Aktuelle Fragen, Diskussionen und Analysen zu den Aussichten auf den weiteren Verlauf und einen möglichen Ausgang des Ukrainekrieges sowie die Zeit danach - Deutschlands Interessen im Lichte des Lagebilds und der Strategie der Regierung (Antwort zu Drs. 21/4009)
Text
Aktuelle Fragen, Diskussionen und Analysen zu den Aussichten auf den weiteren Verlauf und einen möglichen Ausgang des Ukrainekrieges sowie die Zeit danach - Deutschlands Interessen im Lichte des Lagebilds und der Strategie der Regierung (Antwort zu Drs. 21/4009)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4262
21. Wahlperiode 19.02.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Keuter, Dr. Rainer Rothfuß, Udo
Theodor Hemmelgarn, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4009 –
Aktuelle Fragen, Diskussionen und Analysen zu den Aussichten auf den weiteren
Verlauf und einen möglichen Ausgang des Ukrainekrieges sowie die Zeit
danach – Deutschlands Interessen im Lichte des Lagebilds und der Strategie
der Regierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Unbenommen des auch nach Auffassung der Fragesteller bestehenden
Eskalationspotenzials für Deutschland, hat die Bundesregierung bis heute, zuzüglich
der überdurchschnittlich hohen, milliardenschweren Beteiligung an den Hilfen
der EU, direkt-bilateral 72 Mrd. Euro an die Ukraine übergeben, darunter
große Mengen an Rüstungsgütern und Waffen, und erklärt fortlaufend, sie werde
die Ukraine unterstützen, „solange es nötig ist“, einschließlich einer EU-
Mitgliedschaft des Landes in den Grenzen von 1991 (vgl. beispielsweise die
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache
21/2187 m. w. N.). Zwischenzeitlich, Anfang 2026 und damit nunmehr vier
Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine im
Frühjahr 2022 beziehungsweise zwölf Jahre nach dem sogenannten
Euromaidan im Frühjahr 2014, ist die bisherige und weitere Ukrainepolitik westlicher
Länder wie Deutschland immer mehr Gegenstand kontroverser Debatten
geworden, in denen aktuelle namhafte Stellungnahmen und Positionierungen im
Westen auch die deutsche strategische außen- und sicherheitspolitischen
Ausrichtung zum Ukrainekrieg anzweifeln betreffend Schlüssigkeit und
Sinnhaftigkeit, Risikomanagement oder schlichtweg Realitätsnähe – einschließlich
der rein analytischen Feststellung, dass die Ukraine den Krieg verliere oder
faktisch bereits verloren habe (a. a. O.).
Die Fragesteller bekennen sich vor diesem Hintergrund zu ihrer von Anfang
an eingenommenen Position, dass Waffenlieferungen den Krieg nur
verlängern, dabei unzählige Menschenleben auf beiden Seiten fordern und dazuhin
ein Risiko einer Eskalation begründen und so eine potenzielle Bedrohung für
Deutschland schaffen. Nach wie vor erkennen sie es als illusorisch wie auch
brandgefährlich an, einen militärischen Sieg gegen eine Atommacht
anzustreben, betrachten den Ukrainekrieg mitnichten als einen Krieg Deutschlands
sowie halten eine Verhandlungslösung für möglich und notwendig. Die
Bundesregierung rufen die Fragesteller, die Deutschland keinesfalls als Kriegspartei
sehen wollen, fortwährend zur Deeskalation und dazu auf, zu einer Politik des
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 19. Februar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Ausgleichs zurückzukehren, um im deutschen nationalen Interesse Sicherheit
und Stabilität auf dem europäischen Kontinent wiederherzustellen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Vorbemerkung der Fragesteller zur Kenntnis.
Sie stimmt weder den darin enthaltenen Wertungen zu noch bestätigt sie die
darin enthaltenen Feststellungen.
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist ein eklatanter Bruch des
Völkerrechts und gefährdet die Sicherheit Europas und der Welt.
Die Bundesregierung unterstützt die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen den
völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg, im Einklang mit dem
Völkerrecht und ohne selbst Kriegspartei zu werden. Zudem setzt sie sich intensiv für
ein rasches Ende des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs gegen die
Ukraine ein. Hierzu steht die Bundesregierung in ständigem engem Austausch
mit ihren internationalen Partnern – sowohl bilateral als auch im Rahmen
internationaler Organisationen und multilateraler Foren, vor allem in den Vereinten
Nationen (VN), der Europäischen Union (EU), der NATO und den G7.
Russland kann diesen Krieg jederzeit beenden, verweigert sich aber weiterhin
einem sofortigen, umfassenden Waffenstillstand.
1. Hat sich die Bundesregierung eine (ggf. zustimmende oder abweichende)
eigene Bewertung, Auffassung, Haltung, Einschätzung oder
Positionierung erarbeitet, und wenn ja, welche, zu der nach Ansicht der Fragesteller
für viele andere Stimmen repräsentativ sprechenden aktuellen Analyse des
dem britischen Oberhaus angehörenden und zuletzt mit dem höchsten
regulären Dienstgrad der britischen Armee ausgezeichneten Generals a. D.
David J. Richards in „The Independent“ (www.independent.co.uk/tv/new
s/ukraine-russia-war-world-of-trouble-podcast-video-b2848499.html),
a) dass die Ukraine bzw. der Ukrainekrieg für die westlichen Länder wie
Deutschland „keine existenzielle Frage“ und „nicht von vitalem
nationalem Interesse“ sei, sowie dass die Ukraine bzw. der Ukrainekrieg für
Russland hingegen „ganz klar […] eine existenzielle Frage“ und „von
vitalem nationalem Interesse“ sei („Ich bin sehr realistisch; ich
verteidige Russland keineswegs, aber ich kann es erklären. […] Wir haben
beschlossen, dass wir deswegen keinen Krieg führen werden, da es für
uns keine existenzielle Frage ist. […] Wir befinden uns in einer Art
hybridem Krieg, aber das ist nicht dasselbe wie ein bewaffneter/heißer
Krieg [‚shooting war‘], in dem unsere Soldaten in großer Zahl sterben
und für den wir ohnehin nicht die Ressourcen haben. Das würde
keinen Sinn ergeben. […] Es ist ganz klar eine existenzielle Frage für die
Ukraine, aber es ist keine existenzielle Frage für Europa oder, ganz
offensichtlich, für Amerika [...] – für die Russen hingegen ganz klar
schon“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
b) dass für die russische Wahrnehmung als eine existentielle Frage die
russische Sicht entscheidend sei und es „keine Rolle“ spiele, ob aus
westlicher Sicht „die NATO keine Bedrohung [für Russland]
darstellen würde, sowie „die Haltung des Westens in dieser Frage in gewisser
Weise heuchlerisch ist“ („Man könnte übrigens sagen, dass [die
russische Sicht] lächerlich sei und die NATO keine Bedrohung darstelle –
das spielt keine Rolle. Die Russen betrachten sie als Bedrohung; und
tatsächlich würden die Amerikaner nach der Monroe-Doktrin niemals
zulassen, dass China beispielsweise in Mexiko Fuß fasst. Die Haltung
des Westens in dieser Frage ist also in gewisser Weise heuchlerisch.
Russland sieht die NATO 500 km südlich von Moskau; es gibt eine
riesige NATO-Präsenz, die für sie eine feindliche Streitmacht
darstellt“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
c) dass aus dem Grund „die Lage derzeit sehr instabil ist“, „man sich
nicht auf solche Dinge einlassen sollte, ohne sich der Risiken bewusst
zu sein“, „und dass [– ein großer Krieg in Europa –] ein Risiko ist,
[gerade] weil es für Russland eine existenzielle Frage ist“ („Die Lage
ist derzeit sehr instabil, man sieht den Beginn dieses Testens des
NATO-Luftraums und so weiter. Man sollte sich nicht auf solche
Dinge einlassen, ohne sich der Risiken bewusst zu sein, und das ist ein
Risiko, weil es für Russland eine existenzielle Frage ist“ebd.), bitte
ggf. begründen),
d) dass „die Ukrainer [auch mit mehr Waffen] nicht gewinnen [könnten],
weil ihnen die Mannstärke fehlt, es sei denn, [westliche Streitkräfte]
würden sich ihnen anschließen“ („Meiner Meinung nach könnten die
Ukrainer [auch mit mehr Waffen] nicht gewinnen, weil ihnen die
Mannstärke fehlt, es sei denn, wir würden uns ihnen anschließen; was
wir aber nicht tun werden, weil die Ukraine für uns keine existenzielle
Frage ist“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
e) dass die westlichen Länder aus dem Grund keine Streitkräfte in den
Ukrainekrieg in den Kampf entsenden und auch entsenden würden,
dass die Ukraine bzw. der Ukrainekrieg für sie „keine existenzielle
Frage“ sei („Die Ukraine ist nicht von vitalem nationalem Interesse für
uns, und man führt keinen Krieg, wenn nicht die eigenen vitalen
nationalen Interessen gefährdet sind“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
f) dass „die Russen gewinnen“ sowie dass der militärisch relativ
aussichtsreichste Zeitpunkt aus Sicht der Ukraine längst verstrichen sei
(„Die Russen verlieren nicht, wenn überhaupt, dann ‚gewinnen‘ sie;
sie drängen die Ukrainer langsam zurück – unter enormen Verlusten,
aber sie können diese Verluste verkraften, was die Ukrainer nicht
können, wo die Physik des Krieges zum Tragen kommt. Es gibt viele
Ukrainer, die nicht kämpfen wollen. [...] Mein Instinkt sagt mir, dass
das Beste, was die Ukraine erreichen kann, eine Art Unentschieden ist.
General Milley sagte [bereits 2023], dass ‚jetzt der richtige Zeitpunkt
für Verhandlungen‘ [gewesen] sei, da dies der Höhepunkt ihrer
Bemühungen war“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
g) dass umgekehrt dann eine vollkommen andere, extreme Gefahrenlage
drohen würde, „wenn man [Russland] aus der Ukraine zurückdrängen
[können] würde“, womit sie nur dort und nicht überhaupt „besiegt
wären“ („Der andere Punkt ist, dass selbst dann, wenn man [die Russen]
aus der Ukraine zurückdrängen würde, sie nicht in dem Sinne besiegt
wären, dass wir in Moskau einmarschiert wären und sie mit erhobenen
Armen dasitzen würden. Sie würden sehr, sehr verbittert und
gefährlich werden, und wir müssen auch die Auswirkungen davon
durchdenken“ (ebd.), bitte ggf. begründen),
h) dass jetzt der Zeitpunkt dafür sei, auch großstrategisch „wieder die
Diplomatie zurückzubringen“ („Ich würde damit beginnen, Russland
langsam aber sicher wieder in die westliche Welt zurückzuholen, wie
es es sich, um fair zu sein, in den Neunzigern gewünscht hat, während
wir es irgendwie versäumt haben, auf diesen Wunsch einzugehen; und
dann China von Russland trennen; denn aus einer großstrategischen
Perspektive bringen wir derzeit diese potenziellen Gegner zusammen,
was genau das ist, was wir nicht tun sollten, da China langfristig ein
größeres echtes Problem darstellt als Russland. Was mich außerdem
enttäuscht, ist, dass wir dabei Indien irgendwie isoliert haben. Ein
Großteil der restlichen Welt steht nicht auf unserer Seite“ (ebd.), bitte
ggf. begründen)?
i) dass aus alledem eine Verantwortung für die westlichen Staaten und
damit auch für die Bundesregierung resultiere, eine eigene Position zu
erarbeiten, die die Realitäten neu bewertet und auch eigens gegenüber
der ukrainischen Regierung anstrebt, ein Sterben in der Ukraine sowie
eine für Europa fortbestehende Gefahrenlage in Gestalt eines
Eskalationspotenzials zu beenden („Derzeit gibt es unvereinbare Positionen,
die auf dem Schlachtfeld ausgetragen werden, wodurch noch mehr
Menschen sterben werden, und ich halte es nicht für richtig, dass der
Westen sagt: ‚Das ist Sache der Ukrainer, wir werden daher so lange,
wie ihr wollt, [euch unterstützen]‘. [...] Das ist eigentlich eine
Verkürzung ihrer Verantwortung, denn wir alle sind davon betroffen, nicht
nur wirtschaftlich, sondern auch durch unser Versagen, erfolgreich zu
sein. [...] Und natürlich besteht die Gefahr, dass die Lage eskaliert. [...]
Das ist ein unnötiges Risiko“ (ebd.), bitte ggf. begründen)?
Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, die Äußerungen einzelner Personen
zu kommentieren.
2. Beabsichtigt die Bundesregierung, auf EU-Ebene darauf hinzuwirken,
eigene europäische Gesprächskanäle zum Kreml aufzubauen, wofür der
Direktor des Carnegie Russia Eurasia Center in Berlin, Alexander Gabuev,
in einem aktuellen Gastbeitrag in der „Financial Times“ eindringlich warb
(„Seit Februar 2022 hat der Westen mehrere kritische Momente erlebt, die
in eine direkte Konfrontation zwischen Russland und der Nato hätten
münden können. Bei jeder dieser Gelegenheiten nutzte das Bündnis
Kommunikationskanäle zum Kreml, um Risiken zu managen. Ständige und
diskrete Kanäle zwischen erfahrenen US-Sicherheitsexperten und ihren
russischen Gesprächspartnern stellten sicher, dass jeder Nato-Schritt zur
Aufstockung der Unterstützung für die Ukraine durch Konfliktdiplomatie
flankiert wurde. […] Jetzt jedoch verfügt die Nato auf hoher Ebene nicht
mehr über solche Kanäle – außer natürlich Trump und seinen Vertrauten.
Das Paradox besteht darin, dass Europa – obwohl es völlig zu Recht
darauf besteht, am Tisch zu sitzen, wenn zentrale europäische
Sicherheitsfragen verhandelt werden – die einzige Partei ist, die keine regelmäßigen und
funktionsfähigen Kanäle zum russischen Sicherheitsapparat und zum
Kreml hat“ (www.ft.com/content/882c10b0-97bd-41be-bfe6-efb2656c
a8e9), bitte begründen)?
Die Bundesregierung verweist auf die Äußerungen des Bundeskanzlers
Friedrich Merz in der Pressekonferenz mit der litauischen Ministerpräsidentin
Inga Ruginienė am 29. Januar 2025 in Berlin.
3. Teilt die Bundesregierung die Darstellung des österreichischen
Politikwissenschaftlers und „bekennenden Unterstützers der überfallenen Ukraine“,
Gustav Gressel, der im Lichte der in den laufenden Verhandlungen von
der EU und auch der Bundesregierung selbst zurückgewiesenen
Forderungen Russlands, die Ukraine solle umkämpfte Gebiete abtreten, seine
Streitkräfte reduzieren und für immer auf den NATO-Beitritt verzichten,
auf die Fragen (https://m.bild.de/politik/ausland-und-internationales/drei-u
nbequeme-fragen-zum-ukraine-plan-will-europa-wirklich-dass-der-krieg-e
ndet-6925a72ff16c6fc79db3e475),
a) ob „das Land vielleicht doch schmerzhafte Zugeständnisse akzeptieren
sollte, um die Russen-Angriffe zu beenden“ bzw. ob „es sich wirklich
für die Ukraine weiterzukämpfen lohnt“ antwortete, dass „es zurzeit
nicht ersichtlich ist, dass die Ukraine in eine Position versetzt wird, in
der ihre Armee die Russen wieder durch offensive Manöver
zurückdrängen und Gelände befreien kann.“ Die ukrainischen Streitkräfte
hätten „stark unter dem Krieg gelitten“. Die Verluste seien hoch, vor
allem unter erfahrenen Kämpfern (ebd.),
b) ob „etwas darauf hindeutet, dass Russland die Kraft ausgeht“, dies
verneinte („‚Nein.‘ [...] Russland produziere pro Jahr 60 000
Angriffsdrohnen, 2 500 Marschflugkörper und 700 ballistische Raketen – dies
übersteigt die Anzahl westlicher Abwehrraketen bei Weitem“ (ebd.)),
c) ob „Europa wirklich will, dass der Krieg endet“ oder ob vielmehr
„Teile Europas ein Kriegsende fürchten“, Letzteres bejahte („Die
baltischen Staaten sowie Polen seien in Sorge, [dass] ‚die russische Armee
nicht demobilisiert wird und die russische Rüstungsproduktion auch
nicht zurückgeht‘“, woraus sich eine Bedrohung angeblich ergeben
würde von Russland (ebd.), das, wie die Fragesteller auffassen, in den
zurückliegenden Jahren nur etwa ein Viertel der Ukraine erobert hat
und demnach angeblich gleichwohl nunmehr drohen würde, die
NATO-Staaten unprovoziert anzugreifen)?
Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, die Äußerungen einzelner Personen
zu kommentieren.
4. Wie ist die Position des Bundesministers des Auswärtigen, Dr. Johann
Wadephul, unwidersprüchlich zu erklären, der einerseits eine für
Deutschland bestehende Eskalationsgefahr aufgrund des Engagements der
Bundesregierung im Ukrainekrieg nicht erkennt („Ich halte die
Eskalationsfurcht für übertrieben“) und andererseits einen russischen Angriff auf
NATO-Staaten dennoch als möglich und damit als eine mögliche Gefahr
für Deutschland betrachtet („Überall dort müssen wir Europäer uns auf
russische Provokationen oder sogar Militäraktionen einstellen“ (www.aus
waertiges-amt.de/de/newsroom/interview-focus-2733726)), auf jeweils
welche Faktengrundlage stützt der Bundesaußenminister diese beiden
Einschätzungen?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 13 und 16 der
Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 21/3567
verwiesen.
5. Teilt die Bundesregierung die in Presseberichten vertretene, und wenn ja,
welche Schlussfolgerungen für ihre eigene weitere europa- sowie
sicherheitspolitische Positionierung zieht sie ggf. hieraus, dass die EU-Linie im
Verhältnis zur Ukraine immer weniger einheitlich werden wird, da Ungarn
unter dem Ministerpräsidenten Viktor Orbán sich zusammenschließen will
mit der Slowakei unter dem Ministerpräsidenten Robert Fico und mit
Tschechien unter dem Wahlsieger und neuen Ministerpräsidenten Andrej
Babiš zu einer „ukraineskeptischen“ Allianz innerhalb der EU, um vor den
Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs ihrerseits eine einheitliche
Position zu erarbeiten, was laut „Politico“ die europäische finanzielle und
militärische Unterstützung der Ukraine künftig „erheblich erschweren“
kann (www.politico.eu/article/hungary-anti-ukraine-bloc-czechia-slovaki
a-viktor-orban-andrej-babis-robert-fico/)?
Die Bundesregierung kommentiert einzelne Presseberichterstattung
grundsätzlich nicht.
6. Gibt es im Jahr 2026 eine eigene, insbesondere rückblickend-aktuelle
Auffassung der Bundesregierung, und wenn ja, wie lautet diese zu der von den
Fragestellern geteilten Auffassung, dass eine Einigung zwischen Russland
und der Ukraine über die Beendigung der Feindseligkeiten bereits im
März 2022 in Istanbul kurz bevorstand, bis mangelnde westliche
Unterstützung (www.foreignaffairs.com/ukraine/talkscould-have-ended-war-ukr
aine) oder gar westlicher Einspruch (https://braveneweurope.com/michael-
von-der-schulenburg-hajo-funke-harald-kujat-peace-for-ukraine) sie
verhindert haben?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 20/6366 verwiesen.
7. Hat sich die Bundesregierung eine eigene, aktuelle Auffassung gebildet
bzw. Positionierung erarbeitet, wenn ja, welche zu der Abwägung
zwischen dem vielfach festgestellten (beispielsweise David J. Richards
a. a. O.) Eskalationspotenzial als Risiko auch für Deutschland einerseits
und der ebenso vielfach festgestellten (vgl. ebd. oder auch Gustav Gressel
a. a. O.) Unwahrscheinlichkeit eines militärischen Siegs bzw. einer
zukünftigen Verbesserung der militärischen Lage der Ukraine, und welches
konkrete politische, militärische oder andere Ziel verfolgt die
Bundesregierung als ihrer Ansicht nach realistisch erreichbar mit ihrer
Ukrainepolitik im Jahr 2026?
Die Bundesregierung setzt sich seit Beginn des völkerrechtswidrigen
russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 für ein rasches
Ende des Kriegs sowie einen dauerhaften und gerechten Frieden für die
Ukraine ein, der auch entscheidend für die Sicherheit Europas ist. Dies gilt auch für
das Jahr 2026. Die Ukraine hat sich bereits mehrfach zu einem sofortigen,
umfassenden Waffenstillstand bereiterklärt. Russland verweigert sich diesem
jedoch, beharrt stattdessen auf Maximalforderungen und intensiviert gleichzeitig
seine brutalen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur und die
ukrainische Bevölkerung. Daher wird die Bundesregierung die Ukraine weiter
unterstützen sowie den Druck auf Russland weiter erhöhen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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