Vorschlag 19110 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/5074)
Text
Vorschlag 19110 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/5074)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5345
21. Wahlperiode 13.04.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Schulz, Robin Jünger, Ruben
Rupp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/5074 –
Vorschlag 19110 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die die Bundesregierung tragenden Parteien CDU, CSU und SPD haben sich
in ihrem Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode dazu bekannt, die
Bürokratiebelastung, der Unternehmer und Unternehmen ausgesetzt sind, zu reduzieren
(Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, S. 58; www.koalitionsvertr
ag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf).
Im Frühjahr 2023 wurde eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung vom
damaligen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
durchgeführt. Insgesamt wurden 71 Verbände eingeladen, Regelungen und
Bestimmungen, die aus ihrer Sicht eine unnötige Bürokratiebelastung
darstellen, zu benennen und ggf. Verbesserungsvorschläge und konkrete
Forderungen zu formulieren. 34 weitere Verbände erklärten, an der Verbändeabfrage
teilnehmen zu wollen. An der Verbändeabfrage beteiligten sich tatsächlich
mehr als 57 Verbände, die 442 Vorschläge zur Entlastung von Bürokratie dem
BMJV unterbreiteten (www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachinformat
ionen/Verbaendeabfrage_Buerokratieabbau_Ergebnisdokumentation_Einzelvo
rschlaege.pdf?__blob=publicationFile&v=3, S. 6f).
In einer Auswertung der Verbändeabfrage, die im Dezember 2023 vorgelegt
wurde, erfolgte eine Kategorisierung und Bewertung der einzelnen
Vorschläge. Im Ergebnis wurden 34 Vorschläge vollständig umgesetzt. Teilweise
umgesetzt wurden 55 Vorschläge, und für 26 Vorschläge werden alternative
Lösungen gesucht. Darüber hinaus untersuchte und prüfte das BMJV weitere 61
Vorschläge. Nicht behandelt wurden 210 Vorschläge. Begründungen zu den
einzelnen Vorschlägen und den Umgang mit ihnen wurden durch die
Bundesregierung gegeben (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Pub
likationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringberich
t.pdf?__blob=publicationFile).
Eine Umsetzung der noch zu untersuchenden und zu prüfenden Vorschläge
erfolgte nach Kenntnis der Fragesteller aufgrund der Auflösung der damaligen
Bundesregierung nicht.
In der Verbändeabfrage, an der sich der Bundesverband der Energie- und
Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) beteiligte, wurde der Vorschlag 19110 –
„Verschlankung, Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren im öffentlichen
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und
Energie vom 10. April 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Beschaffungswesen“ – aufgenommen, der eine Anpassung der
Vergabegesetzgebung fordert (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publika
tionen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blob=publicati
onFile&v=5; S. 247).
Zu lange und zu bürokratische Vergabeverfahren, die zudem fehleranfällig
sind und deshalb für potenzielle Bieter immer unattraktiver werden,
erschweren eine ausreichende Bieterbeteiligung, verhindern eine flexible Reaktion auf
Marktentwicklungen und führen dazu, dass Innovationspotenziale sowie
praktikable Bieterideen im laufenden Verfahren zu wenig berücksichtigt werden
können. Um dem entgegenzuwirken, fordert der BDEW mit seinem Vorschlag
19110 eine Vereinfachung und Beschleunigung mit dem Ziel, wirtschaftliche
Beschaffungen für öffentliche Auftraggeber wieder zu angemessenen
Bedingungen zu ermöglichen (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekoste
n/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blo
b=publicationFile&v=5; S. 247). Mit der Einbringung des Entwurfes eines
Gesetzes zur Transformation des Vergaberechts
(Vergaberechtstransformationsgesetz (VergRTransfG)) – Bundesdrucksache 20/14344 – in den Deutschen
Bundestag beabsichtigte die Bundesregierung in der 20. Wahlperiode, das
Vergaberecht anzupassen. Das Gesetz wurde jedoch nicht mehr beschlossen
(https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-transformation-des-vergaberecht
s-vergaberechtstransformationsgesetz-vergrtransfg/318125).
Die Bundesregierung nahm den Vorschlag 19110 auf und erklärte, dass
weitergehende Prüfungen notwendig wären, bevor eine Umsetzung des Vorschlages
erfolgen könnte (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publik
ationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.p
df?__blob=publicationFile; S. 123).
1. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen wurde der Vorschlag 19110
der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau nicht im Vierten Gesetz zur
Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der
Verwaltung von Bürokratie (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz) von der
Bundesregierung aufgenommen bzw. umgesetzt?
2. Wird die Umsetzung der Vorschläge der Vergabeabfrage von der
Bundesregierung vorgenommen, um eine tatsächliche und maßgeschneiderte
Bürokratieentlastung für Unternehmen zu erreichen?
a) Wenn ja, mit welchen konkreten Maßnahmen und wann kann mit einer
dementsprechenden Fortführung bzw. Umsetzung gerechnet werden?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 1 bis 2b werden gemeinsam beantwortet.
Hinsichtlich der damals zugrundeliegenden Erwägungen verweist die
Bundesregierung auf die entsprechenden Ausführungen im Monitoringbericht zur
Umsetzung der Vorschläge aus der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau
(www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Downloa
ds-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.pdf?__blob=publica
tionFile; S. 123).
Die Bundesregierung hat am 6. August 2025 den Entwurf eines Gesetzes zur
Beschleunigung der Vergabe öffentlicher Aufträge
(„Vergabebeschleunigungsgesetz“, Bundestagsdrucksache 21/1934) beschlossen. Das Gesetz wird derzeit
im Deutschen Bundestag beraten und führt zu einer Vereinfachung und
Beschleunigung der Vergabeverfahren, wie sie auch in der Verbändeabfrage
angeregt wurde.
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ISSN 0722-8333
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