Abdeckung weiter Teile Lateinamerikas.
In der MENA-Region fokussiert sich die DW auf Ägypten, Irak und Syrien. Die
arabischsprachigen Angebote sind darüber hinaus im gesamten Nahen Osten sowie in
Nordafrika nutzbar.
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Die Zielländer geben an, auf welche Länder die DW ihre Ressourcen fokussiert, nicht, aus
welchen Ländern sie berichtet. Die DW berichtet über wichtige Ereignisse aus der ganzen
Welt, sofern sie für ihre Zielgruppen relevant sind und im Rahmen ihres Auftrags liegen.
Die Auswahl der Zielländer erfolgt auf Basis klar definierter Kriterien unter Nutzung
anerkannter internationaler Indizes und Studien, offizieller Statistiken sowie interner
Analysen und Erhebungen. Berücksichtigt werden vor allem Demokratisierung und
Freiheitsrechte, Relevanz für Deutschland, die Position der DW sowie Nutzungspotenziale.
Die Priorisierung wird regelmäßig überprüft, um auf politische und gesellschaftliche
Veränderungen in den Zielgebieten reagieren zu können.
Angebote, die ein oder mehrere hochpriorisierte Länder adressieren, werden gezielt
gestärkt, um originäre, exklusive und regionalisierte journalistische Angebote zu
ermöglichen. Die weiteren Angebote sind eng in übergreifende Kooperations- und
Produktionsstrukturen eingebunden. Durch effiziente Zusammenarbeit, enge
redaktionelle Abstimmung und eine koordinierte thematische Schwerpunktsetzung
entstehen länderübergreifende Inhalte, die mehrere Zielländer bedienen.
In mehrsprachigen Regionen vereinfacht der gezielte Einsatz von KI künftig noch stärker,
Inhalte aus einem Zielland effizient in andere in der Region vorkommende Sprachen zu
adaptieren. So können Synergieeffekte systematisch genutzt werden, sodass die DW
Wirkung über die Kern-Zielländer hinaus erzielt.
Sprachenvielfalt als strategischer Mehrwert
Die DW ist mit Angeboten in derzeit 32 Sprachen2 in ihren Zielmärkten präsent. Diese
Sprachenvielfalt ermöglicht es, Zielgruppen in ihren jeweiligen kulturellen und
sprachlichen Kontexten zu erreichen, Vertrauen aufzubauen und regionale Perspektiven
systematisch in die journalistische Arbeit einzubeziehen. Dies ist ein zentrales
Differenzierungsmerkmal im internationalen Wettbewerb und zugleich ein wesentlicher
Bestandteil des Auftrags der DW, das Verständnis und den Austausch zwischen Kulturen
und Völkern zu fördern. Eine detaillierte Beschreibung der Angebote je Weltregion findet
sich in Kapitel 6.
2 Das Sprachangebot Griechisch kann unter den aktuell bekannten Budgetbedingungen voraussichtlich
ab 2027 nicht fortgeführt werden.
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Abbildung 5: Überblick über die TV-, Radio-, und digitalen Angebote der DW in 32 Sprachen
Die Priorisierung der Länder hat zudem Einfluss auf die Auslandspräsenz der DW. Damit
ist die DW an weltpolitisch zentralen und für Deutschland geopolitisch relevanten
Standorten vertreten, um globale politische und wirtschaftliche Entwicklungen
unmittelbar erfassen und einordnen zu können. Zudem stärkt sie ihre Präsenz in prioritären
Zielländern, um durch lokale Expertise und Nähe zum Publikum eine stärker regionalisierte
und kontextualisierte Berichterstattung zu gewährleisten, die Resonanz und Wirkung bei
den Zielgruppen ermöglicht.
Neben den Studios in Brüssel, Jakarta, Kyjiw, Neu-Delhi, Riga – das nach der Schließung
des Moskauer Studios durch die russischen Behörden im Jahr 2022 etabliert wurde –,
Taipeh und Washington unterhält die DW Korrespondentinnen- und
Korrespondentenbüros in Beirut, Bogotá, Chennai, Istanbul, Jerusalem, Johannesburg,
Kinshasa, Lagos, Nairobi und Warschau. Die Standorte in Kyjiw und Beirut werden
gemeinsam von DW und DW Akademie genutzt. Die DW Akademie verfügt zudem über
Büros in Accra, Bogotá, Islamabad, Kampala, Mexiko-Stadt, Tunis und Windhuk. Der
Standort Mexiko-Stadt soll ausgebaut und künftig ebenfalls gemeinsam von DW und DW
Akademie genutzt werden. Zudem kooperieren DW und France Médias Monde (FMM) am
Standort von RFI România in Bukarest.
Ein weiterer Ausbau der Auslandsstandorte ist für die kommenden Jahre vorgesehen.
Dieser ist eine zentrale Voraussetzung für die Erstellung regional relevanter Inhalte sowie
für den Dialog mit den Nutzenden (vgl. Schwerpunkt 3, Kapitel 4).
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Abbildung 6: Auslandspräsenz der DW
4 Unternehmensziele 2026 - 2029
Für den Zeitraum der Aufgabenplanung 2026–2029 setzt sich die DW drei übergreifende
Ziele:
1. Die DW erhöht die Relevanz ihrer Angebote.
2. Die DW steigert ihre Reichweite auf 420 Millionen wöchentliche Nutzende.
3. Die DW stärkt den Dialog.
Abbildung 7: Die übergreifenden Ziele der Aufgabenplanung 2026-2029
Diese Ziele zahlen unmittelbar auf die Wirkungsabsichten der DW ein.
Relevanz entsteht, wenn Inhalte als glaubwürdig, qualitativ hochwertig und lebensnah
wahrgenommen werden. Sie entscheidet darüber, ob Zielgruppen die Angebote der DW
nutzen, ihnen vertrauen und regelmäßig darauf zurückgreifen. Ebenso muss Relevanz aus
DW-Sicht gewährleistet sein: Inhalte müssen im Einklang mit Auftrag, Marke und den
Profilthemen stehen und den hohen qualitativen Standards der DW entsprechen. In einer
zunehmend unübersichtlichen Medienlandschaft, die verstärkt von KI-generierten Inhalten
und Desinformation geprägt ist, stellen Glaubwürdigkeit und Vertrauen die zentralen
Parameter dar, um als relevant wahrgenommen zu werden.
Eine hohe Reichweite ist Voraussetzung für die Wirksamkeit des DW-Auftrags: Je mehr
Menschen Zugang zu den Angeboten der DW haben, desto besser kann die DW die
Deutscher Bundestag – 21. Wahlperiode Drucksache 21/5500 – 18 –
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intendierte Wirkung entfalten. Ziel ist es, trotz des gestiegenen Wettbewerbsdrucks und
der Fragmentierung der Medienlandschaft die Zahl der Menschen weiter zu steigern, die
Angebote der DW nutzen. Dabei ist die Steigerung der Reichweite für die DW kein
Selbstzweck, sondern Ergebnis relevanter, glaubwürdiger und qualitativ hochwertiger
Inhalte sowie einer erfolgreichen Distribution. Zudem ist Reichweite im Zusammenhang
mit weiteren Faktoren zu bewerten: Maßgeblich ist dabei das Erreichen der jeweiligen
Zielgruppen, beispielsweise mit Blick auf die definierten Zielländer und Altersgruppen.
Entscheidend ist zudem nicht nur, wie viele und welche Menschen erreicht werden,
sondern wie intensiv und nachhaltig die Angebote genutzt werden – je nach Plattform,
Produkt und Kontext kann das beispielsweise an Kriterien wie Verweildauer, Interactions
und Häufigkeit der Nutzung betrachtet werden.
Dialog stärken bedeutet, Zielgruppen dabei zu unterstützen, konstruktive Debatten über
gesellschaftlich relevante Themen zu führen. Dies gelingt durch multiperspektivische
Berichterstattung, dialogorientierte Formate sowie Debatten- und Meinungsbeiträge, die
unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen, Austausch ermöglichen und so als
Katalysator für Fortschritt und gesellschaftliche Entwicklung wirken können. Zugleich
schafft der direkte Dialog – online wie offline – Vertrauen und Bindung, weil Bedürfnisse,
Erwartungen und Kritik frühzeitig erkennbar werden und in die Weiterentwicklung der
Angebote einfließen können. Dialog erhöht damit Nutzendenorientierung und
Transparenz: Die DW sendet nicht nur, sondern hört aktiv zu und geht in den konstruktiven
Austausch.
Darüber hinaus umfasst das Dialog-Ziel die internationale
Medienentwicklungszusammenarbeit: Beratung und Trainings der DW Akademie stärken
Medienkompetenz, fördern den souveränen Umgang mit Informationen und unterstützen
freie, pluralistische Mediensysteme (siehe Kapitel 7, DW Akademie).
4.1 Schwerpunkte für die Jahre 2026-2029
Um ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen und ihre Ziele zu erreichen, setzt die DW vier
Schwerpunkte für die Umsetzung in den Jahren 2026-2029. Sie bilden den verbindlichen
Rahmen für die Ausrichtung von Aktivitäten, Angeboten, Strukturen und Ressourcen:
1. Marke der Freiheit - Die DW positioniert sich als glaubwürdige Informationsquelle
zu Freiheitsthemen.
2. Exzellenter Journalismus - Die DW bietet regional profilierte Angebote von
herausragender Qualität und Expertise.
3. Starke Präsenz - Die DW steigert die Sichtbarkeit ihrer Angebote in den Zielmärkten.
4. KI-Transformation - Die DW stärkt ihre Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit.
Abbildung 8: Schwerpunkte der Aufgabenplanung 2026-2029
Schwerpunkt 1: Marke der Freiheit
Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Zielgruppen setzt die DW klare Akzente und
stärkt eine wiedererkennbare Identität. Angesichts des wachsenden Drucks auf liberale
Prinzipien und individuelle Freiheitsrechte weltweit positioniert sich die DW als
unabhängige, verlässliche und glaubwürdige Informationsquelle, die es Menschen
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ermöglicht, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich aktiv und konstruktiv an Debatten
zu beteiligen. Sie macht dabei auch Transformations- und Innovationsprozesse in
Deutschland und den Zielregionen sichtbar und bietet Inspiration für zukunftsweisende
Ansätze und Lösungen, die gesellschaftlichen Fortschritt und Freiheit stärken.
Presse- und Meinungsfreiheit sind grundlegende Voraussetzungen freier Meinungsbildung
und demokratischer Prozesse. Fundiertes, faktenbasiertes Wissen ist die Basis für
informierte Entscheidungen und stärkt demokratische Widerstandsfähigkeit,
gesellschaftliche Innovationskraft sowie einen konstruktiven öffentlichen Diskurs. Ziel ist
es, die internationale Markenbekanntheit und Sichtbarkeit der DW auszubauen,
Vertrauen zu festigen und die Bindung zu den Zielgruppen zu stärken. So verankert sich die
DW als globale Referenz für unabhängigen, freiheitsorientierten Qualitätsjournalismus.
Die DW steht für Freiheit, Innovation und Dialog. Mit diesem Blickwinkel gestaltet sie auch
ihre journalistischen Angebote. Vor dem Hintergrund dieser Markenpositionierung
berichtet sie zu den Themenfeldern Freiheits- und Menschenrechte, Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit, Technologie und Welthandel, Umwelt, Gesundheit sowie Kultur und
Leben in Deutschland und Europa. Auf diese Weise macht die DW Deutschland als
europäisch gewachsene Kulturnation und freiheitlich verfassten demokratischen
Rechtsstaat verständlich.
Durch den Aufbau weiterer starker journalistischer Persönlichkeiten und
Programmmarken schafft die DW Vertrauen, Orientierung und emotionale Bindung. Dies
ist besonders wichtig, da immer mehr Nutzende in einem zunehmend unübersichtlichen
Medienangebot einzelnen journalistischen Persönlichkeiten stärker vertrauen als
abstrakten Institutionen. Diese Persönlichkeiten stehen für Glaubwürdigkeit und
journalistische Exzellenz – sie prägen das Bild der Marke und machen sie für die
Nutzenden erlebbar. Erfolgreiche Beispiele wie Love Matters mit Leeza Mangaldas – eine
Koproduktion mit The Indian Express -, Cómo te afecta mit Ernesto Andrés
Fuenmayor und Tamara Rivera Castro oder The 77 Percent mit Edith Kimani dienen dabei
als Vorbilder für markenprägende Formate und Persönlichkeiten, die zentrale Lebens- und
Freiheitsthemen glaubwürdig vermitteln.
Die DW stärkt zudem interaktive und dialogorientierte Formate, die den Austausch in
den Zielregionen und mit dem Publikum fördern und inspirierende Perspektiven eröffnen,
beispielsweise auch durch Gaming-Formate, die unterschiedliche Positionen sichtbar
machen und konstruktiven Austausch ermöglichen. Dabei entstehen Communitys rund um
Themen, Formate und Persönlichkeiten, die sich aktiv einbringen, diskutieren und
gemeinsam Werte von Freiheit und Demokratie lebendig halten. Erfolgreiche Formate wie
Step-by-Step mit Jaafar, das durch die Verbindung von Interaktivität, Gamification und
Storytelling neue Maßstäbe für partizipativen Journalismus setzt, dienen dabei als Vorbild.
Um den Dialog nachhaltig zu stärken, baut die DW ihr Community Management gezielt aus.
Moderierte Interaktion und aktives Zuhören fördern einen respektvollen Austausch,
stärken Vertrauen und vertiefen die Bindung zur Marke in digitalen Öffentlichkeiten.
Ein wichtiges Element für die Markenbekanntheit ist das visuelle Erscheinungsbild.
Bereits heute verfügt die DW über eine klare Gestaltung, die kontinuierlich
weiterentwickelt und an neue gestalterische und technologische Standards angepasst
wird. Konsistente Designprinzipien, wiedererkennbare Codes und etablierte Formatlogiken
stärken die Markenwahrnehmung und sorgen für Sichtbarkeit über alle Plattformen hinweg.
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Darüber hinaus baut die DW ihre Bildungs- und Beratungsangebote durch die DW
Akademie gezielt aus, um Medienkompetenz, Medienfreiheit und demokratische Resilienz
zu fördern. So leistet sie einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung freier Informationsräume
und eines offenen gesellschaftlichen Diskurses (siehe Kapitel 7, DW Akademie).
Auf diese Weise wird die Marke DW langfristig als vertrauenswürdige Orientierung in einer
fragmentierten, polarisierten Medienwelt etabliert und emotional wie rational im
Bewusstsein der Zielgruppen verankert.
Schwerpunkt 2: Exzellenter Journalismus
Die DW bietet Angebote von außergewöhnlicher Qualität und Expertise –
multiperspektivisch und regional profiliert. Ihr Journalismus hebt sich ab von Angeboten,
die Wettbewerber und KI-Dienste bereitstellen.
Im Mittelpunkt steht eine klare thematische und regionale Fokussierung des Angebots
je Zielgebiet. Damit schafft die DW relevante, präzise und qualitätsgesicherte Inhalte, die
den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen ihres internationalen Publikums gerecht
werden. Die thematische Profilierung wird durch den gezielten Ausbau journalistischer
Expertise in ausgewählten Themenfeldern gestärkt, abgestimmt auf die Profilthemen der
DW und die Bedürfnisse des jeweiligen Zielmarkts. Dazu etabliert und konsolidiert die DW
ressort- und regionenübergreifend arbeitende Fokusteams, die Wissen und Quellen
bündeln und die gemeinsame Entwicklung journalistischer Inhalte fördern.
Die Fokussierung geht mit einer Reduzierung von Breite und einer klaren Ausrichtung
einher. Dabei verstärkt die DW den eingeschlagenen Weg der Profilierung und führt die
kontinuierliche Qualitäts- und Produktverbesserung konsequent fort. Dies ermöglicht es,
veränderten Nutzungsgewohnheiten gerecht zu werden und agil auf die Bedürfnisse der
Zielgruppen zu reagieren. Ein zentrales Element ist ein stringentes Portfolio-
Management, das Angebote systematisch bewertet, weiterentwickelt oder beendet. Diese
Ausrichtung dient der Bündelung von Ressourcen, der Steigerung journalistischer Wirkung
und der klaren Positionierung der Marke in den jeweiligen Zielmärkten.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau exklusiver, originärer und herausragender
Inhalte mit hohem journalistischem Mehrwert. Im Fokus steht erklärender,
multiperspektivischer Journalismus, der komplexe Themen verständlich einordnet und
unterschiedliche Sichtweisen sichtbar macht, um konstruktiven Austausch zu fördern.
Recherche, Datenanalysen und investigative Berichterstattung sind dabei zentrale
Elemente, um faktengeprüfte, kontextualisierte Inhalte bereitzustellen, die sich klar von KI-
generierten Angeboten unterscheiden.
Zur wirksamen Bekämpfung von Desinformation hat die DW ihre Verifikations- und Fact-
Checking-Kompetenzen deutlich gestärkt und investiert weiter in die Entwicklung
innovativer, technologiegestützter Lösungen. Ein international vernetztes Kompetenzteam
koordiniert die Verifikation, führt eigenständige Faktenchecks durch und unterstützt
Sprachredaktionen sowie Korrespondentinnen und Korrespondenten durch
systematischen Wissenstransfer. Zusätzlich erarbeitet das Team transparente Standards
für die Verifikation. Zu den zentralen technologischen Bausteinen zählt die von der DW
gemeinsam mit Partnern entwickelte kollaborative Verifikationsplattform Truly Media, die
Journalistinnen und Journalisten bei der Analyse und Überprüfung digitaler Inhalte –
insbesondere aus sozialen Netzwerken – unterstützt.
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Darüber hinaus wird der lösungsorientierte Journalismus systematisch weiterentwickelt.
Neben der Beschreibung und Analyse von Problemen und Herausforderungen werden
auch innovative Lösungsansätze, Handlungsspielräume, zukunftsgerichtete und
kreativgestaltende Perspektiven aufgezeigt, um einer einseitig negativen Berichterstattung
entgegenzuwirken, Ohnmachtsgefühle zu vermeiden, der daraus resultierenden
Nachrichtenmüdigkeit sowie Nachrichtenvermeidung entgegenzutreten – und die
Zielgruppen zu inspirieren.
Dabei treibt die DW Innovationen in allen Programmbereichen konsequent voran.
Getragen von Einheiten wie Formatentwicklung, DW Lab und Audience Development
entstehen neue journalistische Formate und Erzählweisen, die konsequent auf die
Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen ausgerichtet sind. Dazu gehören
weiterentwickelte digitale Live-News-Formate, dialog- und Community-orientierte
Angebote sowie gamifizierte und partizipative Formate für junge Nutzerinnen und Nutzer.
Zugleich stärkt die DW exzellenten Journalismus vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit
lokalen Partnern und fördert unabhängige journalistische Stimmen. Verbindliche
Qualitätsstandards, eine konsequente Schlussredaktion sowie kontinuierliche Feedback-
und Abnahmeprozesse sichern journalistische Qualität in allen Angeboten.
Schwerpunkt 3: Starke Präsenz
Die DW steigert die Sichtbarkeit ihrer Angebote durch strategische Partnerschaften in
Europa und ihren weltweiten Zielregionen sowie durch eine stärkere Vernetzung vor Ort,
den konsequenten Ausbau digitaler und KI-gestützter Verbreitungswege sowie durch
verstärkte Maßnahmen zur Zensurumgehung.
Zentrale Voraussetzung für die Erstellung regional relevanter Inhalte und für den Dialog
mit den Nutzenden ist der gezielte Ausbau der Präsenz vor Ort. Die DW konzentriert sich
dabei auf strategisch besonders relevante Märkte, sowie auf Regionen, in denen der Bedarf
an unabhängiger, verlässlicher Information hoch ist.
Zudem verstärkt die DW Kooperationen mit lokalen Medien, Influencerinnen und
Influencern, die die Werte von Demokratie und Freiheit teilen und so zur Verankerung der
Marke und Profilthemen in den jeweiligen Regionen beitragen. Die DW setzt auf eine
Strategie der Regionalisierung. Regionalisierung bedeutet dabei die bewusste Auswahl
von für die Zielgruppen relevanten Themen, Perspektiven und Erzählweisen, die
Orientierung bieten und Menschen befähigen und inspirieren, fundierte Entscheidungen
zu treffen und an gesellschaftlichen und politischen Debatten teilzunehmen.
Um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, baut die DW strategische Partnerschaften mit globalen
Plattformen, KI-Diensten, regionalen, insbesondere digitalen Medien sowie europäischen
und nationalen öffentlich-rechtlichen wie privaten Medienanbietern aus. Ziel ist es,
Reichweite zu erhöhen, Synergien bei Produktion und Distribution zu nutzen und die
Sichtbarkeit der DW-Inhalte im digitalen Ökosystem langfristig zu sichern (siehe auch
Kapitel 5, Strategische Kooperationen und Projekte). Vor dem Hintergrund, dass KI-
Systeme und Chat-Interfaces zunehmend als zentrale Zugangspunkte zu Informationen
fungieren, priorisiert die DW den Aufbau tragfähiger Kooperationen im KI-Kontext und
prüft Modelle der Content-Lizenzierung, um ihre journalistischen Inhalte auch in einer KI-
geprägten Medienlandschaft auffindbar zu machen.
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Die zentrale Bedeutung von Kooperationen und Partnerschaften erfordert zugleich eine
systematische Absicherung der Werte- und Markenintegrität der DW. Daher stellt die DW
sicher, dass Kooperationen mit Distributoren, Plattformen, KI-Anbietern, Dienstleistern und
Produktionspartnern im Einklang mit ihren journalistischen, demokratischen und ethischen
Werten stehen. Ein etabliertes Third-Party-Risk-Management unterstützt die
risikoadäquate Bewertung und Steuerung von Geschäftsbeziehungen und schafft so die
Grundlage für nachhaltige, vertrauenswürdige und wertekonforme Partnerschaften.
Mit einem konsequenten Fokus auf On-Demand-optimierte, crossmediale und
personalisierte Angebote stellt die DW sicher, dass ihre Inhalte nutzendenzentriert und
zielgerichtet über Plattformen, Sprachen und Zielgruppen hinweg verbreitet werden.
Entsprechend werden TV-Angebote umgebaut oder durch digital abrufoptimierte Formate
ersetzt. Die TV-Kanäle werden unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Reichweite
sukzessive im Aufwand reduziert, etwa durch eine geringere Anzahl an TV-first-Produkten,
höhere Wiederholungsraten sowie eine stärker automatisierte und standardisierte
Produktion.
Ein weiteres Kernelement ist die konsequente Weiterentwicklung der
Multiplattformstrategie. Durch die Optimierung ihrer eigenen digitalen Plattformen stellt
sie eine bestmögliche Auffindbarkeit und Verbreitung der Inhalte über Suchmaschinen,
Chat-Interfaces und KI-Dienste hinweg sicher. Die eigenen Plattformen dw.com und die
DW-Apps bleiben dabei ein wichtiger Ort für Markenpräsenz, redaktionelle
Unabhängigkeit und den direkten Zugang der Nutzenden zu den Angeboten der DW.
Zugleich bilden sie die technische Grundlage für die strukturierte Vorhaltung und
Distribution von Inhalten auf Drittplattformen und an Distributionspartner.
In zensierten Märkten setzt sich die DW aktiv für freien und sicheren Informationszugang
ein und investiert – auch gemeinsam mit Partnern –in innovative Technologien zur
Zensurumgehung. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Entwicklung der neuen
mobilen App DW Access. Durch die Kombination von Zensurumgehungstechnologien,
datensparsamen Sicherheitsfunktionen und Offline-Fähigkeiten ermöglicht sie einen
sicheren, stabilen und zensurresilienten Zugang zu den Inhalten der DW – auch unter
hochrestriktiven digitalen Bedingungen. Vor dem Hintergrund der Kürzungen bei USAGM
und der gefährdeten Finanzierung des Open Technology Fund droht eine erhebliche
Finanzierungslücke. Die DW engagiert sich daher für die Einrichtung eines europäischen
Technology Fund, der diese Lücke schließt und den Zugang zu unabhängigen
Informationen in restriktiven Medienumgebungen stärkt.
Schwerpunkt 4: KI-Transformation
Um den dynamischen Wandel der Medienlandschaft aktiv mitzugestalten, stärkt die DW
ihre Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit durch KI-optimierte Abläufe, moderne
Arbeitsstrukturen und einen nachhaltigen, flexiblen Ressourceneinsatz. KI- und digitale
Transformation werden dabei nicht nur als technologische Vorhaben verstanden, sondern
als ganzheitlicher organisatorischer und kultureller Veränderungsprozess, der nachhaltig
im Unternehmen verankert wird.
Im Mittelpunkt steht der gezielte Einsatz von KI-Anwendungen zur effizienteren
Erstellung, Verbreitung und Personalisierung von Inhalten. Die Einführung und
Weiterentwicklung von KI erfolgt dabei systematisch auf Grundlage einer
organisationsweiten KI-Agenda, in der konkrete Anwendungsfelder und der damit
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verbundene Finanzbedarf definiert und priorisiert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf
Prozessen mit hoher Wertschöpfung wie Adaption, Videoschnitt, Übersetzung sowie auf
Distribution und Personalisierung. Bereits heute nutzt die DW etablierte,
datenschutzkonforme KI-Lösungen, darunter das von der DW mitentwickelte System
plain.X zur Unterstützung redaktioneller Workflows für Adaption, Übersetzung, Schnitt und
Distribution. Flankierend treibt die DW Forschung zu KI-gestützter Sprachverarbeitung
und Sprachmodellen voran – auch für weniger verbreitete Sprachen – und stärkt so gezielt
ihre Mehrsprachigkeit. Ergänzend wird eine zentrale technische Infrastruktur und
Datenplattform aufgebaut, die einen sicheren, flexiblen und kontrollierten Einsatz
verschiedener KI-Dienste entlang der redaktionellen, produktionellen und distributiven
Kernprozesse ermöglicht. Der Einsatz von KI in der journalistischen Inhaltserstellung
erfolgt auf Grundlage redaktioneller KI-Guidelines, die Qualität, Verantwortung und
Vertrauenswürdigkeit sicherstellen.
Parallel werden Verwaltung und interne Abläufe konsequent modernisiert. Durch
Digitalisierung und Automatisierung werden Prozesse verschlankt, Ressourcen effizienter
eingesetzt und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit verbessert. KI-gestützte
Automatisierungspotenziale werden systematisch identifiziert und – wo sinnvoll – in
bestehende Softwarelösungen integriert. Insbesondere in den Bereichen Personal,
Finanzen, Einkauf und Dienstreisen werden so Effizienzgewinne realisiert, Kosten
gesenkt und Freiräume für Tätigkeiten jenseits der standardisierten Prozesse geschaffen.
Ziel ist der Aufbau einer integrierten und durchgängigen Prozesslandschaft, die Effizienz,
Transparenz, Compliance und Nutzerfreundlichkeit gleichermaßen stärkt und im Einklang
mit der Unternehmenskultur weiterentwickelt wird.
Eine verlässliche Data Governance bildet die Grundlage für Automatisierung, hohe
Datenqualität und den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Hierfür etabliert die DW klare
Strukturen und Standards in einem unternehmensweiten Data-Governance-Framework.
Angesichts zunehmender Bedrohungen und Angriffe auf IT-Systeme und Infrastruktur
stärkt die DW ihre Cyber- und Informationssicherheit durch eine systematische
Steuerung, Überwachung und kontinuierlichen Weiterentwicklung der
Informationssicherheit. Ergänzend kommen moderne, teilweise KI-gestützte
Sicherheitslösungen zum Einsatz, um Cyberresilienz, Informationssicherheit und den
Schutz zensurbetroffener Zielgruppen zu erhöhen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Transformation ist die Qualifizierung der
Mitarbeitenden. Ziel ist es, digitale und KI-bezogene Kompetenzen auszubauen. Dazu
wird ein DW-weites Schulungs- und Beratungsangebot etabliert. Zukunftskompetenzen –
insbesondere Technologieverständnis, Prozessdenken und Veränderungsfähigkeit –
werden gezielt in Personalentwicklung, strategischer Personalplanung und Recruiting
verankert. Eine vorausschauende und strategische Personalplanung ermöglicht dabei eine
effiziente Ressourcensteuerung und schafft Flexibilität, auch im Kontext anstehender
personalbezogener Maßnahmen und Tarifverhandlungen. Recruiting und
Personalentwicklung werden hierfür konsequent skill- und kompetenzbasiert
weiterentwickelt.
Darüber hinaus stärkt die DW ihre organisationale Anpassungsfähigkeit und
Innovationskraft, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können. Ein strukturiertes
Change Management hilft Mitarbeitenden dabei, neue Arbeitsweisen zu etablieren,
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bereichsübergreifend zusammenzuarbeiten und Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Führungskräfte werden unterstützt, KI zur Automatisierung von Routinetätigkeiten, zur
besseren Nutzung von Wissen sowie für fundierte Entscheidungsprozesse einzusetzen
und gleichzeitig Räume für menschliche Stärken wie Kreativität, Empathie und
strategisches Denken zu sichern.
Mit diesen vier Schwerpunkten trägt die DW den globalen, geopolitischen und
technologischen Herausforderungen Rechnung und schafft einen verbindlichen
Orientierungsrahmen für die strategische Ausrichtung von Aktivitäten, Angeboten,
Strukturen und Ressourcen. Somit werden die Voraussetzungen geschaffen für die
Erreichung von Vision und Zielen im Zeitraum 2026-2029.
Unternehmenskultur & Nachhaltigkeit
Eine moderne, inklusive Arbeitskultur bildet den Rahmen der Transformation. Sie fördert
Eigenverantwortung, Innovationsgeist, vernetztes Denken und lösungsorientierte
Zusammenarbeit, getragen von einer gelebten Feedback- und Fehlerkultur. Hybride,
direktionsübergreifende und kollaborative Arbeitsformen schaffen eine agile Organisation,
die den Herausforderungen der digitalen Zukunft offen und innovationsfreudig begegnet.
Die strukturelle Verankerung von Diversity, Equity and Inclusion (Vielfalt,
Chancengerechtigkeit und Inklusion) stärkt den Wandel der DW und ihre journalistische
Mission. Perspektivenvielfalt und der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen
Sichtweisen entlang klar definierter Grundsätze werden gefördert, ebenso das klare
Eintreten gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Als
internationales Medienhaus versteht die DW Vielfalt zugleich als zentralen Faktor für
Recruiting, Personalbindung und Erfolg: Eine inklusive Unternehmenskultur erhöht die
Attraktivität für Talente, stärkt Innovationsfähigkeit und Glaubwürdigkeit und sichert die
Zukunftsfähigkeit der DW.
Die DW misst der Prävention von Antisemitismus hohe Bedeutung bei und hat dafür
verbindliche Strukturen, Standards und Verfahren etabliert. Dazu gehören Leitlinien,
kontinuierliche Sensibilisierung sowie qualitätssichernde Maßnahmen in Redaktion und
Organisation. Ergänzend wirken organisationsinterne Fokusgruppen und Dialogformate
präventiv und sichern eine faktenbasierte, diskriminierungsfreie Berichterstattung.
Auch im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit setzt die DW ihren Kurs
fort. Auf Grundlage ihrer Klimaschutzstrategie verfolgt sie das Ziel, ihre
Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2019 deutlich zu reduzieren.
Hierfür wurden entsprechende Strukturen etabliert und Prozesse angepasst, insbesondere
in den Handlungsfeldern Mobilität, Produktion und Beschaffung. Ergänzend wird ein
Energiemanagementsystem eingeführt, um die Energieeffizienz kontinuierlich zu steigern.
Im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit stärkt die DW ihr nachhaltiges
Organisationsverständnis, unter anderem durch flexible Arbeitsmodelle oder
Tarifverträge.
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5 Strategische Partnerschaften und Projekte
Kooperationen ermöglichen der DW, ihre Relevanz, Reichweite und Wirkung in
hochkompetitiven und polarisierten Medienumgebungen deutlich zu erhöhen. Durch die
Zusammenarbeit mit Partnern erreicht sie größere und diversere Öffentlichkeiten, erzielt
eine höhere politische und gesellschaftliche Durchschlagskraft und nutzt redaktionelle,
technische und organisatorische Ressourcen effizienter. Zugleich stärken Kooperationen
die Sichtbarkeit der DW als Marke der Freiheit und erhöhen die Resilienz unabhängiger
Medienangebote. Sie sind damit zugleich ein Instrument zur Stärkung von Freiheit,
Innovationsfähigkeit und dialogischer Vernetzung. Angesichts des zunehmenden
Wettbewerbsdrucks, fragmentierter Mediennutzung und wachsender Desinformation
gewinnen Kooperationen und Partnerschaften weiter an Bedeutung. Die DW setzt daher
gezielt auf unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit – auf nationaler, europäischer
und internationaler Ebene.
Strategische Partnerschaften mit Auslandssendern
Ein wichtiges Instrument ist die Zusammenarbeit mit demokratisch ausgerichteten
Auslandssendern. Dazu gehört u.a. der enge Austausch mit BBC World Service, CBC/
Radio-Canada und NHK World Japan. Insbesondere in Europa intensiviert die DW die
Zusammenarbeit mit europäischen Partnern, Netzwerken und Plattformen, vor allem im
EBU-Kontext, um gemeinsam die Sichtbarkeit und Wirkung im europäischen Medienraum
zu verstärken. Einen Schwerpunkt setzt die DW auf die Partnerschaft mit France Médias
Monde (FMM), um Inhalte in wichtigen Regionen noch besser zu verbreiten und
Ressourcen zu bündeln. Ein Beispiel ist der im Dezember 2025 eröffnete gemeinsame
Standort im Büro von RFI România in Bukarest. Die zusätzlich von FMM und DW gemeinsam
gestartete Information Shield Initiative knüpft eng an die aktuelle European-Democracy-
Shield-Initiative der EU-Kommission an, die darauf abzielt, europäische Demokratien
wirksam vor gezielter Desinformation zu schützen. Gemeinsam mit europäischen Partnern
wie beispielsweise TVP World wollen DW und FMM ihre Präsenz in besonders gefährdeten
Regionen ausbauen und freie, unabhängige und ausgewogene Informationen in
Osteuropa, dem Kaukasus sowie weiteren Regionen stärken.
Die DW zielt zudem auf eine vertiefte Zusammenarbeit mit ARTE ab, um komplementär die
Zielgruppen in Osteuropa noch wirksamer zu erreichen. Den Fokus legt die DW auf
unabhängige Nachrichten, faktenbasierte Einordnung und Informationsangebote. Von
Vorteil ist die langjährig etablierte Präsenz der DW in der Region – mit Angeboten in den
lokalen Sprachen sowie fest verankerten redaktionellen Strukturen. In Zukunft möchte die
DW die Koproduktion von hochwertigen Dokumentationen ausbauen. Ziel ist es, die
jeweiligen Stärken der beiden Partner für ein breites europäisches Medienangebot zu
nutzen.
Darüber hinaus betreibt die DW erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte mit internationalen
Auslandssendern wie InfoMigrants, +90 und ENTR.
InfoMigrants wird seit 2017 gemeinsam mit FMM und der italienischen
Nachrichtenagentur Agenzia Nazionale Stampa Associata (ANSA) produziert. Es richtet
sich an Menschen, die darüber nachdenken ihr Land zu verlassen, sich bereits auf der
Flucht befinden oder in europäische Länder migriert sind. Das Format wirkt
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Desinformation entgegen und wird auf Englisch, Französisch, Arabisch, Bengalisch, Dari
und Paschtu über eine gemeinsam betriebene Website sowie Social Media ausgespielt.
Inhalte werden kontinuierlich weiterentwickelt und plattformspezifisch angepasst, zuletzt
mit einem erfolgreichen TikTok-Kanal für das bengalische Angebot. Die EU-Förderung ist
bis Ende 2026 gesichert und das Angebot soll durch Kooperationen mit DW-Redaktionen
weiter ausgebaut werden.
Das seit 2019 von DW, BBC, France24 und VOA gemeinsam entwickelte
Kooperationsprojekt +90 richtet sich an junge Menschen in der Türkei. +90 informiert
über relevante gesellschaftliche und politische Themen in der Türkei – mit dem Ziel,
Debatten anzustoßen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen. Der Fokus
liegt auf datengetriebenen Erklärformaten, Kurzvideos zu internationalen Inhalten und
Storys, die das Leben junger Menschen weltweit beleuchten. Hinzu kommen regelmäßige
längere Reportagen und exklusive Beiträge mit tieferen Einblicken. Dabei wird auf Social-
Media-Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok und X gesetzt. Durch enge Abstimmung
und konsequente Ausrichtung auf die Zielgruppe hat sich +90 als relevante Plattform in
der Türkei etablieren können. Trotz des derzeitigen Rückzugs von VOA wollen DW,
BBC und France 24 das Projekt fortführen und insbesondere den
Bereich der konstruktiven Berichterstattung weiterentwickeln.
Das paneuropäische, rein digitale Medienprojekt ENTR richtet sich an junge
Europäerinnen und Europäer und produziert Inhalte in zehn Sprachen für Plattformen
wie Instagram, TikTok, YouTube und Facebook. Ziel ist es, junge Zielgruppen mit relevanten
europäischen Themen zu erreichen, den Austausch über Grenzen hinweg zu fördern und
vielfältige und inspirierende Perspektiven sichtbar zu machen. Das Medienprojekt wird
von der Europäischen Kommission, dem Auswärtigen Amt (AA) sowie dem
französischen Ministère de la Culture kofinanziert. Ziel ist es, eine dauerhafte Finanzierung
über den mehrjährigen Finanzrahmen der EU für das Projekt zu sichern.
Kooperationen im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Mit den ARD-Landesrundfunkanstalten, dem ZDF und dem Deutschlandradio
entstehen regelmäßig gemeinsame Produktionen – derzeit sind es mehr als ein Dutzend
laufender oder geplanter Projekte, darunter hochwertige Dokumentarfilme mit großem
Reichweitenpotential. Darüber hinaus werden Formate im Programmaustausch
wechselseitig genutzt, etwa das wöchentliche DW-Tech-Format Shift, das auf
Tagesschau24 ausgespielt wird. Im Kulturbereich wird die Zusammenarbeit um
innovative Social-Media-Formate- erweitert, die klassische Musik für ein jüngeres
Publikum zugänglich machen.
Als ARD-Mitglied arbeitet die DW in allen relevanten ARD-übergreifenden
Kommissionen und Arbeitsgruppen mit – in einigen Bereichen in leitenden Funktionen.
Diese Zusammenarbeit stärkt nicht nur Effizienz, sondern fördert auch gemeinsame
Innovationsprozesse innerhalb des öffentlich-rechtlichen Systems. Sie ermöglicht es der
DW, zentrale Themen wie Finanzen, Personal, Beschaffung, Gebäudemanagement sowie
gemeinsame IT-Kooperationen nicht nur mitzugestalten, sondern auch von Synergien,
Volumeneffekten und Best Practices innerhalb der ARD zu profitieren. Die ARD-
weite Einführung von (D)ein SAP hat auch bei der die DW betriebswirtschaftliche Prozesse
vereinheitlicht und an ARD-Standards angepasst.
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Auch im Archivbereich bestehen enge Kooperationen mit der ARD, dem ZDF,
Deutschlandradio sowie teilweise mit ORF und SRF – darunter gemeinsame
Datenbanksysteme und einheitliche Standards. Auch international werden Ressourcen
gebündelt und mit Auslandsstudios kooperiert: Anfang 2026 zog eröffnete die DW
beispielsweise mit dem WDR ein gemeinsames Studio in Washington, 2026 folgt ein
gemeinsames Studio mit dem SWR in Mexiko-Stadt. Aufgrund ihrer Auslandskompetenz
und zur Klärung und Vereinheitlichung rechtlicher Fragestellungen baut die DW derzeit
federführend eine AG Ausland als Untergruppe der Juristischen Kommission auf. Darüber
hinaus ist die DW Teil des ARD-weiten KI-Netzwerks, in dem unter anderem ARD-weite KI-
Maß-nahmen vorangetrieben werden. Im Bereich IT und Technik ist die DW in der ARD Tech
Unit sowie in der Expertengruppe Digitale Verwaltung vertreten und arbeitet aktiv und
gestaltend an gemeinsamen Zielen, Projekten und Beschaffungen. Ebenso ist die DW im
Bereich Medienforschung in den relevanten Arbeitsgruppen und Kommissionen vertreten.
Zudem baut die DW ihre Fact-Checking-Kompetenz aus. Die systematische
Weiterentwicklung technologischer Verifikationsinstrumente verbindet Innovationskraft
mit dem Schutz freiheitlicher Informationsräume. Als Teil des 2025 gegründeten ARD-
Faktencheck-Netzwerks arbeitet sie gemeinsam mit Tagesschau, den ARD-
Landesrundfunkanstalten, funk und Deutschlandradio an gemeinsamen Standards,
effizienter Ressourcennutzung und senderübergreifenden Teams bei besonderen
Ereignissen wie beispielsweise Wahlen. Die DW hat dafür ihre Fact-Checking-Einheit als
zentrale Kompetenzstelle für Verifikation und Open-Source-
Intelligence (OSINT) etabliert. Neben der internen Verifizierung, Trainings und
Formatentwicklung in den Sprachen Chinesisch, Indonesisch, Arabisch und Spanisch sind
für das Jahr 2026 ein Advanced-Training und ein KI-Detektionstraining
geplant. International engagiert sich die DW im Eurovision News Spotlight der EBU, um
grenzüberschreitende Narrative zu analysieren und Skills zu Open Source
Intelligence auszubauen. Zudem gehört die DW zur Fact-Checking-
Community der European Digital Media Observatory (EDMO) und ist zertifiziertes Mitglied
des International Fact-Checking Network (IFCN).
Partnerschaften als zentrales Element der Vertriebsstrategie
Für die weltweite Distribution der DW spielen verlässliche Partnerschaften eine zentrale
Rolle. Mit mehr als 3.000 Distributionspartnern, die regional und global agieren, vereinbart
die DW Vertriebskooperationen, die sowohl Reichweite als auch Sichtbarkeit der Inhalte
stärken. Der kontinuierliche Austausch mit diesen Partnern sichert die inhaltliche Relevanz
für die jeweiligen Zielgruppen und ermöglicht eine wirksame Ausspielung über
deren Plattformen. Verschiedene Distributionsmodelle ermöglichen marktspezifische und
flexible Kooperationsweisen. Dazu zählt die Weitergabe von Inhalten aus dem
Angebotsportfolio und deren Platzierung auf digitalen Plattformen von Distributionspartnern, die
Verbreitung von TV‑Sendungen oder ‑Kanälen über Sender und Infrastrukturbetreiber,
ebenso wie Adaptionen, Lokalisierungen und gemeinsame Koproduktionen mit regionalen
Partnern. Ergänzend bietet die DW über DW Premium und Transtel exklusive Inhalte für
spezifische Marktbedürfnisse. Kontinuierlich entstehen adaptive und
innovationsorientierte Distributionsstrukturen, die publizistische Wirkung und
technologische Weiterentwicklung verbinden.
Mit DW Premium verfügt die DW über ein maßgeschneidertes Angebot für ausgewählte
Partner. Dieses richtet sich an die reichweitenstärksten Anbieter in den jeweiligen
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Zielländern und umfasst aktuelle Nachrichtenbeiträge, TV-Schalten und exklusive Video-
Reihen in bis zu 29 Sprachen, darunter Arabisch, Englisch, Französisch, Hindi,
Portugiesisch und Spanisch. Kriterien wie Zielgruppenkongruenz und Professionalität sind
dabei entscheidend. Durch den engen Austausch mit Distributionspartnern gewinnt die
DW wertvolle Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Nutzenden und kann ihre Inhalte
entsprechend präziser ausrichten. Gleichzeitig profitieren Partner von exklusiven Inhalten
in höchster Qualität. DW Premium gliedert sich dabei in drei Sparten:
• DW Premium News (DWPN): Stellt täglich News-Beiträge für TV und Online bereit und
identifiziert dafür drei bis fünf Beiträge für die Weitergabe an Premium-Distributoren.
• DW Premium Library (DWPL): Bietet digitale, zeitlose Video-Reihen zu Themen wie
Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt, Gesundheit, Sport, Lifestyle, Gesellschaft und
Kultur.
• Premium-TV-Schalten: DW-Journalistinnen und -Journalisten aus Deutschland
werden in Nachrichtensendungen nationaler TV-Sender geschaltet und sprechen zu
Themen wie Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport.
Dieses Modell wird kontinuierlich ausgebaut und durch neue Partner und Schalten zu
zentralen DW-Profilthemen wie Freiheit, Demokratie und Innovation ergänzt. DWPL baut
zudem sein Library-Portfolio mit mehr als 50 Reihen in mehreren Sprachen kontinuierlich
aus und reagiert agil auf Markttrends, um die Bandbreite von Social Media bis OTT
abzudecken.
DW Transtel lizenziert Dokumentationen und Sachbeiträge an ein breites
Partnernetzwerk: Von Video-on-Demand-Plattformen und Fernsehsendern bis hin zu
Fluggesellschaften und
Bildungseinrichtungen. Gleichzeitig unterstützt DW Transtel die Transformation vom
linearen Fernsehen hin zu OTT und On-Demand durch ein etabliertes Lizenzmodell,
Präsenz im Markt und hochwertige Inhalte mit vollständigen Rechten und Metadaten. Dies
ermöglicht den Zugang zu neuen Plattformen und Geschäftsbereichen wie
beispielsweise Netflix, Amazon, Pluto TV oder YouTube. Damit positioniert sich die DW
auch in neuen digitalen Ökosystemen als innovativer Content-Partner und stärkt ihre
Sichtbarkeit in sich wandelnden Medienmärkten.
Kooperationen mit privaten Medienhäusern
Neben der Zusammenarbeit mit öffentlichen Partnern, internationalen Organisationen und
Auslandssendern kooperiert die DW auch mit privaten Medienhäusern. So gründete sie
2022 gemeinsam mit der Rheinischen Post Mediengruppe, RTL Deutschland und dem
dänischen Constructive Institute das Bonn Institute für Journalismus und konstruktiven
Dialog. Ziel ist es, Journalismus nicht nur zukunftsfähig zu machen, sondern angesichts
zunehmender Nachrichtenvermeidung und Polarisierung eine Berichterstattung zu
fördern, die Menschen einen echten Mehrwert bietet und demokratische Gesellschaften
stärkt. Auch das 2023 gemeinsam mit dem Bonn Institute gegründete DW–Bonn
Institute Constructive Journalism Fellowship wird fortgeführt. Es qualifiziert
ausgewählte DW-Journalistinnen und Journalisten in konstruktiver Berichterstattung und
wird durch bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote in Kooperation mit dem Bonn
Institute ergänzt.
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Gemeinsam mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bietet die DW in ihrem German News
Service (GNS) zusätzlich kostenlose Nachrichtenangebote für alle, die sich über deutsche
Themen informieren oder darüber berichten möchten. Finanziert wird es durch
Projektmittel des AAs. Das Angebot liefert Medienpartnern sowie Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren weltweit täglich multimediale Inhalte zu Deutschland – darunter GNS
Klassik in Arabisch, Deutsch, Englisch und Spanisch, GNS Balkan in Bosnisch und Serbisch
sowie GNS Russisch Französisch.
Internationale Organisationen, Netzwerke und Think Tanks
Auch internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) und Medienverbände
wie die Asia-Pacific Broadcasting Union (ABU) bieten Plattformen für Wissenstransfer,
Präsenz und Kooperationen. Insbesondere in der European Broadcasting Union (EBU)
engagiert sich die DW durch die Beteiligung an Chefredaktionsrunden,
Programmaustausch und Rechercheprojekten. Zudem arbeitet sie eng mit Akteuren der
auswärtigen Politik und Kultur zusammen – darunter Think Tanks wie die Deutsche
Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und Mittlerorganisationen wie das Institut für
Auslandsbeziehungen (ifa). In den kommenden Jahren will sie diese Partnerschaften
gezielt ausbauen und neue Allianzen in priorisierten Regionen wie der MENA-Region und
Nordamerika etablieren.
Veranstaltungen und Dialog
Als weiteres wichtiges Instrument zur Stärkung der Präsenz und Förderung des Dialogs
setzt die DW auf Veranstaltungen, die direkten Austausch ermöglichen. Das bedeutendste
Format stellt das jährliche Global Media Forum (GMF) mit rund 1.500 Teilnehmenden aus
über 100 Ländern dar. Mit Zuwendungen des AAs, des Landes Nordrhein-Westfalen, des
BMZ sowie der Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse Bonn hat sich
das GMF als internationale Netzwerkplattform etabliert. Bei der jährlichen
Veranstaltung diskutieren Expertinnen und Experten interdisziplinäre und
zukunftsweisende Lösungen für globale Herausforderungen, in denen Medien eine
Schlüsselrolle spielen. Dabei werden auch innovative Ansätze zur Sicherung von
Medienfreiheit und demokratischer Öffentlichkeit entwickelt und vernetzt. In diesem
Rahmen positionieren sich DW und DW Akademie als zentrale Akteure für unabhängigen
Journalismus.
Seit 2001 verfolgt die DW gemeinsam mit der Internationalen Beethovenfeste Bonn
gGmbH das Ziel, klassische Musik als Teil des europäischen Kulturerbes weltweit erlebbar
zu machen. Dabei setzt sie auf innovative digitale Formate und nutzt die künstlerische
Kompetenz und organisatorische Stärke des Festivals, um kulturelle Bildung und
interkulturellen Dialog nachhaltig zu fördern. Über plattformgerechte Kurzvideos in
sozialen Medien werden junge Nutzerinnen und Nutzer spielerisch an klassische
Musik herangeführt, während Konzertübertragungen das Erlebnis vertiefen. Ein zentrales
Element ist das jährlich stattfindende Campus-Projekt, das den direkten Austausch
zwischen herausragenden Nachwuchsmusikerinnen und -musikern des
Bundesjugendorchesters und einem jeweils wechselnden Partnerland aus dem Kreis der
DW-Zielländer ermöglicht. Durch Aufführungen und mediale Begleitung ist
es weltweit zugänglich und stärkt die Rolle der DW als Kulturvermittlerin im
internationalen Kontext.
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Zu den bedeutenden Kulturkooperationen der DW zählt auch die langjährige
Partnerschaft mit dem Goethe-Institut. Sowohl die DW-Redaktionen als auch
die Verantwortlichen für die Deutschlernangebote arbeiten vertrauensvoll mit der
gemeinnützigen Einrichtung zusammen. Auch beim GMF ist das Goethe-
Institut regelmäßig mit seiner Expertise präsent. Darüber hinaus tauschen sich DW
und Goethe-Institut regelmäßig zu strategischen Fragen aus.
6 Strategische Ausrichtung der Angebote pro
Region
6.1 Europa
In Europa ist die DW mit Angeboten für Osteuropa, Mittel- und Südosteuropa sowie die
Türkei präsent. Diese Zielregion ist für die europäische Sicherheit, Stabilität und
Zukunftsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Zugleich ist sie von gesellschaftlichen
Spannungen, intensiver geopolitischer Rivalität sowie dem wachsenden Einfluss
populistischer und nationalistischer Kräfte geprägt. Die Region umfasst sowohl
EU‑Mitgliedstaaten als auch unmittelbare Nachbarländer der EU und bildet damit ein
Umfeld, in dem Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt
entscheidende Voraussetzungen für europäische Resilienz bilden. In diesem Umfeld leistet
die DW einen wichtigen Beitrag, indem sie verlässliche, faktenbasierte Informationen
bereitstellt, Räume für freien Austausch schafft und verständliche Einordnung ermöglicht
– insbesondere dort, wo öffentliche Debatten eingeschränkt oder stark polarisiert sind.
In Osteuropa ist die DW mit Angeboten in Russisch und Ukrainisch vertreten. Im Zentrum
stehen dabei die Prio-A-Länder Russland und Ukraine. Darüber hinaus erreicht die DW
mit ihren Angeboten weitere strategisch relevante Zielländer wie Belarus, Moldau und
Georgien. Die Region stellt einen geopolitisch hochsensiblen Raum dar, in dem sich
sicherheits-, energie- und demokratiepolitische Entwicklungen unmittelbar auf
Deutschland und die EU auswirken. Sie ist zugleich vom russischen Angriffskrieg,
autoritärer Einflussnahme und einem medial stark eingeschränkten Umfeld
gekennzeichnet. In Russland dominieren Repression, Zensur und digitale Abschottung; in
Belarus ist unabhängiger Journalismus faktisch unmöglich. Auch die ukrainische
Medienlandschaft steht durch den Krieg, wirtschaftliche Belastungen und politische
Einflussnahme unter erheblichem Druck. Deutschland spielt in vielen Staaten der Region
eine wichtige Rolle mit Blick auf Reformen, Stabilisierung und wirtschaftliche
Zusammenarbeit.
Angesichts der im Wandel befindlichen globalen Ordnung und des Rückbaus
amerikanischer Auslandsmedien wächst die Bedeutung, deutsch‑europäische
Perspektiven in der Region sichtbar zu machen. Hier übernimmt die DW eine zentrale
Funktion: Sie stellt unabhängige, faktenbasierte Informationen bereit, wo der
öffentliche Raum eingeengt ist, und stärkt damit demokratische Resilienz. Mit ihren
Angeboten in Russisch und Ukrainisch ordnet sie politische und gesellschaftliche
Entwicklungen ein, macht zukunftsweisende Entwicklungen sichtbar und schafft
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Dialogräume, in denen unterschiedliche Stimmen konstruktiv miteinander in Austausch
kommen können.
Das russische Medienumfeld ist geprägt von staatlicher Repression und digitaler
Abschottung. Seit dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine wird kritische
Berichterstattung systematisch unterdrückt. Plattformen wie Facebook, Instagram und X
sind blockiert, YouTube wird gedrosselt und der Aufbau eines sogenannten „souveränen
Internets“ nach chinesischem Vorbild wird vorangetrieben. Zwar ermöglichen Virtual
Private Networks (VPN)-Dienste weiterhin den Zugang zum freien Internet, doch auch sie
werden zunehmend eingeschränkt. Parallel dazu intensiviert Russland seine
Desinformationskampagnen im In- und Ausland, die sich auch gezielt gegen Europa und
Deutschland richten. Ziel ist es, Misstrauen gegenüber demokratischen Werten und
Institutionen zu schüren und den Einfluss Russlands insbesondere in Nachbarstaaten
auszubauen. In diesem zunehmend repressiven Umfeld steigt der Bedarf an unabhängiger
Berichterstattung durch Medien wie die DW.
Das Vertrauen vor allem junger Menschen in staatliche Medien sinkt. Gleichzeitig werden
digitale Angebote unabhängiger Anbieter trotz der hohen Zugangshürden nachgefragt.
Die Vor-Ort-Produktion für internationale Medien bleibt eine große Herausforderung. Für
die DW verschärfte sich die Lage durch die Schließung des Studios in Moskau im Februar
2022. Mit dem Entzug von Akkreditierungen sowie der Einstufung als „ausländischer
Agent“ wurde unabhängige Berichterstattung aus Russland nahezu unmöglich. Als
Reaktion verlagerte die DW ihre Präsenz in die lettische Hauptstadt Riga. Im Dezember
2025 folgte die offizielle Einstufung als „unerwünschte Organisation“, durch die jede
Form der Zusammenarbeit mit der DW sowie das Teilen von DW-Inhalten unter Strafe steht.
Die Regelung kann hohe Geld- bis hin zu Haftstrafen nach sich ziehen, auch für russische
Staatsangehörige außerhalb des Landes. Damit wird der Zugang zum russischen
Informationsraum massiv eingeschränkt und die Notwendigkeit alternativer, technologisch
innovativer Distributionswege weiter erhöht.
Trotz zunehmender Repression ist die DW in Osteuropa eine unverzichtbare Stimme für
unabhängige Information und demokratische Werte. Für das russischsprachige Publikum
verfolgt sie eine konsequente Multiplattform-Strategie mit Inhalten auf Telegram, YouTube,
Instagram und X, um insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen. Mit einem neuen
TikTok-Kanal weitete die DW zudem kurz nach ihrer Einstufung als „unerwünschte
Organisation“ Ende 2025 ihre Berichterstattung auf Russisch aus. Sie richtet sich dabei
auch an Menschen in Anrainerstaaten und Länder mit russischsprachigen Minderheiten.
Parallel dazu wurde das TV-Angebot ausgebaut, um ein wirksames Gegengewicht zu
russischer Propaganda zu schaffen und auch bei wachsender digitaler Zensur einen
alternativen Zugang zu unabhängigen Informationen sicherzustellen. Der Start des 24/7-
Satellitenkanals DW Russian im Rahmen des Projekts Svoboda im Jahr 2024 setzte ein
klares Signal gegen die Zensur. Trotz Sperrungen und Drosselungen erreicht die DW in
Osteuropa und Zentralasien seit Beginn des Ukrainekrieges rund elf Millionen Menschen
pro Woche. Möglich wird dies vor allem durch zensurresistente Technologien wie VPN-
Dienste, das Tor-Netzwerk und Proxy-Server. Zudem zeigt die DW eine hohe
technologische Anpassungsfähigkeit: Einschränkungen auf YouTube konnten durch
Zuwächse auf Facebook, Instagram und der DW‑Website teilweise kompensiert werden.
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Inhaltlich steht der Krieg in der Ukraine sowie politische und gesellschaftliche
Entwicklungen im Mittelpunkt, mit besonderem Fokus auf Freiheits- und
Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Zu den etablierten Formaten
zählen die tägliche Nachrichtensendung DW Novosti („DW Nachrichten“) mit vertiefenden
Analysen und das Format Frau, wy kuda? („Frau, was nun?“), das sich vor allem an die
weibliche Zielgruppe richtet. Zusätzlich prüft das Fact-Checking-Team der DW seit Beginn
der russischen Invasion Bilder und Behauptungen und schafft dadurch Transparenz und
Vertrauen. Neben russischen Inhalten finden sich auf DW Русский („DW Russisch“)
gebündelte Informationen aus und über Belarus, teilweise auch in belarussischer
Sprache. Hinzu kommen der Newsletter Belarus sowie die Kanäle DW Беларусь („DW
Belarus“) auf Telegram und YouTube, über die russische und belarussische Inhalte
veröffentlicht werden.
Für das ukrainischsprachige Publikum setzt die DW auf eine Kombination aus eigenen
redaktionellen Produktionen und gezielten Kooperationen vor Ort. Neben
Distributionspartnerschaften mit Suspilne, dem öffentlich‑rechtlichen Rundfunk der
Ukraine, sowie weiteren kleineren Sendern, baut die DW ihr Kooperationsnetzwerk in der
Region weiter aus. Der Fokus des Angebots liegt auf Explainer- und Interviewformaten,
Reportagen und aktuellen Nachrichten. Zugleich entstehen On‑Demand‑Angebote zu
europäischen und globalen Entwicklungen, die einen direkten Bezug zu ukrainischen
Lebensrealitäten herstellen. Um junge Zielgruppen zu erreichen, baut die DW auch ihre
Präsenz auf TikTok in ukrainischer Sprache sowie mit YouTube-Shorts weiter aus. Inhaltlich
liegt der Fokus auf verständlicher, faktenbasierter und multiperspektivischer
Berichterstattung, zum Beispiel zum Thema Integration der Ukraine in die EU. Darüber
hinaus stellt die DW angesichts der sehr schwierigen Lage vor Ort innovative
Entwicklungen aus Gesellschaft und Wirtschaft dar, um mit konstruktiven
Lösungsansätzen der Zielgruppe Inspiration in Zeiten tiefgreifender Transformation zu
bieten. In Zentralasien und im Kaukasus verfolgt die DW das Ziel, Desinformation mit
unabhängiger Berichterstattung entgegenzuwirken und so den Zugang zu verlässlichen
Informationen zu sichern.
Um sich zukunftssicher aufzustellen, entwickelt die DW ihr Angebot auch in Hinblick auf
die Schwerpunktthemen gezielt weiter. Bei den russischsprachigen Inhalten liegt der
Fokus auf plattformgerechten Formaten für die mobile Nutzung, Zensurumgehung sowie
einer intensiveren Zusammenarbeit mit russischen Exilmedien. Darüber hinaus plant die
DW den gezielten Ausbau des russischsprachigen TV- und Videoangebots, möglichst in
Kooperation mit europäischen Partnern und im Rahmen von EU‑geförderten Projekten, um
sowohl Reichweite als auch Wirkung in Russland, insbesondere aber auch den
Anrainerstaaten, weiter zu stärken. Neben regionalisierten Inhalten begegnet die DW der
zunehmenden anti-deutschen Propaganda mit fundierten Hintergründen zu deutscher
Politik, Kultur und Gesellschaft. Im ukrainischsprachigen Angebot stärkt die DW ihre Marke
mit neuen Serien und wiederkehrenden Formaten. Auch Kooperationen mit glaubwürdigen
Influencerinnen und Influencern sowie Expertinnen und Experten werden ausgebaut, um
Reichweite, Anschlussfähigkeit und Markenbindung zu erhöhen. Zudem stärkt die DW
strategische Partnerschaften in der Region, um ihre Wirkung zu erhöhen.
Um ihre Präsenz in der Region zu sichern und die Produktion vor Ort zu stärken, stützt sich
die DW neben dem Exilstudio in Riga vor allem auf das erweiterte Studio in Kyjiw. Dieses
fungiert als operatives Rückgrat, arbeitet mehrsprachig und nutzt dadurch die
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Überschneidungen beider Sprachräume besonders effizient. Die enge Zusammenarbeit
der ukrainischen und der russischen Redaktion schafft ebenfalls Synergien und
ermöglicht eine abgestimmte Berichterstattung. Um sich klar von KI-generierten Inhalten
sowie Wettbewerbern zu differenzieren, stärkt die DW exklusive Recherchen, regionale
Relevanz und geprüfte Qualität. Um ihre Präsenz in den zensierten Märkten in Russland
und Belarus zu sichern, setzt sie weiterhin auf technische Lösungen, ohne die Sicherheit
und Anonymität der Nutzenden zu gefährden. Neben der Zusammenarbeit mit
bestehenden VPN-Anbietern wie Psiphon, setzt die DW 2026 Outline-VPN für die DW
Access App ein, die speziell für stark regulierte digitale Umgebungen entwickelt wurde.
In Osteuropa setzt die DW Akademie an den demokratischen Bestrebungen in der Ukraine,
Moldau, Georgien und den Ländern des Westbalkans an. Im Zentrum steht der Begriff
„Information Integrity“ – also der Zugang für alle zu verlässlichen, vollständigen und
konsistenten Informationen. Die DW Akademie unterstützt lokale Medien in der
Entwicklung wirtschaftlicher Tragfähigkeit und innovativer journalistischer Formate und
stärkt die Bevölkerung in kritischem Medienkonsum. Dabei baut sie auf die
Zusammenarbeit mit einem weitreichenden Partnernetzwerk. Die Wirkung und Reichweite
des BMZ-finanzierten Vorhabens werden durch EU-geförderte Projekte verstärkt. Die
Förderung von belarussischen und russischen Exilmedien im Rahmen der Hannah-Arendt-
Initiative des AA ergänzt das Vorhaben der DW Akademie in Osteuropa.
In Süd‑ und Mittelosteuropa ist die DW mit Angeboten in Albanisch, Bosnisch, Bulgarisch,
Griechisch3, Kroatisch, Mazedonisch, Polnisch, Rumänisch, Serbisch und Ungarisch
vertreten. Damit erreicht sie ihre Zielgruppen in einer sprachlich äußerst vielfältigen und
politisch komplexen Region, darunter wichtige Zielländer wie Polen, Serbien und Ungarn.
Südost‑ und Mittelosteuropa sind für die europäische Stabilität und Resilienz von
zentraler Bedeutung. Die Region bildet eine Brücke zwischen Europa, MENA und Asien
und steht im Mittelpunkt eines Einflusskampfes, in dem autoritäre Akteure – allen voran
russische Desinformation und gezielte Manipulationsstrategien – öffentliche Debatten
gefährden. Angesichts einer zugespitzten globalen Lage und zunehmender externer
Einflussnahme wächst die Bedeutung verlässlicher Kooperationen und neuer
Partnerschaften. Die Region steht unter Druck: Der russische Angriffskrieg gegen die
Ukraine hat das geopolitische Umfeld tiefgreifend verändert. Desinformation als Teil der
hybriden russischen Kriegsführung untergräbt Vertrauen in Medien und Institutionen.
Populistische und nationalistische Kräfte gewinnen an Einfluss. Langwierige EU-
Beitrittsprozesse werden gezielt genutzt, um antieuropäische Narrative und EU-Skepsis zu
stärken.
Parallel dazu verschlechtert sich die Lage der Pressefreiheit. Politischer Einfluss auf
Medien ist sowohl in EU-Staaten als auch bei Beitrittskandidaten ein zentrales Problem
und wird verschärft durch staatliche Kontrolle, Zensur, wirtschaftliche Abhängigkeit und
weit verbreitete Selbstzensur. Der Rückbau US‑amerikanischer Informationsangebote
schafft zusätzliche Lücken, die autoritäre Akteure gezielt versuchen zu füllen. Vor diesem
Hintergrund steigt die Bedeutung einer glaubwürdigen und unabhängigen
Berichterstattung aus deutsch-europäischer Perspektive, um die Resilienz gegen
Desinformation und Irreführung zu stärken. In diesem Umfeld übernimmt die DW eine
3 Das Sprachangebot Griechisch kann unter den aktuell bekannten Budgetbedingungen voraussichtlich
ab 2027 nicht fortgeführt werden.
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zentrale Rolle: Sie macht deutsch-europäische Perspektiven sichtbar, schafft Zugang zu
unabhängigen Informationen, wirkt Desinformation entgegen und stärkt so die Resilienz.
Durch faktenbasierte Einordnung sowie dialogorientierte Formate fördert sie Orientierung
und konstruktiven Austausch.
Während Fernsehen lange Zeit das wichtigste Informationsmedium in der Region war,
wurde es in fast allen Ländern von Online-Plattformen und Social Media abgelöst,
insbesondere dort, wo Vertrauen in staatliche Medien sinkt. Beispielhaft zeigt sich dies in
Ungarn und Serbien, wo soziale Netzwerke inzwischen zu den bevorzugten Kanälen für
den Nachrichtenkonsum geworden sind. In diesem politisch und medial
herausfordernden Umfeld kommt unabhängigen internationalen Anbietern eine zentrale
Rolle zu.
Insbesondere die junge Zielgruppe der DW hat einen großen Bedarf an unabhängiger
Berichterstattung jenseits staatlicher oder wirtschaftlicher Einflussnahme und sucht
vermehrt nach alternativen Informationsquellen aus dem In- und Ausland, die ihnen neue
Sichtweisen und Inspiration bieten. Damit steigt die Bedeutung der DW als
deutscheuropäische Medienanbieterin mit ihren regionalen Sprachangeboten. Angepasst an das
Nutzungsverhalten verfolgen die Europa-Redaktionen einen konsequent multimedialen
Ansatz. Im Rahmen der On-Demand-Strategie wird die Präsenz auf Social-Media- und
Online-Plattformen ausgebaut, um insbesondere junge Zielgruppen zu erreichen. Die
Ausrichtung zeigt Wirkung: 2025 erreicht die DW in Europa 47 Millionen wöchentliche
Nutzende – ein Plus von 15 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum resultiert
dabei vor allem aus der Präsenz auf Social Media und der Integration von DW-Inhalten in
TV-Formaten. Besonders DW Magyar („DW Ungarisch“) ist hier als vollständig digitales,
Social-Media-orientiertes Angebot hervorzuheben. Trotz der Einstellung klassischer TV-
Angebote in Mittel- und Südosteuropa erreicht die DW über Live-Schalten mit DW-
Journalistinnen und -Journalisten viele Nutzende. Hierbei stützt sie sich auch auf ihre
Bekanntheit in der Region.
Inhaltlich setzt die DW einen klaren inhaltlichen Schwerpunkt: Die Vermittlung
freiheitlicher Perspektiven – was angesichts zunehmender EU-Skepsis und populistischer
Tendenzen in der Region von besonderer Bedeutung ist. Ergänzend hebt sie innovative
Entwicklungen hervor und verdeutlicht, wie sich technologische und gesellschaftliche
Impulse aus der Region und Deutschland gegenseitig bereichern. Die Zielgruppe
interessiert sich für europäische Sichtweisen auf Entwicklungen in der eigenen Region. Um
diese Nachfrage zu bedienen, nutzt die DW Synergien zwischen Sprachdiensten und
produziert plattformgerechte Formate für digitale Kanäle. Dazu zählt Balkan Booster, das
junge Journalistinnen und Journalisten aus den Zielländern vernetzt und
grenzübergreifenden Austausch fördert. Hinzu kommen erfolgreiche Angebote wie das
Fact-Checking-Format Zajszűrő („Geräuschfilter“) von DW Ungarisch oder der
wöchentliche News-Podcast Inside Europe (sinngemäß: „Europa von Innen“), der auch
aktuelle Informationen über Deutschland enthält.
Mit ihrer Regionalisierungsstrategie verfolgt die DW das Ziel, relevante Inhalte für
Nutzerinnen und Nutzer vor Ort bereitzustellen und ihnen angesichts wachsender
Informationslücken Orientierung zu bieten. Grundlage dafür ist ein breites Netzwerk von
Journalistinnen und Journalisten in der Region, die über alle Sprachdienste hinweg
vernetzt arbeiten. Hinzu kommen strategische Kooperationen wie mit France Médias
Monde (FMM), mit der die DW in Rumänien und der Republik Moldau kooperiert und im
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Dezember 2025 einen gemeinsamen Standort im Regionalbüro von RFI România in
Bukarest eröffnet hat. In Polen arbeitet die DW zudem mit reichweitenstarken Partnern wie
dem öffentlich-rechtlichen Sender TVP und den beiden Online-Marktführern ONET und
Wirtualna zusammen. Hinzu kommen internationale Gemeinschaftsprojekte wie das
Format ENTR, für das mehrere europäische Medien, darunter die DW und FMM,
zusammenarbeiten. Um die junge Zielgruppe zu erreichen, werden die Inhalte auf
Instagram, YouTube und TikTok verbreitet und durch interaktive Formate sowie persönliche
Reportagen ergänzt.
Um auf die aktuellen Entwicklungen adäquat reagieren zu können und sich zukunftssicher
aufzustellen, richtet die DW ihre Weiterentwicklung in Mittel- und Südosteuropa auf klare
Prioritäten aus. Mit faktenbasierten, authentischen Inhalten und klaren DW-Gesichtern
will sie ein Gegengewicht zur oft einseitigen Berichterstattung nationaler Medien schaffen
und Vertrauen sichern. Schon heute werden bei zahlreichen Partnern in Mittel- und
Südosteuropa DW-Reporterinnen und -Reporter für ihre Expertise zu Deutschland und
Europa eingesetzt. Zukünftig sollen junge Redaktionen und Short-Video-Produktionen
gezielt ausgebaut werden, um die Marke DW als verlässliche Stimme für
Freiheitsthemen zu stärken. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dialogorientierten
Formaten und aktivem Community Management, um die Nähe zur Zielgruppe zu
gewährleisten. Mit dem verstärkten Einsatz von Influencer‑Kooperationen passt sich die
DW den Nutzungstrends an und fördert Perspektivenvielfalt sowie einen offenen
Austausch über gesellschaftlich relevante Themen.
Durch exklusive Recherchen und multiperspektivischen, lösungsorientierten
Journalismus zu den Profilthemen positioniert sich die DW als Gegenpol zu
interessengeleiteter, polarisierender und rein auf Krisen fokussierte Berichterstattung.
Eigene Reporterinnen und Reporter vor Ort sowie exklusive, hochwertige Inhalte schaffen
eine authentische und flexible Berichterstattung. Parallel dazu wird die Regionalisierung
intensiviert: Junge Redaktionen in Berlin, Brüssel, Westbalkan, Moldau und Rumänien
sowie lokale Kooperationen und strategischer Partnerschaften stärken die Sichtbarkeit
und Relevanz in den Märkten.
In der Türkei richtet die DW ihr Angebot auf ein Land aus, das von politischer Repression,
gesellschaftlicher Polarisierung und einer starken Einschränkung der Pressefreiheit
geprägt ist. Oppositionelle Akteure, kritische Medienschaffende sowie
zivilgesellschaftliche Gruppen sind massiven juristischen und finanziellen Repressionen
ausgesetzt, Journalistinnen und Journalisten werden verhaftet, jüngst auch ein DW-
Korrespondent. Gesetzliche Regelungen zu Falschnachrichten sind teilweise weit gefasst
und werden von Beobachterinnen und Beobachtern auch als potenzielles Instrument zur
Einschränkung kritischer Berichterstattung bewertet. Internetzensur, Sperrungen und die
Kontrolle durch regierungstreue Medienkonglomerate prägen den Informationsraum.
Davon sind auch internationale Anbieter wie die DW und die BBC betroffen: Websites
wurden blockiert und durch neue Auflagen wurden staatliche Eingriffe erleichtert.
Die Türkei ist für Deutschland und die EU geopolitisch von herausgehobener Bedeutung,
da sie als unmittelbarer Nachbar an der Schnittstelle zwischen Europa, dem Nahen Osten
und dem Schwarzmeerraum eine Schlüsselrolle in Sicherheits- und Stabilitätsfragen
spielt. Als NATO-Mitglied und offizieller EU-Beitrittskandidat, wichtiges Transit- und
Energieland sowie zentraler Partner in der Steuerung von Migration und regionalen
Konflikten ist die Türkei ein entscheidender Akteur. Gerade unter diesen Bedingungen
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gewinnt die DW an Bedeutung: Sie stärkt den freien Zugang zu Information, wirkt
Desinformation entgegen und dient als verlässliche Brücke zwischen EU, Deutschland und
einer jungen, digital orientierten Bevölkerung in der Türkei.
Die instabile wirtschaftliche Situation in der Türkei hat direkte Auswirkungen auf den
Medienmarkt, denn die schwierige Finanzlage bringt eine größere Anfälligkeit für
Einflussnahme externer Akteure. Unabhängige Berichterstattung findet in den klassischen
Medien kaum und dafür fast ausschließlich im digitalen Raum statt. Soziale Medien wie
YouTube, TikTok und Instagram sind für junge Zielgruppen die wichtigste
Informationsquelle – trotz staatlicher Eingriffe und Sperrungen.
Die DW bietet ihr Informationsangebot in einem Umfeld an, in dem unabhängige
Berichterstattung massiv eingeschränkt ist und regierungsnahe Medien den
Informationsraum dominieren. Vor diesem Hintergrund möchte die DW den Zugang zu
unabhängigen Informationen sichern – trotz Zensur und Repression durch den gezielten
Einsatz von Umgehungstechnologien. Außerdem baut sie die digitale und
plattformgerechte Verbreitung ihrer Inhalte aus. Die DW verbindet politische und
gesellschaftliche Berichterstattung mit Themen, für die Deutschland und Europa stehen –
darunter Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftliche Entwicklung,
Innovationskraft und regionale Sicherheit. Auch sensible Themen wie die Einschränkung
der Opposition werden aufgegriffen und aktuelle Ereignisse kritisch eingeordnet. Zu den
etablierten Formaten zählt die tägliche Nachrichtensendung DW Haber („DW
Nachrichten“), die sich durch faktenbasierte und vertrauensvolle Analysen auszeichnet.
Das Format setzt auf Aktualität, Aufklärung über Desinformation, Kontextualisierung von
Konflikten, Sicherheit und Wirtschaft. Ergänzend setzt die DW auf das erfolgreiche
Kooperationsprojekt +90, das gemeinsam mit BBC und FMM entwickelt wurde und hohe
Abrufzahlen auf TikTok, Instagram und YouTube erzielt, besonders bei der jungen
Zielgruppe.
Die Inhalte sind bewusst multiperspektivisch angelegt und sollen nicht nur informieren,
sondern auch Dialog und kritisches Denken fördern. Die DW positioniert sich im türkischen
Informationsumfeld mit einem unabhängigen, überparteilichen Ansatz und einer
deutscheuropäischen Perspektive, die auf Ausgewogenheit, Einordnung und dialogorientierte
Vermittlung abzielt. Neben eigenen Produktionen setzt die DW auf Partnerschaften und
News-Schalten, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Diese Kooperationen sind
jedoch aufgrund des politischen Drucks und der angespannten wirtschaftlichen Lage
stark gefährdet. Die DW bleibt daher auf digitale Ausspielwege angewiesen, auch da
Social-Media-Plattformen in der Türkei die größte Chance bieten, trotz Zensur und
Sperrungen sichtbar zu bleiben.
Um sich zukunftssicher aufzustellen, entwickelt die DW ihr türkischsprachiges Angebot
gezielt weiter. Der größte Hebel liegt dabei in der konsequenten Nutzung digitaler
Plattformen. Bestehende Formate sollen stärker auf die Bedürfnisse junger Zielgruppen
zugeschnitten werden – mit plattformgerechten Inhalten für TikTok, Instagram und YouTube
sowie einer schnellen Synthese und intensiveren Nutzung von Verticals. Ergänzend wird
der Einsatz von KI-gestützten Workflows für Produktion und optimierte Distribution
geprüft, um Reichweite und Sichtbarkeit zu maximieren und gleichzeitig die redaktionelle
Qualität zu sichern. So soll Wachstum über plattformspezifische Kurzformate,
dialogorientierte Live‑Formate und Explainer-Videos erzielt und der
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Wiedererkennungswert erhöht werden. Zudem wird ein Community Management
aufgebaut, um neue Formen digitaler Beteiligung zu ermöglichen.
Die DW will ihre Position als glaubwürdige und unabhängige Stimme in einem
hochpolarisierten Umfeld festigen. Persönlichkeiten und Gesichter der DW sollen
stärker in den Vordergrund treten, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Zudem sind
Kooperationen mit glaubwürdigen Influencerinnen und Influencern vorgesehen, um die
Anschlussfähigkeit in relevante Communitys zu erhöhen. Die DW plant zudem interaktive
Formate, die Austausch fördern und Multiperspektivität sichtbar machen. Ziel ist es, zu
informieren, Debatten anzustoßen und Medienkompetenz zu stärken.
6.2 Subsahara-Afrika
In Subsahara‑Afrika erreicht die DW ihre Zielgruppen in Amharisch, Englisch, Französisch,
Haussa, Kisuaheli und Portugiesisch. Im Mittelpunkt stehen die Prio‑A‑Länder
Demokratische Republik Kongo und Nigeria. Gleichzeitig ermöglichen die
Sprachangebote eine regionale Abdeckung weiter Teile West-, Ost-, Süd- und
Zentralafrikas sowie der Sahel-Region, sodass u.a. geopolitisch wichtige Länder wie Kenia,
Mali oder Südafrika erreicht werden.
Subsahara‑Afrika gehört zu den politisch und ökonomisch dynamischsten Regionen
der Welt. Mit ihrer jungen Bevölkerung und einer wachsenden Wirtschaft gewinnt die
Region an geopolitischer und ökonomischer Bedeutung. So lebten 2025 bereits rund 1,2
Milliarden Menschen südlich der Sahara; bis 2050 dürfte sich die Bevölkerung nahezu
verdoppeln. Dieser demografische Wandel eröffnet große Potenziale für Innovation und
Wachstum, stellt Gesellschaften jedoch auch vor Herausforderungen, etwa im Hinblick auf
soziale Ungleichheiten, den Klimawandel und zunehmende Migrationsdynamiken. Für
Deutschland und Europa ergeben sich aus diesen dynamischen Entwicklungen neue
Möglichkeiten für Kooperationen, beispielsweise in den Bereichen Energie, Rohstoffe
und wirtschaftlicher Zusammenarbeit. Gleichzeitig wächst der Bedarf an enger
Abstimmung in Fragen von Sicherheit, Migration und regionaler Stabilität. In einer Phase,
in der sich die USA aus Teilen der Region zurückziehen und Akteure wie Russland und
China ihren Einfluss ausweiten, steigt der Bedarf an unabhängigen Informationen, um
informierten und konstruktiven Austausch zu ermöglichen. Hier übernimmt die DW eine
zentrale Funktion: Sie schafft Zugang zu faktenbasierter Berichterstattung, ordnet
politische, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen ein und stärkt einen
sachlichen Dialog, der neue Perspektiven und innovative Lösungen sichtbar macht.
Zugleich wirkt sie als Brücke zwischen Deutschland, Europa und Subsahara‑Afrika und
unterstützt so ein besseres gegenseitiges Verständnis und partnerschaftlichen Dialog auf
Augenhöhe. Durch ihre starke Präsenz bei jungen Zielgruppen fördert sie ein
differenziertes Verständnis deutscher Positionen – insbesondere bei jungen
Meinungsbildnern.
Die DW richtet ihr Afrika‑Angebot auf Länder aus, die für die regionale Entwicklung
besonders relevant sind und in denen ein hoher Bedarf an verlässlichen Informationen
aus deutsch-europäischer Perspektive besteht. Dazu gehören bevölkerungsreiche
Staaten mit dynamischen urbanen Zentren wie Nigeria, Kenia oder die DR Kongo. Sie
zählen zu den wirtschaftlichen Wachstumsmotoren der Region, prägen die afrikanischen
Medienmärkte und spielen eine entscheidende Rolle für die regionale
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Sicherheitsarchitektur. Hinzu kommen fragile Sahelstaaten wie Mali oder Burkina Faso mit
hoher sicherheitspolitischer Relevanz sowie ostafrikanische Länder wie Äthiopien und
Uganda, in denen staatliche Medienkontrolle und Repressionen allgegenwärtig sind.
In Subsahara-Afrika zählen die zunehmenden Einschränkungen der Presse- und
Meinungsfreiheit zu den größten Herausforderungen. In vielen Ländern verschärfen sich
die Bedingungen: Politische Instabilität, militärisch bedingte Machtverschiebungen und
autokratische Strukturen schränken unabhängige Medien massiv ein. In Äthiopien und
Teilen Ost- und Zentralafrikas werden ausländische Medienanbieter zunehmend zensiert,
zeitweise verboten oder durch Gebühren und Lizenzauflagen behindert.
Internetabschaltungen in Krisen häufen sich ebenfalls – so wurden DW-Inhalte in Ländern
wie Burkina Faso bereits blockiert. Gleichzeitig verstärken Russland, China und
verschiedene lokale Akteure ihre Propaganda und Desinformation, die sich nicht nur
gegen westliche Medien, sondern auch explizit gegen die EU und Deutschland richten. Der
vorläufige Rückbau bei USAGM gefährdet das Informationsangebot zusätzlich, vor allem
in lokalen Sprachen wie Kisuaheli, Haussa und Amharisch. Vor diesem Hintergrund ist die
DW in besonderer Weise gefordert, ihre Rolle als unabhängige, verlässliche und
freiheitlich-demokratische Stimme zu stärken.
Zugleich erfordert die äußerst heterogene Mediennutzung in Subsahara-Afrika eine
regional differenzierte Strategie. In Metropolen wie Lagos, Nairobi, Johannesburg oder
Kinshasa erreichen insbesondere digitale Plattformen wie TikTok, YouTube oder Instagram
die junge Zielgruppe. In einigen Sahelländern, Äthiopien sowie großen Teilen der DR
Kongo, Nordnigeria und Tansania ist Radio weiterhin eine wichtige Informationsquelle,
während Fernsehen in mehreren Ländern ebenfalls eine bedeutende Rolle spielt –
zunehmend in Kombination mit digitalen Angeboten. Mit ihrem Afrika-Angebot in den
sechs Sprachen Amharisch, Englisch, Französisch, Haussa, Kisuaheli und Portugiesisch
trägt die DW dieser sprachlichen und medialen Vielfalt Rechnung. In ihren Angeboten
macht die DW auch gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Entwicklungen
insbesondere für eine junge, gut ausgebildete Zielgruppe verständlich und befördert den
Austausch hierzu. Die Inhalte werden plattformübergreifend entwickelt und in
unterschiedlichen Formaten ausgespielt. So erreicht ein einzelner Inhalt parallel
unterschiedliche Zielgruppen – vom klassischen Radiopublikum in Tansania bis hin zu
digitalen Communitys in urbanen Zentren wie Lagos.
Um ihre Position als vertrauenswürdige Quelle zu stärken, schärft die DW ihr regionales
Profil. Die Redaktionen setzen auf investigativen, faktenbasierten und
kontextualisierenden Journalismus zu zentralen Themen wie Regierungsführung,
Korruption, Sicherheit und Migration. Verlässliche Informationen werden bereitgestellt, die
Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation stärken. Darüber hinaus setzt die DW auf
lösungs- und dialogorientierte Formate, die gegenseitiges Verständnis und echten
Austausch fördern. Neben der Weiterentwicklung und verstärkten Regionalisierung
erfolgreicher Koproduktionsformate wie The 77 Percent – Street Debate („77 Prozent - Die
Straßendebatte“), GirlZOffMute (Format mit jungen Reporterinnen aus Afrika) und Eco
Africa (Umweltformat), die gemeinsam mit lokalen Partnern entstehen, werden DW-
Persönlichkeiten aufgebaut, die Vertrauen zur Marke DW stärken. Im (Video-)Podcast-
Bereich entstehen dialogische Inhalte mit innovativem Storytelling wie die Video-Podcast-
Reihe Don’t Hold Back: Say it Loud! („Keine Zurückhaltung: Sag es laut!“), in der jungen
Menschen Raum gegeben wird. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf Nachrichten,
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Hintergrundanalysen und Einordnungen von Desinformation, Konflikten und
Sicherheitsfragen aus deutsch-europäischer Perspektive. Formate wie AfricaLink
(Nachrichtenpodcast), das Haussa-Angebot Harkokin Yau („Tagesgeschehen“) sowie das
französischsprachige Format Droits et Libertés („Rechte und Freiheiten“) vertiefen
politische Bildung, Menschenrechtsfragen und gesellschaftlichen Dialog.
Fest verankert im Programm ist die hohe Sichtbarkeit von Frauen, jungen Menschen und
tabuisierten Gesundheitsthemen. Damit schafft die DW Dialogräume, in denen sensible
Inhalte offen angesprochen und gesellschaftlich relevante Fragen diskutiert werden
können. Koproduzierte Formate wie Kallabi (sinngemäß „Fokus auf“) und Dandalin Matasa
(„Jugend-Forum“) in der Haussa-Region schaffen Platz für marginalisierte Stimmen und
stärken den Dialog mit jungen Zielgruppen. Mit Formaten wie Digital Natives (sinngemäß
„Digitale Generation“) leistet die DW einen wichtigen Beitrag zur Stärkung digitaler
Medienkompetenz und zur Prävention von Desinformation und spricht gezielt junge, gut
ausgebildete Menschen an.
Die Sahelregion bleibt aufgrund ihrer Nähe zu Euroa sowie der migrations- und
sicherheitspolitischen Bedeutung im Fokus. Angesichts zunehmender Zensur stärkt die
DW alternative Verbreitungswege wie digitale Partnerschaften auf Drittplattformen und
UKW-Partnerschaften, Satellitendistribution und datensparende Formate auf Messenger-
Diensten wie WhatsApp. Auf diese Weise sind unabhängige Informationen auch dort
zugänglich, wo autoritäre Akteure versuchen, sie zu unterbinden. Auch die
Multiplattformstrategie ermöglicht eine flexible Steuerung der Angebote über
verschiedene Distributionswege, um Zielgruppen auch unter restriktiven Bedingungen zu
erreichen. Kooperationen mit lokalen Content Creators gewinnen an Bedeutung, um
Inhalte bei Websitesperrungen verfügbar zu halten.
Gleichzeitig bleiben lineare Partnerschaften wichtig für Sichtbarkeit und
Glaubwürdigkeit. Kooperationen mit Channels TV und Trust TV in Nigeria, der Arena Group
in Südafrika und NBS in Uganda werden vertieft. Koproduktionen wie Maoni on the Road
(„Maoni unterwegs“) werden ebenfalls ausgebaut, um physische Präsenz mit digitalem
Storytelling zu verbinden und Community-Bildung zu stärken. Über DW Premium stellt die
DW zudem maßgeschneiderte TV-Schalten in Subsahara-Afrika zur Verfügung und sichert
dadurch ihre Präsenz im Digitalen und im linearen Fernsehen. Internationale
Entwicklungen werden in regelmäßigen Live‑Beiträgen eingeordnet und aus
deutscheuropäischer Perspektive erläutert.
2025 erreichte die DW in der Region erstmals 100 Millionen wöchentliche Nutzende –
fast ein Drittel der gesamten DW-Nutzung. Auch bei den Haussa- und Kisuaheli-Angeboten
gelang der Übergang von Kurzwelle zu digitalen Plattformen, wodurch die DW über
Videoformate, insbesondere auf TikTok, neue Zielgruppen erschließen konnte. Obwohl
Subsahara-Afrika im weltweiten Vergleich zu den Regionen mit niedrigerer Online-Nutzung
zählt, zeigt das digitale Wachstum vor allem bei der jungen Zielgruppe ein erhebliches
Potenzial. Dabei investiert die DW nicht in bloße Reichweite, sondern in nachhaltige
Wirkung: Angebote werden strategisch priorisiert, zielgruppengerecht entwickelt und
effizient distribuiert.
Sichtbarkeit entsteht jedoch nicht allein durch Inhalte, sondern auch durch eine starke
Gemeinschaft. Die DW baut daher ihr Community Management aus, durch
dialogorientierte Formate, aktive Interaktion auf Social Media, Live-Chats und profilierte
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DW-Persönlichkeiten. Ziel ist es, sich regional differenziert aufzustellen und auf den
unterschiedlichen Ausspielwegen wie Radio, TV, digitalen Plattformen und DW Premium
präsent zu sein. Ziel ist es, Raum für echten Dialog, verlässliche Orientierung und
dauerhaftes Vertrauen zu schaffen.
Auch der Einsatz von KI spielt eine Schlüsselrolle für die künftige Positionierung als
modernes innovatives Unternehmen: Priorität haben die Verbesserung von
Übersetzungs- und Untertitelungstools für afrikanische Sprachen. Während andere
Medienanbieter KI für Masseninhalte nutzen, wird exklusiver, lokal verankerter und
faktengeprüfter Journalismus für die DW zum Differenzierungsmerkmal. Ein gestärktes
Netz freier Korrespondentinnen und Korrespondenten sowie kontinuierliche
Weiterbildungen in Fact-Checking, Sicherheit, Videojournalismus und Storytelling sichern
Profilierung und Qualität langfristig.
Die DW Akademie richtet sich in Subsahara Afrika künftig noch stärker darauf aus,
verlässliche Informationsräume zu sichern und gesellschaftlichen Dialog zu fördern. Im
Zentrum stehen der Ausbau unabhängiger Medien, die Stärkung von Media and Information
Literacy und die Entwicklung dialogorientierter Formate für junge Menschen, Frauen und
Vertriebene. Faktencheck-Initiativen im Sahel werden ausgeweitet,
Medienkompetenzprogramme, etwa in Ghana, vertieft und hybride Dialogangebote
zwischen Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden gefördert. Die
Qualifizierung von Journalistinnen und Journalisten bleibt Kernauftrag, etwa in der
Wahlberichterstattung oder im Umgang mit sensiblen politischen Themen. Darüber hinaus
werden KI-gestützte journalistische Innovationen in Kenia und Namibia vorangetrieben
und zivilgesellschaftliche Initiativen zur verantwortungsvollen Regulierung von KI
unterstützt. Ziel ist es, das bestehende Netzwerk lokaler Partner zu stärken, um
widerstandsfähige, dialogorientierte und zukunftsfähige Medienstrukturen zu etablieren.
6.3 Asien
Die DW ist in Asien mit den Sprachangeboten Bengalisch, Chinesisch, Dari, Farsi, Hindi,
Indonesisch, Paschtu, Tamil und Urdu vertreten. Ergänzt wird das Portfolio durch ein
englischsprachiges Programm für zehn asiatische Länder. Im Zentrum stehen die
Prio‑A‑Länder China, Indien, Indonesien, Iran und Pakistan. Gleichzeitig ermöglichen
die Sprachangebote eine regionale Abdeckung weiter Teile Süd-, Südost-, und Ostasiens,
sodass Menschen in geopolitisch wichtigen Ländern wie Afghanistan und Taiwan erreicht
werden.
Asien ist ein geopolitisch und wirtschaftlich hochrelevanter Raum, dessen Entwicklungen
bedeutende Auswirkungen auf Deutschland und Europa haben: Die Region prägt globale
Lieferketten, setzt Maßstäbe bei Zukunftstechnologien wie KI und Halbleitern und ist mit
wachsenden Märkten von erheblicher ökonomischer Relevanz. Zugleich intensiviert sich
der geostrategische Wettbewerb – insbesondere durch Chinas Rolle im Indo‑Pazifik.
Indien gewinnt als bevölkerungsreichste Regionalmacht in Fragen von Wirtschaft,
Sicherheit und multilateraler Politik weiter an Gewicht. Auch der Iran spielt eine
Schlüsselrolle für die regionale Sicherheit – mit direkten Auswirkungen auf Europa.
Zugleich ist unabhängige Berichterstattung in der Region vielerorts massiv
eingeschränkt: Staatliche Repressionen, Zensur und gezielte
Desinformation untergraben das Vertrauen in Medien. China blockiert sämtliche
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Ausspielwege der DW. In Afghanistan unterliegen Medien umfassender Zensur und im Iran
wird die DW nicht nur blockiert, sondern ihre Journalistinnen und Journalisten auch im
Ausland unter Druck gesetzt. In Indien nimmt der Druck auf kritische Medien zu, begleitet
von einer hohen Zahl an Internetabschaltungen. In Bangladesch und Pakistan verschärft
sich die Lage wiederum durch Polarisierung, geopolitische Spannungen und restriktive
Gesetze. Die geplante Reduzierung amerikanischer Medienangebote aus vielen Ländern
der Region verschärft die Lage zusätzlich.
Hier setzt die DW an: Sie schafft Zugang zu unabhängigen, faktenbasierten
Informationen und ordnet politische, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen
aus deutscher und europäischer Perspektive ein. Gleichzeitig macht sie soziale,
gesellschaftliche und wirtschaftliche Innovationen sichtbar und baut eine Brücke
zwischen Deutschland und den asiatischen Zielregionen. Damit fördert sie
gegenseitiges Verständnis, stärkt Resilienz und schafft Dialogräume in einem geopolitisch
umkämpften Umfeld.
Die Mediennutzung in Asien befindet sich im Wandel. Für die junge Zielgruppe sind soziale
Medien der wichtigste Zugang zu Informationen. Entsprechend steigt in den Zielmärkten
die Nachfrage nach kurzen Videoformaten. Auch in restriktiven Ländern wie dem Iran sind
Instagram, Facebook und YouTube zentrale Informationskanäle, allerdings häufig nur über
Zensurumgehungstechnologien erreichbar. Gleichzeitig verschärfen KI-generierte Inhalte
den Wettbewerb und begünstigen die Verbreitung von Desinformation. Nationale
Abschottungen wie Chinas digitale Entkopplung oder die wiederholten
Internetblockaden im Iran erschweren internationalen Medienanbietern den Zugang
zusätzlich. Parallel dazu gewinnen lokale Plattformen an Bedeutung, was die
Eintrittshürden weiter erhöht.
Vor diesem Hintergrund setzt die DW in Asien auf ein inhaltlich klares und überwiegend
digitales Portfolio. Über regionale Partnerstrukturen verbreitet sie Inhalte auch in
Ländern wie Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Im Fokus steht eine junge Zielgruppe,
die mit glaubwürdigen und verständlichen Inhalten rund um Demokratie, Umwelt,
Wissenschaft und Technologie erreicht und mit vielfältigen Perspektiven inspiriert werden
soll.
In der politisch angespannten Lage legt die DW einen Schwerpunkt auf erklärende
Videoformate, investigative Recherchen und dialogorientierte Formate. Mit ihrer
Video-Reihe Inside Asian Conflicts (sinngemäß „Einblick in asiatische Konflikte“) zum
Beispiel blickt die DW auf geopolitisch relevante Krisen in Asien, die im täglichen
Nachrichtengeschehen zu wenig Beachtung finden. Hinzu kommen Sprachfassungen des
Umweltmagazins Eco-Asia in Hindi, Bengalisch, Tamil und Englisch, die sich konstruktiven
Lösungen für Umweltprobleme widmen und zeigen, wie innovative Ansätze aus der Region
und Europa voneinander profitieren und gemeinsame Zukunftsmodelle hervorbringen
können. Seit 2025 stärken auch die Fact-Checking-Angebote in Bengalisch, Chinesisch,
Dari, Hindi, Indonesisch, Paschtu, Tamil und Urdu die Resilienz gegen Falschinformationen.
Ein weiterer Fokus liegt auf Formaten, die gesellschaftlichen Dialog über Grenzen
hinweg fördern und Polarisierung entgegenwirken. Beispiele sind das Talkformat Aao Baat
Karein („Komm, lass uns reden“) im Hinblick auf Indien und Pakistan sowie TsouTsou Talk
(Talk mit Moderator Tzung-Han Tsou über Klischees) für China und Taiwan.
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Um die unterschiedlichen Nutzungspräferenzen in Asien zu bedienen, setzt die DW auf
eine plattformgerechte Ausspielung ihrer Inhalte. Nahezu alle asiatischen
Sprachangebote sind auf Facebook und YouTube präsent und werden darüber hinaus auf
weiteren relevanten Plattformen ausgespielt. So betreiben DW اردو (DW Urdu) und DW
বাংলা (DW Bengalisch) mit InfoMigrants eigene TikTok‑Kanäle, während auch Angebote in
Chinesisch, Hindi, Dari, Paschtu und Tamil auf Instagram ausgespielt werden. Die
Ausspielung der Angebote orientiert sich an lokalen Nutzungsmustern, etwa mit kurzen
Erklärvideos und Newsclips auf TikTok und Instagram in Indonesien oder der gezielten
Distribution im persischsprachigen Raum über Telegram.
Auch Partnerschaften stellen im wettbewerbsintensiven und hoch fragmentierten
Informationsmarkt Asien einen zentralen Hebel zur Erreichung der Zielgruppe dar. Zugleich
schaffen diese Kooperationen internationale Vernetzung, die über kurzfristige
Aufmerksamkeitszyklen hinaus Bestand haben. Die Zusammenarbeit mit führenden
Plattformen und Medienhäusern trägt dazu bei, Inhalte lokal zu verankern: Partner wie Josh
und Dailyhunt ermöglichen in Indien den Zugang zu einem Millionenpublikum, während in
Pakistan große Distributionsnetzwerke wie GEO und Dawn die Reichweite der DW
erweitern. Sichtbarkeit in restriktiven Märkten wie China wird ebenfalls durch
Partnerschaften wie mit Whaley erzeugt. Perspektivisch eröffnen sich durch den Rückzug
der amerikanischen VOA Chancen in hoch relevanten Zielmärkten, beispielsweise in
Taiwan mit Partnern wie SET News und CTS.
Mit 58 Millionen wöchentlichen Nutzenden erreichte die DW in Asien 2025 sieben
Millionen Menschen mehr als im Vorjahr. Um ihre Position als unabhängige und freie
Informationsquelle aus Europa auszubauen, entwickelt sie ihr Angebot mit Blick auf die
Schwerpunktthemen gezielt weiter. Die DW setzt dafür auf wiedererkennbare Formate mit
festen Hosts zu nachgefragten Themen wie Desinformation. Zudem macht sie innovative
Ideen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie sichtbar und inspiriert
so ihre Zielgruppe. In hochzensierten Märkten wie Iran und China bleibt zudem die
Berichterstattung über Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zentral. Gleichzeitig
sollen erfolgreiche Dialogformate, die den grenzübergreifenden Austausch fördern,
weitergeführt und sensiblen Themen Raum geben werden. Die DW setzt dabei auf die
kreative Umsetzung politischer Inhalte, ohne belehrend zu wirken, und prüft neue regionale
Präsenzen.
Um die journalistische Exzellenz zu akzentuieren, setzt die DW auf gezielte Trainings für
Ortskräfte im Storytelling, Fact-Checking und Community Management. Ein weiteres Ziel
ist es, Inhalte zukünftig noch plattformgerechter zu gestalten. Entsprechend werden
Geschwindigkeit, visuelle Qualität und Short-Video-Formate für reichweitenstarke Kanäle
auf TikTok und Instagram ausgebaut.
Die DW will zudem ihre Sichtbarkeit und Relevanz in den Zielmärkten ausbauen. Dazu
setzt sie auf lokale Studios, ein erweitertes Korrespondentinnen- und Korrespondenten-
Netzwerk sowie enge Kooperationen mit regionalen Partnern. Um flexibel auf
Marktentwicklungen zu reagieren, wird der Medienmix pro Sprachangebot kontinuierlich
evaluiert und bedarfsgerecht angepasst. Kooperationen mit Influencerinnen und
Influencern werden fortgeführt. Zudem setzt die DW auf innovative Formate, die auf die
Informationsbedürfnisse der Zielgruppe eingehen. In stark eingeschränkten Märkten
reagiert die DW mit Zensurumgehungstools sowie indirekten Vertriebswegen über
internationale Plattformen und Partner-Apps. Indem die DW so freien Informationszugang
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auch unter restriktiven Bedingungen sichert, schafft sie eine zentrale Voraussetzung dafür,
dass innovative Lösungsansätze, demokratische Werte und deutsch-europäische
Perspektiven sichtbar bleiben und Wirkung entfalten können.
Da die sozialen Medien zunehmend von KI-generierten Inhalten überflutet werden, steigt
die Bedeutung vertrauensvoller Quellen. Für die DW entsteht daraus die Chance, als
verlässliche Quelle mit hoher journalistischer Qualität hervorzustechen. Zugleich treibt die
DW in allen Asien-Redaktionen die Integration von KI-Technologien voran – mit dem Ziel,
Workflows zu optimieren, die Produktionsqualität zu steigern und die verfügbaren
Ressourcen noch effizienter einzusetzen. Dazu zählen unter anderem automatisierte
Video‑Adaptionen und barrierefreier Untertitelung über PlainX, KI-gestütztes
Community‑Management, Tests synthetischer Stimmen und gezielte KI‑Trainings für
Mitarbeitende. So verbindet die DW technologische Innovation mit journalistischer
Verantwortung.
Da in Asien die Spielräume für unabhängige Medienarbeit kleiner werden, ist auch die
Arbeit der DW Akademie stark eingeschränkt. Die Beendigung der Unterstützung durch
USAID und die schwedische SIDA hat in der Region eine erhebliche Finanzierungslücke für
die Medienentwicklungszusammenarbeit verursacht. Im Rahmen von Projekten, die durch
das BMZ und die EU finanziert werden, stärkt die DW Akademie Medienakteure darin,
offene Kommunikationswege für den freien Zugang zu Information, Dialog und
Mitbestimmung zu schaffen. Die Stärkung von Medienkompetenz im repressiven Umfeld
ist Schwerpunkt in Kambodscha und aus dem Exil für Myanmar. Innovative Konzepte für
die Journalismusausbildung und für Managementmodelle stärken Medien in Bangladesch,
Pakistan und Usbekistan. Für die stark von Flucht und Migration geprägte Region Asien
werden in den Hauptaufnahmeländern Bangladesch und Pakistan zusätzlich Medien- und
Kommunikationsstrukturen mit lokalen Partnern aufgebaut. Daran anknüpfend werden
innovative Dialogformate und Ansätze zu Advocacy zum Thema Flucht vorangetrieben.
6.4 Amerika
In Nord- und Südamerika ist die DW mit Angeboten in Englisch, Spanisch und
brasilianischem Portugiesisch präsent. Sie konzentriert sich dabei vor allem auf die Prio A-
Länder Brasilien, Mexiko und die USA. Das spanischsprachige Angebot ermöglicht
darüber hinaus eine regionale Abdeckung weiter Teile Lateinamerikas, darunter
geopolitisch wichtige Länder wie Kolumbien und Venezuela.
Die Region ist politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch von großer Bedeutung für
Deutschland und Europa. Zugleich sieht sie sich mit einer hohen gesellschaftlichen
Polarisierung, gezielter Desinformation oder politischer Instabilität konfrontiert. Für
Deutschland und Europa sind die Vereinigten Staaten geo- und sicherheitspolitisch ein
zentraler Partner und wirtschaftlich einer der wichtigsten Handels- und Investitionsräume.
Gleichzeitig befindet sich das transatlantische Verhältnis in einer Phase spürbarer
Belastungen. Lateinamerika hat ebenfalls eine hohe politische und wirtschaftliche
Relevanz, beispielsweise mit Blick auf Handelsabkommen. Brasilien als größte
Volkswirtschaft der Region und G20‑Mitglied gewinnt immer stärker an Gewicht.
Die Medienmärkte in den USA, Brasilien und im spanischsprachigen Lateinamerika
unterscheiden sich deutlich, stehen jedoch in weiten Teilen unter dem Druck zunehmender
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Polarisierung, schrumpfender Ressourcen unabhängiger Medienanbieter und einer stark
fragmentierten digitalen Öffentlichkeit. In den USA ist das Informationsverhalten stark
digital geprägt; zugleich machen gesellschaftliche Konfliktlinien verlässliche und
unvoreingenommene Informationen gefragter denn je. In Lateinamerika steht die
Medienfreiheit vielerorts unter Druck. In Venezuela bestimmen staatliche Repression und
Zensur den Informationsraum. In Mexiko und Kolumbien gefährdet Gewalt gegen
Journalistinnen und Journalisten die unabhängige Berichterstattung. Auch Brasilien und
Argentinien sind von Polarisierung, und Desinformation betroffen. Zugleich intensivieren
Russland und China ihre Anstrengungen, mit Medienangeboten Einfluss zu gewinnen.
Vor diesem Hintergrund übernimmt die DW eine zentrale Funktion in der Region. Sie bietet
unabhängige, verlässliche Berichterstattung aus deutscher und europäischer
Perspektive, schafft Orientierung in polarisierten Informationsräumen und stärkt Resilienz
gegen Manipulation und Desinformation. Durch innovative digitale Formate und die
Förderung von Dialog und Medienkompetenz baut die DW Vertrauen auf und schlägt eine
kulturelle Brücke zu einer geopolitisch und ökonomisch wichtigen Region.
Im englischsprachigen Angebot setzt die DW gezielt auf Themen, bei denen das
Publikum nach einer unabhängigen deutsch-europäischen Perspektive sucht, etwa zum
russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine oder zu Fragen der transatlantischen
Beziehungen. Das englischsprachige DW-Programm ist im US‑Medienmarkt fest etabliert
und erreicht weltweit wöchentlich rund 127 Millionen Menschen, ein wesentlicher Teil
davon in den USA. Dort ist die DW mit ihren Social-Media-Kanälen auf YouTube, TikTok,
Facebook und Instagram, ihrem englischsprachigen TV-Angebot sowie ihren Radio-
Angeboten besonders erfolgreich. Zusätzlich sichern Partnerschaften mit zahlreichen
Public-Broadcasting-Stationen eine hohe technische Reichweite.
Durch die Weiterentwicklung des Video-Angebots richtet die DW den Fokus auf die On-
Demand-Nutzung auf digitalen Plattformen. Damit positioniert sie sich in einem
Medienumfeld, in dem Geschwindigkeit, Innovation und digitale Zugänglichkeit
zunehmend darüber bestimmen, ob Informationsanbieter wahrgenommen werden. Inhalte
werden daher nun vorrangig für digitale Ausspielwege produziert und anschließend im
linearen Fernsehprogramm zweitverwertet. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurden
klassische TV-Formate angepasst oder durch neue Formate ersetzt, die speziell für die
Nutzung auf Abruf optimiert sind.
Inhaltlich setzt die DW auf originäre und lösungsorientierte Inhalte aus
deutscheuropäischer Perspektive. Das Programmspektrum reicht von Nachrichten und
Reportagen und Dokumentationen bis hin zu Magazinen aus Wirtschaft, Technik und
Wissenschaft. Mit Formaten wie The Day („Der Tag“), das an fünf Tagen pro Woche
vertiefende Analysen zu globalen Entwicklungen bietet und die Rolle der Vereinigten
Staaten als geopolitischen Akteur besonders hervorhebt, richtet sich die DW auch an ein
junges Publikum in den USA. Hinzu kommt der wöchentliche Vodcast und ergänzende
Newsletter DW Berlin Briefing, der Einordnungen zur deutschen Politik und zu
transatlantischen Beziehungen liefert. So schlägt die DW eine Brücke zwischen deutschen
und europäischen Perspektiven und den gesellschaftlichen Debatten des Landes.
Ergänzend wurden Nachrichtenformate auf YouTube eingeführt. Neue Formen von
Audience Engagement – darunter interaktive Chat‑Funktionen und dialogische
Breaking‑News‑Formate – fördern den direkten Austausch mit jüngeren Zielgruppen und
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stärken die DW als dialogorientierte Marke. (für weitere Informationen siehe Kapitel
Englisch).
Zudem werden spanischsprachige Formate sowie tägliche Nachrichten-Explainer und
Verticals auf TikTok und Instagram von den spanischsprachigen Communitys in den USA
genutzt. DW Español („DW Spanisch“) erreicht mittlerweile wöchentlich mehr als zehn
Prozent der spanischsprachigen Bevölkerung in den USA.
Neben den englischsprachigen Angeboten produziert die DW inhaltlich differenzierte
Angebote auf Spanisch. Dabei stehen länderübergreifende Themen im Mittelpunkt, die
sachlich aufbereitet, regional zugeschnitten und plattformübergreifend verbreitet werden.
DW Noticias („DW Nachrichten“) informiert auf YouTube und im TV über internationale und
in der Region wichtige Entwicklungen, währen Formate wie DW Actualidad en análisis
(„Aktuelles im Fokus“), ¿Cómo te afecta? („Wie betrifft dich das?“) und DW Analiza („DW
analysiert“) aktuelle politische und gesellschaftliche Themen für die Menschen in
Lateinamerika aus einer deutsch‑europäischen Perspektive einordnen.
Im Rahmen der On-Demand-Strategie baut die DW ihre spanischsprachigen Angebote für
digitale Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und TikTok aus. Formate wie Fuerza
Latina, das engagierte Frauen in Lateinamerika porträtiert, und Eco Latinoamérica
(Umweltformat), das in Kooperation mit Partnern aus Mexiko und Argentinien innovative
Klima‑ und Umweltprojekte vorstellt, werden primär für die digitale Nutzung produziert und
anschließend im Fernsehen zweitverwertet. Die DW erweitert zudem ihre Distribution
durch KI‑unterstützte Konfektionierung: Die YouTube‑Langformate DW Analiza („DW
analysiert“) und die Explainer zum Thema erscheinen künftig zusätzlich als Podcasts auf
weiteren Plattformen.
Die DW richtet ihre Berichterstattung auf junge, gut ausgebildete, urbane und global
vernetzte Zielgruppen aus, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel
vorantreiben. Inhaltliche Schwerpunkte des spanischsprachigen Angebots sind die
Einordnung geopolitischer Entwicklungen aus europäischer Perspektive sowie eine
lösungsorientierte Berichterstattung. Dahingehend entstehen exklusive
YouTube‑Reihen wie DW Geopolítica („DW Geopolitik“) und DW Verifica („DW
Faktencheck“), in denen komplexe geopolitische Zusammenhänge und Faktenchecks in
prägnanten Erklärvideos aufbereitet werden. Gleichzeitig verknüpft die Berichterstattung
lokale und regionale Dynamiken mit globalen Entwicklungen und macht sichtbar, wie
Innovationen in den Zielregionen Impulse für Europa liefern – und umgekehrt. Der Kanal
DW Tecnología y el mundo digital („DW Technologie und die digitale Welt“) erweitert das
Portfolio um Inhalte zu Chancen und Risiken der vernetzten Welt.
Durch den Ausbau der regionalen Präsenz mit dem geplanten Büro in Mexiko‑Stadt rückt
die DW näher an ihre Zielgruppen, bindet regionale Stimmen systematischer ein und stärkt
so die Regionalisierung ihrer Angebote. Um insbesondere jüngere Zielgruppen besser zu
erreichen, testet DW Español auch die Ansprache von 14‑ bis 18‑Jährigen über
Gaming‑Plattformen: So werden beispielsweise auf der Online-Plattform Roblox Spiele
entwickelt, in denen Jugendliche virtuell Lösungen für reale Herausforderungen in den
Bereichen Sicherheit und Umwelt entwickeln. Damit erschließt die DW innovative
Dialogräume, um jene Generationen zu erreichen, die künftig politische und
gesellschaftliche Entwicklungen prägen werden. Hinzu kommen KI‑gestützte
Trendanalysen und SEO‑Tools, die dabei helfen, relevante Themen frühzeitig zu erkennen,
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während automatisierte Untertitelung und KI‑basierte Synchronisation Barrierefreiheit und
Adaptionseffizienz erhöhen.
Um die Relevanz ihrer Angebote in Brasilien weiter zu steigern, richtet die DW ihr Angebot
konsequent auf die Informationsbedürfnisse der brasilianischen Zielgruppe aus.
Besonders erfolgreich sind die wöchentlichen YouTube-Formate Perspectiva
(„Perspektive“) mit vertiefenden Reportagen und Entenda (sinngemäß „verständlich
erklärt“) mit Einordnungen aktueller Themen aus deutsch‑europäischer Perspektive. Zur
Ansprache der jungen, digitalen Community wird DW Português do Brasil („DW
Brasilianisch“) künftig noch stärker durch exklusive Videoformate für YouTube, TikTok und
Instagram Reels erweitert. Inhalte zu Deutschland, Europa und globalen Themen werden
dialogorientiert vermittelt und durch Fact-Checking-Formate ergänzt, um die DW als
glaubwürdige Informationsquelle in Brasilien zu positionieren.
Zur Steigerung von Sichtbarkeit und Wirkung setzt die DW konsequent auf digitale
Distributionspartnerschaften. Durch Kooperationen mit reichweitenstarken digitalen
Medienhäusern, OTT‑Plattformen, öffentlich‑rechtlichen Sendern und Universitäten
platziert sie ihre Inhalte gezielt dort, wo relevante Zielgruppen aktiv sind, und schafft
zugleich neue Räume für Dialog und Austausch zwischen europäischen und regionalen
Perspektiven. Ziel ist es nicht nur, Nutzende zu erreichen, sondern die Präsenz freiheitlicher
Positionen in gesellschaftlichen und professionellen Diskursräumen zu fördern. In
Brasilien sichern Kooperationen mit führenden digitalen Leitmedien wie Metrópoles und
G1 eine starke Sichtbarkeit in zentralen nationalen Informationsumfeldern. In Mexiko
ermöglicht die Zusammenarbeit mit Grupo Fórmula eine plattformübergreifende
Ausspielung über TV, Radio, Online und Social Media. Ergänzt wird dies durch regelmäßige
DW-Premium-Schalten mit reichweitenstarken TV-Partnern in mehreren
lateinamerikanischen Ländern. Diese Live-Beiträge werden zur Primetime in
spanischsprachigen Nachrichtensendungen ausgestrahlt, ordnen aktuelle Themen mit
Relevanz für Europa und Lateinamerika ein und verbinden deutsche, europäische und
regionale Perspektiven. Die spanisch- und brasilianisch‑portugiesischen Angebote
erreichen rund 56 Millionen Menschen wöchentlich.
In Lateinamerika stärkt die DW Akademie den lokalen Journalismus und insbesondere
Community‑Medien, die tief in ihren Gemeinschaften verwurzelt sind. Da sie die
Bedürfnisse ihres Publikums kennen sowie deren Anliegen vertreten und Teilhabe fördern,
eignen sie sich besonders, um der von populistischen Regimen und Machteliten
eingesetzten Propaganda und Desinformation entgegenzuwirken. In Mexiko und
Guatemala entstehen innovative Dialogformate und Informationsangebote, die
gesellschaftliche Schlüsselthemen auf die öffentliche Agenda bringen und eine lebendige
Debattenkultur fördern. Im Amazonasbecken – in Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Brasilien
und Peru – unterstützt die DW Akademie lokale und Community-Medien dabei, kompetent
und verlässlich über Umweltthemen zu berichten. Zusätzlich fördert sie den Dialog
zwischen Gemeinden, Zivilgesellschaft und Entscheidungsträgerinnen und -trägern, um
gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Unabhängiger Journalismus ist in vielen Ländern der Region mit erheblichen Risiken
verbunden. Der Rückzug der USA aus der Medienförderung hat die ohnehin prekäre
finanzielle Situation zahlreicher Redaktionen zusätzlich verschärft. Die DW Akademie setzt
daher auf langfristige und nachhaltige Veränderungen durch lokale Partnerschaften.
Gemeinsam mit Netzwerken wie Periodistas de a Pie in Mexiko sowie digitalen Medien wie
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Mutante in Kolumbien arbeitet sie daran, ein sicheres und resilientes Medienökosystem zu
stärken.
6.5 MENA
Die DW konzentriert sich in der MENA-Region auf die Prio A-Länder Ägypten, Irak und
Syrien. Darüber hinaus sind die Angebote im gesamten Nahen Osten sowie in Nordafrika
nutzbar, darunter auch Zielgebiete in fragilen Kontexten wie Jemen, den Palästinensischen
Gebieten und dem Sudan.
Die MENA‑Region gehört zu den geo- und sicherheitspolitisch sensibelsten Räumen der
Welt und weist nicht zuletzt durch die geografische Nähe hohe Relevanz für Deutschland
auf. Die Zielländer sind von massiven Umbrüchen und Konflikten sowie einer
eingeschränkten Presse- und Meinungsfreiheit geprägt. In Syrien stellen der Wiederaufbau
und die Wiederherstellung unabhängiger Medienstrukturen große Herausforderung dar.
Der Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 und der nachfolgende Krieg haben
Polarisierung befeuert und Skepsis gegenüber Medien verstärkt. In vielen arabischen
Ländern unterliegen Medien umfassender staatlicher Kontrolle; unabhängige
journalistische Arbeit ist häufig mit der Gefahr von Gewalt, Bedrohungen oder
strafrechtlicher Verfolgung verbunden. Durch die geplante Reduzierung
arabischsprachiger USAGM-Angebote entsteht eine Lücke, die verlässliche,
faktenbasierte Berichterstattung wichtiger macht denn je. Gleichzeitig verstärken
staatliche regionale und internationale Akteure ihre Aktivitäten, um in einem
Informationskrieg Narrative zu verbreiten, die sich häufig gegen freiheitlich-liberale Werte
richten.
Vor diesem Hintergrund übernimmt die DW eine wichtige Rolle: Sie schafft Zugang zu
verlässlichen, unabhängigen Informationen genau dort, wo öffentliche Diskursräume
eingeschränkt oder politisiert sind, und stärkt damit die Widerstandsfähigkeit gegenüber
Desinformation. Durch die transparente Einordnung politischer, gesellschaftlicher und
sicherheitspolitischer Entwicklungen aus deutscher und europäischer Perspektive macht
sie komplexe Zusammenhänge verständlich und trägt dazu bei, Positionen Deutschlands
und europäischer Staaten darzustellen und zu erklären. Mit plattformgerechten Formaten
fördert sie Dialog und Vertrauen in einer Region, in der Informationsräume eingeschränkt
sind.
Die Mediennutzung in arabischsprachigen Ländern ist stark fragmentiert. Obwohl
klassische Kanäle wie TV und Radio in Ländern wie Syrien, Sudan und Jemen weiterhin
eine wichtige Rolle spielen, gewinnen soziale Medien als primäre Informationsquelle
insbesondere bei der DW-Zielgruppe zwischen 14 und 40 immer mehr an Dominanz.
Während die DW noch mit linearen Angeboten vertreten ist, setzt sie den Fokus
konsequent auf eine On-Demand-Strategie, die sich an den digitalen
Nutzungsgewohnheiten der jungen Zielgruppen orientiert. Online berichtet DW عربیة („DW
Arabisch“) hintergründig über Nachrichten und aktuelle Entwicklungen. Die DW ist auf
dw.com, YouTube, Facebook, Instagram, X und TikTok mit arabischsprachigen Inhalten
präsent, die vor allem die Themen Politik und Gesellschaft abdecken. Die Distribution
erfolgt über eigene Kanäle und ein Netzwerk von Online- und Social-Media-Partnern. Das
arabische TV-Programm der DW wird zunehmend über digital anschlussfähige
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Distributionswege wie IPTV-Plattformen und moderne, regionale Teilprogrammpartner
ausgestrahlt. Über Premium-Partner werden zusätzlich viele Menschen erreicht.
Die DW setzt auf ein Angebot aus Nachrichten, Hintergrundberichten und
dialogorientierten Formaten, die sowohl linear als auch digital verbreitet werden. Dabei
deckt sie vor allem Themen ab, die in regionalen Medien kaum oder einseitig behandelt
werden: Meinungsfreiheit, Korruption, soziale Gerechtigkeit, Frauenrechte und Migration.
So stärkt sie Perspektivenvielfalt in einem Umfeld, das von hoher Polarisierung geprägt ist.
Die Formate sind konstruktiv und stark auf die Lebenswelt der jungen Generation
ausgerichtet. Dabei ist die DW eine der wenigen deutsch-europäischen Stimmen in der
Region. Angesichts der hohen Polarisierung unterstützt ein interdisziplinäres
Kompetenzteam der Chefredaktion die Berichterstattung insbesondere zum
Nahostkonflikt, indem es inhaltlich berät und sicherstellt, dass sachlich und faktenbasiert
berichtet wird.
Zudem treibt DW Arabisch innovative Formate voran und richtet das Nachrichtenangebot
auf On-Demand aus: Die Hauptnachrichtensendung wird durch fürs Digitale optimierte
Hintergrundberichte, Interviews, Dokumentationen, Magazine und Talk‑Formate ersetzt,
die internationale Entwicklungen und regionale Schlüsselthemen analysieren. Mit dem
Start des speziell für YouTube entwickelten Formats NewsZoom wurde ein weiterer Schritt
der digitalen Transformation vollzogen. Künftig noch präsenter werden Inhalte, die
innovative technologische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen in der Zielregion und
Europa sichtbar machen, um die junge Zielgruppe mit neuartigen und kreativen Ansätzen
zu inspirieren und Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Darüber hinaus positioniert sich die
DW als verlässliche Quelle für faktenbasierte, multiperspektivische Berichterstattung. Das
News-Explainer-Format BiBassata (sinngemäß „Ganz einfach“) auf YouTube erklärt
aktuelle Nachrichten knapp und verständlich für die junge Zielgruppe und wird durch ein
Faktencheck-Format ergänzt, das Falschinformationen korrigiert und damit
Desinformation explizit entgegenwirkt. Im Vodcast Syria Laween („Syrien, wohin?“)
verbindet die DW journalistische Analysen mit persönlichen Geschichten und schafft so
Dialog und Nähe zur Lebensrealität vor Ort.
Mit Blick auf die Ausrichtung der DW als Marke der Freiheit sollen Formate entstehen, die
Meinungsfreiheit und Menschenrechte in den Mittelpunkt stellen. Um die Zielgruppe
wirkungsvoll zu erreichen, setzt die DW auf stark regionalisierte Angebote sowie
zielgruppenspezifischen Content, der die Lebenswelt der Menschen direkt anspricht.
Das preisgekrönte Multimedia-Format Jaafar Talk richtet sich beispielsweise direkt an die
junge Zielgruppe, bringt unterschiedliche Meinungen in e
Anzeige gekürzt – vollständiger Text im Original.
Relationen
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