Hochwasserschutz und Verwendung der Wiederaufbauhilfe 2021 im Ahrtal
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Hochwasserschutz und Verwendung der Wiederaufbauhilfe 2021 im Ahrtal
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4160
21. Wahlperiode 17.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Armin Grau, Steffi Lemke, Misbah Khan, Corinna Rüffer,
Julian Joswig, Dr. Jan-Niclas Gesenhues, Harald Ebner, Lisa Badum, Julia
Schneider, Marlene Schönberger, Swantje Henrike Michaelsen, Stefan Schmidt
und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Hochwasserschutz und Verwendung der Wiederaufbauhilfe 2021 im Ahrtal
Infolge der Flutkatastrophe im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-
Westfalen wurde das Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ zur Beseitigung der
Schäden und zum Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten errichtet. Seitdem
schreitet der Wiederaufbau über landesspezifische Förderrichtlinien auf
Grundlage der bundesgesetzlichen Regelungen voran. Parallel zum Wiederaufbau
wurden insbesondere im Ahrtal in einem intensiven Prozess Vorschläge
entwickelt, wie der Hochwasserschutz in der Region verbessert werden kann. Aus
diesem Prozess haben sich vielfältige Maßnahmen des Hochwasserschutzes
ergeben, die die Kommunen umsetzen wollen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Plant die Bundesregierung, die im Rahmen eines intensiven Prozesses
entwickelten Vorschläge aus der Ahrtalregion zur künftigen Verbesserung des
Hochwasserschutzes finanziell abzusichern, wenn ja, wie, und wenn nein,
warum nicht?
2. Wie gestaltet sich der Mittelabfluss aus dem Sondervermögen
„Aufbauhilfe 2021“?
3. Ist der Bau von nach der Flutkatastrophe entwickelten zusätzlichen
Hochwasserschutzmaßnahmen aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“
zulässig?
4. Geht die Bundesregierung davon aus, dass das Sondervermögen mit den
aktuell geplanten Beseitigungs- und Wiederaufbauprojekten ausgeschöpft
werden wird?
5. Wie plant die Bundesregierung möglicherweise nicht für den
Wiederaufbau benötigte Restmittel zu verwenden?
6. Erwägt die Bundesregierung – mit Blick auf aufgrund der fortschreitenden
Klimakrise zunehmende Gefahren durch Starkregen- und
Hochwasserereignisse –, neben dem Wiederaufbau auch die Umsetzung von neuen
Hochwasserschutzmaßnahmen aus möglicherweise nicht für den
Wiederaufbau benötigten Restmitteln aus dem Sondervermögen zu ermöglichen,
wenn ja, inwieweit, und wenn nein, warum nicht?
7. Gab es aus den betroffenen Bundesländern Rheinland-Pfalz und
Nordrhein-Westfalen Initiativen, eine solche Öffnung des
Sondervermögens für Hochwasserschutzmaßnahmen zu ermöglichen, und wenn ja,
welche?
8. Wenn es entsprechende Initiativen gab, auf welche Weise wurde auf diese
vonseiten der Bundesregierung reagiert?
9. Erwägt die Bundesregierung vor dem Hintergrund klimabedingt
zunehmender Gefahren durch Hochwasser- und Starkregenereignisse den
Vorschlag, Hochwasserschutz als Gemeinschaftsaufgabe durch eine
Erweiterung sowie entsprechende finanzielle Ausstattung mit Bundesmitteln zu
einer Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur, Küsten- und
Hochwasserschutz zu verankern, wenn ja, inwieweit, und wenn nein, warum nicht?
10. Will die Bundesregierung die Möglichkeit eines bezahlbaren
Versicherungsschutzes vor Hochwassergefahren für die Bürgerinnen und Bürger
sicherstellen und unterstützen, wenn ja, wie, und wenn nein, warum nicht?
11. Wie bewertet die Bundesregierung die mögliche Einführung einer
Versicherungspflicht vor dem Hintergrund der aktuellen und europaweit
feststellbaren Folgen von zunehmenden Unwettern und der Erkenntnis, dass
Hochwasser und Starkregenkatastrophen nicht auf bestimmte Regionen
begrenzt sind?
12. Plant die Bundesregierung Unterstützungsmaßnahmen zum Ausgleich
finanzieller Belastungen der Bürgerinnen und Bürger im Fall von
Unwetterkatastrophen, wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 9. Februar 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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