Vorschlag 83101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/5079)
Text
Vorschlag 83101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/5079)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5368
21. Wahlperiode 13.04.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Schulz, Robin Jünger, Ruben
Rupp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/5079 –
Vorschlag 83101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die die Bundesregierung tragenden Parteien CDU, CSU und SPD haben sich
in ihrem Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode dazu bekannt, die
Bürokratiebelastung, der Unternehmer und Unternehmen ausgesetzt sind, zu reduzieren
(Koalitionsvertrag, S. 58; www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitions
vertrag2025.de/files/koav_2025.pdf).
Im Frühjahr 2023 wurde eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung vom
damaligen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
durchgeführt. Insgesamt wurden 71 Verbände eingeladen, Regelungen und
Bestimmungen, die aus ihrer Sicht eine unnötige Bürokratiebelastung
darstellen, zu benennen und ggf. Verbesserungsvorschläge und konkrete
Forderungen zu formulieren. 34 weitere Verbände erklärten, an der Verbändeabfrage
teilnehmen zu wollen. An der Verbändeabfrage beteiligten sich tatsächlich
mehr als 57 Verbände, die 442 Vorschläge zur Entlastung von Bürokratie dem
BMJV unterbreiteten (www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachinformat
ionen/Verbaendeabfrage_Buerokratieabbau_Ergebnisdokumentation_Einzelvo
rschlaege.pdf?__blob=publicationFile&v=3, S. 6 f.).
In einer Auswertung der Verbändeabfrage, die im Dezember 2023 vorgelegt
wurde, erfolgte eine Kategorisierung und Bewertung der einzelnen
Vorschläge. Im Ergebnis wurden 34 Vorschläge vollständig umgesetzt. Teilweise
umgesetzt wurden 55 Vorschläge und für 26 Vorschläge werden alternative
Lösungen gesucht. Darüber hinaus untersuchte und prüfte das BMJV weitere
61 Vorschläge. Nicht behandelt wurden 210 Vorschläge. Begründungen zu den
einzelnen Vorschlägen und der Umgang mit ihnen wurden durch die damalige
Bundesregierung gegeben (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekos
ten/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitorin
gbericht.pdf?__blob=publicationFile).
Eine Umsetzung der noch zu untersuchenden und zu prüfenden Vorschläge
erfolgte nach Kenntnis der Fragesteller aufgrund der Auflösung der damaligen
Bundesregierung nicht.
In der Verbändeabfrage, an der sich der „Verband kommunaler Unternehmen
e. V.“ (VKU) beteiligte, wurde unter dem Vorschlag 83101 –
Fördermittelbeantragung, Bezuschlagung und Reporting im Bereich öffentlich zugängli-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 13. April 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
cher Ladeinfrastruktur – eine Anpassung der Energiegesetzgebung gefordert.
Der VKU weist auf eine Änderung des Antrags- und Bewilligungsverfahrens
sowie der Berichtspflichten im Rahmen der Förderung öffentlich zugänglicher
Ladeinfrastruktur hin, die zu viele bürokratische Hürden u. a. in Form von
Berichtspflichten mit sich bringe (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokrati
ekosten/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf
?__blob=publicationFile, S. 554).
Die damalige Bundesregierung sprach sich gegen die Umsetzung des
Vorschlages 83101 aus und begründete dies mit der Notwendigkeit, die
Berichtspflichten zu erhalten, um wissenschaftlichen Untersuchungen gerecht zu
werden (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Do
wnloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.pdf?__blob=
publicationFile, S. 404).
1. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen wurde der Vorschlag 83101
der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau nicht im Vierten Gesetz zur
Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der
Verwaltung von Bürokratie (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz) von der
Bundesregierung aufgenommen bzw. umgesetzt?
Der Vorschlag 83101 der Verbändeanhörung hatte keine gesetzlichen
Änderungen zum Gegenstand.
2. Wird die Bundesregierung die Umsetzung des Vorschlages 83101 der
Verbändeabfrage vornehmen und auf andere Wirtschaftssektoren übertragen,
um eine tatsächliche Beschleunigung von Genehmigungsverfahren zu
erreichen?
a) Wenn ja, wie ist eine Umsetzung vorgesehen?
b) Wenn nein, aus welchen Gründen nicht?
Die Fragen 2 bis 2b werden gemeinsam beantwortet.
Nein. Der Vorschlag 83101 bezog sich spezifisch auf die Förderung öffentlich
zugänglicher Ladeinfrastruktur und ist insofern nicht übertragbar. Die
Bundesregierung hatte zu den drei Punkten des Vorschlags in dem Monitoringbericht
zur Umsetzung der Vorschläge ausführlich Stellung genommen. Ergänzend
wird zu Punkt drei des Vorschlags („Berichtspflichten reduzieren, jährliches
Reporting, Datenschnittstelle für automatisiertes Reporting“) darauf
hingewiesen, dass für Nutzende von OBELISöffentlich mittlerweile die Möglichkeit
besteht, mit der Programmierschnittstelle OBELISdeutschlandnetz die
Betriebsdaten automatisiert zu übermitteln. Mit dieser Implementierung entfällt die
halbjährlich wiederkehrende manuelle Übermittlung der Daten.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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